{"id":1576,"date":"2007-11-30T15:30:59","date_gmt":"2007-11-30T13:30:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=395"},"modified":"2007-11-30T15:30:59","modified_gmt":"2007-11-30T13:30:59","slug":"predigthilfe-vom-16-12-2007-jesaja-50-4-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-16-12-2007-jesaja-50-4-9\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 16.12.2007 &#8211; Jesaja 50, 4-9"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er&#8230;<br \/>Predigtthema: &#8230; im Gehorsmen kommt<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Jesaja 50, 4-9<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nDie Kapitel 40-66 nennt man das \u201eBuch des Trostes und der Erl\u00f6sung\u201c. Jesaja ist der Verfasser. Eine Theorie, hier habe ein anderer (Deuterojesaja) unter dem Namen des Jesaja geschrieben, um seinem Schreiben mehr Gewicht zu geben, \u00fcberzeugt nicht. Warum sollte Gott diesem gro\u00dfen Propheten nicht eine gewaltige Vision des k\u00fcnftigen messianischen Reichs gegeben haben? In der Geschichte des biblischen Kanons hat das Buch Jesaja nie aus getrennten Teilen bestanden. Schon die ber\u00fchmte Jesajarolle aus Qumran (1947 entdeckt) kennt nur EIN Buch.<br \/>\nIm Neuen Testament wird das Trostbuch elfmal zitiert und Jesaja als Verfasser genannt (z. B. Mt 12, 17f; Apg 8, 28-35; R\u00f6 10, 16-21).<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps:<br \/>\nIn den Versen 4-9 spricht der Knecht, denn er nennt Gott vier Mal \u201eGott, den Herrn\u201c.<\/p>\n<p>V 4f T\u00e4glich lehrt Gott seinen Knecht, die M\u00fcden zu tr\u00f6sten. Er \u00fcberf\u00e4llt ihn nicht mit seinem Wort, sondern l\u00e4sst Einsicht im Herzen des Jesaja wachsen: Ein Sch\u00fcler, der Erfahrenes verarbeitet und verinnerlicht hat. Die Zunge des Knechtes spricht vor allem zu Gott selbst. Er kann seinen Auftrag nur in st\u00e4ndiger N\u00e4he zum Herrn ausf\u00fchren. Sicher kannte Jesaja (wie Jeremia, Jer 15, 1) auch Zeiten des Schweigens von Gott.<br \/>\nWen er hier auch mit \u201eKnecht\u201c meint: Es bleibt deutlich, dass das H\u00f6ren auf Gott \u201eMorgen f\u00fcr Morgen\u201c Quelle seiner Kraft f\u00fcr den Tag ist. \u201eDer Knecht h\u00f6rt, weil Gott ihm die Aufmerksamkeit zum H\u00f6ren verliehen hat\u201c (Dieter Schneider) und er h\u00f6rt nicht auf Tr\u00e4ume und ekstatische Visionen, sondern bei wachem Leben und tageshellem Bewusstsein. (1) Wenn der Schlaf, welcher \u201eunmittelbare Entsunkenheit in Gott ist\u201c (Franz J. Delitzsch), beendet ist, haben die Eindr\u00fccke und Bedr\u00fcckungen von gestern ihr Gewicht verloren. Das Blatt  kann neu beschrieben werden. Aus dem H\u00f6ren wird ein Horchen, aus dem Horchen ein Gehorchen. Gottes Wort macht wach. (2)<br \/>\nZunge und Ohr geh\u00f6ren Gott. Das Ohr ist dabei die Einflugschneise f\u00fcr Gottes Wort (R\u00f6 10, 17; Jo 17, 20). Wenn er uns nicht das Ohr \u201e\u00f6ffnet\u201c, dringt sein Wort nicht bis ins Herz, wo es wirken kann (Hes 11, 19; Apg 2, 37). Und von dort her hat es Auswirkungen auf die Zunge, die sonst so viel Unheil anrichten kann. (3)<br \/>\n\u201eM\u00fcde\u201c und Verzweifelte dr\u00fccken sich oft ganz leise aus. Man muss hinh\u00f6ren wollen, denn leise und kraftlose Stimmen gehen leicht unter in einer lauten, vordergr\u00fcndigen Welt.<br \/>\nAuch das St\u00e4ndig-eigene-Probleme-w\u00e4lzen blockiert leicht das Handeln.<br \/>\nGenau DIESE Leidenden ruft Jesus (Mt 11, 28f). Jesus lebte mit dem Alten Testament (Jer 31, 25). Das war seine Bibel. Er will erquicken. (4)<br \/>\n\u00a71: Gottes Wort ist IMMER zuverl\u00e4ssig und hilft uns, \u00fcber den Tellerrand der eigenen Wahrnehmungen hinaus zu sehen. (5) Auch Lobpreisstimmungen sch\u00fctzen nicht vor Einbr\u00fcchen. Wenn das Eis d\u00fcnn wird, helfen keine Durchhalteparolen, sondern nur ein sicherer Halt. (6) <\/p>\n<p>V 6 R\u00fccken und Gesicht stehen im Text an der Stelle, wo es um Anfeindung geht. Weil der Gottesknecht sich vor Gott im Recht wei\u00df, kann er R\u00fccken und Gesicht dem hinhalten, der ihn angreift (Mk 10, 34). Zum kleinen Einmaleins des Christ-Seins geh\u00f6rt, dass der, der von Gott gerecht gesprochen wird, aufh\u00f6ren kann, sich st\u00e4ndig selber rechtfertigen zu m\u00fcssen. (7) In diesem Vertrauen kann man den Satz nachsprechen, dass den Menschen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen (R\u00f6 8, 28). Dann wird im Vertrauen auf Gottes R\u00fcckendeckung der R\u00fccken ein K\u00f6rperteil, mit dem ich eigene und zunehmend auch die Lasten anderer mittragen kann. Und dann wird, weil ich mein Gesicht vor Gott nicht wahren muss, dieses Gesicht zu einem K\u00f6rperteil, das ich anderen so hinhalten kann, dass sie mich auf die andere Backe schlagen k\u00f6nnen.<br \/>\nDas sind Gedanken an der Grenze. Aber wir haben einen Herrn, der diese Grenze ausgehalten und \u00fcberschritten hat.<\/p>\n<p>V 7 \u201eWenn die Not am gr\u00f6\u00dften, ist Gottes Hilfe am n\u00e4chsten.\u201c Leidensbereitschaft und Gehorsam erzeugen Durchhaltekraft. Der Gottesknecht wusste, dass das Leiden zu seinem Gottesdienst geh\u00f6rte und er erkannte die Hilfe Gottes nicht erst daran, dass Gott ihn vor Leiden bewahrte. Das nimmt der nat\u00fcrliche Mensch an. Jahwe hilft &#8211; auch auf Leidenswegen.<br \/>\nDer Triumph der Feinde hat das Wissen der M\u00e4rtyrer vom Sieg Gottes nicht abt\u00f6ten k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>\u201eHart wie ein Kieselstein\u201c (Hes 3, 7-9) beschreibt nicht die Gef\u00fchllosigkeit des Knechtes, der Gesicht und R\u00fccken hinh\u00e4lt (V 6), sondern weist auf die M\u00f6glichkeit hin, ein Gesicht zu verunstalten, aber auch die Unm\u00f6glichkeit, es zu zerst\u00f6ren (Ps 68, 20; 1. Ko 10, 13; Jak 1, 12).<br \/>\nWer will die Auserw\u00e4hlten Gottes beschuldigen (R\u00f6 8, 31-39)?<\/p>\n<p>V 8f Die Gottesgegner verfolgen Christen unter dem Schein des Rechts. (8)<br \/>\nWer will aber einen Gottesknecht beschuldigen, wenn Gott ihn frei gesprochen hat? Deshalb f\u00fcrchten Gottes Leute nicht die Verurteilungen selbsternannter Richter, weil sie ihren Freispruch schon von h\u00f6chster Instanz erhielten (Jo 8, 36). Niedrige \u201eRichter\u201c k\u00f6nnen noch mit dem Finger auf die Jesusleute zeigen, ihnen ihr neues Leben aber nicht mehr absprechen. Die Verkl\u00e4ger fallen, Gottes Wort bleibt (1. Petr 1, 25; 1. Jo 2, 17).<br \/>\nIm Namen und in der Vollmacht Gottes darf jeder Christ Angriffe erwarten. Viele Beispiele sind in der Bibel und der Kirchengeschichte zu finden. Jesusnachfolger sitzen in dieser Welt auf den ersten Blick meistens am \u201ek\u00fcrzeren Hebel\u201c, wissen aber von der Allmacht und Heilsgeschichte Gottes.<br \/>\nSeine Stellung vor Gott wird f\u00fcr jeden Menschen letztlich alles entscheiden.     <\/p>\n<p>Wie alte Kleider von Motten bis zur Unbrauchbarkeit zerfressen werden, so wird jeder, der den Knecht Gottes angreift, vergehen. Ein hartes Gerichtswort (vgl. Hos 5, 12). <\/p>\n<p>Wer aber dem Wort Gottes traut (1. Petr 1, 25), der bleibt in Ewigkeit (1. Jo 2, 17). <\/p>\n<p>Liedvorschl\u00e4ge<br \/>\nIwwd 348: Er weckt mich alle Morgen\u201c (Jochen Klepper 1903-42)<br \/>\nIwwd 343: Ein neuer Tag beginnt (Helga Poppe)<br \/>\nIwwd 342: Hell strahlt die Sonne, der Tag ist erwacht (Peter Strauch)<br \/>\nFeiert Jesus 2 97: Stille vor dir, mein Vater<br \/>\nFeiert Jesus 2 ab 98: Mit leeren H\u00e4nden, u. a.<\/p>\n<p>Gliederungsvorschl\u00e4ge<br \/>\nvon Thomas Richter<br \/>\n1) T\u00e4glich achtgeben (V 4-5)<br \/>\n2) Ganz hingeben (V 6-7)<br \/>\n3) Niemals aufgeben (V 8-9)<\/p>\n<p>von Tobias Ei\u00dfler:<br \/>\n1) Gott spricht &#8211; und ich werde neu<br \/>\n2) Gott spricht &#8211; und ich werde fest<br \/>\n3) Gott spricht &#8211; und ich werde frei<\/p>\n<p>von Heiko Krimmer (PT vom 10.12.2000):<br \/>\n1) aus dem H\u00f6ren<br \/>\n2) \u00fcber das Leiden<br \/>\n3) zu v\u00f6lligem Vertrauen<br \/>\n__________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Morgens sind Menschen nach der Ruhe der Nacht am ehesten \u201eaufger\u00e4umt\u201c und aufnahmebereit. Eing\u00e4ngige Ohrw\u00fcrmer aus dem Radio, die morgens geh\u00f6rt werden, k\u00f6nnen einen den ganzen Tag \u00fcber besch\u00e4ftigen.<br \/>\n(2) KEIN Witz: Ein Priester und ein Rabbi wohnten w\u00e4hrend eines Kongresses in einem Doppelzimmer. Abends las der Priester noch einen l\u00e4ngeren Bibeltext, der Rabbi schlief in dieser Zeit schon ein.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen konnte sich der Priester eine Bemerkung nicht verkneifen: \u201eWissen Sie, abends muss ich immer noch einen ordentlichen Abschnitt in der Bibel lesen. Sonst kann ich nicht gut einschlafen.\u201c<br \/>\nDer Rabbi antwortete: \u201eIch bete lieber abends im Stillen und lese morgens wieder in der Bibel. Gottes Wort macht mich halt immer hellwach\u201c.<br \/>\n(3) Gemeindepraxis: Was macht es f\u00fcr einen Spa\u00df, unter Menschen zu leben, die sich nicht gegenseitig fertig- und nieder machen, sondern einander st\u00e4rken und ermutigen.<br \/>\n(4) Das Wort \u201eerquicken\u201c kennt fast jeder, aber niemand benutzt es heute noch. Erkl\u00e4rungsbedarf besteht.<br \/>\n(5) Leider besteht die M\u00f6glichkeit, dass auch Christen unter Lasten zusammenbrechen. Der bekannteste Liederdichter zum Thema in Vers 4 ist Pfr. Jochen Klepper (1903-42), verheiratet mit Johanna, einer J\u00fcdin.<br \/>\nAls seiner Frau die Deportation drohte, nahm sich die Familie in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1942 durch Schlaftabletten und Gas gemeinsam das Leben.<br \/>\n\u201eWer ohne S\u00fcnde ist, werfe den ersten Stein\u201c (Jo 8, 7; R\u00f6 2, 1).<br \/>\n(6) Philipp Spitta: \u201eIch steh in meines Herren Hand. Und wenn zerf\u00e4llt die ganze Welt: Wer sich an ihn und wen er h\u00e4lt, wird wohlbehalten bleiben.\u201c<br \/>\n(7) \u201eWer vor Gott kniet, kann vor Menschen aufrecht stehen\u201c (Gustav Heinemann)<br \/>\n\u201eDie Herren der Welt kommen und gehen &#8211; unser HERR kommt.\u201c (Gustav Heinemann, 1950)<br \/>\nEr war 1950 als Innenminister zur\u00fcckgetreten, weil Deutschland schon f\u00fcnf Jahre nach Kriegsende die Wiederbewaffnung beschlossen hatte, &#8211; 1966-69 Justizminister, dann Bundespr\u00e4sident von 1969-74.<br \/>\n(8) Im sog. 3. Reich wurde ihnen das Ver\u00f6ffentlichungsrecht entzogen. Vom Schreib- und Redeverbot bis zur Aburteilung war der Weg oft kurz.<br \/>\nJesusnachfolger wurden schon immer schnell als fundamentalistisch, eng, intolerant eingestuft und im Schubfach \u201eAchtung! Extrem!\u201c abgelegt. Genau das geschieht heute aber zunehmend in einer Intoleranz und Enge, die ihre EIGENEN Freiheiten GEGEN\u00dcBER ANDEREN verteidigt, &#8211; und dabei leicht auch auf die sogenannten Freiheiten eines Rechtsstaates verzichtet. Von den R\u00f6mern, \u00fcber die fr\u00fchere DDR bis in die heutige Bundesrepublik: Gottes Leute kennen keinen Kadavergehorsam. Sie trauen lieber Gottes Wort.<br \/>\nEva Herrmann war nur ein Beispiel. \u201eWenn sich Redaktionen damit am\u00fcsieren, Hetzjagden auf unbescholtene Menschen zu veranstalten, statt ausf\u00fchrlich \u00fcber wissenswerte Vorg\u00e4nge in dieser Welt zu berichten, dann verbiegen sie genau jene Kultur, die ihnen das freie Arbeiten erst erlaubt hat.\u201c Haben wir es mittlerweile wieder mit einem \u201eentarteten Journalismus\u201c zu tun? (Uwe Simon-Netto, Theologe und Journalist, in \u201ePro 5\/2007\u201c). <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er&#8230;Predigtthema: &#8230; im Gehorsmen kommt Bibelstelle: Jesaja 50, 4-9 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Die Kapitel 40-66 nennt man das \u201eBuch des Trostes und der Erl\u00f6sung\u201c. Jesaja ist der Verfasser. 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