{"id":1569,"date":"2007-10-15T21:33:41","date_gmt":"2007-10-15T19:33:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=388"},"modified":"2007-10-15T21:33:41","modified_gmt":"2007-10-15T19:33:41","slug":"predigthilfe-vom-28-10-2007-2-korinther-131-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-28-10-2007-2-korinther-131-13\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 28.10.2007 &#8211; 2.Korinther 13,1-13"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er herausfordert&#8230;<br \/>Predigtthema: &#8230; zu einer selbstkritischen Lebenseinordnung<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 2.Korinther 13,1-13<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nNachdem Paulus die ersten neun Kapitel  betont liebevoll formuliert hat, werden die letzten vier Kapitel im  Ton sch\u00e4rfer. Man nannte sie auch den \u201eVierkapitelbrief\u201c, obwohl der Zusammenhang von 2. Kor nicht in Frage gestellt wurde. <\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps:<br \/>\nV 1f Paulus besuchte die meisten Gemeinden zwei Mal. F\u00fcr die Korinther braucht er drei.<br \/>\nEr deutet an, in der Gemeinde nach \u00fcblichem Rechtsverst\u00e4ndnis Gericht halten zu m\u00fcssen.<br \/>\nDeshalb \u201ezwei oder drei Zeugen\u201c, siehe Mt 18, 16 und 5. Mo 19, 15. Dadurch wurden pers\u00f6nliche Zwistigkeiten und Anklagen aus Rache m\u00f6glichst vermieden.<br \/>\nDer erste Besuch dauerte 18 Monate, d. h. er kannte die Gemeindeglieder gut.<br \/>\nEin Zwischenbesuch lief bedr\u00fcckend ab (2, 1ff) und bewirkte den verschollenen, sog. \u201eTr\u00e4nenbrief\u201c.<br \/>\nDie gleichen Gemeindeglieder, die Not verursacht hatten (12, 21), waren noch aktiv. Trotzdem ist davon die ganze Gemeinde betroffen und sollte sich auf Kl\u00e4rung vorbereiten.   <\/p>\n<p>V 3 Paulus hatte in dieser Gemeinde \u201eauf weltst\u00e4dtischem Niveau\u201c keinen gro\u00dfen Eindruck gemacht. (1)<br \/>\nVon eher kleiner Statur (griech.: Paulos = der Kleine), galt er als kein besonders begabter Redner (1. Ko 2, 4), schwach und nachgiebig (10, 1).<br \/>\nDie Korinther hatten selbst den Beweis daf\u00fcr verlangt, dass Paulus im Namen des Christus redet, den sie als Herrn anerkannten.   <\/p>\n<p>V 4 Der \u201eWiderspruch\u201c des \u00e4u\u00dferlich schwachen Christus am Kreuz, der aber gerade hier seine Macht zeigte, gilt auch f\u00fcr seine Nachfolger (12, 9.10). Wer das \u201eSterben Jesu\u201c am eigenen Leib erf\u00e4hrt, ist selbst ein Schwacher, Sterbender. (Mt 10, 38; R\u00f6 6, 1-4).<br \/>\nPaulus Worte wiegen stark aus seiner Schwachheit heraus und die \u201eSt\u00e4rke, Weitherzigkeit und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit\u201c einiger Korinther beschreiben letztlich IHRE geistlich schwache Position. (2)<br \/>\n\u00c4u\u00dfere \u00dcberlegenheit, Wachstum und St\u00e4rke beweisen die Kraft Gottes nicht, &#8211; (zu) oft sind sie Indikatoren geistlicher Schw\u00e4che.  <\/p>\n<p>V 5 Selbsttests sind wieder in. Die Frage ist aber nicht, ob die Korinther \u201ean Jesus glauben\u201c, sonder IN JESUS sind (1, Ko 1, 2.30; 1, 21; 2, 14). \u201eChristus in uns!\u201c &#8211;  nicht zuerst \u201eWir f\u00fcr ihn!\u201c. (3)<br \/>\nThema m\u00f6glichst jeden Gottesdienstes: Auch im \u201eWir f\u00fcr ihn\u201c bleibt das \u201eEr f\u00fcr uns\u201c die treibende Kraft. <\/p>\n<p>Dass die Gemeindeleiter einsichtig werden und sich aus \u201eeigener\u201c Kraft von Sonderlehrern trennen, h\u00e4lt Paulus f\u00fcr m\u00f6glich. (4)  <\/p>\n<p>V 6 Ob Paulus in Damaskus tats\u00e4chlich vom Herrn selbst GESANDT wurde und er deshalb im Namen des Christus reden und urteilen konnte, war eine Frage (s. Predigttipp Apg 9, 34-48, Fu\u00dfnote 4).<br \/>\nPaulus geht davon aus, dass die Gemeinde selbst erkennen wird, ob er im Namen Jesu redet. <\/p>\n<p>V 7 Lieber selbst als \u201eunt\u00fcchtig, nicht bew\u00e4hrt, klein und schwach, ohne mitrei\u00dfende Redegabe\u201c da stehen, als die Korinther in ihrer Selbstt\u00e4uschung lassen.  <\/p>\n<p>V 8 Ziel, hoffentlich auch der Korinther, ist die WAHRHEIT. F\u00fcr Paulus war klar, dass es die nicht ohne Christus gibt (Jo 8, 32; 14, 6; 2. Tim 2, 25; 1. Jo 3, 19; 4, 6). <\/p>\n<p>V 9 Unzitiert bleibt hier die LIEBE das Hauptthema.<br \/>\nGEBETE f\u00fcr unvollkommene Verh\u00e4ltnisse bewirken mehr als Zurechtweisungen und Korrekturen, die eher  \u201cvon oben herab\u201c empfunden werden. (5) <\/p>\n<p>V10 Unwissenheit und Sorgen bleiben. (6) Die L\u00f6sung liegt in diesem Fall bei der Gemeinde.<br \/>\nPaulus ist weise und tritt nicht gleich mit \u201eh\u00f6chster Kompetenz\u201c als Apostel\/Gesandter auf. <\/p>\n<p>V 11 Paulus hilft, die gewichtigen Nebenschaupl\u00e4tze nicht Hauptthema werden zu lassen.<br \/>\nStreitthemen w\u00e4ren genug vorhanden, aber ihm ist das Ergehen der ganzen GEMEINDE wichtig.<br \/>\nThema: \u201eKirchenzucht\u201c. Auch \u00fcber bedr\u00fcckenden Tagesordnungspunkten steht \u201eFreut euch!\u201c (Lk 10, 20; R\u00f6 12, 15; Phil 4, 4).<br \/>\nUnd auch hier muss die Gemeindezucht, die Ermahnung (Apg 20, 31) immer das Ziel haben, wieder ZURECHTZUBRINGEN (Gal 6, 1; Jak 5, 19f), doch darf die Gemeinde nicht vor der Anwendung des \u00e4u\u00dfersten Mittels zur\u00fcckschrecken, vor dem Ausschluss des Unbelehrbaren (Mt 18, 15-18; 1. Kor 5, 3 &#8211; 5.13; 2. Ko 6, 14-17; 1.Tim 1, 20; 2. Tim 3, 5; Tit 3, 10)\u201c (Rienecker, Lexikon zur Bibel).<br \/>\n\u201eSeid eines Sinnes\u201c bekr\u00e4ftigt seinen Rat in Jo 6, 14. (7) Auch Phil 2, 5: \u201eEin jeder sei gesinnt wie Jesus Christus auch war\u201c.<br \/>\nHaltet Frieden: Christen sind nicht einfach friedliche Leute. Friedlich k\u00f6nnen auch Weltmenschen sein.<br \/>\nJesusleute sind Friedensstifter, Frieden machende (Mt 5, 9). Die Initiative zu Friedensschl\u00fcssen wird von ihnen ausgehen, weil sie selbst Frieden haben. <\/p>\n<p>V 12 Zu den Bedeutungen des br\u00fcderlichen Kusses siehe Rienecker-Lexikon zur Bibel: \u201eKuss\u201c.<br \/>\nEr bedeutet \u201evon Herzen zusammengeh\u00f6ren, wesenseins sein, unter einer Decke stecken, am gleichen Strang ziehen\u201c. So waren die Eindr\u00fccke, wenn man im Orient mit Anderen engere Kontakte aufnahm.<br \/>\n\u201eWarum isst euer Meister mit den Z\u00f6llnern und S\u00fcndern?\u201c (Mk 9, 11; Mk 2, 16; Lk 5, 30).<br \/>\nDas HERZLICHE Gr\u00fc\u00dfen wird gegenseitig als echt empfunden, beiderseitiges Bed\u00fcrfnis, kein Auswahlunternehmen. (8) <\/p>\n<p>V 13 Ein bekannter Kanzelgru\u00df. Die TRINIT\u00c4T ist das Thema: Der Vater, der Sohn und der heilige Geist sind eins.<br \/>\nPaulus hat selbst keine Trinit\u00e4tstheologie entwickelt, aber er m\u00f6chte hier evtl. auch die  pneumatisch orientierten Leute (= die Wirkungen des Heiligen Geistes besonders bewertenden) ansprechen.<br \/>\n\u201eMit ihnen allen\u201c: Das weite Herz des Paulus. <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag (nach Dr. H. Krimmer)<br \/>\n1.  Die Gnade ergreifen<br \/>\n2.  Die Liebe erfahren<br \/>\n3.  Die Gemeinschaft erleben<br \/>\n__________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Korinth befindet sich auf einer Landenge zwischen zwei Meeresbereichen. Den sehr weiten Umweg umgingen die Seeleute, wenn sie durch korinthische Firmen ihre Schiffe samt Ladung auf dem Landweg \u00fcber den Isthmus transportieren lassen konnten (Lexikon: \u201eDiolkos\u201c). Das sparte den Seefahrern viel Zeit und brachte den Korinthern gro\u00dfen Reichtum. Nicht nur die Seeleute brachten Korinth auf Weltstadtniveau, auch der Aphrodite-Tempel mit ca. 1000(!) Tempelprostituierten erzeugte \u201eHamburger Reeperbahnzust\u00e4nde\u201c. Diese Umwelt hatte auch die christlichen Einwohner nicht unber\u00fchrt gelassen.<br \/>\nIm Altertum war ein bekanntes Synonym f\u00fcr eine besonders ausschweifende Lebensweise das Verb \u201ekorinthiazestai\u201c.<br \/>\n(2) Auch Gemeinden leben in der Gefahr, ihre Hauptziele auf Programmvielfalt, Besucherzahl und Ansehen auszurichten. Auch wenn unsere Umwelt heute wieder korinthische Zust\u00e4nde aufweist (ein j\u00fcngerer [!] Bruder: \u201eKorinth ist heute auch in meiner Gemeinde!\u201c), holt Paulus die Gemeinden wieder auf den Boden der Tatsachen innerhalb der wirklichen Gemeinde Jesu zur\u00fcck.<br \/>\n(3) Hervorragende Literatur der Fackeltr\u00e4ger: Christus in euch.<br \/>\nMajor Ian Thomas (1916-2007) war Gr\u00fcnder und Leiter der Fackeltr\u00e4ger. Wikipedia: \u201eFrustriert von seinem Versagen, durch eigenes Bem\u00fchen ein erfolgreiches christliches Leben zu f\u00fchren, erkannte er mit 19 Jahren, dass allein die Kraft Gottes in ihm das bewirken konnte, wonach er sich sehnte. Seit der Zeit war seine zentrale Botschaft: \u201aChristus in euch \u2013 Dynamik des Lebens\u2019 (H\u00e4nssler-Verlag).<br \/>\n(4) In der Praxis finden Sonderlehrer oft zu lange Geh\u00f6r in \u201eihren\u201c Gemeinden. Sie haben sich \u201everdient gemacht\u201c, spenden oft gro\u00dfz\u00fcgig, haben eine Nachfolgergruppe gewonnen und werden von zur\u00fcckhaltenderen Gemeindegliedern nicht \u00f6ffentlich in Frage gestellt.<br \/>\n(5) Dekan Walter Tlach, Gr\u00fcnder des Albrecht Bengel-Hauses in T\u00fcbingen: \u201eGebete sind die gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichsten Krafteinwirkungen der Gl\u00e4ubigen.\u201c<br \/>\n(6) Die weitaus meisten Zuschauer der TV-Programme (Astra = Astrologische Ratschl\u00e4ge, u. \u00e4.) schalten  ein, weil sie Angst haben, sich zersorgen und um \u201eWeisung\u201c bitten. Nichts Neues.<br \/>\nTHORA, das Wort und Gebot Gottes, bedeutet \u201eWeisung\u201c. Der suchende Mensch wei\u00df, DASS es einen Gott gibt, nur nicht, WER das ist (R\u00f6 1, 19ff). Er sucht, auch der Atheist.<br \/>\nHeinrich B\u00f6ll: \u201eDas Langweiligste an den Atheisten ist, dass sie st\u00e4ndig von Gott reden m\u00fcssen.\u201c<br \/>\n(7) siehe auch Fu\u00dfnoten (4) und (5) zu 2. Ko 6, 11ff.<br \/>\n(8) UNTERSCHIEDLICHE Begr\u00fc\u00dfungen und Verabschiedungen vor und nach Gottesdiensten wie  \u201eBruder&#8230;\u201c oder \u201eHerr&#8230;\u201c disqualifizieren.<br \/>\nPraktisch: Freundschaftliche Umarmungen wurden auch in Gemeinden \u201egesellschaftsf\u00e4hig\u201c.<br \/>\nEine Auswahl kann aber den \u201eNicht-Erw\u00e4hlten\u201c weh tun.<br \/>\nJesus war EINER VON IHNEN. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er herausfordert&#8230;Predigtthema: &#8230; zu einer selbstkritischen Lebenseinordnung Bibelstelle: 2.Korinther 13,1-13 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Nachdem Paulus die ersten neun Kapitel betont liebevoll formuliert hat, werden die letzten vier Kapitel im Ton sch\u00e4rfer. 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