{"id":1566,"date":"2007-09-21T23:08:21","date_gmt":"2007-09-21T21:08:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=385"},"modified":"2007-09-21T23:08:21","modified_gmt":"2007-09-21T21:08:21","slug":"predigthilfe-vom-30-9-2007-2-korinther-8-1-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-30-9-2007-2-korinther-8-1-15\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 30.9.2007 &#8211; 2.Korinther 8, 1-15"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er herausfordert&#8230;<br \/>Predigtthema: &#8230; zu einer schenkenden Lebensweise<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 2.Korinther 8, 1-15<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen:<br \/>\nDer Text eignet sich auch f\u00fcr Erntedank- aber auch Christfestpredigten (Kirchl. Predigtreihe, 2. Christtag).<br \/>\nBeim Apostelkonzil (Apg 15) waren die durch Paulus gegr\u00fcndeten, heidenchristlichen Gemeinden als vollg\u00fcltige und gleichberechtigte Gemeinden anerkannt worden (Apg 15, 22ff). Sie respektierten die Weisungen der \u201eUrgemeinde\u201c in Jerusalem, waren also nur \u00fcberwiegend selbst\u00e4ndig.<br \/>\nDie \u00e4u\u00dfere Not der Jerusalemer Geschwister ber\u00fchrte alle Filialgemeinden, allerdings war die Sammlung in Korinth stecken geblieben, sicher auch wegen des Konfliktes mit PAULUS<br \/>\nAutonome Gemeinden, die nur ihre eigenen Erkenntnisse und Beschl\u00fcsse anerkennen, verzichten auf Korrektur und leiden Schaden. <\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps:<br \/>\nV 1f Paulus hatte einen Ruf nach Mazedonien erlebt (Apg 16, 9ff). In Mazedonien lagen die wohl \u00e4rmsten Gemeinden Philippi, Thessalonich und Ber\u00f6a. Die Sammlung unter den Nicht-Mazedoniern lief nicht von allein. Ausgerechnet die wohlhabenden Korinther zeigten sich am wenigsten gebefreudig.<br \/>\nEs ging PAULUS aber nicht um die menschliche Leistung des Opferns, um Korinther anzustacheln. Das bisher unerwartet hohe Ergebnis der Sammlung war \u201egeschenkte Gnade Gottes\u201c. Die Befreiung von Selbstsucht und Geiz ist Geschenk, nicht Ergebnis eigener \u00dcberzeugung.<br \/>\nDie mazedonische Armut war w\u00f6rtl. \u201etiefgehend, abgrundtief\u201c. Bekennende Christen waren unbeliebt und verachtet, konnten keine Traumberufe ergreifen, wurden deutlich benachteiligt. Trotz (oder auch durch?) Drangsal entstand ein \u201e\u00dcberfluss von Freude\u201c, siehe auch 1. Thess 1, 6f.<br \/>\nGEBEN wird in R\u00f6 12, 8 als besondere Gnadengabe aufgez\u00e4hlt.<br \/>\nIm 2. Thess.-brief fehlen Hinweise auf die augenf\u00e4lligen Charismata wie Zungenreden.<br \/>\nNur freudige Herzen sind frei von sich selbst. Deshalb die Anteilnahme in Mazedonien \u00fcber die \u201eBezirksgrenzen\u201c hinweg.<br \/>\nKorinther waren satt und registrierten den Hunger der Jerusalemer (deshalb?) kaum.<br \/>\nHier waren auff\u00e4llige Gaben gefragt, wie Rede- und \u00dcberzeugungskunst, besondere Erkenntnisse, Neues (wie in Athen Apg 17, 21). Die Korinther hatten NEHMERqualit\u00e4ten. Gaben ohne besondere Au\u00dfenwirkung wie GEBEN, opfern, helfen wurden geringer gesch\u00e4tzt.<br \/>\nMazedonische \u201eabgrundtiefe Armut\u201c hat sich \u201ein Reichtum ergossen\u201c. Gottes Geist ermuntert und befreit zum Geben (siehe Lk 19, 8, Zach\u00e4us).<br \/>\nZur Frage nach Arm und Reich geh\u00f6rt die letztlich g\u00fcltige W\u00e4hrung. (1)<br \/>\n\u201e&#8230; gegeben im Reichtum ihrer schlichten G\u00fcte\u201c. Keine Berechnung der Eindruck machenden Au\u00dfenwirkungen, keine \u00e4ngstliche Sorge um den eigenen Kontostand, nur einf\u00e4ltige Gewissheit: Der Herr wird auch uns weiterhelfen.<br \/>\nV 3f \u201eNach\u201c und sogar \u201e\u00dcBER Verm\u00f6gen\u201c wurde gegeben. In Mazedonien war keine gekonnten, dr\u00e4ngenden  Opferaufrufe n\u00f6tig. Die Korinther mussten ermuntert werden, die Mazedonier BATEN selbst um die (w\u00f6rtl.) \u201eGunst, teilnehmen zu d\u00fcrfen am Dienst f\u00fcr die Heiligen\u201c. Die GEBER wurden Bittsteller.<br \/>\nIn Korinth rangierte das HABEN vor dem GEBEN.<br \/>\nJerusalem war keine F\u00fchrergemeinde, sondern Muttergemeinde.<br \/>\nV 5 Nicht Begeisterung f\u00fcr Paulus sondern Hingabe an den Herrn! \u201eSich selbst haben sie zuerst dem Herrn gegeben\u201c \u2013 ihre Herzen und Leben inkl. Einkommen und Bankkonten hatten sie dem Herrn \u00fcbergeben, der f\u00fcr sie sorgte. (2)<br \/>\nOft verhindert Besitz (Haben wollen) die \u201eGanzhingabe\u201c.<br \/>\nV 6 \u201ezureden\u201c, besser ermuntern, ermutigen. Das Verb parakalleo bedeutet auch tr\u00f6sten. Kein \u00c4rger, keine Ungeduld bei Paulus wegen der schleppenden Sammlung in Korinth.<br \/>\n\u201eWohltat\u201c bedeutet auch Liebesdienst, Gnadenwerk. Zum Geben befreit einen die Gnade Gottes.<br \/>\nTitus hatte das Projekt begonnen, er wird hier wieder offiziell beauftragt. Im finanziellen Bereich muss auch gerade in der Gemeinde Klarheit herrschen. (3)<br \/>\nV 7f Die korinthische Gemeinde in der Weltstadt litt nicht unter Geldnot. Aber Paulus erw\u00e4hnt nicht ihren \u00e4u\u00dferen Wohlstand sondern den INNEREN Besitz an Gaben. Von dort aus entwickelt sich das \u201eGeben-M\u00fcssen\u201c zu einer Gnadengabe, einem Geschenk. Liebe stellt sich auch nicht auf Kommando ein, im Gegenteil: Befehlst\u00f6ne eignen sich, die Liebe einzuschr\u00e4nken.<br \/>\nDie augenf\u00e4lligen Geistesgaben (1. Ko 12-14) werden hier gar nicht mehr aufgez\u00e4hlt. Zum Geben-Wollen und -K\u00f6nnen befreit Gottes Geist, wobei die LIEBE als Triebfeder Herzen und Geldbeutel \u00f6ffnet.<br \/>\nInteressanterweise spricht Paulus, wenn er Finanzen im Blick hat, nicht vom OPFER, wie in Gemeinden heute \u00fcblich. Er schreibt schlicht vom GEBEN und sieht im Geben-K\u00d6NNEN eine GNADE.<br \/>\nZur \u201ePr\u00fcfung\u201c (V8b): Wenn aus der reichen Gemeinde nur ein Mini-Spendentr\u00f6pflein k\u00e4me, w\u00fcrde die \u00fcbrige Christenheit \u00fcber das Ma\u00df der LIEBE in Korinth nachdenken.<br \/>\nPaulus kennt keine dr\u00e4ngenden Opferaufrufe. (4)<br \/>\nV 9 Das beste Beispiel f\u00fcr Liebe ist Jesus Christus. \u201eUm euretwillen\u201c gab er seine himmlische Stellung auf und wurde unser Knecht bis zum Tod am Kreuz. Diese, seine Liebe erm\u00f6glichte den Reichtum der Gotteskinder, allerdings in der ewig g\u00fcltigen W\u00e4hrung, die keine Inflation kennt.<br \/>\nDen Tr\u00fcbsalen steht eine \u201e\u00fcber alle Ma\u00dfen gewichtige Herrlichkeit\u201c gegen\u00fcber (2. Ko 4, 17f).<br \/>\nV 10-12 Ein pers\u00f6nlicher Rat, keine Forderung, kein Zwang. WOLLEN ist wichtiger als TUN. Das zweite kann auch \u201ez\u00e4hneknirschend und ungern geleistet werden, das Wollen motiviert zum Tun. (5) Ein Tun ohne Wollen geschieht letztlich unfreiwillig und zielt nur auf gute Eindr\u00fccke nach au\u00dfen.<br \/>\nAndererseits w\u00e4re auch ein Wollen ohne Tun sinn- und zwecklos.<br \/>\nNiemand soll \u00fcberfordert werden. Die Liebe gibt das Ma\u00df f\u00fcr das GEBEN an, und zeigt an, ob wir wirklich  alles selbst brauchen, was wir besitzen. So hat auch die arme Witwe zwei Scherflein \u00fcbrig (Lk 21, 1-4), die selbst gut h\u00e4tte brauchen k\u00f6nnen. Jesus: \u201eDiese arme Witwe hat mehr als sie alle eingelegt.\u201c (Lk 21, 3). Unser Haben darf als Ma\u00df f\u00fcr unser Geben gelten. Paulus peilt nicht eine hohe Gabe aus Korinth an, die dort widerwillig \u201egeopfert\u201c w\u00fcrde oder sich gar existenzgef\u00e4hrdend auswirken k\u00f6nnte.<br \/>\nGott erwartet keine Gaben \u00fcber unser Wollen, unser Verm\u00f6gen und unsere Vorstellungen hinaus. Das praktiziert nur er selbst: \u201eDem aber, der \u00fcberschw\u00e4nglich tun kann \u00fcber alles hinaus, was wir bitten oder verstehen&#8230; (Eph 3, 20).  \u201eDer Herr sieht das Herz an\u201c (1. Sam 16, 7).<br \/>\nV 13f Einzelne Korinther meinten wohl, selbst darben zu m\u00fcssen, um der Jerusalemer Gemeinde die \u201eFettlebe\u201c zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nBeim Abendmahl in Korinth wurde schon deutlich, dass die soziale Bandbreite \u00fcbergro\u00df war (1. Ko 11, 17.21). Paulus legt u. a. deshalb Wert auf AUSGLEICH auch \u00fcber die Grenzen der eigenen Gemeinde hinweg. Der Ausgleich kann geistlich und\/oder leiblich sein. Beides gibt ja der Herr.<br \/>\nAllgemein k\u00f6nnen Gemeinden von Kontakten mit anderen Gemeinden profitieren: Ideen, Impulse, Ermutigung, Korrektur(!), usw. Isolation f\u00fchrt leicht zur Verarmung.<br \/>\n\u201eJetzt\u201c, bzw. \u201eim gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt\u201c helfen die Korinther den Jerusalemern. Vielleicht k\u00f6nnte es auch einmal umgekehrt sein.<br \/>\nV 15 Der Mannah-Bericht (2. Mo 16) war sicher bekannt. Gott selbst schuf hier den Ausgleich zwischen unterschiedlich gro\u00dfen Mengen dieses Lebensmittels (2. Mo 16, 18). <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag (nach Dr. H. Krimmer)<br \/>\nLiebe gibt gern<br \/>\n1. Die Liebe gibt freudig<br \/>\n2. Die Liebe gibt freiwillig<br \/>\n3. Die Liebe gibt reichlich<\/p>\n<p>Gedanken und Beispiele zum Erntedank:<br \/>\n1. Danken h\u00e4ngt im Deutschen tats\u00e4chlich mit DENKEN zusammen. GEDANKENlosigkeit unter Gotteskindern erzeugt DANKlosigkeit. Es gibt auch sch\u00e4dliches Denken und Danken, wenn der Mensch um sich selbst kreist.<br \/>\n2. Wilhelm Busch, Essen, hatte als junger Pfarrer und geborener Stadtmensch einmal bei der Predigtvorbereitung das Erntedankfest vergessen. Ein Besucher sprach ihn nach der Predigt darauf an. Wilhelm Busch: \u201eDas haben die in der Stadt hier sicher gar nicht bemerkt. Die kaufen doch alles ein.\u201c Der Mann: \u201eSchade, dass Sie auch so gedankenlos sind wie die meisten Gro\u00dfst\u00e4dter. Umso deutlicher h\u00e4tten Sie heute dar\u00fcber reden m\u00fcssen!\u201c<br \/>\n3. Beispiel zu Psalm 145, 15f.: Seehundf\u00fctterung in der Wilhelma. \u201eAller Augen&#8230;\u201c.<br \/>\n4. Ein ungarischer Pfarrer erz\u00e4hlt von einer Krankenhausbegegnung: \u201eNeben mir lag ein junger Mann. Er war vom Pferd gefallen. Sein Bein war kompliziert gebrochen und er hatte starke Schmerzen. Als sein Bein wieder ausgerichtet war und in Gips gepackt wurde, versprach er: \u201e50 gro\u00dfe Altarkerzen f\u00fcr die Gottesdienste, wenn ich dieses Bein wieder richtig gebrauchen kann!\u201c Nach Tagen spazierte er zufrieden im Gehgips und informierte: \u201eHerr Pfarrer, ich habe ein Gel\u00fcbde gemacht: 10 Kerzen f\u00fcr den Altar, wenn alles wieder heil wird.\u201c Der Arzt konnte den Gips bald abmachen und die Mutter holte den Jungen ab: \u201eMutti, ich habe hier versprochen, eine gro\u00dfe Altarkerze zu spenden, wenn alles gut geht.\u201c Zu Hause sagte er \u201eGott sei Dank!\u201c Er war wieder ganz der Alte \u2013 und verga\u00df die Kerze.<br \/>\n5. Der \u201earme Kornbauer\u201c Lk 12, 16ff.  Vor der Habgier sollte man sich F\u00dcRCHTEN wie vor der Vogelgrippe oder einem tollw\u00fctigen Fuchs!: Lk 12, 15.<br \/>\n6. Texte: Psalmen, z.B. 103, 145 u.a. (Konkordanz: Brot, Speise, Hunger)<br \/>\n7. Einzelnen Bauern h\u00e4ngt das Image an, ihren Ernteertrag eher klein zu reden. Oft sind die Kartoffeln tats\u00e4chlich so klein, dass man sie nicht verkaufen kann, sondern damit nur noch die Schweine f\u00fcttert.<br \/>\nNach einer besonders guten Kartoffelernte meinte der Gemeindeleiter: \u201eViel Grund zum Danken!\u201c Der Bauer: \u201eJa schon! \u2013 aber dieses Mal keine kleinen Kartoffeln. Und womit f\u00fcttere ich jetzt meine Schweine?\u201c  <\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\nFu\u00dfnoten<br \/>\n(1) siehe die Berichte vom letztlich armen Mann und dem reichen Lazarus (Lk 16, 19ff), vom armen J\u00fcngling  (Mk 10) und dem armen Kornbauern (Lk 12, 16ff).<br \/>\n(2) GEBEN wird oft am \u201eZehnten\u201c gemessen, einer Regel aus dem AT (1. Mo 14, 20; 28, 22; Mal 3, 10). Schon Jakob gab den Zehnten zur\u00fcck \u201evon allem, was DU mir gibst\u201c. Gott wird wohl einmal nicht danach fragen, wie viele Prozente wir ihm \u00fcberlie\u00dfen, sondern was wir ihm NICHT anvertraut haben.<br \/>\n(3) Deshalb ist in Gemeinden beim Opferz\u00e4hlen und aller Geldverwaltung das 4 Augen-Prinzip hilfreich.<br \/>\n(4) Heute ist dieser Aspekt leider einzelnen Gemeindeleitern und Missionswerken nicht mehr gel\u00e4ufig&#8230;<br \/>\n(5) Dora Rappard: \u201eMein Wille geh\u00f6rt meinem Gott, ich traue auf Jesus allein\u201c. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er herausfordert&#8230;Predigtthema: &#8230; zu einer schenkenden Lebensweise Bibelstelle: 2.Korinther 8, 1-15 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen: Der Text eignet sich auch f\u00fcr Erntedank- aber auch Christfestpredigten (Kirchl. Predigtreihe, 2. Christtag). 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