{"id":1534,"date":"2007-02-05T20:55:12","date_gmt":"2007-02-05T18:55:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=353"},"modified":"2007-02-05T20:55:12","modified_gmt":"2007-02-05T18:55:12","slug":"predigthilfe-vom-25-2-2007-philipper-2-1-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-25-2-2007-philipper-2-1-4\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 25.2.2007 &#8211; Philipper 2, 1-4"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott schafft neues, indem er&#8230;<br \/>Predigtthema: &#8230; mit Liebe erf\u00fcllt<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Philipper 2, 1-4<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkung:<br \/>\nPaulus ist die echte Einheit in der Gemeinde wichtig. \u201eDie Geschichte der evangelischen, auf LEHRE aufgebauten Kirchen hat gezeigt, dass man so nur zu immer neuen Spaltungen kommen kann.\u201c (Werner de Boor)<br \/>\nDr. Paul Murdoch schl\u00e4gt vor, den Aufbau dieser Verse zu beachten: V 1 = Voraussetzungen; V 2 = Konsequenz, V 3f schlie\u00dfen falsche Folgerungen aus.  <\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen und Tipps:<br \/>\nV 1 \u201eWENN das so IST\u201c (Ermahnung, Trost, Gemeinschaft, Liebe, Barmherzigkeit), DANN macht ihr mir auch Freude damit (V 2).<br \/>\nDrei Bereiche: Ermahnung + Zuspruch \u2013 Gemeinschaft des Geistes \u2013 Herzlichkeit und Barmherzigkeit. <\/p>\n<p>Ermahnung (griech. paraklesis): Jemanden herbeirufen, zu sich rufen, um ihm beizustehen. Ermahnung meint nicht unsere Zurechtweisung, beschreibt keinen gnadenlos erhobenen Zeigefinger! \u2013 sondern im Gegenteil: Die Werbung um einen Menschen, der, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, auf andere Wege geriet und f\u00fcr eine Richtungskorrektur GEWONNEN werden soll. Das Mittel: Der tr\u00f6stende Zuspruch der Liebe.<br \/>\nErmahnung und Trost sind im Griechischen Zwillinge. Falscher Trost, der nur h\u00f6flich ist, zerst\u00f6rt. (1)<br \/>\nEin Trostloser und deshalb -bed\u00fcrftiger ist zuerst ein Haltloser. Nur die Verbindung mit Christus ist der Halt f\u00fcr Leben und Tod. Liebloser Trost ist kontraproduktiv und verst\u00e4rkt eher den Abstand.<br \/>\nWunsch: Geschwister, auf die man versucht ist, herab zu sehen, in Liebe herbeirufen und sie echt zu GEWINNEN f\u00fcr einen Weg mit dem Herrn.<br \/>\nGemeinschaft des Geistes: Bei Jesus n\u00e4hern sich die Menschen einander wie sonst nirgends. (2)<br \/>\nDas schloss auch gemeinsamen Besitz mit ein. (3) Die GEMEINSCHAFT des Geistes schlie\u00dft zusammen.<br \/>\nHerzliche Liebe (genauer: \u201eirgendein Herz und Barmherzigkeit\u201c), d. h.  ECHT sein, den anderen ernst nehmen, ihn h\u00f6her sch\u00e4tzen als sich selbst (Phil 2, 3). In der Ehe: Mindestens ebenso wichtig wie mein Gl\u00fcck ist, dass der Partner gl\u00fccklich ist.<br \/>\nDas \u201eHERZ\u201c (=mitf\u00fchlende Barmherzigkeit\u201c), eigentlich \u201eEingeweide\u201c beschreibt im Altertum den Sitz der Gef\u00fchle, das Selbst des Menschen, den Tatort der Willensentschl\u00fcsse. Psychosomatische St\u00f6rungen beeinflussen die Nerven im Bauchraum. (4)<br \/>\nBruderschaft ersch\u00f6pft sich nicht in Gef\u00fchlen, aber ebenso wenig in k\u00fchlen Taten und sozialer Betriebsamkeit.<br \/>\nV 2 Eine pers\u00f6nliche BITTE stellt den Bittsteller unter den, der helfen k\u00f6nnte \u2013 und gewinnt so leichter dessen Herz, als es mit theologischen Argumenten m\u00f6glich w\u00e4re (s. auch Joh 4, 7).<br \/>\n\u201eDieselbe Liebe\u201c = die g\u00f6ttliche Liebe (agape). Sie entsteht nicht aus sympathischer Anziehung oder erotischer Zuneigung, sondern gr\u00fcndet sich auf einer Hingabe bis zur Aufopferung (s. Jesus am Kreuz).<br \/>\nDazu geh\u00f6rt der WILLE, den anderen zu lieben, wie Gott ihn liebt. Gef\u00fchle schaffen das nicht.<br \/>\nChristliche Liebe ist HINGABE, die willentlich geschieht und dann auch Herz und Verstand pr\u00e4gt.<br \/>\n\u201eEines Sinnes\u201c, w\u00f6rtl. \u201eeintr\u00e4chtig dasselbe denkend\u201c l\u00e4sst jedem seine pers\u00f6nliche Gedankenfreiheit (5), konzentriert aber alles Denken, Dichten und Trachten auf Jesus Christus, weil die Liebe Gottes in die Herzen der Jesusleute ausgegossen ist (R\u00f6 5, 5).<br \/>\nDer Wunsch, EINM\u00dcTIG (griech. sym-psychoi) zu leben, f\u00fchrte in Jahrtausenden zu den verschiedensten Versuchen, im R\u00fcckzug aus der kaputten Welt eine \u201eheilere\u201c zu planen. (6) Aber die Fu\u00dfwaschung (Jo 13, 14) l\u00e4sst sich im stillen K\u00e4mmerlein kaum durchf\u00fchren.<br \/>\nV 3 \u201eDie alten Todfeinde der Gemeinschaft leben auch in wiedergeborenen Herzen weiter und kommen immer wieder ans Licht: Eigensucht (1, 17) und Geltungsdrang.\u201c (Werner de Boor).<br \/>\n\u201eVor zwei Dingen h\u00fcte dich : Menschenfurcht und Menschengef\u00e4lligkeit! \u201c (Ernst Modersohn).<br \/>\nDie Demut ist frei vom Ich, sachlich in Erkenntnisfragen und gelenkt durch Gottes Liebe. (7) Sie ist das Maschinen\u00f6l, das Reibung und Hei\u00dflaufen nicht nur in geschwisterlichen Beziehungen verhindern kann.<br \/>\nDemut ist keine \u00fcbliche, praktisch erreichbare Tugend, sondern ein Geschenk Gottes, f\u00fcr jeden zu haben (Mt 11, 28).<br \/>\nPr\u00e4lat Oetinger: \u201eNichts als dein himmlisches Licht zeigt uns, dass wir von Natur aus so hochm\u00fctig und stolz sind.\u201c<br \/>\nMartin Luther stellt in einer Predigt \u00fcber das Evangelium vom Pharis\u00e4er und Z\u00f6llner den offensichtlichen S\u00fcnder als \u201eMeister und Doktor\u201c vor.<br \/>\nDemut und Weisheit sind Geschwister, aber sie vertragen sich nicht ohne GEHORSAM dem Wort Gottes gegen\u00fcber (s. V 2). Deshalb bittet Salomo vor Amtsantritt um ein gehorsames Herz (1. K\u00f6 3, 9) \u2013 und erh\u00e4lt Weisheit.<br \/>\nDemut ist \u00fcberwundene Eitelkeit. Paulus warnte davor, \u201eum Zank und eitler Ehre willen\u201c (1, 15) Gott dienen zu wollen. (8) (9) (10)<br \/>\nV 4 In der Welt herrschen Angst vor dem Anderen und die eifers\u00fcchtige Bewahrung eigener Interessen: Ich-AGs. In der Gemeinde ist nicht mehr \u201ejeder sich selbst der N\u00e4chste\u201c, denkt zuerst an sich und sieht die F\u00f6rderung des N\u00e4chsten als eine Dienstleistung.<br \/>\nPaulus erwartet keine Vernachl\u00e4ssigung der eigenen Angelegenheiten, sondern schl\u00e4gt AUCH den hilfsbereiten Blick auf das des Anderen vor.<br \/>\n\u201eEin Jeder\u201c meint mehr als ein paar treue, tragwillige, immer bereite \u201eLasttiere\u201c unter den Gemeindegliedern,<br \/>\nebenso wenig eine Mentalit\u00e4t des Sich-bedienen-Lassens. (11) Wenn Jeder an den Anderen denkt, kommt keiner zu kurz.<br \/>\nIn den vier Versen scheint durchg\u00e4ngig das Vorbild Jesu durch und wird in V5 deutlich benannt. Der st\u00e4rkste Antrieb f\u00fcr das Miteinander in der Gemeinde ist dieser Blick auf Jesus und das immer neue Beschenkt-Werden durch ihn. <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag 1 (nach Gottfried Voigt)<br \/>\nChristen werden<br \/>\n1. das Eine bedenken,<br \/>\n2. den anderen achten,<br \/>\n3. das des anderen wichtig nehmen.<\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag 2 (nach Paul Murdoch)<br \/>\n1. Dieselbe Liebe habend<br \/>\n2. Einm\u00fctig seiend<br \/>\n3. Das Eine denkend<br \/>\n______________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Unz\u00e4hlige Beispiele finden sich auf Friedh\u00f6fen bei Kondolenzbezeugungen durch Nicht-Christen.<br \/>\n(2) Menschliche Kontakte KANN man f\u00f6rdern, aber letztlich nicht optimieren: Gemeinsam singen, den Nachbarn im Gottesdienst per Handschlag begr\u00fc\u00dfen, beim anschlie\u00dfenden Mittagessen beisammen sitzen. Das machen Sport- und Heimatvereine \u00e4hnlich.<br \/>\n(3) Die Aktion\u00e4re einer Firma sind selten \u201eein Herz und eine Seele\u201c, aber wenn es um gemeinsame Anliegen geht&#8230;<br \/>\n(4) Bis heute orientieren sich einschl\u00e4gige Beschreibungen im Bauchraum: Das schlimme Gef\u00fchl im Bauch &#8211;  schl\u00e4gt auf den Magen &#8211; geht an die Nieren &#8211; l\u00e4sst die Galle hochkommen, usw.<br \/>\n(5) Machtmenschen wollen gleichschalten. Dagegen sagt Marquis Posa in Schillers Don Carlos (3, 10): \u201eSire, geben Sie Gedankenfreiheit!!\u201c.<br \/>\n(6) Zur Zeit Jesu hatten sich Essener abgesetzt, um die Reinheit vor Gott zu praktizieren. M\u00f6nchsorden schotteten sich ab, Laienorden \u00e4hnlich. Die \u201eBr\u00fcder vom gemeinsamen Leben\u201c schlossen sich vor der Reformation zusammen. Separatisten wollten die Welt meiden und trennten sich oftmals gleich auch von denen, die in Erkenntnisfragen anderer Meinung waren. Christlich gepr\u00e4gte V\u00f6lkergruppen wanderten aus, &#8211; nicht zu verwechseln mit verfolgten, verjagten Christen, wie den Salzburgern oder Hugenotten.<br \/>\n(7) Adolf Schlatter: Paulus redet nicht von einer unwahren H\u00f6flichkeit, die den Schwachen wie einen Helden preist und den, der nicht regieren kann, in \u00c4mter stellt. Da w\u00e4re ja wieder die Eitelkeit zur Herrschaft \u00fcber die Gemeinde gebracht&#8230; Wer mit der vollen Hingabe seiner ganzen Kraft als der Letzte in der Gemeinde steht, wird auch, wenn er als Erster handeln muss, dies mit derselben Treue tun.\u201c<br \/>\n(8) Randfragen:<br \/>\nWelches erfahrene Gemeindeglied wei\u00df kein Lied vom eigenen und fremden Gekr\u00e4nkt- und Beleidigtsein zu singen?<br \/>\nWie reagiert der Verk\u00fcndiger, wenn ihm jemand am Ausgang sagt, dass das heute nix war?  &#8211; und wie der altgediente Leiter, der h\u00f6rt, dass er nicht mehr die \u201eerste Geige\u201c spielen sollte?<br \/>\n(9) Ein junger Mann begegnet seinem Rabbi und fragt: \u201eWarum haben fr\u00fcher so viele Leute Gott gesehen und erlebt &#8211; warum heute nur so wenige?\u201c Der Rabbi: \u201eWeil sich heute niemand mehr tief b\u00fccken will.\u201c<br \/>\n(10) Pfr. Otto Riethm\u00fcller (1889-1938), u. a. Jugendpfarrer, schreibt in der Hakenkreuz-Zeit: \u201eEin festes Herz ist ein Geschenk aus einer festen Burg. Nicht auf die ERfolge, auf die NACHfolge kommt es an. Das Kreuzeszeichen bleibt das Vorzeichen. Gottes Siege sehen vor der Welt oft aus wie Niederlagen. Dem\u00fctigungen und Anfechtungen sind aber auch Geschenke Gottes. Wenn er uns dem\u00fctigt, macht er uns stark und Anfechtung lehrt aufs Wort merken.\u201c<br \/>\n(11) In lebendigen Gemeinden mit anziehender Atmosph\u00e4re f\u00fchlen sich auch psychisch Angeschlagene wohler, als unter Menschen, die auf dieselbe Weise gehandicapt sind. Das spricht F\u00dcR dieses Gemeindeleben, erh\u00f6ht aber auch deutlich die Anforderungen. Ziel des Einzelnen kann nicht nur das Element des Versorgt-Werdens sein, sondern bezieht auch ihn selbst ein: \u201eDas tat ich f\u00fcr dich. Was tust du f\u00fcr mich?\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott schafft neues, indem er&#8230;Predigtthema: &#8230; mit Liebe erf\u00fcllt Bibelstelle: Philipper 2, 1-4 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkung: Paulus ist die echte Einheit in der Gemeinde wichtig. \u201eDie Geschichte der evangelischen, auf LEHRE aufgebauten Kirchen hat gezeigt, dass man so [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-1534","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philipper"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-07-01 14:53:24","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1534"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1534\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}