{"id":1531,"date":"2007-01-19T22:45:11","date_gmt":"2007-01-19T20:45:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=350"},"modified":"2007-01-19T22:45:11","modified_gmt":"2007-01-19T20:45:11","slug":"predigthilfe-vom-4-2-2007-philipper-13-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-4-2-2007-philipper-13-11\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 4.2.2007 &#8211; Philipper 1,3-11"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er&#8230;<br \/>Predigtthema: &#8230;mit Zuversicht erf\u00fcllt<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Philipper 1,3-11<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nDer Philipperbrief wird auch Freudenepistel genannt. \u201eDie Freude ist die Summe des Briefes\u201c (J.A.Bengel).<br \/>\nIn Philippi, Hauptstadt Mazedoniens und r\u00f6mische Kolonie mit italienischem B\u00fcrgerrecht (Apg 16, 37), entstand die erste Christengemeinde in Europa. Zum Text geh\u00f6rt auch der Bericht in Apg 16. Eine Synagoge gab es nicht, aber einen Gebetstreffplatz (Apg 16, 13), der wohl stadtbekannt war. (1) Frauen beteten hier treu. Besonders wichtige Begegnungen hatte Paulus mit Lydia, der Purpurh\u00e4ndlerin und dem Kerkermeister. <\/p>\n<p>Texterkl\u00e4rungen<br \/>\nV 3-5 Danken setzt Denken voraus. Paulus hatte ein besonders enges Verh\u00e4ltnis zur Gemeinde in Philippi. (2) Seine F\u00fcrbitte war ihm hier Grund zum Freuen, sie war keine \u201eEinbahnstra\u00dfe\u201c.<br \/>\nDaneben betete er f\u00fcr \u201ealle\u201c, die ihm bekannt waren (R\u00f6 1, 8f; Kol 1, 3).<br \/>\nGrund f\u00fcr das gute Verh\u00e4ltnis war die \u201eGemeinschaft am Evangelium\u201c. Nicht Sympathien oder Antipathien, weder Seilschaften noch Auseinandersetzungen pr\u00e4gten sein Verh\u00e4ltnis, sondern die Gemeinschaft am Wort Gottes. \u201eGemeinschaft mit Christus f\u00fchrt konsequenterweise zur Gemeinschaft der Christen untereinander\u201c (Dr. Paul Murdoch).<br \/>\nDie Gemeinschaft umfasst auch gegenseitige Unterst\u00fctzung. Die Philipper sponserten Lebensunterhalt und  Missionsreisen des Paulus. <\/p>\n<p>V 6-7 ZUVERSICHT hat seine sprachliche Wurzel im Bemerken, Sehen, Verfolgen, hoffend erwarten, vertrauensvoll Schritte tun. (3)<br \/>\n\u201eIn guter Zuversicht\u201c oder \u201evertrauend\u201c hat zwei Gr\u00fcnde:<br \/>\n1. Gott ist allm\u00e4chtig. Sein Wort setzt sich durch (Ps 33, 4; Beispiel: Jo 11, 43f).<br \/>\n2. Gemeinsames Teilhaben am Evangelium l\u00e4sst unterschiedlichste Charaktere und Bildungsstufen zusammenwachsen. (4)<br \/>\nPaulus war Schriftgelehrter und st\u00fctzt seine Sicht durch das AT. Irdisches Leben ist vorl\u00e4ufig, der Tag des Herrn wird die Wende bringen (s. Bibellexikon: Tag des Herrn).<br \/>\nDie Weltgeschichte hat ein Ziel, den \u201eTag Gottes\u201c (Offb 22, 12ff). Die Gemeinde wartet auf den \u201eTag des Christus\u201c (Offb 7, 13ff; 12, 10ff; 14, 13; 21).<br \/>\n\u201eGutes Werk\u201c hat mit der Wirkung Jesu zu tun (Jo 15, 5), kein Grund zur Einbildung. (5)<\/p>\n<p>V 8 Paulus sehnt sich mit einem STARKEN VERLANGEN von Herzensgrund (Luther), einem Sehnen \u201emit der herzlichen Liebe Christi Jesu\u201c, nach seinen Geschwistern. Man k\u00f6nnte auch \u00fcbersetzen \u201ein den Eingeweiden\u201c, wobei hierdurch der Sitz aller Empfindungen, das Herz, beschrieben wurde. (6)  <\/p>\n<p>V 9 Nach der F\u00fcrbitte (V 4) folgt hier das gezielte Beten \u201edamit, dass\u201c. Paulus betet zuversichtlich und ist gewiss, dass der Herr eingreift (Mt 7, 7f; Jo 14, 14; 15, 7). (7)<br \/>\nDie Liebe unter Glaubensgeschwistern (agape) entsteht nicht durch sympathische Zuneigung, sondern hat ihren Grund allein im Verlassen auf Gottes Liebe in Jesus Christus (Jo 3, 16). Sie ist f\u00fcr Menschen ohne Christus nicht erlernbar, sondern wird durch Gott \u201eausgegossen in unser Herz\u201c (R\u00f6 5, 5).<br \/>\nWichtig: Was Christen miteinander verbindet, sind nicht die Beziehungen, die sie untereinander, von Mensch zu Mensch, entwickeln, sondern was Christus tat, wie ER sie vom Verlorenen zum Geretteten machte, vom Tod zum Leben brachte. DAS pr\u00e4gt alles Andere.<br \/>\nStatt \u201eimmer noch reicher\u201c, genauer \u201enoch mehr und mehr im \u00dcberfluss\u201c, d. h. mehr als erwartet. (8)<br \/>\nErkenntnis meint schon im AT mehr als einen optischen Vorgang. Schon \u201eAdam erkannte seine Frau\u201c (1. Mo 4, 1). Einigkeit, Einssein, Ehe sind gemeint.<\/p>\n<p>V 10 Es geht um den Weg zur Vollendung des Reiches Gottes. Das WESENTLICHE erkennen und umsetzen (R\u00f6 12, 2). Bekehrung und Bu\u00dfe hei\u00dfen im Griechischen Umdenken.<br \/>\nRein und unanst\u00f6\u00dfig d\u00fcrfen Jesusnachfolger einmal vor dem Herrn stehen, weil ER alles Anst\u00f6\u00dfige auf sich genommen hat (Jes 53, 5; 2. Ko 5, 21). <\/p>\n<p>V 11 \u201eErf\u00fcllt mit\u201c meint randvoll und klammert andere Inhalte aus.<br \/>\nFrucht entsteht durch Gottes Wirken, nie durch eigene Anstrengungen. Bis zum Fruchtbringen sind Geduld, ungehinderter Anschluss an Gottes N\u00e4hrstoffe notwendig, deshalb auch Kol 3, 16.<br \/>\nDas neue Leben hat einen GRUND: Jesus Christus und seinen SINN: das Ziel im Loben Gottes.  <\/p>\n<p>Predigttipps<br \/>\nPaulus DANKT. Das ist bis heute typisch f\u00fcr Briefanf\u00e4nge, allerdings manchmal nur eine h\u00f6fliche Redewendung \u00e4hnlich der Frage: \u201eNa, wie geht\u00b4s?\u201c. Kein Wort von seiner eigenen Situation. Er sitzt in leichter Haft, wahrscheinlich in Rom, kann Besuch empfangen, Nachrichten erhalten und verschicken.<br \/>\nErste Missionserfolge bringen oft auch erste Konflikte (s. Kerkermeister, Apg 16, 16-40).<br \/>\nPaulus m\u00f6chte die junge Gemeinde gewinnen f\u00fcr mehr Offenheit untereinander, mehr Kontakte, mehr \u201eTuchf\u00fchlung\u201c, mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Andere und Hilfeleistungen. Nur: Wir schaffen das NICHT aus eigener Kraft! Der Appell scheitert an dem Vielen, was wir gegeneinander haben. Gemeinschaft wird erst m\u00f6glich, wenn wir uns auf einem ganz anderen Boden begegnen: \u201eIn Christus\u201c. Ein Kurzschluss w\u00e4re, wenn wir versuchten, \u00fcber gesellige und atemberaubende Programme das Miteinander in der Gemeinschaft zu st\u00e4rken.<br \/>\nER ist unser Friede (Eph 2, 14), der allein das Getrennte zusammenf\u00fcgen kann. Wirklich verbunden sind wir nur durch den \u201eau\u00dferhalb von uns\u201c (extra nos) geschehenen Friedensschluss durch den Sohn Gottes. Christen werden nicht schlagartig Liebenswertes am Anderen entdecken, aber k\u00f6nnen mit ihm \u201ean der Gnade mitteilhaftig sein\u201c. Weil sie selbst und ihre Geschwister von Christus geliebt, gehalten und begleitet werden, k\u00f6nnen sie sich auch untereinander tragen.<br \/>\nWas die bewegt, die in Christus sind, muss Christus selbst bewegen. Und das geht dem Paulus \u201edurch und durch\u201c (s. oben V 8 \u201eEingeweide\u201c).<br \/>\nWas Jesusleute bewegt, ist die Liebe, in der Christus lebt (Gal 2, 20).<br \/>\nAuch wenn zwischen Paulus\u00b4 Gef\u00e4ngnis und der Gemeinde in Philippi ein tiefes Meer liegt: Sie haben ihren \u201e1. Wohnsitz\u201c in Christus, nicht in Philippi &#8211; und das verbindet. (9)<br \/>\nDie Philipper sind durch die Gnade mit Paulus verbunden, aber auch durch seine Fesseln (V13; 1. Ko 12, 26).<br \/>\nTrotzdem vertraut Paulus nicht auf die Philipper, sondern auf Gott. DER hat sein gutes Werk angefangen, nicht wir.<br \/>\nEs geht nicht darum, dass wir die in uns angelegten F\u00e4higkeiten entwickeln, uns selbst verwirklichen, eine selbstgemachte Heiligkeit aufbauen. Unstr\u00e4flich, untadelig zu sein schafft kein Mensch selbst. Paulus hat,  was er hat, durch ChristusGNADE und auch nicht als Besitz: Er jagt ihm nach (Phil 3, 12).<br \/>\nSo kann auch kein \u201eperfekter\u201c Christ seinen vermeintlichen \u201eVorsprung\u201c im Heiligungsprozess durchblicken lassen. Allein \u201edurch Gottes Gnade bin ich, was ich bin!\u201c (1. Ko 15, 10)<br \/>\nPaulus hat auch nicht die quantitative Steigerung des Vorhandenen im Sinn.<br \/>\nErinnerung an das Gleichnis vom Schalksknecht (Mt 18, 32): Seine Schuld war vergeben, aber er \u00fcbte weiter Druck aus. Je deutlicher uns Christus vor Augen steht, desto reicher wird unsere Liebe sein.<br \/>\n\u201eFortschreiten in der Erkenntnis\u201c macht Mut, nicht im engen Horizont meiner eigenen Ansichten und Gewohnheiten zu bleiben. GEBET leitet Heilungsprozesse ein.<br \/>\nDer Herr wird die Philipper vorw\u00e4rtsbringen \u2013 und nur so wird es bei ihnen vorw\u00e4rtsgehen.<br \/>\n______________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Im \u201eausgegrabenen\u201c Philippi liegt der heute angenommene Gebetsplatz am Fluss echt abseits.<br \/>\n(2) \u201eWenn Paulus f\u00fcr Anderer Gemeinschaft am Evangelium dankt, wie viel mehr sollte ein Jeder f\u00fcr sich selbst f\u00fcr diese Gemeinschaft danken\u201c (J.A. Bengel, Gnomon).<br \/>\n(3) Urspr\u00fcnglich wohl aus der J\u00e4gersprache: Der Jagdhund verfolgt eine Spur \u201ezuversichtlich\u201c, ohne zu sehen, aber im Wissen, dass sie zum Ziel f\u00fchrt.<br \/>\n(4) Wo sonst kann ein Professor von einem Sondersch\u00fcler, der mit Jesus lebt, ernsthaft was lernen?<br \/>\nWerner de Boor: \u201eEine Gemeinde umfasst, auch wenn sie zahlenm\u00e4\u00dfig klein ist, sehr verschiedene Menschen, starke und schwache, begabte und weniger begabte, junge und alte. Paulus liegt es offensichtlich daran, dass sie alle, auch die geringen, k\u00fcmmerlichen und unbedeutenden, sich angesprochen und gemeint wissen.\u201c<br \/>\n(5) und ist nie \u201eauf eigener Mischte gewachsen\u201c (schw\u00e4b.).<br \/>\n(6) Eingeweide, Herz, Nieren waren im Altertum Sitz, Zentrum der seelischen und ethischen Regungen des Menschen.<br \/>\n(7) \u201eGebet ist in unserer Zeit die h\u00f6chste Form von Energieentfaltung\u201c (Dekan Walter Tlach, gest. 2004).<br \/>\n(8) Christen und Gemeinden, die \u201emehr Liebe als erwartet\u201c vermitteln, bilden heute evtl. keine Mehrheit. (?)<br \/>\n(9) Paulus adressierte die meisten seiner Briefe an dieselben BriefEMPF\u00c4NGER mit ZWEI Adressen. Praktisch: Die Briefe wurden zusammengerollt. F\u00fcr den Brieftr\u00e4ger, der die Adressen von au\u00dfen lesen musste, war der ERSTE Wohnsitz \u201ein Christus Jesus\u201c, der ZWEITE \u201ein Philippi\u201c. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er&#8230;Predigtthema: &#8230;mit Zuversicht erf\u00fcllt Bibelstelle: Philipper 1,3-11 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Der Philipperbrief wird auch Freudenepistel genannt. \u201eDie Freude ist die Summe des Briefes\u201c (J.A.Bengel). In Philippi, Hauptstadt Mazedoniens und r\u00f6mische Kolonie mit italienischem B\u00fcrgerrecht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-1531","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philipper"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-07-01 19:08:26","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1531"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1531\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1531"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1531"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}