{"id":1529,"date":"2007-01-02T12:05:50","date_gmt":"2007-01-02T10:05:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=348"},"modified":"2007-01-02T12:05:50","modified_gmt":"2007-01-02T10:05:50","slug":"predigthilfe-vom-21-1-2007-jesaja-4027-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-21-1-2007-jesaja-4027-31\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 21.1.2007 &#8211; Jesaja 40,27-31"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er&#8230;<br \/>Predigtthema: &#8230;den Durchblick schenkt<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Jesaja 40,27-31<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen<br \/>\nJesaja gilt als DER Prophet und Theologe im AT. (1) Sein Gottesverst\u00e4ndnis definiert er genau und manche St\u00fccke lesen sich wie Ans\u00e4tze zu einer lehrhaften Verdichtung des Glaubens.<br \/>\nMit Kap. 40 beginnt das sog. Buch des Trostes und der Erl\u00f6sung (bis Kap. 66). Gott kehrt heim mit seinem Volk. M\u00fcde Gewordene werden durch Gottes Sch\u00f6pferherrlichkeit ermuntert und neu gest\u00e4rkt. <\/p>\n<p>Textbausteine<br \/>\nV 27 Israel f\u00fchlte sich verlassen: Resignation und Trotz. Gott hat uns aus den Augen verloren. Vgl. V 26: Wer s\u00e4mtliche Sterne kennt und ordnet, wird auch ausreichend Kraft f\u00fcr unseren \u201ekleinen\u201c Alltag haben.<br \/>\nV 28 Der die Erde komplett geschaffen hat, kennt auch die kleinsten Winkel bis ans Ende der Welt.<br \/>\nGott hat weder Regenerationskuren noch Aufbauspritzen, weder Urlaub noch Entm\u00fcdungsb\u00e4der n\u00f6tig. Er wird nicht matt und nicht m\u00fcde.<br \/>\nWer von Sch\u00f6pfung spricht, meint damit, dass das Leben seinen Urgrund von \u201eau\u00dferhalb\u201c bezog, nicht aus uns selbst. D.h. aber: Gott will mich! Er sagt JA zu mir. Keiner muss mit seinen Schicksalsschl\u00e4gen k\u00e4mpfen mit Windfl\u00fcgeln. (2)<br \/>\nV 29 ER will seine unersch\u00f6pfliche Macht Anderen mitteilen. M\u00fcde macht ihn nicht seine Weltregierung, aber der \u201eheuchlerische Gottesdienst seines Volkes\u201c (Dieter Schneider) (Jes 1, 14; 7, 13).<br \/>\nEin Hinweis auf Jesus (Mt 11, 28ff), das Lamm Gottes, das die S\u00fcnde der Welt tr\u00e4gt (Jo 1, 19; Jes 53, 4).<br \/>\nGottlose, Allesk\u00f6nner, \u201eautonome\u201c Menschen leiden kaum unter ihrem Unverm\u00f6gen.<br \/>\nV 30 Das Volk hatte erlebt, wie fremde M\u00e4chte die St\u00e4rkeren waren und die eigenen jungen Krieger m\u00fcde wurden und erlahmten. M\u00fcdigkeit steckt an wie das G\u00e4hnen und l\u00e4hmt Gedanken, Muskeln, den ganzen K\u00f6rper.<br \/>\nV 31 \u201eAuf den Herrn harren\u201c deutet nicht zuerst auf \u201enichtsdenkende Fromme\u201c hin. Harren ist mehr als nur Abwarten: Ein Wissen vom St\u00e4rkeren, der einmal ALLES ordnen wird. Gottes Kraft hat eine ganze Welt samt uns in Gang gesetzt, wie sollte Ihm etwas zu viel werden k\u00f6nnen. (3)<br \/>\nSchwingen (w\u00f6rtl.: Schwungfedern) (4) und neue Kraftreserven erm\u00f6glichen den neuen Flug.<br \/>\nGott ist Erl\u00f6ser und Neusch\u00f6pfer. \u201eEr gibt nicht nur Kraft zum Tragen, auch Kraft zum Fliegen!\u201c (K. Elliger).<br \/>\nDabei geht es nicht um ein \u201eAbheben aus realen Verh\u00e4ltnissen\u201c in fromme Traumwelten. Fromme Tr\u00e4umer und Schaumschl\u00e4ger gab es immer mehr als genug. Aber das Volk Gottes ging mit beiden Beinen auf der Erde zielgerichtet ins verhei\u00dfene Land zur\u00fcck. Startbefehl und Zielpunkt waren von Gott und geh\u00f6rten zusammen. Jeder Aufbrechende sollte wissen, wohin es geht. (5)<br \/>\nLeute, die von der Kraftzufuhr Gottes leben, die \u201eauf den Herrn harren\u201c, erwarten noch Gro\u00dfes, das \u00fcber ihre Vorstellungskr\u00e4fte hinausgeht. Sie leben im \u201eAufwind\u201c Gottes. (6) Die Kraft, die sie \u201ebeschwingt\u201c, ist nicht die eigene, denn nicht vorhandene Kr\u00e4fte k\u00f6nnen nicht mobilisiert werden.<br \/>\nDas Heil, die Wiedergeburt, die Neuausr\u00fcstung des Menschen liegen \u201eextra nos\u201c (Luther), \u201eau\u00dferhalb von uns\u201c und unserer Macht. Im Menschen wird kein \u201eguter Kern\u201c verst\u00e4rkt, kein Glutrest unter der Asche wiederentfacht. Der Ofen ist aus und der Mensch ohne Gott letztlich leblos, schwunglos.    <\/p>\n<p>Christusnachfolger sind Mutmacher, weil ihre Hoffnung nicht aus eigener Fabrikation stammt. Gott kann alles zum Guten wenden. (7)<br \/>\nChristus ist unser Leben (R\u00f6 14, 8; Gal 2, 20). Das Seil der Hoffnung (3) zieht nach vorn.   <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag<br \/>\nNeue Menschen aus Gottes Kraft (nach Gottfried Voigt)<br \/>\n1. Gott hat die Macht<br \/>\n2. Gott wird nicht m\u00fcde<br \/>\n3. Gott macht uns jung<br \/>\n_______________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Gerhard von Rad: \u201eDas gewaltigste theologische Ph\u00e4nomen im AT\u201c, wobei Gottes selbst sicher noch gewaltiger ist&#8230;<br \/>\n(2) Miguel Cervantes: Don Quijote<br \/>\n(3) Im Hebr\u00e4ischen sind die W\u00f6rter f\u00fcr Harren und Hoffen verwandt mit dem Begriff Schnur, Seil.<br \/>\nHoffnung \u201ezieht\u201c uns. Man hat am Vorabend einer sch\u00f6nen Urlaubsreise mehr Schwung, als wenn man von ihr zur\u00fcckkehrt. Hoffenden \u201ewachsen Schwingen\/Schwungfedern\u201c (V 31), sie werden \u201ebeschwingte\u201c Menschen.<br \/>\n(4) Schwungfedern tragen und bewegen vorw\u00e4rts. (www.digitalefolien.de\/biologie\/tiere\/voegel\/feder.html,<br \/>\ns. auch www.lilienthal-museum.de\/olma\/dokvo38.htm<br \/>\nWie ein idealer Klettverschluss verhaken sich die Hakenstrahlen einer Feder mit den angrenzenden Bogenstrahlen der Nachbarfeder. Junge V\u00f6gel kennen diesen Mechanismus noch nicht und erfahren beim ersten Fall\/Flug, dass Gott sie hervorragend ausgestattet hat.<br \/>\n(5) Anekdote: \u201eManchmal plaudern Start und Ziel miteinander: Es sagt das Ziel: `St\u00e4nde ich nicht hier \u2013 w\u00e4re jeder Start ziellos.\u00b4 Und der Start sagt: `Das ist schon richtig, aber denke einmal, ich w\u00e4re ziellos, was dann?\u00b4 Das Ziel: `Das w\u00e4re mein Tod!\u00b4 Da l\u00e4chelt der Start: `Jaja, so ist es. Wir geh\u00f6ren zusammen, Herr Vetter.\u00b4\u201c<br \/>\n(6) Beispiel: Einer der ersten, die in W\u00fcrttemberg das Fliegen probiert haben, war ein einfacher Schneider. In Ulm lebte er, dieser Albrecht Berblinger. Am Anfang des vorletzten Jahrhunderts baute er sich sein Flugger\u00e4t, ein halb starres, halb bewegliches Gestell. N\u00e4hen konnte er ja und was fliegen hei\u00dft, das sah er an Adlern ab, die er in den L\u00fcften schweben sah. Er staunte \u00fcber diese F\u00e4higkeit \u2013 und er dachte: Das m\u00f6chte ich auch \u2013 so fliegen k\u00f6nnen &#8230; Und er sp\u00fcrte etwas, was nach oben tragen kann. Er nutzte die Aufwinde, lie\u00df sich und sein Flugger\u00e4t von ihnen tragen, er fuhr als einer der ersten Menschen von dieser Tragkraft der Luft \u2013 bis der Landesf\u00fcrst kam, und der wollte den Schneider von Ulm fliegen sehen. Er wollte, dass der verr\u00fcckte Flugpionier seine K\u00fcnste an der Donau vorf\u00fchren sollte. Am 31. Mai 1811 geschah es dann: \u00dcber die Donau sollte der Schneider fliegen, so wollte es der Landesherr. Aber Berblinger wollte nicht \u2013 er ahnte etwas von den Abwinden, die nach unten ziehen. Aber es war vergeblich, dass er sich wehrte. Der F\u00fcrst verlangte, dass er seine Absprungrampe an der Donau aufbaute, und unter gro\u00dfem Hallo der Zuschauer st\u00fcrzte er kl\u00e4glich in die Donau. Sp\u00e4ter sang man in einem Volkslied sp\u00f6ttisch \u00fcber ihn: \u201eDer Schneider von Ulm hat\u00b4s Fliegen probiert.\u201c Aber ein Reinfall war es doch nur, weil es die falschen Winde waren \u00fcber der Donau. Dort dr\u00fcben an den H\u00e4ngen der Alb \u2013 da h\u00e4tte es Aufwinde gegeben. Jesaja 40 will uns erinnern, dass es g\u00f6ttliche Aufwinde gibt, neue Kraft zum Auffahren mit Fl\u00fcgeln wie Adler, zum Laufen und Nicht-m\u00fcde-werden. Aufwinde gegen die innere Mattigkeit, Aufwinde gegen den Frust (nach Pr\u00e4lat Ulrich Mack, Christustag 1996).<br \/>\n(7) Bibl. Beispiele:<br \/>\n&#8211; Ps 36, 10: Bei dir ist die Quelle&#8230;; Ps 87, 7: Alle meine Quellen sind in dir! (Hier ist zwar die Rede von Zion, der Stadt Gottes, aber ihr Sein und Wirken bestimmt eben auch Gott allein.)<br \/>\n&#8211; Als der alte Abraham auf eigene Kraft vertraute und Gott vorgriff, entstanden Probleme. Ismael war nicht Folge des Vertrauens auf Gottes Wort.<br \/>\nGro\u00dfe Versuchung: Menschen wollen Gott zu Hilfe kommen, wenn es ihnen zu lange dauert.<br \/>\n&#8211; Hagar irrt in der W\u00fcste \u2013 hoffnungslos (1. Mo 21, 14ff). Wie leicht ersch\u00f6pft sich alles Empfangene, wenn Not und Durst schlimmer werden.<br \/>\n&#8211;  Hanna (1. Sam 1f): G\u00f6ttliche M\u00f6glichkeiten durchbrechen unsere Unm\u00f6glichkeiten.<br \/>\n&#8211;  Josua vor Jericho (Verhei\u00dfungen: Jos 1, 9; Jos 6, 2); Josuas Antwort: Vertrauen auf Gottes Wort.<br \/>\n&#8211;  Prophetenwitwe in Zarpath (1. K\u00f6n 17): Verhei\u00dfung 1. K\u00f6n 17, 14; Umsetzung 1. K\u00f6n 17, 16.<br \/>\n&#8211;  David in Ziklag. Istzustand 1. Sam 30, 4-6; Gottvertrauen V6b.<br \/>\n&#8211;  u.v.a.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er&#8230;Predigtthema: &#8230;den Durchblick schenkt Bibelstelle: Jesaja 40,27-31 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen Jesaja gilt als DER Prophet und Theologe im AT. 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