{"id":1527,"date":"2006-12-21T19:42:18","date_gmt":"2006-12-21T17:42:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=346"},"modified":"2006-12-21T19:42:18","modified_gmt":"2006-12-21T17:42:18","slug":"predigthilfe-vom-7-1-2007-jesaja-30-8-18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-7-1-2007-jesaja-30-8-18\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 7.1.2007 &#8211; Jesaja 30, 8-18"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er&#8230;<br \/>Predigtthema: &#8230; den R\u00fcckblick erm\u00f6glicht<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Jesaja 30, 8-18<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen:<br \/>\n\u201eAber ihr habt nicht gewollt&#8230;\u201c (V 15b): unangenehmer Eckpfeiler, allerdings kein hilfreicher Einstieg f\u00fcr die Predigt.<br \/>\nAblehnung von Stillesein und nicht auf den Herrn warten macht tats\u00e4chlich alles nur noch schlimmer.<br \/>\nJesaja will trotz allem \u201eauf Jahwe hoffen und auf ihn harren\u201c (8, 17). Grundtenor: \u201eSO soll euch geholfen, SO sollt ihr gerettet werden\u201c (V 15). <\/p>\n<p>Textbausteine:<br \/>\nV 8 Wo S\u00fcnden sich sammeln (1), kann kein einfacher Federstrich Abhilfe schaffen.<br \/>\nJesaja l\u00e4sst seine abgelehnten Warnungen nun protokollieren. Die eigentlichen Prophetenworte waren m\u00fcndlich. Gr\u00fcnde f\u00fcr diese besondere Aufzeichnung waren weder der Hang zur akribischen Sammelwut (2) noch fr\u00fche Rachegedanken. Gott selbst war der Auftraggeber. Denkbar w\u00e4re ein \u00f6ffentliches Plakat gewesen, wie Luther seine 95 Thesen dem Volk mitteilte. Vor Zeugen angefertigt bleibt diese Schrift Zeugnis.<br \/>\nGott verstummt nicht, weil einige \u201ewichtige\u201c Pers\u00f6nlichkeiten nicht mehr nach ihm fragen. Sein Wort bleibt unangreifbare Wahrheit und Richtschnur f\u00fcr alle Zeiten (Mt 24, 35).  Ver\u00e4chter, Verdreher und Verk\u00fcrzer des Gottesworts fallen unter sein Gericht (Offb 22, 19).<br \/>\nV 9 Widerspenstigen k\u00f6nnen schriftlich festgelegte Rahmenrichtlinien helfen. (3)<br \/>\nWie wichtig waren Ma\u00dfstab und Wortlaut der Heiligen SCHRIFT bei allen \u00c4nderungs- und \u201eVerbesserungsvorschl\u00e4gen\u201c im Lauf der Jahrhunderte!<br \/>\n\u201eVerlogen\u201c meint die aktive Ablehnung des Gottesworts. (4)<br \/>\nV 10f Wer nicht h\u00f6ren WILL, KANN es auch verlernen und schlie\u00dflich verstocken.<br \/>\nGottes Wort enth\u00e4lt NICHT zuerst das, was Menschen gern h\u00f6ren wollen, im Gegenteil: Ohren, Augen und Herzen sind in den S\u00fcndenfall mit einbezogen. Menschen meinen, nur glauben zu \u201ek\u00f6nnen\u201c, was ihnen \u201eeinsichtig\u201c erscheint. Selig sind aber, die nicht sehen und doch glauben, d. h. Gottes Wort vertrauen (Jo 20, 29). Viel schlimmer w\u00e4re, Gottes Wort zu kennen, die Wahrheit zu wissen, aber sie trotzdem nicht zu WOLLEN. Gott solle sich mit Vergeben begn\u00fcgen, das w\u00e4re doch \u201eSEIN Handwerk\u201c. (5)<br \/>\nDen Leuten nach dem Mund reden ist eine selbsts\u00fcchtige Schw\u00e4che, die nicht nur Politiker heimsucht.<br \/>\n\u201eLass mir meine Ruhe!\u201c fordert der Toleranzgedanke bis heute. Aber das \u201eLass mir MEINEN Frieden!\u201c war immer auch das Hauptproblem der Friedensforscher, sogar Anlass f\u00fcr Streit und Kriege. Die meisten Menschen sind f\u00fcr Ruhe und Frieden, aber haupts\u00e4chlich f\u00fcr IHREN Frieden. Das Problem: \u201eSie KENNEN den Weg zum Frieden nicht mehr\u201c (Jes 59, 8). \u201eF! F! und ist doch kein Friede!\u201c (Jer 6, 14). (6) Man will in Ruhe gelassen werden, ist aber selbst voller Unruhe.<br \/>\nSchalom\/Gottesfriede meint die Ruhe in Gott, nicht die \u201eRuhe\u201c auf einem UN-lebendigen und deshalb stillen Friedhof. (7) Neutestamentlich: CHRISTUS IST UNSER FRIEDE (Eph 2, 14).<br \/>\nV 12ff  WEIL Israel Gottes Wort geh\u00f6rt hatte, seinen Rat aber bewusst ablehnte, vertraute es oft selbsts\u00fcchtigen Politikern und Propheten. Milit\u00e4rs rieten zur Reiterei, der damals st\u00e4rksten Waffengattung.<br \/>\nPraxisbeispiel Tonkrug: Ein Haarriss trennt zuerst unsichtbar, leitet aber den Zerbruch ein.<br \/>\nDas Volk Israel wird bis zum Tag, an dem endlich die \u201eDecke\u201c, die den Blick auf Christus verhindert oder verdunkelt, verschwindet (2. Ko 3, 14ff.; V10), auf SICHTBARE M\u00e4chte setzen: Die Israel-Geschichte seit<br \/>\nder Staatsgr\u00fcndung war bisher leider auch eine Geschichte von Machtb\u00fcndnissen und Selbstvertrauen. (8)  Dieses Volk wird aber trotzdem bald seinen Messias Christus und die eigene Unzul\u00e4nglichkeit erkennen.<br \/>\nISRAELFREUNDE sind in unserer Zeit gesucht, keine Israelfanatiker, die \u00fcber das Ziel hinaus schie\u00dfen.<br \/>\nSo lange Menschen zu Gottes ganzem Wort NEIN sagen, werden sie ihre Grenzen kennen lernen.<br \/>\nDer Text schl\u00e4gt durchg\u00e4ngig UMKEHR vor. Haltmachen, die Richtung \u00e4ndern, stille halten. Wer dazu keine Zeit einplant, bleibt in der ewigen Unruhe des \u201eNicht-Schaloms\u201c. <\/p>\n<p>Einschub: Solange es das B\u00f6se in der Welt gibt, wird niemand die Notwendigkeit von rechtm\u00e4\u00dfiger Macht bestreiten. Weil aber die Aufr\u00fcstung zu allen Zeiten mit der Sorge wegen der Gewalt der Feinde begr\u00fcndet wurde, kommt es zur Steigerung und zum Aufschaukelung von Macht &#8211; bis hin zum Nachbarstreit \u00fcber herabfallende Bl\u00e4tter im Herbst. Die gro\u00dfe Weltgeschichte wird nicht von Christen gemacht. Aber die \u201eStillen im Lande\u201c ziehen sich deshalb nicht in den inneren Frieden ihres Herzens und ihrer Gemeinschaft zur\u00fcck. Jesaja wei\u00df sich mitverantwortlich durch mutigen Einspruch, Glauben und Gebet!<br \/>\nWer gewiss ist, dass Gott unter allen Umst\u00e4nden das letzte Wort spricht, braucht nicht nerv\u00f6s zu werden. <\/p>\n<p>V 16f Teure Waffen bringen noch keinen Sieg. Das Volk, aus dem David, der Goliathbezwinger stammte,  konnte nie aus eigener Kraft gewinnen. Bis heute! \u201eDas Streitwagenkorps steigert nur die Geschwindigkeit des Untergangs!\u201c (Dieter Schneider). Geistlicher Tod hatte oft zu tun mit gehetzten Bem\u00fchungen, mit Tempo. \u201eIhr sprecht: NEIN, sondern &#8230; ! DARUM &#8230; DARUM&#8230; !\u201c Der Bruch ist selbstverschuldet.<br \/>\n\u201eIHR habt nicht gewollt&#8230;\u201c. Die Frustration des Jesaja hat ihren Ursprung nicht in ihm selbst, sondern im Gottesverh\u00e4ltnis seiner Freunde.<br \/>\nANDEREN muss aber trotzdem geholfen werden! Der Missionsgedanke lebt schon im AT.<br \/>\nDas Wort SEELSORGE kommt im NT zwar nicht vor, aber das ANLIEGEN. Jesus, auch Paulus, leidet darunter, wenn andere von der Gotteswirklichkeit ahnen oder wissen, aber nicht WOLLEN (Mt 23, 37).<br \/>\nV 18 Gericht und Gnade geh\u00f6ren zusammen. Eins w\u00e4re sinnlos ohne das Andere.<br \/>\n\u201eDARUM harrt (wartet) der Herr\u201c im Blick auf seine Vergebung, dass er von der Antwort seines Volkes, seiner Leute abh\u00e4ngig macht.<br \/>\nNeues kann entstehen, wenn Gott die Herzen erreicht. Und das geschieht durch Gnade und Barmherzigkeit.<br \/>\n \u201eWohl allen, die&#8230;\u201c, ein Gl\u00fcckwunsch, der in Psalm 1 ausgef\u00fchrt wird. Jesus \u00fcbernimmt diesen Begriff in seinen Seligpreisungen. <\/p>\n<p>Gott baut goldene Br\u00fccken: Umkehr &#8211; Stillesein &#8211; Hoffen auf Ihn bringen Ruhe und St\u00e4rke. Fazit: Ohne Zweifel auf Gottes H\u00e4nde sehen und auf ihn warten! In der Stille wird unsere Zeit in Ewigkeit verwandelt. Stille werden und erkennen, dass der Herr Gott ist (Ps 100, 3).<br \/>\n\u201eDurch Stillesein und Hoffen w\u00fcrdet ihr stark sein!\u201c Irdisches Hoffen erwartet, dass im Bereich des menschlich Denk- und \u00dcberschaubaren sich die Dinge zum Guten wandeln k\u00f6nnten. (9) Gott schenkt mehr: Auf ihn hoffen hei\u00dft, \u00fcber alle Gedanken-, Zeit- und Raumgrenzen hinweg mit Gottes Allmacht rechnen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nIhm vertrauen, nicht unserer Klugheit, unseren Erfahrungen, unserem Hang zur Anpassung.<br \/>\n\u201eWenn ihr stille bliebet, k\u00f6nnte euch geholfen werden.\u201c;<br \/>\n\u201eBefiehl dem Herrn deine Wege &#8230;; Sei stille dem Herrn und warte auf ihn!\u201c (Ps 37, 5.7), Kerns\u00e4tze des AT. (10)<\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag<br \/>\nGott schafft Neues<br \/>\n1. in der Umkehr<br \/>\n2. im Stillesein und Hoffen<br \/>\n_______________________________<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) Sogar die WELT wei\u00df von der automatischen Vermehrung der S\u00fcnde.<br \/>\nFriedr. Schiller, 1789, Die Piccolomini, 5, 1: \u201eDas eben ist der Fluch der b\u00f6sen Tat, dass sie fortzeugend B\u00f6ses muss geb\u00e4ren\u201c.<br \/>\n\u00c4schylus im Agamemnon: \u201eDie gottlose Tat erzeugt mehr die ihrem Geschlecht gleichen\u201c:<br \/>\nHamlet in der \u201eD\u00e4nischen Geschichte\u201c, der Quelle f\u00fcr Shakespeares Hamlet: \u201eDas eben ist der Fluch der Schuld, dass sie immer wieder Reiz und Veranlassung zu neuer Schuld enthalten muss.\u201c<br \/>\n(2) Goethe in Faust I, Vers 1966f: \u201edenn was man schwarz auf wei\u00df besitzt, kann man getrost nach Hause tragen\u201c&#8230;<br \/>\n(3) In jedem Kindergarten, in jeder Eltern-Kinder-Beziehung, in jedem Staatswesen gelten Abmachungen.<br \/>\n(4) Ein Hauptanliegen Luthers: \u201eDas Wort sie sollen lassen stahn!\u201c (aus Ein feste Burg&#8230; Iwwd 311, 4)<br \/>\n(5) \u00ab Dieu pardonnera \u2013 c\u00b4est son m\u00e9tier! \u00bb = Gott wird vergeben, das ist ja sein Handwerk. (Voltaire, 1694-1778, in einem christlichen Internat erzogen, \u00fcber Monate mit einer gl\u00e4ubigen Hugenottin befreundet. Obwohl er die sog. Aufkl\u00e4rungszeit mit begr\u00fcndete, konnte er Gottes Wort offensichtlich nie ganz vergessen.)<br \/>\n(6) Dieter Schneider, Wuppertaler Studienbibel: \u201eIn der Anh\u00e4ufung von nichtvergebener Schuld liegt eine Zerst\u00f6rungskraft, die selbst\u00e4ndig weiterarbeitet.\u201c<br \/>\n(7) Friedr. Schiller, Don Carlos, 1,10: \u201eK\u00f6nig: Seht in meinem Spanien Euch um. Hier bl\u00fcht des B\u00fcrgers Gl\u00fcck in nie bew\u00f6lktem Frieden; und diese Ruhe g\u00f6nn&#8216; ich den Flam\u00e4ndern. Marquis: Die Ruhe eines Kirchhofs!\u201c<br \/>\n(8)  &#8211; bis hin zum Abstreiten, in Dimona keine Atombomben entwickeln zu k\u00f6nnen \/ entwickelt zu haben.<br \/>\n(9) Vom Knacken des Jackpots \u00fcber alle Krankenhausaufenthalte, finanziellen Engp\u00e4sse und menschlichen Streitigkeiten.<br \/>\n(10) Luther hat in seiner Jesaja-Vorlesung 1527-29 seinen Studenten zu unserer Stelle eine Story erz\u00e4hlt, hier in \u00dcbersetzung: \u201eDa war n\u00e4mlich vor einer Reihe von Jahren ein Bischof von Magdeburg, ein Graf von Bichingen. Als dieser vom Kollegium zum Bischofsamt gen\u00f6tigt worden war, geschah es von ungef\u00e4hr, dass der Sachsenherzog wegen irgendeines Grolls sich anschickte, ihm den Krieg ins Land zu tragen. Als der Bischof davon Kunde erhalten hatte, r\u00fcstete er, als schliefe er einen tiefen Schlaf, keine bewaffnete Macht aus, sondern k\u00fcmmerte sich um seine Gemeinden, lie\u00df sich in ihnen oft sehen und war auf Schriftlesung und Predigt bedacht, als sei gar kein Krieg zu bef\u00fcrchten. W\u00e4hrend ein Spion des Sachsenherzogs sich am Hofe des Bischofs aufhielt und gerade die Meldung eintraf, der Herzog von Sachsen habe den Feldzug bereits in Gang gebracht, sagte der Bischof: Meinetwegen \u2013 ich  k\u00fcmmere mich um meine Gemeinden, Gott aber wird f\u00fcr mich k\u00e4mpfen. Diese \u00c4u\u00dferung nahm der Spion mit hinaus und lie\u00df sie an den Sachsenherzog gelangen. Sofort wurde von dem trefflichen F\u00fcrsten der Feldzug abgeblasen und das Heer entlassen. Er antwortete n\u00e4mlich so: \u201eEr sei viel zu sehr der Unterlegene, als dass er gegen jenen k\u00e4mpfen k\u00f6nne, der Gott zum Mitk\u00e4mpfer habe\u201c (WA 25, 203).<br \/>\nSo w\u00fcrde es in der Welt \u00f6fter zugehen, wenn wir Gottes Wort ernster n\u00e4hmen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er&#8230;Predigtthema: &#8230; den R\u00fcckblick erm\u00f6glicht Bibelstelle: Jesaja 30, 8-18 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen: \u201eAber ihr habt nicht gewollt&#8230;\u201c (V 15b): unangenehmer Eckpfeiler, allerdings kein hilfreicher Einstieg f\u00fcr die Predigt. 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