{"id":1518,"date":"2006-10-27T00:10:11","date_gmt":"2006-10-26T22:10:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=337"},"modified":"2006-10-27T00:10:11","modified_gmt":"2006-10-26T22:10:11","slug":"predigthilfe-vom-12-11-2006-matthaus-5-17-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-12-11-2006-matthaus-5-17-20\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 12.11.2006 &#8211; Matth\u00e4us 5, 17-20"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott bleibt treu &#8211; dem, der alles von ihm erwartet<br \/>Predigtthema: Sein Wort allein ist wahr<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Matth\u00e4us 5, 17-20<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkungen:<br \/>\nDie Bergpredigt stellt \u00fcbliche Werte auf den Kopf (1).<br \/>\nDer Text im Zusammenhang (mind. V 17-48). Jesus beginnt in f\u00fcnf Abschnitten mit \u201eIhr habt geh\u00f6rt&#8230;\u201c, zitiert  je eine wichtige AT-Stelle und nimmt Stellung mit \u201eIch aber sage euch&#8230;\u201c.<br \/>\nZiel seiner Lehre ist, den Willen des Vaters aufzudecken (Hbr 11, 1f). Er selbst ist die Offenbarung des AT, das Wort (Jo 1, 1ff; Offb 19, 13) und die Wahrheit (Jo 14, 6). Das Gesetz ist \u201edazwischen hineingekommen\u201c (R\u00f6 5, 20) um S\u00fcnde aufzudecken, um P\u00e4dagoge zu sein, der auf Christus hin erzieht (Gal 3, 19ff).<br \/>\nJesus stellt hier keine \u201eAntithesen\u201c zum AT auf, sondern stellt Gottes Willen ins eigentliche Licht (2).<br \/>\nHier wird auch das Verh\u00e4ltnis von Gesetz und Gnade deutlich. Gnade deckt S\u00fcnde nicht einfach zu, sie geschieht durch stellvertretende Strafe am Kreuz.<br \/>\nAllerdings muss jeder, der zum Vater will, durch eine schreckliche Gefahrenzone unter den Blick des Richters, das ist ohne den Beistand Jesu nicht zu ertragen. Wer ein neuer Mensch werden will, muss vorher sein Sterben kennen lernen. Christus l\u00e4sst seine Nachfolger am Anfang ihres Weges die unerbittliche H\u00e4rte des Gesetzes sp\u00fcren, das ins Sterben f\u00fchrt. Es gibt keine privilegierten Taufscheinbesitzer und Kirchensteuerzahler, die ihren \u201eHimmelspass\u201c schon in der Tasche haben. <\/p>\n<p>Bausteine:<br \/>\nV 17 Jesus zerstreut den Verdacht der frommen Juden vom \u201erechten\u201c Fl\u00fcgel, die konservativ, gesetzestreu Neuerungen ablehnten (3). Gleichzeitig zerst\u00f6rt er die radikalen Hoffnungen vom \u201elinken\u201c Fl\u00fcgel, die immer Umsturz planten. Sein Reich widerspricht der Offenbarung Gottes im AT nicht, allerdings befindet sich Jesus im Widerspruch zur traditionellen, kleinkarierten Schriftauslegung durch Pharis\u00e4er und Schriftgelehrte.<br \/>\nSein Auftrag war nicht Zerst\u00f6rung, sondern Aufbau.<br \/>\nDie neue Ordnung ist allerdings eher noch strenger als gew\u00fcnscht. Zwar sind Jesusleute nicht mehr \u201eunter dem Gesetz\u201c, weil das Gesetz weder Weg noch Mittel zum Heil vor Gott sein kann (R\u00f6 3, 20; Gal 3,11.13). Aber die Gerechtigkeit Gottes muss auch in ihnen erf\u00fcllt werden (4). Sie sind nun im \u201eGesetz Christi\u201c (1. Ko 9, 21). Das ist der Unterschied: Wo fr\u00fcher das Verh\u00e4ltnis Gott &#8211; Mensch durchs Gesetz geregelt war, herrscht nun die Liebe als oberster Ma\u00dfstab (R\u00f6m 13, 10).<br \/>\nDie GNADE Gottes ist kein Deckmantel f\u00fcr S\u00fcnde, ist nicht \u201ebillig\u201c.<br \/>\nVon den zehn Geboten des AT kommen \u00fcbrigens neun im NT vor (5).<br \/>\nErf\u00fcllte Jesus das Gesetz? Zun\u00e4chst NICHT im Sinne scheinheiliger Pharis\u00e4er, die durch Tricks das Gesetz aush\u00f6hlten (6). Aber DOCH auf 4-fache Weise:<br \/>\n1. Er war selbst die geschichtliche Erf\u00fcllung (Gal 4, 4; Jo 19, 28).<br \/>\n2. Er erf\u00fcllte, verk\u00f6rperte das Gesetz STELLVERTRETEND f\u00fcr uns, die Versager.<br \/>\n3. Er erf\u00fcllte das Gesetz durch seinen Opfertod, als einmalige, v\u00f6llig ausreichende S\u00fchne f\u00fcr unsere Verst\u00f6\u00dfe.<br \/>\n4. Er offenbarte den eigentlichen Sinn des Gesetzes und \u00f6ffnet seinen Leuten die Augen f\u00fcr die Liebe Gottes, die dahinter steht.<br \/>\nDas AT ist praktisch nur die Knospe des Evangeliums, das im NT aufbl\u00fcht. Die Offenbarung im AT ist nicht unvollkommen, nur unvollendet. Jesus vollendet sie.<br \/>\nV 18 w\u00f6rtl.: \u201enicht ein einziges Jota oder H\u00e4kchen\u201c. Jota war der kleinste hebr\u00e4ische Buchstabe, \u201eT\u00fcpfelchen\u201c oder \u201eH\u00e4kchen\u201c wohl Teil eines Buchstabens. Auch das \u201ekleinste\u201c Gesetz gilt bis zum Ende der Tage.<br \/>\nAMEN, \u201ewahrlich\u201c bedeutet: Nehmt es f\u00fcr gewiss. Eine Bestandsgarantie f\u00fcr das AT. G. Maier: \u201eDie Psalmen und das Estherbuch sind genauso gemeint wie Jesaja und die Moseb\u00fccher\u201c (7).<br \/>\nGottes Wort besitzt \u201eWirkungsautorit\u00e4t\u201c. Es \u201ekommt nicht leer zur\u00fcck\u201c (Jes 55, 11), ist der \u201eHammer&#8230;\u201c (Jer 23, 29).<br \/>\nV 19 Wer das AT k\u00fcrzt \u201estellt sich dem Wirken des Willens Gottes in den Weg.\u201c (G. Maier)<br \/>\nOb die \u201eGeringsten\u201c vom Reich ausgeschlossen werden ist nicht gesagt.<br \/>\nTun ist mehr als Wissen, s. Bergpredigt. Lehren und Tun geh\u00f6ren zusammen, sind keine unterschiedlichen Stiefel. Wer ist \u201egro\u00df\u201c aus Gottes Sicht? (8)<br \/>\nGottes Wort \u201elehren\u201c geh\u00f6rt zu den wichtigsten Aufgaben (Mt 13, 43; Dan 12, 3).<br \/>\nV 20 Auf dem Weg des Gesetzes gilt \u201eganz oder gar nicht\u201c (Jak 2, 10). Und weil niemand au\u00dfer Jesus vollkommen ist, sind unsere Gesetzesverst\u00f6\u00dfe Normalfall.<br \/>\nJede Abschw\u00e4chung der Gebote durch Relativierung, geschickte Umgehung, \u201eAufs\u00e4tze der \u00c4ltesten\u201c (Mk 7, 5) oder sympathieausl\u00f6sende, \u201eseelsorgerische und geistliche\u201c Auslegung wird weggefegt durch Gottes Wort.<br \/>\n\u201eHineinkommen\u201c ist ein beliebter Ausdruck der Juden gewesen, die an der endzeitlichen Herrschaft Gottes teilhaben wollten (Jo 3, 5; Mt 18, 3; 19, 23; Apg 14, 22; R\u00f6m 11, 25).<br \/>\nKEIN Mensch hat aber aus eigenem Verm\u00f6gen eine Chance, am Reich Gottes teilzunehmen.<br \/>\nDer \u201egute Kern\u201c im Menschen ist nicht vorhanden. Heutige \u201eGutmenschen\u201c k\u00f6nnen beeindrucken, z.B. durch ihre Eins\u00e4tze bei der \u201eErhaltung der Sch\u00f6pfung\u201c, aber sie k\u00f6nnen dadurch keinen Eindruck auf Gott machen.<br \/>\nUnser flaches Verst\u00e4ndnis von S\u00fcnde h\u00e4lt vor Gott nicht stand.<br \/>\nJEDER Mensch mu\u00df durch die Gefahrenzone vor dem Richter Gott durch und sich so sehen, wie Gott ihn sieht. Ohne den Rechtsbeistand Christus: Keine Chance.<br \/>\nWer als neuer Mensch ins Reich Gottes will, muss vorher STERBEN (R\u00f6m 6, 11).<br \/>\nWir selbst sind hier am Ende. Jesus ist nicht der \u201eliebe Heiland\u201c, der mit links vergibt (9). Auch die Gnade Gottes ist nicht billig! \u2013 der Gottessohn zahlt daf\u00fcr auf Golgatha &#8211; f\u00fcr mich.  <\/p>\n<p>NUR die STELLVERTETENDE Gesetzeserf\u00fcllung und der S\u00fchnetod Jesu bereiten Menschen f\u00fcr die Ewigkeit zu. Und deshalb gr\u00fcndet unser Heil nicht mehr auf der Erf\u00fcllung des AT (das schafft ja auch keiner), sondern auf dem, was Jesus f\u00fcr uns tat und tut. Konsequenz: Jesus konsequent nachfolgen (Mt 11, 28f).<br \/>\nEigentlich \u201eunglaublich\u201c befreiend ist, dass der Vater unsere schmutzige Hand nimmt und das auch noch feiert (Lk 15, 24b).<br \/>\nLuther: Zuerst ist Gott mein Ankl\u00e4ger und mein Herz mein Verteidiger. Dann ist es umgekehrt: Mein Herz  (Gewissen) klagt mich an und Gottes Sohn wird mein Verteidiger.<br \/>\nAlle Anfechtungen und Angriffe von innen (R\u00f6 7) und au\u00dfen scheitern nun am \u201eChristus ist hier\u201c (R\u00f6 8, 1.34). <\/p>\n<p>Gliederungsvorschlag (nach G. Maier)<br \/>\n1. Gottes Gesetz gilt. Das ganze AT samt Gesetz bleibt bis zur Neusch\u00f6pfung in Kraft.<br \/>\n2. Nur Jesus erf\u00fcllt das Gesetz &#8211; STELLVERTRETEND f\u00fcr uns.<br \/>\n3. Fazit: Jesus will der Herr unseres Lebens sein, sonst sind wir verloren.  <\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten<br \/>\n(1) F. G. Chesterton: \u201eLiest man die Bergpredigt zum ersten Mal, so hat man das Gef\u00fchl, dass alles auf den Kopf gestellt wird. Beim zweiten Mal entdeckt man, dass alles genau richtig gestellt wird. Zuerst denkt man, ein solches Leben sei unm\u00f6glich, um dann festzustellen, dass nichts Anderes m\u00f6glich ist.\u201c<br \/>\n(2) Gerhard Maier, Bibelkommentar: \u201eDie Bibel gleicht einem Baum. Die Wurzeln sind die Verhei\u00dfungen an die V\u00e4ter, der Stamm das AT, die Krone mit den Fr\u00fcchten das NT. Die Frucht ist das Ziel des Ganzen. Aber die Krone kann nicht den Stamm \u2013 sprich: das AT \u2013 entlassen. Vielmehr bildet der gesamte Baum eine Einheit, die wir die Offenbarung Gottes nennen. Wohl ist es wahr, dass die Frucht nicht am Stamm kommt, sondern an der Krone. Aber die Krone ist nur verst\u00e4ndlich, wenn man Wurzeln und Stamm kennt.\u201c<br \/>\n(3) Solche Leute finden sich in allen religi\u00f6sen Gemeinschaften.<br \/>\n(4) Verst\u00e4ndlich waren die Ausf\u00fchrungen von Hans-Peter Royer beim Christustreff 2006 vormittags.<br \/>\n(5) Mk 10, 19-22; R\u00f6 7, 7; 13, 8-10; Kol 3, 9; Jak 2, 8-13, 5, 12; 1. Jo 5, 21. Lediglich das Sabbatgebot taucht im NT nicht mehr auf.<br \/>\n(6) zB: Weil man am Sabbat nicht weit gehen durfte, legte man einen Wassersack auf den Sattel, denn Reisen auf dem Wasser (Meer) waren erlaubt.<br \/>\nZ.B: Weil man sich am Sabbat nicht weit vom eigenen Grundst\u00fcck entfernen durfte, lie\u00df man einen Knecht in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden je einen Quadratmeter Boden f\u00fcr kurze Zeit kaufen, und blieb so auf der Reise immer \u201ein Heimatn\u00e4he\u201c.<br \/>\nZ.B: Den Eltern konnte man die Versorgung entziehen, indem man das Geld f\u00fcr gute Zwecke spendete (Mat 15, 4-6; 2. Mo 20, 12 ; 5. Mo 27, 16).<br \/>\n(7) In der Geschichte wurde zu allen Zeiten versucht, Gottes Wort zu verk\u00fcrzen oder relativieren.<br \/>\nVon Antiochus Epiphanes (2. Jahrh.) \u00fcber das \u201e3. Reich\u201c (\u201eDas AT ist ein Judenbuch\u201c) bis zu modernistischen \u201eTheologen\u201c, die meinen, biblische Inhalte unserer Zeit anpassen zu m\u00fcssen.<br \/>\nDagegen r\u00e4umen Historiker ein, dass die Bibel das best\u00fcberlieferte Schriftst\u00fcck des Altertums ist.<br \/>\n(8) P\u00e4pste und Regenten wurden gern \u201eder Gro\u00dfe\u201c genannt. Verantwortliche Mitarbeiter (Verk\u00fcndiger, Bezirks- und Gemeinschaftsleiter [?]) werden in Einzelf\u00e4llen verehrt und wenigen hat es gut getan: \u201eXY hat sich verdient gemacht. Wei\u00dft du noch, als Bruder XY &#8230;\u201c. Jesus warnt vor solchen Entwicklungen.<br \/>\n(9) Fr\u00fcheres Kinderlied \u201eImmer fr\u00f6hlich, immer fr\u00f6hlich, alle Tage Sonnenschein. Voller Sch\u00f6nheit ist der Weg des Lebens&#8230;\u201c stimmt so nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott bleibt treu &#8211; dem, der alles von ihm erwartetPredigtthema: Sein Wort allein ist wahr Bibelstelle: Matth\u00e4us 5, 17-20 Verfasser: Eckhard L\u00f6ffler Vorbemerkungen: Die Bergpredigt stellt \u00fcbliche Werte auf den Kopf (1). Der Text im Zusammenhang (mind. V 17-48). 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