{"id":1496,"date":"2006-05-08T10:43:04","date_gmt":"2006-05-08T08:43:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=315"},"modified":"2006-05-08T10:43:04","modified_gmt":"2006-05-08T08:43:04","slug":"predigthilfe-vom-4-6-2006-apostelgeschichte-5-17-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-4-6-2006-apostelgeschichte-5-17-33\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 4.6.2006 &#8211; Apostelgeschichte 5, 17-33"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott bleibt treu &#8211; dem, der versagt<br \/>Predigtthema: Er gibt neue Vollmacht<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Apostelgeschichte 5, 17-33<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Matthias K\u00f6hler<\/strong><\/p>\n<p>1. Der Zusammenhang<br \/>\nDie prompte Reaktion der f\u00fchrenden K\u00f6pfe in Jerusalem auf die wunderbaren Ereignisse, die in der Gemeinde geschehen sind.<br \/>\nWas in Kap. 4,1-22 begann, geht nun weiter: Der Hohe Rat muss sich mit dem kraftvollen Zeugnis der J\u00fcnger auseinandersetzen.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nApg. 12: Die Befreiung des Petrus aus dem Gef\u00e4ngnis<br \/>\nApg. 4: Petrus und Johannes vor dem Hohen Rat und ihr freim\u00fctiges Zeugnis<br \/>\nApg. 23: Paulus vor dem Hohen Rat<br \/>\nApg. 24: Paulus vor Felix<br \/>\n1. K\u00f6n 17,1ff: Elia vor Ahab<br \/>\nMt 10,19: Wenn sie euch nun \u00fcberantworten werden, so sorgt nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\n17+18: Reaktion des Hohen Rates auf das Vorangegangene: Der Hohe Rat nimmt die Apostel gefangen<br \/>\n19-21a: Befreiung und Auftragsbest\u00e4tigung durch den Engel des Herrn<br \/>\n21b-24: Reaktion des Hohen Rates: Verlegenheit, als sie von der Befreiung h\u00f6rten<br \/>\n25: Die Freim\u00fctigkeit der J\u00fcnger (Teil 1): Predigt im Tempel<br \/>\n26-28: Reaktion des Hohen Rates: Erneute Ergreifung und Verh\u00f6r durch den Hohen Rat<br \/>\n29-32: Die Freim\u00fctigkeit der J\u00fcnger (Teil 2): Predigt und klares Zeugnis im Hohen Rat<br \/>\n33: Reaktion des Hohen Rates: <\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nV. 17<br \/>\n&#8222;trat auf&#8220;, w\u00f6rtl. &#8222;stand auf&#8220; im Sinne von &#8222;wurde aktiv&#8220;, &#8222;griff ein&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Partei&#8220;: Schule im Sinn einer Lehrrichtung<\/p>\n<p>&#8222;Sadduz\u00e4er&#8220;: (so A. Wandel im Predigttipp f\u00fcr den 15. Juli 2001)<br \/>\nWaren von adliger Herkunft und hatten zur Masse der Bev\u00f6lkerung ein distanziertes Verh\u00e4ltnis. Bem\u00fchten sich um ein gutes Verh\u00e4ltnis zu den jeweiligen Regierungen.<\/p>\n<p>Ihre Lehren:<br \/>\n&#8211; erkannten nur die 5 B\u00fccher Mose als verbindlich an.<br \/>\n&#8211; gingen davon aus, dass Gott nicht aktiv in die Geschichte und in das Leben eines Einzelnen eingreift.<br \/>\n&#8211; glaubten nicht an eine Auferstehung der Toten, nicht an ein Gericht im Jenseits und nicht an eine Hoffnung auf eine neue Welt.<br \/>\nWerner de Bor schreibt \u00fcber die Sadduz\u00e4er: &#8222;Sie leugnen die Auferstehung und w\u00fcnschen ein aufgekl\u00e4rtes Judentum, das geistig mit der Weltbildung, politisch mit der Weltmacht zusammengeht.&#8220; <\/p>\n<p>&#8222;Eifersucht&#8220; auch einfach &#8222;Neid&#8220; auf das Erfolgreiche Wirken der Apostel.<\/p>\n<p>&#8222;sie legten Hand an&#8220; konkret: Sie nahmen sie fest. <\/p>\n<p>Es waren nur wenige Wochen, die seit der letzten Anklage vor dem Hohen Rat verstrichen sind. Trotzdem waren es Wochen, in denen das Gemeindeleben sich festigen konnte und wachsen konnte (nicht ohne Versuchungen und Gerichte!). Jetzt wird die Verhandlung aber rauer, nicht nur Petrus und Johannes, sondern die Apostel werden inhaftiert. Diesmal konnte es zum Todesurteil kommen! <\/p>\n<p>V. 19<br \/>\nGott gibt ein m\u00e4chtiges Zeichen daf\u00fcr, dass bei allem Eifer und Neid der Menschen dennoch er die Dinge in seiner Hand hat und seine Boten sch\u00fctzen kann und will! (Sind wir uns dessen immer bewusst?)<\/p>\n<p>V. 20<br \/>\nBei der Befreiung geht es nicht um das Wohlergehen der Boten selbst! Sie werden zum erneuten Dienst im Tempel beauftragt! Es geht n\u00e4mlich um<\/p>\n<p>&#8222;alle Worte des Lebens&#8220; &#8211; sch\u00f6ner Ausdruck f\u00fcr unseren Auftrag: Das haben wir zu bringen, in jeder Predigt und im privaten Gespr\u00e4ch \u00fcber Jesus: Worte des Lebens!<\/p>\n<p>&#8222;lehrten&#8220; &#8211; die Zeitform im griechischen zeigt: Das war ein l\u00e4ngeres, andauerndes lehren.<\/p>\n<p>V. 21<br \/>\n&#8222;Hoher Rat&#8220;, w\u00f6rtl. Synedrion: oberste j\u00fcdische Instanz in allen religi\u00f6sen und zivilen Angelegenheiten<\/p>\n<p>&#8222;Gef\u00e4ngnis&#8220; kommt von einer Wurzel, die Band, Bindemittel, Fesseln bedeutet.<\/p>\n<p>V. 22<br \/>\n&#8222;Knechte&#8220; w\u00f6rtl: Die hingelangenden Diener<\/p>\n<p>V. 23<br \/>\n&#8222;fest verschlossen&#8220;: w\u00f6rtl: Mit aller Sorgfalt, ganz sicher. Auch wenn dieses Befreiungswunder nur &#8222;so nebenbei&#8220; erw\u00e4hnt wird, als sei es das normalste von der Welt, erfahren wir doch: Es war wirklich ein Wunder, nicht eine Nachl\u00e4ssigkeit des Gef\u00e4ngnispersonals. <\/p>\n<p>V. 24<br \/>\n&#8222;wurden sie betreten&#8220;: das gr. Wort (unser Wort Aporie kommt daher) bedeutet: ohne Weg, es gibt keinen Durchgang, keine Mittel. Daher dann: &#8222;sie waren in Verlegenheit verlegen, ratlos..&#8220;<\/p>\n<p>V. 26<br \/>\nDie J\u00fcnger werden ohne Gewalt abgef\u00fchrt, weil das Volk auf der Seite der J\u00fcnger stand. Es ist bezeichnend und wirft ein gutes Licht auf ihren Glaubensstand, dass die J\u00fcnger die Gunst des Volkes nicht ausnutzten, sondern dass sie der erneuten Vorladung recht gaben und mitgingen. Sie wussten, dass es Gottes Plan und Wille f\u00fcr sie ist, den f\u00fchrenden M\u00e4nnern ihres Volkes das Zeugnis von Jesus noch einmal zu sagen.<\/p>\n<p>&#8222;steinigen&#8220;: Das Volk h\u00e4tte die Verhaftung bzw. \u00fcberhaupt das Vorgehen gegen die Apostel als Gottesl\u00e4sterung sehen k\u00f6nnen, auf die sie mit der gebotenen &#8222;Steinigung&#8220; h\u00e4tten antworten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>V. 28<br \/>\n&#8222;streng verboten&#8220;: Das ist im gr. Wortlaut sehr betont etwa: &#8222;haben wir euch nicht ausdr\u00fccklich befohlen&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>&#8220; wollt ihr das Blut dieses Menschen \u00fcber uns bringen&#8220;: d.h. wollt ihr die Strafe f\u00fcr den Mord an diesem Menschen \u00fcber uns bringen. (Gute Nachricht \u00fcbertr\u00e4gt: ihr macht uns f\u00fcr den Tod dieses Menschen verantwortlich und wollt die Strafe Gottes \u00fcber uns bringen).<\/p>\n<p>Da h\u00f6ren wir den wirklichen Hintergrund der Erregung des Hohen Rates: Die Verk\u00fcndigung der Auferstehung Jesu durch Gott stellt den Hohen Rat ja st\u00e4ndig neu als M\u00f6rder des Messias hin, und das bringt Blutschuld \u00fcber die M\u00f6rder!<br \/>\nDer Ruf am Karfreitag &#8222;Sein Blut komme \u00fcber uns und unsere Kinder&#8220; w\u00fcrde auch dann schreckliche Wahrheit werden, wenn dieser &#8222;schw\u00e4rmerische Wahnsinn&#8220; der J\u00fcnger die R\u00f6mer zum Eingreifen bringen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>&#8222;in diesem Namen&#8220; und &#8222;Blut dieses Menschen&#8220;: Dadurch, dass die Hohen Priester den Namen &#8222;Jesus&#8220; vermeiden, ihn vielleicht nicht \u00fcber die Lippen bekommen, wird deutlich, dass es letztlich nur um diesen Namen, um diesen Menschen geht. Es geht allein um Jesus!<\/p>\n<p>V. 29<br \/>\n&#8222;gehorchen&#8220;: im gr. Zusammengesetzes Wort aus 1. vertrauen, sich verlassen auf, sich \u00fcberzeugen\/\u00fcberreden lassen, folgen. Und 2. F\u00fchrer, Anf\u00fchrer, Oberhaupt. Gehorchen ist ein Sich-Verlassen auf jemand, der h\u00f6her ist als ich. Nun wird auch deutlich, warum man Gott mehr gehorchen soll als den Menschen: Weil man Gott mehr vertrauen kann, weil man sich auf ihn mehr verlassen kann als auf Menschen, und weil Gott h\u00f6her steht als jeder Mensch.<\/p>\n<p>V. 30<br \/>\n&#8222;Der Gott unserer V\u00e4ter hat Jesus auferweckt&#8220;: Das ist der Grund des Gehorsams gegen Gott: Keine subjektive Einsch\u00e4tzung religi\u00f6ser Fragen, sondern unab\u00e4nderliche, g\u00f6ttliche Tatsachen! Es muss auch in unserer Verk\u00fcndigung deutlich werden, dass wir nicht unsere theologischen, philosophischen und weltanschaulichen Gedanken predigen, sondern eben Tatsachen, die Gott selbst geschaffen hat.<\/p>\n<p>&#8222;Ihr habt ihn ans Holz geh\u00e4ngt&#8220; &#8211; damit hat der Hohe Rat Jesus nach 5. Mose 21,22f als Verfluchten gekennzeichnet (Vgl. Gal 3,13). <\/p>\n<p>V. 31<br \/>\nUnd genau diesen &#8222;Verfluchten&#8220; hat Gott zum F\u00fcrsten und Retter erh\u00f6ht!<\/p>\n<p>&#8222;Retter, Erl\u00f6ser, Heiland&#8220; war im AT Gottes Ehrennahme! (Siehe Konkordanz). Nun wird dieser Name auf Jesus \u00fcbertragen. D.h. die J\u00fcnger erkennen in Jesus Jahwe selbst, die Einheit Jesu mit Gott. (Sp\u00e4ter brachte man den Titel: Retter mit dem Retter-Titel, den sich die r\u00f6mischen Kaiser gaben, in Verbindung und sah in Jesus den &#8222;echten&#8220; Retter. F\u00fcr die Juden ist der Name &#8222;Retter&#8220; biblisch und g\u00f6ttlich und zwingt vom AT her Israel zur Entscheidung (so Werner de Boor))<\/p>\n<p>&#8222;Busse&#8220;: w\u00f6rtl. Sinnes\u00e4nderung, Umdenken, dadurch auch Umkehr, Bekehrung bzw. Abkehr.<br \/>\nBusse und Umkehr war schon in der Predigt Johannes des T\u00e4ufers unangenehm. Auch heute in &#8222;christlichen&#8220; Kreisen ist die Predigt von der Bekehrung l\u00e4stig, schw\u00e4rmerisch und gesetzlich geworden. Wir k\u00f6nnen und d\u00fcrfen aber nicht darauf verzichten! Es ist auch bei uns n\u00f6tig, dass statt eines allgemein anerkannten &#8222;Hineinwachsens&#8220; ins Christsein die Wichtigkeit einer profilierten Abwendung vom alten Leben und Hinwendung zu Jesus wieder betont wird, sonst werden wir in einer frommen Beliebigkeit untergehen! (Das Problem der zweiten und dritten Generation in allen Gemeinden und frommen Werken). Bekehrung ist und bleibt, dass man sein ganzes bisheriges Tun, so moralisch einwandfrei und nach au\u00dfen hin fromm es auch war, als S\u00fcnde erkennt und von Gott geschenkt neu lebt!<\/p>\n<p>Zur aktuellen Diskussion der Judenmission: Deutlich ist hier, dass Petrus gerade Israel die Umkehr und Vergebung anbietet! Dadurch wird beides korrigiert: Die fr\u00fcher vertretene Meinung, dass Israel verworfen sei, weil es den Messias gekreuzigt habe, und dass jetzt die Gemeinde Jesu an Israels Stelle getreten sei.<br \/>\nAuch die in der aktuellen Diskussion vertretene Ansicht, dass Israel aufgrund seiner atl. Verhei\u00dfung eh gerettet wird, wird korrigiert: Auch Israel wird nur durch den Messias Jesus zum Heil gelangen, und nicht ohne ihn!<\/p>\n<p>V. 33<br \/>\n&#8222;ging&#8217;s ihnen durchs Herz&#8220;: w\u00f6rtl.: da wurden sie (mitten hin-)durchges\u00e4gt. \u00dcbertragen: Sie wurden zornig, sie ergrimmten.<br \/>\nWo die Forderung der Bekehrung an &#8222;fromme&#8220; Menschen gerichtet wird und vom Stolz der eigenen Fr\u00f6mmigkeit abgelehnt wird, bleibt es nicht bei der einfachen sachlichen Verneinung der Botschaft, da kommt&#8217;s zur leidenschaftlichen Emp\u00f6rung: &#8222;mitten hindurchges\u00e4gt&#8220; und nur noch zu dem einen Wunsch, die unangenehmen Prediger zu<\/p>\n<p>&#8222;t\u00f6ten&#8220;: w\u00f6rtl. wegschaffen, sogar: nach oben nehmen.<\/p>\n<p>&#8222;Vor der Forderung der Bekehrung kann man nur eines: zusammenbrechen und sich beugen oder &#8211; hassen&#8220; (Werner de Boor)<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\nV. 29: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen &#8211; das ist Freiheit!<br \/>\nVollmacht stellt sich da ein, wo man von der Menschenfurcht zur Gottesfurcht gekommen ist. Wo man von Menschen frei wird und an Gott absolut gebunden ist.<\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\nAuch wenn wir in unserem Land nicht unseres Glaubens wegen ins Gef\u00e4ngnis kommen, fehlt uns die innere Freiheit oft mehr als in L\u00e4ndern, in denen die \u00e4u\u00dfere Freiheit bedroht ist. Menschenfurcht ist ein gro\u00dfes Thema in unserer Zeit! Da brauchen wir Befreiung. Befreiung zum Zeugnis und zum vollm\u00e4chtigen Dienst!<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<\/p>\n<p>7.1. Die Geschichte veranschaulicht sich vor allem selbst:<br \/>\nZuerst Gef\u00e4ngnis, dann Befreiung durch das m\u00e4chtige und wunderbare Eingreifen Gottes, dann die gelebte Freiheit der J\u00fcnger, die sich auch in ihrem (inneren) Freimut dem Hohen Rat gegen\u00fcber zeigt!<\/p>\n<p>7.2. Stellen wir uns eine Kugel vor, die mit drei Schn\u00fcren an der Decke befestigt ist. (In der Predigt kann das vielleicht sogar vorgemacht werden) Die Schn\u00fcre sind so angebracht, dass die Haken (oder Rei\u00dfn\u00e4gel o.\u00e4.) in der Decke ein Dreieck bilden.<br \/>\nIn welche Richtung wird sich die Kugel bewegen lassen? Antwort: In keine! Die Kugel h\u00e4ngt unbeweglich.<\/p>\n<p>Nun schneiden wir eine Schnur ab. Die Kugel wird auf einmal beweglich, allerdings nur in eine Richtung. Da schwingt sie hin und her.<\/p>\n<p>Wie hat die Kugel den gr\u00f6\u00dften Bewegungsspielraum, die gr\u00f6\u00dfte Freiheit: Wenn sie nur noch an einem Faden h\u00e4ngt. Dann kann sie sich in alle Richtungen der Ebene (bzw. der Kugelfl\u00e4che) bewegen.<\/p>\n<p>Manche sagen: Die gr\u00f6\u00dfte Freiheit hat die Kugel, wenn man sie ganz abschneidet. Aber das ist falsch: Da kann sie sich zun\u00e4chst nur noch in eine Richtung bewegen: Nach unten. Dann f\u00e4llt sie auf den Boden, rollt in eine Ecke und bleibt f\u00fcr alle Zeiten bewegungslos liegen.<\/p>\n<p>Echte Freiheit gibt&#8217;s nur, wenn wir uns an Gott festbinden, und sonst alle anderen Bindungen l\u00f6sen. <\/p>\n<p>Die Apostel zeigen diese Freiheit durch den Satz in v. 29.<\/p>\n<p>7.3. Was ist Vollmacht<br \/>\nBsp. Elia: Warum kann Elia in 1. K\u00f6n 17 so vollm\u00e4chtig und aufrecht vor dem b\u00f6sen K\u00f6nig Ahab stehen? 1. K\u00f6n 17,1 zeigt uns wesentliches: Elia steht nicht vor Ahab, sondern vor Gott. Deshalb steht er aufrecht vor Menschen.<\/p>\n<p>7.4. Auch Jesus selbst kann mit gro\u00dfer Vollmacht und Souver\u00e4nit\u00e4t vor Pilatus stehen, als der Prozess \u00fcber ihm gehalten wird. Warum?<br \/>\n&#8222;Du h\u00e4ttest keine macht \u00fcber mich, wenn sie Dir nicht von oben herab gegeben w\u00e4re.&#8220; Wer nur Gott gegen\u00fcber verpflichtet ist, ist vollm\u00e4chtig!<\/p>\n<p>7.5. Martin Luther, wegen seinen reformatorischen \u00c4u\u00dferungen und Schriften angeklagt sprach auf dem Reichstag in Worms (1521) (vielleicht?) den ber\u00fchmten Satz: &#8222;Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir!&#8220;. Er wusste, dass er mit diesen Worten sein Leben aufs Spiel setzte.<\/p>\n<p>7.6. Wichtig: Vollmacht ist nicht etwas, das man von Gott verlangen oder erbitten k\u00f6nnte. Vollmacht ist die Folge davon, dass jemand sagt, was Gott gesagt haben m\u00f6chte. Vollm\u00e4chtig ist nicht der Prediger, sondern Gottes Wort, wenn wir&#8217;s ganz und klar weitergeben. Vollmacht h\u00e4ngt nicht von der \u201eHeiligung\u201c des Predigers ab \u2013 wer w\u00e4re dann vollm\u00e4chtig?! (Der Umkehrschluss aber ist auch falsch: Es ist egal, wie wir als Verk\u00fcndiger leben!)<br \/>\nEine Bankvollmacht kann man nicht von jemandem erbitten, man kann nur, wenn man sie von jemandem bekommen hat, verantwortlich damit umgehen!<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<\/p>\n<p>Vollmacht braucht \u00e4u\u00dfere und innere M\u00f6glichkeit. Die \u00e4u\u00dfere: Wer in der Einzelzelle sitzt, kann nicht vollm\u00e4chtig predigen. Die innere: Manchmal ist man gehemmt, gebunden, wie im Gef\u00e4ngnis, dass man nicht sagen kann, was man sagen m\u00f6chte bzw. Wir wollen beide Ebenen miteinander verflochten auslegen.<\/p>\n<p>\u00dcberschrift: Er gibt neue Vollmacht<br \/>\nDie J\u00fcnger haben Vollmacht und mutiges Zeugnis gezeigt: Schon in der letzten Verhandlung zeigten sie ihre Vollmacht (Kap. 4, 1ff), auch an Pfingsten predigten sie mit durchdringender Wirkung (Kap. 2). Aber diese M\u00f6glichkeit kann angefochten sein:<\/p>\n<p>1. Angefochtene Vollmacht<br \/>\nHier zuerst einmal \u00e4u\u00dferlich: Sie werden in \u00f6ffentlichen Gewahrsam gebracht. Sie sitzen im Gef\u00e4ngnis (s.o.: Band, Bindemittel, Fessel), und Ihr Aktionsradius ist &#8222;sehr eingeschr\u00e4nkt&#8220;. Sie haben buchst\u00e4blich keine (Voll-)Macht mehr. Sie k\u00f6nnen nicht einmal hingehen, wohin sie wollen, tun, was sie wollen. Auch innerlich kann uns die (Voll-)Macht verloren gehen: Durch aufsteigende Menschenfurcht. Durch Frustration, die wir ja dann erleben, wenn unsere Arbeit (auch unser frommes Tun) keinen Erfolg zeitigt. Wenn uns der Blick auf Jesus abhanden kommt und wir nur noch uns selbst sehen. Manchmal sind es auch schwerm\u00fctige &#8222;Verstimmungen&#8220;, die uns plagen. Gegner machen uns das Leben schwer, sind eifers\u00fcchtig und neidisch, verleumden uns, &#8222;legen Hand an uns&#8220;. All das setzt uns in ein Gef\u00e4ngnis, dessen Tore, Riegel und Schl\u00f6sser manchmal sehr gut verschlossen sind. <\/p>\n<p>2. Geschenkte Vollmacht<br \/>\nVollmacht ist immer geschenkt, verliehen (S. 7.6). Ganz lapidar steht es da: \u201eEin Engel des Herrn \u00f6ffnete des Nachts die T\u00fcren des Gef\u00e4ngnisses.\u201c Wer im Gef\u00e4ngnis sitzt, kann nichts zu seiner Freiheit beitragen. Diese Freiheit muss erbeten und von Gott geschenkt werden. Wichtig: bei allem, was uns die Vollmacht nehmen will: Gott hat die beengenden \u00e4u\u00dferen Ereignisse und inneren Zust\u00e4nde in der Hand, und kann immer einen Engel schicken, der uns wieder in Vollmacht und Freiheit bringt!<br \/>\nInteressant ist, dass die Tore, Riegel und Schl\u00f6sser immer noch gut verschlossen sind &#8211; die J\u00fcnger sind trotzdem frei.<br \/>\nWen der Sohn frei macht, der ist recht frei!<\/p>\n<p>3. Gen\u00fctzte Vollmacht<br \/>\nVollmacht und Freiheit bekommen wir nicht, um tun und lassen zu k\u00f6nnen, was wir wollen. Die von Gott geschenkte Vollmacht ist mit einem Auftrag verbunden. Werden wir es neu sehen, dass wir nur in Gottes Auftrag richtig vollm\u00e4chtig sind? Wir sollten nicht bitten: \u201eHerr, gib mir Vollmacht\u201c. Sondern uns ganz in den Auftrag Gottes hinein geben. In unseren Gemeinden stellen wir mancherorts eine gro\u00dfe M\u00fcdigkeit fest. Da helfen keine Appelle, da hilft nur neue Freiheit zum Zeugnis und zum Dienst. Diese Freiheit muss uns von Gott geschenkt werden, dann aber auch gen\u00fctzt werden. Dann wird Vollmacht daraus.<br \/>\nUngen\u00fctzte Freiheit setzt uns neu gefangen!<\/p>\n<p>Vollmacht zum Zeugnis: Vgl. Luther, Elia. <\/p>\n<p>Echte Vollmacht ist immer dort und nur dort, wo totale Gebundenheit und Gehorsam Gott gegen\u00fcber ist. Und nur dort, wo alle anderen Bindungen abgeschnitten werden (Bsp. mit der h\u00e4ngenden Kugel)<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen das n\u00fcchtern sehen: Wo wir freim\u00fctig das Wort des Lebens weitersagen, spalten wir die Leute: Wir machen alle zu M\u00f6rdern Jesu, die einen beugen sich darunter, kommen zu echter Busse (s.o. bei Einzelerkl\u00e4rung) und werden auch frei, die andern wehren sich und bleiben Knechte ihres eigenen s\u00fcndigen Ichs. Letztere werden uns zu &#8222;zers\u00e4gten&#8220; Gegnern werden, das liegt in der Natur der Sache.<\/p>\n<p>Wir wollen neu alle Menschenfurcht ablegen, uns ganz an Gott h\u00e4ngen, und auch das \u201eWort des Lebens\u201c austeilen, zur Zeit und zur Unzeit<\/p>\n<p>Schluss:<br \/>\nFreiheit l\u00e4sst sich zusammenfassen in dem einen Satz: Man muss Gott mehr gehorchen (s. Einzelerkl\u00e4rung) als den Menschen. Die Folge davon ist: Vollmacht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott bleibt treu &#8211; dem, der versagtPredigtthema: Er gibt neue Vollmacht Bibelstelle: Apostelgeschichte 5, 17-33 Verfasser: Matthias K\u00f6hler 1. Der Zusammenhang Die prompte Reaktion der f\u00fchrenden K\u00f6pfe in Jerusalem auf die wunderbaren Ereignisse, die in der Gemeinde geschehen sind. 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