{"id":1389,"date":"2003-06-18T11:45:23","date_gmt":"2003-06-18T09:45:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=207"},"modified":"2003-06-18T11:45:23","modified_gmt":"2003-06-18T09:45:23","slug":"predigthilfe-vom-20-7-2003-micha-71-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-20-7-2003-micha-71-7\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 20.7.2003 &#8211; Micha 7,1-7"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Tiefblick gewinnen<br \/>Predigtthema: Die rechte Fr\u00f6mmigkeit<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Micha 7,1-7<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Boris Paschke<\/strong><\/p>\n<p>Verwendete Micha-Kommentare<br \/>\n&#8211; Allen, Leslie C., The Books of Joel, Obadiah, Jonah and Micah (NICOT), Grand Rapids: Eerdmanns, 1976.<br \/>\n&#8211; Keil, C.F., Minor Prophets (Commentary on the Old Testament, Vol. X), Grand Rapids: Eerdmanns, Reprint 1989.<br \/>\n&#8211; Martin, John A., \u201eMicha\u201c, Das Alte Testamant erkl\u00e4rt und ausgelegt, Bd.3, Neuhausen-Stuttgart: H\u00e4nssler, 1991, S.575-598.<br \/>\n&#8211; Schibler, Daniel, Der Prophet Micha (Wuppertaler Studienbibel), Wuppertal: Brockhaus, 1991.<br \/>\n&#8211; von Ungern-Sternberg, R.F., Der Rechtsstreit Gottes mit seiner Gemeinde: Der Prophet Micha (BAT 23\/III), Stuttgart: Calwer Verlag, 1979.<\/p>\n<p>1. Zusammenhang<br \/>\n\u201eDas Buch enth\u00e4lt drei Botschaften (Mi 1,2-2,13; Kap.3-5; Kap.6-7), die alle mit der Ermahnung &#8218;H\u00f6ret&#8216; oder &#8218;H\u00f6ret doch&#8216; (was der Herr den V\u00f6lkern zu sagen hat) beginnen.\u201c (John A. Martin, \u201eMicha\u201c, Das AT erkl\u00e4rt &amp; ausgelegt, Bd.3, S.575) Diese 3 Botschaften beinhalten jeweils sowohl das Aufdecken von S\u00fcnde &amp; die Ank\u00fcndigung von Gericht als auch die Hoffnung auf eine Wiederherstellung. Der vorliegende Abschnitt ist Teil der 3.Botschaft.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\n&#8211; \u00c4hnliche Missst\u00e4nde (z.B. Bestechlichkeit) werden auch bei anderen Propheten angek\u00fcndigt<br \/>\n&#8211; V.6 wird von Jesus zitiert (Mt 10,35-36)<br \/>\n&#8211; Zu V.1-2 vgl. Ps 12,2; Jes 57,1, sowie das \u201eElia-Syndrom\u201c (1K\u00f6n 19,10.14.18)<br \/>\n&#8211; Bekenntnis bzw. Vorsatz des Micha \u201eIch aber will&#8230;\u201c (vgl. Josua 24,15)<\/p>\n<p>3. Aufbau\/Gliederung des Textes<br \/>\n1) Micha beklagt sich \u00fcber die Gottlosigkeit des Volkes (V.1-4a)<br \/>\n2) Micha k\u00fcndigt Gericht an (V.4b)<br \/>\n3) Micha warnt das Volk, sich gegenseitig aufgrund der Gottlosigkeit nicht zu vertrauen (V.5-6)<br \/>\n4) Micha bekennt sein pers\u00f6nliches Vertrauen auf Gott (V.7)<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nVers 1<br \/>\n\u201eWehe mir!\u201c: hebr. allaj li, Wehklage; Schrei, der Micha&#8217;s Verzweiflung &amp; Not zum Ausdruck bringt (vgl. Hiob 10,15). Es handelt sich bei Micha 7,1-7 um ein sog. \u201eKlagelied des Einzelnen\u201c. Viele Psalmen geh\u00f6ren dieser literarischen Gattung an (z.B. die Psalmen  5, 13, 22, 31, 55 und 71) Micha benutzt dieses Klagelied, um zum Ausdruck zu bringen, wie schwer die in Israel vorhandenen Missst\u00e4nde auf seinen Schultern liegen. Vermutlich trug er dieses Lied im Tempel vor.<br \/>\n\u201ewie\u201c: hebr. ke, Micha beginnt sein Klagelied mit einem Vergleich, dem Gleichnis von der Nachlese. Dieses Gleichnis wird dann im folgenden Vers gedeutet (V.2a).<br \/>\nAuch in Vers 4a taucht das \u201ewie\u201c 2x auf, d.h. auch hier redet Micha in Gleichnissen\/Vergleichen.<br \/>\n\u201eNachlese\u201c: Die Nachlese war ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Armen bestimmt (3Mose 19,9-10; Rut 2). Micha kommt sich also hier elend vor, weil er als einer in Erscheinung tritt, der auf die Nachlese angewiesen ist, als einer, dessen letzte Hoffnung die Nachlese ist.<br \/>\n\u201ekeine Traube\u201c\/\u201ckeine Fr\u00fchfeige\u201c: Bei der Nachlese ist Micha allerdings erfolglos. Er findet weder Trauben noch k\u00f6stliche Fr\u00fchfeigen (vgl. Jes 28,4) <\/p>\n<p>Vers 2a<br \/>\nIn V. 2a findet sich nun die Deutung des Gleichnisses: Das \u201eLand\u201c (d.h. das Volk Israel) ist hier \u2013 wie so oft in der Bibel (z.B. Jes 5,1-7; Mt 21,33-41) &#8211; der Weinberg, von dem Gott als Weinberg-Besitzer Fr\u00fcchte erwartet und fordert (in Hosea 9,10 ist \u00fcbrigens auch die Fr\u00fchfeige ein Bild f\u00fcr Israel). Die von Gott erwarteten Fr\u00fcchte sind aber hier leider nicht vorhanden, denn Micha findet weder \u201eFromme\u201c (=Trauben) noch \u201eRechtschaffene\u201c (=Fr\u00fchfeigen). ROLF FREIHERR VON UNGERN-STERNBERG schreibt in seinem Micha-Kommentar: \u201eMicha klagt bereits dar\u00fcber, dass er als Bote Gottes nur noch nachlesen kann. Vielleicht findet er noch ein wenig. Nein, er findet gar nichts! &#8230; Es ist alles Gott entzogen.\u201c (S.157) Und DANIEL SCHIBLER schreibt: \u201eSo wie ein Weinleser, der im Herbst eifrig auf ein paar \u00fcbriggelassene oder sp\u00e4ter erst reifgewordene Trauben hofft (oder es wagt im Fr\u00fchsommer von Erstlingsfeigen zu tr\u00e4umen), dann aber zutiefst entt\u00e4uscht ist, wenn er nichts vorfindet, so best\u00fcrzt ist hier unser Prophet angesichts des vollst\u00e4ndigen Mangels an Rechtschaffenheit und Redlichkeit.\u201c (S.110)  <\/p>\n<p>Verse 2b-3<br \/>\nIn diesen Versen gibt Micha einen Einblick in die in Israel zu beobachtende Bosheit. Er beschuldigt zun\u00e4chst die ganze Gesellschaft (\u201ealle\u201c und \u201ejeder\u201c in V.2b), sowie in einem 2.Schritt speziell die f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten (\u201eOberste\u201c, \u201eRichter\u201c, \u201eGro\u00dfe\u201c in V.3) Vergehen sind hier z.B.: Bluttat, Nachstellungen, Bestechlichkeit, Gier. DANIEL SCHIBLER bezeichnet diese Auflistung als \u201emoralisches Manifest\u201c (S.110) und schreibt: \u201eMan versteht jetzt seinen Ausruf &#8218;Wehe mir!&#8216; in Vers 1 um so besser: Welch einen unbeschreiblichen Schmerz muss ein Wortf\u00fchrer Gottes erlitten haben, als er mit ansehen musste, wie die Grundlagen einer von Gott errichteten Gesellschaft auseinander fielen.\u201c (S.111) <\/p>\n<p>Vers 4a<br \/>\n\u201ewie\u201c: hebr ke, es folgen zwei weitere Vergleiche\/Gleichnisse (ebenfalls aus der Pflanzenwelt), die klarmachen, wie abgrundtief verdorben die Zeitgenossen Michas waren.<br \/>\n\t&#8211; \u201eder Beste unter ihnen\u201c = \u201eDornstrauch\u201c<br \/>\n\t&#8211; \u201eder Rechtschaffenste unter ihnen\u201c = \u201eDornhecke\u201c<br \/>\n\u201eDornstrauch\u201c\/\u201cDornhecke\u201c: es handelt sich hier um unn\u00fctze und sogar sch\u00e4dliche\/verletzende\/gef\u00e4hrliche Pflanzen. Sehr oft werden die heidnischen\/feindlichen V\u00f6lker als \u201eDornen\u201c f\u00fcr Israel gesehen (vgl. 4Mose 33,55; Josua 23,13; Hes 28,24). Vgl. auch 2Kor 12,7, wo Paulus von seinem \u201eStachel\/Dorn\/Splitter (gr.&#61472;skolops) im Fleisch\u201c redet.  <\/p>\n<p>Vers 4b<br \/>\nLESLIE C. ALLEN schreibt treffend, dass sich Micha hier in Vers 4b von der Diagnose der Prognose zuwendet (S.387): Nachdem Micha in den vorausgehenden Versen \u00fcber die augenscheinliche Bosheit und Gottlosigkeit des Volkes geklagt hat (Diagnose), wendet er sich nun in einer Art Gebet an Gott und redet dabei \u00fcber das kommende Gericht (Prognose). In der rev. Elberfelder-\u00dcbersetzung kommt (besser als in der Luther-84) zum Ausdruck, dass Gott hier der Angesprochene ist! LESLIE C. ALLEN weist des weiteren darauf hin, dass es in der literarischen Gattung \u201eKlagelied des Einzelnen\u201c durchaus \u00fcblich ist, dass der Sprecher sich nach einer beobachtenden Beschreibung Gott zuwendet und Ihn direkt anredet. Allen nennt daf\u00fcr folgendes Bsp.:<br \/>\nPs. 55,24 (\u201eUnd du, Gott, wirst sie hinuntersto\u00dfen in die tiefste Grube&#8230;\u201c)  <\/p>\n<p>\u201edeine W\u00e4chter\u201c: Das Wort \u201eW\u00e4chter\u201c kann folgende 2 Bedeutungen haben:<br \/>\n&#8211; Krieger, der als Posten einer auf dem Turm einer Stadtbefestigung steht und Ausschau h\u00e4lt (2Sam 18,24-27; 2K\u00f6n 9,17-18)<br \/>\n&#8211; Propheten Gottes, die kommendes Unheil verk\u00fcndigt haben (Jer 6,17; Hes 3,17; 33,7)<br \/>\nHier ist wohl in erster Linie die zweite Bedeutung (\u201ePropheten\u201c) von Micha beabsichtigt, obwohl am kommenden \u201eTag deiner W\u00e4chter\u201c auch die ersteren W\u00e4chter viel zu tun haben werden. ROLF FREIHERR VON UNGERN-STERNBERG schreibt: \u201eEs kommt der Tag, an dem er [der W\u00e4chter] das Alarmhorn blasen wird, weil feindliche Heeresmassen heran marschieren. Dann wird &#8218;Verwirrung&#8216; eintreten.\u201c (S.158)  <\/p>\n<p>Vers 5<br \/>\nNach diesem Einschub des Gebets und der drohenden Gerichtsbotschaft f\u00e4hrt Micha mit der Beschreibung der Missst\u00e4nde fort. Er wendet sich dabei mit den warnenden Worten \u201eGlaubt nicht&#8230;!\u201c direkt an das Volk Israel. Dabei wird klar, dass der einzelne Israelit niemandem mehr vertrauen kann. DANIEL SCHIBLER hat richtig beobachtet, \u201edass die betreffenden Personen, denen man nicht mehr trauen soll, nach dem Grad der Vertrautheit geordnet sind.\u201c (S.112)<br \/>\n&#8211; \u201eGef\u00e4hrte\u201c (Elb.)\/\u201eN\u00e4chster\u201c (Luther-84)<br \/>\n&#8211; \u201eVertrauter\u201c (Elb.)\/\u201eFreund\u201c (Luther-84)<br \/>\n&#8211; \u201edie an deinem Busen liegt\u201c (Elb)\/\u201edie in deinen Armen schl\u00e4ft\u201c (Lu-84)<br \/>\nWie traurig, dass man damals sogar den engsten Vertrauten, ja, selbst der eigenen Ehefrau nicht mehr vertrauen konnte! Und das in einer Kultur, in der die Familie eigentlich doch sehr hoch bewertet wurde.<\/p>\n<p>Vers 6<br \/>\n\u201eDenn\u201c: hebr. ki, In diesem Vers liefert Micha nun die Begr\u00fcndung f\u00fcr die in Vers 5 ausgesprochene Warnung. Die interfamili\u00e4ren Probleme sind tiefgreifend und spiegeln die Verachtung Gottes und seines Wortes wider:<br \/>\n&#8211; Sohn behandelt Vater ver\u00e4chtlich (vgl. 2Mose 20,12; Spr 15,20; 23,22)<br \/>\n&#8211; Tochter erhebt sich gegen Mutter (vgl. 3Mose 19,3)<br \/>\n&#8211; Schwiegertochter erhebt sich gegen Schwiegermutter<br \/>\n&#8211; Feinde eines Mannes sind seine eigenen Hausgenossen  <\/p>\n<p>In Mt 10,21.35-36; Mk 13,12 und Lk 12,52-53 wird dieser Vers Micha 7,6 von Jesus im Zusammenhang der Ansage kommender Verfolgungen umschrieben bzw. zitiert. \u201eEr besagt dort,\u201c &#8211; so  ROLF FREIHERR VON UNGERN-STERNBERG, \u201edass die Entscheidung f\u00fcr oder gegen Christus, vor allem in der Zeit einer Christenverfolgung, auch mitten durch eine Familie hindurchgehen kann &#8230; Damit erh\u00e4lt dieses Wort Michas in der Weissagung Jesu einen neuen Sinn, weil es in eine neue Gotteszeit hineingestellt wird. Dabei werden in diesem Worte Tiefen sichtbar, die Micha selbst nicht bewusst sein konnten.\u201c (S.161-162)<\/p>\n<p>Vers 7<br \/>\n\u201eIch aber\u201c: hebr. wa&#8217;ani, Micha bringt hier einen pl\u00f6tzlichen Gegensatz\/Umschwung zum Ausdruck, und zwar einen Umschwung von allgemeinem Pessimismus zu pers\u00f6nlichem Optimismus (LESLIE C. ALLEN, S.389) SCHIBLER und ALLEN sind sich darin einig, da\u00df die eine optimistische Sicht einleitenden Worte \u201eich aber\u201c typisch f\u00fcr ein \u201eKlagelied des Einzelnen\u201c sind. Bsp.: Ps 5,8; 31,15; 55,17. Micha will zwei Dinge tun:<br \/>\n&#61590;nach dem Herrn ausschauen<br \/>\n&#61590;auf den Gott seines Heils warten<br \/>\nUnd er darf sich sicher sein: \u201emein Gott wird mich erh\u00f6ren.\u201c<br \/>\nSCHIBLER schreibt: \u201eDer Kontrast mit dem vorangehenden Teil des Abschnitts ist gewiss beabsichtigt. Es handelt sich doch um die Vertrauenserkl\u00e4rung eines Gl\u00e4ubigen in einer menschlich gesehen hoffnungslosen Lage, genau so, wie man sie h\u00e4ufig in den Psalmen findet.\u201c (S.113)<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\nMicha muss voller Herzschmerz feststellen, dass im Volk Israel keine Fr\u00f6mmigkeit mehr vorhanden ist. Das genaue Gegenteil ist leider f\u00fcr ihn zu beobachten. Wohin er blickt: Lauter Bosheit, Bestechung, Blutvergie\u00dfen, Gier, interfamili\u00e4res Misstrauen usw. Gott kann diese S\u00fcnde des Volkes nicht unbestraft lassen. Micha k\u00fcndigt das kommende Gericht an, bringt aber zugleich zum Ausdruck, dass er auf Gott vertraut und sich in Ihm sicher wei\u00df.  <\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\n&#8211; Auch heute sind wir als wiedergeborene Christen in der Minderheit (Phil 2,15)<br \/>\n&#8211; Auch heute sind die von Micha aufgelisteten Missst\u00e4nde zu beobachten<br \/>\n&#8211; Auch heute ist die Gerichtsdrohung (ewige Verdammnis\/H\u00f6lle) immer noch aktuell<br \/>\n&#8211; Auch heute d\u00fcrfen wir unser Vertrauen auf den \u201eGott unseres Heils\u201c setzen<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\n&#8211; Das Gleichnis von Weinberg &amp; Nachlese (V.1-2a): Hier liefern die Weinberge des Remstals gute Anschauungs-Geschichten. Weinbau-Kundige k\u00f6nnen hier in einer Predigt n\u00e4here Informationen geben. Ich habe selbst bei Spazierg\u00e4ngen durch die Weinberge in Grunbach schon eine Art \u201eNachlese\u201c betrieben, indem ich \u00fcbriggebliebene Reben mitgenommen habe.<br \/>\n&#8211; Missst\u00e4nde in der Gesellschaft (V.2b-4a): Hier k\u00f6nnte man beobachtete Missst\u00e4nde nennen (z.B. aus Fernseh-Reportagen od. aus eigenem Erleben) Es gilt aber zu bedenken, dass Deutschland im Gegensatz zum alttestamentlichen Israel kein Gottesstaat ist.<br \/>\n&#8211; Gerichtsbotschaft (V.4b): Auch auf unsere Welt wartet noch ein Tag, den die Propheten vorausgesehen haben. Das letztendliche Gericht wird die ewige Verdammnis sein, vor der wir auch in dieser Predigt, wenn wir bei Vers 4 angekommen sind, warnen m\u00fcssen. Daraufhin d\u00fcrfen wir das wunderbare Evangelium von Jesus Christus verk\u00fcnden und zum Glauben an Ihn einladen.<br \/>\n&#8211; Missst\u00e4nde in der Familie (V.5-6): Es gilt zu fragen: Wo sind auch in unseren Familien diese oder \u00e4hnliche Missst\u00e4nde zu beobachten. Aufruf zur Bu\u00dfe. Zur Warnung \u201eBewahre die T\u00fcr deines Mundes vor der, die in deinen Armen schl\u00e4ft\u201c (V.6) passt evtl. ein Tatsachenbericht aus der ehemaligen DDR, wo man z.T. selbst engsten Freunden od. Familienangeh\u00f6rigen nicht trauen durfte, weil sie evtl. Spitzel waren.<br \/>\n&#8211; \u201eIch aber&#8230;\u201c als Ausdruck des pers\u00f6nlichen Gottvertrauens (V.7): Hier bietet sich an, dass man als Prediger in einer Art Zeugnis sein pers\u00f6nliches Gottvertrauen bekennt. <\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<br \/>\nDie Texte der Bibel kann man bestimmten literarischen Gattungen zuordnen. Die Texte, die zu einer bestimmten Gattung geh\u00f6ren (z.B. die Briefe), weisen jeweils viele der f\u00fcr diese Gattung typischen Elemente auf (im Falle der Gattung \u201eBrief\u201c w\u00e4ren das z.B. Absender, Adressat[en], Anfangsgru\u00df und Schluss). Mit Ausnahme von C.F. KEIL, der annimmt, dass sich hinter dem \u201eich\u201c-Sprecher in Micha 7,1-7 die gesamte gl\u00e4ubige Gemeinde der damaligen Zeit mit Micha als deren Sprecher\/Repr\u00e4sentanten verbirgt (S.503), gehen alle von mir konsultierten Kommentatoren davon aus, dass es sich bei Micha 7,1-7 um ein sog. \u201eKlagelied des Einzelnen\u201c handelt. <\/p>\n<p>Auf diese Beobachtung kann man die Predigt aufbauen, indem man z.B. als Predigtthema die \u00dcberschrift \u201eMichas Klagelied\u201c w\u00e4hlt. Au\u00dferdem kann man die einzelnen Predigtpunkte mit Bezeichnungen aus der Musik \u00fcberschreiben (z.B. Strophe, Interludium (Zwischenspiel, Finale &#8230;).<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche Predigtgliederung w\u00e4re dann:<br \/>\n1.Michas Klagelied \u00fcber Israels Gottlosigkeit \u2013 Strophe 1 (V.1-4a)<br \/>\n2.Michas Ank\u00fcndigung des Gerichts \u2013 Zwischenspiel (V.4b)<br \/>\n3.Michas Klagelied \u00fcber Israels Gottlosigkeit \u2013 Strophe 2 (V.5-6)<br \/>\n4.Michas Bekenntnis seines pers\u00f6nlichen Gottvertrauens \u2013 Finale (V.7)<\/p>\n<p>Ein etwas moderneres Predigt-Thema ergibt sich aus der \u00dcberlegung, dass das althebr\u00e4ische \u201eKlagelied des Einzelnen\u201c mit dem \u201eBlues\u201c vergleichbar ist. Hier einige Blues-Definitionen:<\/p>\n<p>\u201eDer Blues (blue devils), Melancholie, Ausdruck der (Sklaven-)Not und Quelle des Jazz vom fr\u00fchen l\u00e4ndlichen \u00fcber den klass. st\u00e4dtischen Blues bis heute\u201c.<\/p>\n<p>Aus: Michels, Ulrich (1994): dtv-Atlas zur Musik. Tafeln und Texte. Band 2: Historischer Teil: Vom Barock bis zur Gegenwart. 8. Auflage. M\u00fcnchen u.a.: Deutscher Taschenbuch Verlag\/B\u00e4renreiter Verlag, S. 539.<br \/>\n______________________________________________________________________<\/p>\n<p>\u201eBlues, weltl., sehr volkst\u00fcml. Lieder der Farbigen Nordamerikas [&#8230;] Die Texte erz\u00e4hlen von pers\u00f6nl. Schicksalen, Ungl\u00fccksf\u00e4llen, Armut und Tod.\u201c<\/p>\n<p>Aus: Goodman, Alfred (\u201eErscheinungsjahr nicht angegeben\u201c): W\u00f6rterbuch der Musik. Wiesbaden: Panorama Verlag, S. 30.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Predigt-\u00dcberschriften w\u00e4ren dann:<br \/>\n&#8211; \u201eMicah`s Blues\u201c<br \/>\n&#8211; Blues eines Propheten<br \/>\n&#8211; Michas&#8217;s Blues<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Tiefblick gewinnenPredigtthema: Die rechte Fr\u00f6mmigkeit Bibelstelle: Micha 7,1-7 Verfasser: Boris Paschke Verwendete Micha-Kommentare &#8211; Allen, Leslie C., The Books of Joel, Obadiah, Jonah and Micah (NICOT), Grand Rapids: Eerdmanns, 1976. &#8211; Keil, C.F., Minor Prophets (Commentary on the Old [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-1389","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-micha"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-20 10:55:15","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":{}},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1389","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1389"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1389\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1389"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1389"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1389"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}