{"id":1387,"date":"2003-06-11T11:03:43","date_gmt":"2003-06-11T09:03:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=205"},"modified":"2003-06-11T11:03:43","modified_gmt":"2003-06-11T09:03:43","slug":"predigthilfe-vom-6-7-2003-micha-6-1-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-6-7-2003-micha-6-1-8\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 6.7.2003 &#8211; Micha 6, 1-8"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Tiefblick gewinnen<br \/>Predigtthema: Der rechte Gottesdienst<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Micha 6, 1-8<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Markus Neumann<\/strong><\/p>\n<p>1. Zusammenhang<br \/>\nAuftakt zum dritten Hauptabschnitt des Buches<br \/>\na) Die Ank\u00fcndigung des Gerichtes \u00fcber Israel und Juda und die Errettung des \u00dcberrestes (Kap. 1,1 &#8211; 2,13)<br \/>\nb) Die Ank\u00fcndigung des Gerichtes \u00fcber die nationalen F\u00fchrer und die Aufrichtung des messianischen Rei-ches (Kap. 3,1 &#8211; 5,14)<br \/>\nc) Der Rechtsstreit Gottes mit Israel und die Verhei\u00dfung der zuk\u00fcnftigen Gnade (Kap. 6,1 &#8211; 7,20)<\/p>\n<p>In diesem Abschnitt schaut der Prophet zun\u00e4chst nicht nach einer Zukunft voll Segen, sondern in die Ge-genwart hinein, die voll S\u00fcnde ist. Gott hat deshalb gegenw\u00e4rtig eine Auseinandersetzung mit seinem Volk.<br \/>\nMicha redet mit Israel \u00fcber seinen moralischen Zustand. Mit einem dringenden Appell an ihr Gewissen fragt er, warum es gegen den Herrn ist. <\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nV. 1-5  vgl. 5 Mose 32,1; Jes 1,2<br \/>\nV. 6-8  vgl. 3 Mose 18,21; 20,2-5; 5 Mose 10,12; 12,31; 18,10; Mt 23,23; R\u00f6m 12,1-5; Jak 1,26-27 <\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\na) V. 1-5:  Die Anklage des Herrn wegen Israels Undankbarkeit<br \/>\nb) V. 6-8:  Michas Antwort (f\u00fcr das Volk): Das Wesen wahrer Fr\u00f6mmigkeit <\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nV. 1-2: \u201eH\u00f6rt doch\u201c: Gott ruft die Berge und Grundfesten der Erde als Zeugen. Sie sind seit Anfang der Ge-schichte des Volkes dabei. Wenn sie reden k\u00f6nnten, w\u00fcrden sie die Klage des Herrn best\u00e4tigen (evtl. rep-r\u00e4sentieren die Berge und H\u00fcgel auch die unbeteiligten Menschen an allen Orten).<br \/>\nDa\u00df der allm\u00e4chtige Gott sich herabl\u00e4\u00dft, mit seinem Volk zu rechten, ist erstaunlich.<br \/>\nV. 2a und 2b: \u201erechten\u201c, \u201eRechtsstreit\u201c f\u00fchren &#8211; hebr. rib: \u201eGerichtsverfahren, Proze\u00df\u201c<\/p>\n<p>V. 3: \u201eMein Volk&#8230;\u201c. Obwohl die ganze Szene drohend wirkt, kommt in diesem Vers auch die Sehnsucht Gottes nach seinem Volk durch.<br \/>\n\u201eWas habe ich dir getan?\u201c. Gott gibt dem Volk Gelegenheit, ihm Schuld nachzuweisen, sofern sie vorhan-den w\u00e4re.<br \/>\nVgl. Joh 8,46: \u201eWer von euch \u00fcberf\u00fchrt mich einer S\u00fcnde?\u201c (vgl. Mt 22,15; Hebr 4,15; 1 Joh 3,5)<br \/>\nDie offensichtliche Unschuld Gottes \u00fcberf\u00fchrt die Israeliten. Ihre Klagen sind grundlos. <\/p>\n<p>V. 4-5: Im Gegenteil: Gott ist g\u00fctig und erweist sich durch gerechte Taten (V.5). Dem Volk soll noch einmal vor Augen gef\u00fchrt werden, was der Herr in der Vergangenheit f\u00fcr sie getan hat:<br \/>\n&#8211;\tDie Errettung aus \u00c4gypten zeigt seine Liebe (der Exodus, das zentrale Ereignis in der Geschichte Isra-els &#8211; Erl\u00f6sung + Gesetzgebung)<br \/>\n&#8211;\tGro\u00dfartige F\u00fchrung: Mose &#8211; Gesetz; Aaron &#8211; Priestertum; Miriam &#8211; Prophetin (2 Mose 15,20-21)<br \/>\n&#8211;\tSegen statt Fluch (Balak und Bileam, s. 4 Mose 22-24)<br \/>\n&#8211;\tGn\u00e4dige F\u00fchrung in das verhei\u00dfene Land (von Schittim nach Gilgal, s. Jos 4,18-19)<br \/>\n&#8211;\t\u201eGerechte Taten\u201c, der Herr zeigt sich als der, der den Bund und seine Verhei\u00dfungen gehalten hat.<br \/>\nHier wird die Undankbarkeit Israels dem Segen des Herrn gegen\u00fcber deutlich. Welche Entschuldigung k\u00f6n-nen sie daf\u00fcr vorbringen, Gott mi\u00dfachtet zu haben?<\/p>\n<p>V. 6-7: Micha spricht f\u00fcr das Volk. Seine Frage lautet: \u201eWas m\u00fcssen wir tun, um Gottes Gunst zur\u00fcckzuge-winnen? Wie k\u00f6nnen wir ihm (im Gottesdienst) nahen? Sollen wir die besten Opfer oder viele Opfer oder sogar extreme Opfer bringen?\u201c Micha bejaht dieses extreme Opfer nicht, sondern stellt diese Frage, um Israel klarzumachen, da\u00df es nicht wiedergutmachen kann, was es Gott angetan hat.<br \/>\nVielmehr erwartet Gott ein anderes Handeln, eine Beziehung zu ihm, die sich nicht in Ritualen ersch\u00f6pft.<\/p>\n<p>V. 8: Wie also kann der Mensch Gott gefallen (vgl. R\u00f6m 8,8; 1.Thess 2,14-16; 4,1)? Erfreut sich Gott an Opfern, die doch von ihm der levitischen Ordnung nach eingesetzt waren? Nicht, wenn sie nur Ersatz f\u00fcr die Aus\u00fcbung von Gerechtigkeit, Taten der G\u00fcte oder Liebe und eine Haltung des dem\u00fctigen Gehorsams in der Beziehung zwischen Mensch und Gott sind:<br \/>\n\u201eO Mensch\u201c meint hier Israel. Gott will eine Erwiderung des Herzens, die sich in ihrem Handeln zeigt.<br \/>\n&#8211;\t\u201eRecht zu \u00fcben\u201c = Gottes Wort halten, auch die sozialen Aspekte des Gesetzes.<br \/>\n&#8211;\t\u201eG\u00fcte lieben\u201c = Mit einem willigen Geist Freundlichkeit, Barmherzigkeit zeigen.<br \/>\n&#8211;\t\u201edem\u00fctig zu gehen mit deinem Gott\u201c = in inniger Gemeinschaft mit dem Herrn leben, ohne Hochmut<br \/>\nVgl. dazu: Welche Verhaltensweisen kann Micha bei seiner Generation beobachten (die folgenden Verse 9-16; vgl. Kap 2-3; vgl. Jesu Anwendung dieser Prinzipien bei seinem Tadel den Pharis\u00e4ern gegen\u00fcber, Mt 23,23)?<\/p>\n<p>5. Spitze des Textes<br \/>\nV. 8: \u00bbMan hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu \u00fcben und G\u00fcte zu lieben und dem\u00fctig zu gehen mit deinem Gott?\u00ab<br \/>\n&#8230; ist das Prinzip f\u00fcr den Gl\u00e4ubigen, das auch das NT h\u00e4ufig aufgreift, z.B. in R\u00f6m 12,1-5; Mk 12,28-34; 1 Petr 5,5-6 u.\u00e4.<\/p>\n<p>6. Der Text heute<\/p>\n<p>6.1 \u201eh\u00f6rt&#8230;!\u201c (V.1): Das Wort Gottes ist eine laute Herausforderung an den Menschen (Jes 1,2; Mt 17,5; Offb 2,7). Das H\u00f6ren ist eine innere Stellungnahme, ein aktiver Willensakt, die Bereitschaft, sich dem Wort Got-tes auszusetzen. S\u00fcnde beginnt, wo der Mensch nicht h\u00f6ren will, was Gott ihm zu sagen hat (Jer 7,24-28; 25,3-11). Wahres H\u00f6ren ist untrennbar mit dem Glauben verbunden (Joh 5,24; R\u00f6m 10,14-18), der wieder-um mit dem Gehorsam: Wer das Wort Gottes aufnimmt und es glaubt, der l\u00e4\u00dft es auch zur Auswirkung in seinem Leben kommen (Mt 7,24; Jak 1,22; 2,17).<br \/>\nGottes Willens\u00e4u\u00dferung ist in unsere H\u00e4nde gelegt &#8211; und damit auch gro\u00dfe Verantwortung (R\u00f6m 10,14.17; 2 Kor 5,20).<\/p>\n<p>6.2 Schuldzuweisungen an Gott sind immer gegenstandslos\/erfolglos (Hebr 12,5-11; 2 Kor 12,7-10; R\u00f6m 9,19-23; Joh 8,48; Mt 22,15). Rechtsstreitigkeiten mit Gott gehen immer zu Lasten des Menschen (R\u00f6m 3,4.18-19). Dies ist auch Bestandteil der Absicht Gottes mit den Heilszeitaltern: \u201eAm Ende wird jeder Mund verstummen, weil jede Anma\u00dfung des menschlichen Herzens durch die jahrhundertelange Erfahrung als t\u00f6richt und b\u00f6se geoffenbart werden wird.\u201c (Chafer, Walvoord &#8211; Grundlagen biblischer Lehre, S. 131).<\/p>\n<p>6.3 Wie damals f\u00fchrt der R\u00fcckblick auf die Rettungstat Gottes (Tit 3,3-7; Phil 2,6-8; Eph 2,8-9) zur Erkennt-nis seiner guten Pl\u00e4ne mit uns im hier und jetzt. Aus den geschaffenen Voraussetzungen resultieren die Anspr\u00fcche Gottes an uns (Tit 3,8; Eph 2,10).<\/p>\n<p>6.4 Der Versuch, rituellen Gottesdienst zu betreiben und gleichzeitig B\u00f6ses zu praktizieren und Gutes zu unterlassen (Scheinfr\u00f6mmigkeit) ist vergeblich (Jak 1,26-27; Mt 5,23-24; 23,23).<\/p>\n<p>6.5 Rettung aus Gnade macht eigenen Ruhm, Stolz, Hochmut gegen\u00fcber Gott zunichte (Eph 2,8-9; R\u00f6m 12,3; Phil 2,1-8).<br \/>\nHochmut ist charakteristisch f\u00fcr den gefallenen Menschen (Mk 7,21-23) und den Teufel (1 Tim 3,6; Jes 14,12-15).<br \/>\nDer Gl\u00e4ubige dagegen ist f\u00e4hig und aufgerufen, Demut im Umgang mit Gott und Menschen (z.B. Gemeinde) zu \u00fcben (1 Petr 5,5-6).<\/p>\n<p>6.6 \u201e&#8230;dem\u00fctig zu gehen mit deinem Gott\u201c (V.8) vgl. 1.Mose 5,24: \u201eUnd Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr da, denn Gott nahm ihn hinweg.\u201c<br \/>\nDer Lebensweg des Gl\u00e4ubigen ist gepr\u00e4gt von Gott und seiner Herrschaft \u00fcber alle Lebensbereiche (= De-mut). Das Ziel ist geistliche Reife (Eph 4,13-14). Die Folge ist Frucht (Gal 5,22f; Joh 15,5).<br \/>\nDie Briefe des NT sprechen oft von diesem Lebenswandel:<br \/>\nWandelt in ihm! (Kol 2,6; 1 Joh 2,6)<br \/>\nWandelt im Geist! (Gal 5,16.25; R\u00f6m 8,4)<br \/>\nWandelt im Licht! (1 Joh 1,7; Eph 5,8)<br \/>\nWandelt in der Liebe! (Eph 5,2)<br \/>\nWandelt in der Wahrheit! (2 Joh 4; 3 Joh 4; Gal 2,14)<br \/>\nWandelt nach seinen Geboten! (2 Joh 6)<\/p>\n<p>6.7 R\u00f6m 12,1-5 greift die Aussage von Mi 6,8 f\u00fcr uns als Gemeinde auf.<br \/>\nUnser Heil erm\u00f6glicht und fordert einen neuen Lebensstil:<br \/>\nWir selbst sind das Opfer, das Gott gef\u00e4llt &#8211; v\u00f6llige Hingabe unter seine Herrschaft (V.1).<br \/>\nDieser logische, konsequente Gottesdienst ist nicht auf Zeremonien begrenzt, sondern umfa\u00dft das ganze t\u00e4gliche Leben (V.1).<br \/>\nDies beinhaltet die Abkehr von den Motiven und Idealen der Welt, dem Herrschaftsbereich des Teufels (V.2).<br \/>\nUnser urspr\u00fcnglich verworfener, verblendeter, verfinsterter Verstand ist erneuert und unter der Leitung des Heiligen Geistes f\u00e4hig zur Erkenntnis und Pr\u00fcfung des offenbarten Willens Gottes (V.2).<br \/>\nDie Besch\u00e4ftigung mit Gott, seinem Wort und Willen, ver\u00e4ndert uns &#8211; wir \u00fcbernehmen seine guten, voll-kommenen Ma\u00dfst\u00e4be (V.2).<br \/>\nWir sind von Gott begnadigte und bef\u00e4higte Menschen &#8211; das sch\u00fctzt vor Hochmut gegen\u00fcber Gott (V.3).<br \/>\nGleichzeitig brauchen wir die Geschwister der Gemeinde zu unserer Erg\u00e4nzung &#8211; das sch\u00fctzt vor Hochmut gegen\u00fcber Menschen (V.4-5).<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<\/p>\n<p>7.1 Kapitel 6 ist in der Form eines Gerichtsverfahrens geschrieben.<\/p>\n<p>7.2 V.1: \u201eH\u00f6rt doch\u201c &#8211; Ein Beleg f\u00fcr die von manchen Auslegern bestrittene Einheit des Buches: Die drei Abschnitte, Kap. 1-2; 3-5; 6-7, beginnen alle mit dem Wort \u201eh\u00f6rt\u201c. <\/p>\n<p>7.3 In V.7 stellt der Prophet eine rhetorische Frage und benutzt das Stilmittel der \u00fcbertreibenden Steige-rung. Dies ist keine Abwertung der j\u00fcdischen Opferordnung.<\/p>\n<p>7.4 V.8 zeigt nicht den Weg, sondern die Frucht des Heils.<\/p>\n<p>7.5 Die Verse 1-8 und 9-16 (welche Verhaltensweisen lassen sich im Volk tats\u00e4chlich beobachten?) bilden eigentlich eine Einheit. Eine vollst\u00e4ndige Gliederung k\u00f6nnte dann wie folgt aussehen:<br \/>\na) V. 1-5:  Die Anklage des Herrn wegen Israels Undankbarkeit<br \/>\nb) V. 6-8:  Michas Antwort (f\u00fcr das Volk): Das Wesen wahrer Fr\u00f6mmigkeit<br \/>\nc) V. 9-16: Das Gerichtsurteil des Herrn aufgrund der S\u00fcnde<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<br \/>\na) V. 1-3:  Augenblick! \u2013 Warum bist du gegen mich (Gott)?<br \/>\nb) V. 4-5:  R\u00fcckblick \u2013 Ich (Gott) war immer f\u00fcr dich!<br \/>\nc) V. 6-8:  Ausblick \u2013 Halte dich an mich (Gott)!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Tiefblick gewinnenPredigtthema: Der rechte Gottesdienst Bibelstelle: Micha 6, 1-8 Verfasser: Markus Neumann 1. 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