{"id":1377,"date":"2003-04-08T14:37:57","date_gmt":"2003-04-08T12:37:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=195"},"modified":"2003-04-08T14:37:57","modified_gmt":"2003-04-08T12:37:57","slug":"predigthilfe-vom-4-5-2003-lukas-1711-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-4-5-2003-lukas-1711-19\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 4.5.2003 &#8211; Lukas 17,11-19"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Jesu Blick des Erbarmens<br \/>Predigtthema: Erbarmen f\u00fcr Hoffnungslose<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 17,11-19<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Albrecht Wandel<\/strong><\/p>\n<p>1. Zusammenhang<br \/>\nJesus befindet sich auf dem Weg nach Jerusalem, d.h. auf dem Weg ins Leiden und Sterben..<br \/>\nDabei lehrt Jesus die Volksmenge (Lk. 14,25-18,34). Nach mehreren Gleichnissen folgen ab 17,1 &#8222;Lektionen&#8220; \u00fcber Vergebung (17,1-4), Treue (17,5-10), Dankbarkeit (17,11-19), Bereitsein (17,20-37). Vor der sogenannten &#8222;Leidenswoche&#8220; (19,28-23,56) macht Jesus durch Anschauungen in Wort und Tat den Menschen deutlich, wer er ist und was Nachfolge bedeutet.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\n2.K\u00f6n. 5,10-15  Glaubensschritt und Dank Naemanns.<br \/>\n3.Mo. 13 Gesetz \u00fcber Aussatz<br \/>\n3.Mo. 14 Gesetz \u00fcber Reinigung von Aussatz<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\nJesu Erbarmen treibt ihn durch &#8222;unreine&#8220; Gegend nach Jerusalem (17,1)<br \/>\nJesus begegnet 10 erbarmungsw\u00fcrdigen &#8222;unreinen&#8220; M\u00e4nnern (17,2)<br \/>\nDer Schrei um Jesu Erbarmen (17,13)<br \/>\nDie Gehorsamen erfahren Jesu Erbarmen ((17,14)<br \/>\nEin gereinigter &#8222;unreiner&#8220; Samaritaner kehrt dankbar zu Jesus zur\u00fcck (17,15-16).<br \/>\nDrei schmerzvolle Fragen Jesu. (17,17-18)<br \/>\nSein Glaube hat den Dankbaren gerettet (17,19)<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nV.11<br \/>\n&#8222;nach Jerusalem&#8220;: bedeutet, dass er auf dem &#8222;Weg zur Passion&#8220; ist.<br \/>\n&#8222;durch das Grenzgebiet zwischen Samarien und Galil\u00e4a&#8220; (Schlachter-\u00dcbersetzung): vermutlich ein Ort oder mehrere Orte in der Jesreel-Ebene.<br \/>\nSamaria gilt als Gebiet, das ein gl\u00e4ubiger Jude meidet. Es ist unreines Gebiet.<\/p>\n<p>V.12<br \/>\nBei den 10 Auss\u00e4tzigen handelt es sich um Juden und (mindestens einem) Samaritaner: Gemeinsames Ungl\u00fcck l\u00e4sst Schranken fallen zwischen denen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben wollen.<br \/>\nSie bleiben, wie im Gesetz vorgeschrieben, auf Distanz zu Jesus (3.Mo.13,45.46).<br \/>\n&#8222;Aussatz&#8220;: bezeichnet verschiedene antike Hautkrankheiten (manche oberfl\u00e4chlich, andere ernsthaft). Evtl. geh\u00f6rte auch die Leprakrankheit dazu. <\/p>\n<p>John MacArthur schreibt dazu:<br \/>\n&#8220; Sowohl atl. als auch ntl. Auss\u00e4tzige gingen fast \u00fcberall hin, was darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass diese Krankheit nicht die heutige Leprakrankheit war, die ihre Opfer zu Kr\u00fcppeln macht. Ein Auss\u00e4tziger war unrein, solange die Infektion nur Teile seines K\u00f6rpers befallen hatte. Doch sobald der K\u00f6rper ganz von den schuppenartigen Symptomen befallen war, war er rein und konnte die St\u00e4dte der Anbetung betreten). .. Wenn Auss\u00e4tzige vom Herrn Jesus geheilt wurden, waren sie weder gel\u00e4hmt noch deformiert. Sie wurden nie auf Tragen gebracht. &#8230; Ziel dieser Gesetzt (\u00fcber den Aussatz) war es, das Volk vor Krankheit zu bewahren und &#8211; was noch wichtiger ist &#8211; ihnen eindr\u00fcckliche Gegenstandslektionen einzupr\u00e4gen, wie sehr Gott Reinheit und Heiligkeit unter seinem Volk w\u00fcnscht.&#8220;<\/p>\n<p>V.13<br \/>\nAuss\u00e4tzige waren verpflichtet &#8222;unrein, unrein&#8220; zu schreien  (3.Mo.13,45), die 10 Auss\u00e4tzigen rufen bei der Jesusbegegnung nach Erbarmen!<br \/>\nSie bitten Jesus nicht direkt um Heilung, sondern \u00fcberlassen es ihm, wie sein Erbarmen aussehen wird.<br \/>\nG.Maier beschreibt die Not, die der Aussatz<br \/>\n &#8222;Ausschluss aus der Familie, Ausschluss aus der Wohnung und aus dem Wohnort, Ausschluss aus Tempel und Synagoge, Unm\u00f6glichkeit, zu arbeiten und einen Markt zu besuchen, oft noch die Last, der damals unheilbaren Krankheit langsam aber unausweichlich zu erliegen (vgl. 3. Mo 13-14; 4. Mo 5,1ff.; 2. K\u00f6 5,1ff.; 2. K\u00f6 7,3; 2. K\u00f6 15,5; Mt 8,1ff. und Lk 5,12ff.).&#8220;<\/p>\n<p>V.14<br \/>\nJesus sieht die am Rande Stehenden.<br \/>\nJesus heilt nicht spontan, sondern gibt den Zehn sein Wort und &#8222;koppelt&#8220; daran ihre Gehorsamsschritte.<br \/>\n&#8222;zeigt euch den Priestern&#8220;: siehe dazu 3.Mo.14 &#8211; Jesus setzt sich nicht \u00fcber das Gesetz hinweg.<br \/>\nDas Wunder der Heilung vollzog sich fast verborgen im gehorsamen Gehen auf Jesu Wort hin.<\/p>\n<p>V.15-16<br \/>\n90% der Geheilten st\u00fcrzen sich in das wiedergewonnene Alltagsleben: Dankbarkeit, die zur Umkehr zu Jesus f\u00fchrt, hat einen Verzicht (in diesem Fall auf das &#8222;St\u00fcrzen ins Leben&#8220;) zur Folge!<br \/>\nEiner nimmt nicht nur die Heilung wahr, sondern erkennt, wer ihn geheilt hat: Gott (&#8222;und pries Gott &#8230;&#8220;).<br \/>\n&#8222;mit lauter Stimme&#8220;: kein zur\u00fcckhaltendes Bekenntnis, sondern laute und offene Dankbarkeit gegen\u00fcber Jesus.<br \/>\n&#8222;warf sich auf sein Angesicht vor Jesu F\u00fc\u00dfen&#8220;: Das Gotteslob des Geheilten findet seinen Ausdruck in der Erniedrigung vor Jesus. Der &#8222;Samaritaner&#8220;, dem der Zugang zu den Tempelgottesdiensten verwehrt war, wei\u00df besser als die Juden, wie man Gott ehrt.<\/p>\n<p>V.17-18<br \/>\nIn den 3 &#8222;schmerzvollen Fragen Jesu&#8220; leuchtet sein Leiden auf und wir werden wieder an den &#8222;Weg nach Jerusalem&#8220; erinnert. Der, der sich \u00fcber die &#8222;unreine Menschheit&#8220; erbarmt hat, kann die fehlende Umkehr und die Vernachl\u00e4ssigung des Gotteslobs nicht verstehen. In den Fragen Jesu leuchtet das Paradoxon der Zur\u00fcckweisung des Erbarmens Jesu am Kreuz auf. Das Erbarmen Jesu, das ins Leben eines Menschen eingreift, aber keine Umkehr zu Jesus und Lob Gottes zur Folge hat, kommt nicht zum eigentlichen Ziel.<\/p>\n<p>V.19<br \/>\nJesus richtet den auf, der sich vor ihm erniedrigt hat.<br \/>\nJesus sendet den, der zu ihm umgekehrt ist: &#8222;Geh hin &#8230;&#8220;<br \/>\n&#8222;Dein Glaube hat dich gerettet.&#8220;: Geschieht nicht hier das eigentlich Wunder?! Gerettet im Kontext des NT bedeutet Vergebung der S\u00fcnden, Rettung vom Tod.<br \/>\nG. Maier schreibt:<br \/>\n&#8220; Das also ist das Ziel aller messianischen Wunder: Dass Menschen zum Glauben an den Messias Jesus kommen und dadurch das ewige Leben gewinnen.&#8220;<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\n&#8222;Dein Glaube hat dich gerettet!&#8220;<\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\nMancher sehnt sich heute nach &#8222;spektakul\u00e4ren Jesus-Manifestationen&#8220;. Echte Heilung geschieht unerwartet und unspektakul\u00e4r. Wer nur \u00e4u\u00dferliches Wohlbefinden bei Jesus abholt, steht in Gefahr, das Wichtigste zu verpassen: Rettung, echtes Heil!<br \/>\nGesundheit ist wichtig, aber nicht &#8222;die Hauptsache&#8220;. Die Hauptsache ist die Rettung von Menschen und damit ist auch das gr\u00f6\u00dfere Wunder beschrieben, das geschieht, wenn ein Mensch Jesus als den erkennt, der sich seiner Verlorenheit erbarmt hat und zu dem es umzukehren und ihm daf\u00fcr die Ehre zu geben gilt.<\/p>\n<p>Das Lob Gottes, das Jesus gebracht wird, hat einen unverzichtbaren Platz im Leben dessen, der das Wirken und Handeln Jesu erfahren hat. Der &#8222;Ausl\u00f6ser&#8220; f\u00fcr das dankbare Lob ist das Erinnern an das Erbarmen Jesu: Mir ist Erbarmung widerfahren&#8230; (Ich will dir danken, Nr.254)<\/p>\n<p>Interessant: Nicht das Lob oder der Dank haben den Geheilten gerettet, sondern der Glaube. Aber das Lob und der Dank waren Ausdruck seines Glaubens!<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\nDieser Predigttipp entstand auf einer Skifreizeit in Lech. Bei unserer Ankunft schauten Steine und Dreck aus der sp\u00e4rlichen Schneedecke. Jetzt hat es geschneit und die Landschaft sieht wieder harmonisch wei\u00df und rein aus! Aber der Dreck ist nur zugedeckt!<br \/>\n\u00c4u\u00dferlich sind die Auss\u00e4tzigen rein geworden, aber das ist Jesus zu wenig. Sein Erbarmen will nicht nur gesund machen, sondern von der Macht des Todes retten.<\/p>\n<p>Eine gute Anschauung bietet ein kurzes Lebensbild des w\u00fcrtt. Liederdichters Philipp Friedrich Hiller (zu finden in : Scheffbuch, Beate &amp; Winrich: Den Kummer sich vom Herzen singen, S.147ff.):<br \/>\nAls Pfarrer von Steinheim bei Heidenheim verlor er im Jahr 1751 die Stimme. Trotz intensiver Gebete wurde er nicht geheilt und behielt das Leiden 18 Jahre bis zu seinem Tod. In dieser Zeit entstanden viele Lieder, unter anderem das Lied &#8222;Mir ist Erbarmung widerfahren&#8230;&#8220;.<\/p>\n<p>8. Gliederung der Predigt<br \/>\n1. In der Hoffnungslosigkeit zu Jesus schreien.<br \/>\n2. Im Gehorsam Jesu Erbarmen erfahren.<br \/>\n3. In Dankbarkeit zu Jesus umkehren.<br \/>\n4. Im Glauben die Rettung ergreifen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Jesu Blick des ErbarmensPredigtthema: Erbarmen f\u00fcr Hoffnungslose Bibelstelle: Lukas 17,11-19 Verfasser: Albrecht Wandel 1. Zusammenhang Jesus befindet sich auf dem Weg nach Jerusalem, d.h. auf dem Weg ins Leiden und Sterben.. Dabei lehrt Jesus die Volksmenge (Lk. 14,25-18,34). 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