{"id":1371,"date":"2003-03-03T19:05:11","date_gmt":"2003-03-03T17:05:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=189"},"modified":"2003-03-03T19:05:11","modified_gmt":"2003-03-03T17:05:11","slug":"predigthilfe-vom-30-3-2003-lukas-151-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-30-3-2003-lukas-151-10\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 30.3.2003 &#8211; Lukas 15,1-10"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Jesu Blick der Liebe<br \/>Predigtthema: Liebe gibt nicht auf<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 15,1-10<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Matthias K\u00f6hler<\/strong><\/p>\n<p>1. Der Zusammenhang<br \/>\nDas ganze Kapitel 15 malt uns in drei Gleichnissen Jesus als Heiland f\u00fcr die S\u00fcnder vor Augen. Im Lukasevangelium bildet dieses Thema einen gro\u00dfen Schwerpunkt.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nJesus als Heiland f\u00fcr die S\u00fcnder:<br \/>\nLk 5,8-11; Lk 7,36ff; Lk 18,9ff;<br \/>\nDer gute Hirte, der sein Schaf sucht:<br \/>\nHes. 34,11ff; Joh 19; Ps 23.<br \/>\nGott will das Leben des S\u00fcnders, nicht den Tod: Hes 18,23.<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\nV. 1: Z\u00f6llner und S\u00fcnder suchen die N\u00e4he Jesu<br \/>\nV. 2: Die \u201egerechten\u201c Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten beurteilen Jesus daraufhin<br \/>\nV. 3-7 + 8-10: Zwei Gleichnisse mit gleichem Aufbau:<br \/>\na) Etwas ist verlorengegangen<br \/>\nb) M\u00fchsame und sorgf\u00e4ltige Suche<br \/>\nc) Freude, die mit allen geteilt wird, nachdem das Verlorene gefunden wurde.<br \/>\nd) Erkl\u00e4rung: \u201eSo wird Freude sein im Himmel \u00fcber einen S\u00fcnder, der Bu\u00dfe tut&#8230;\u201c<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\n(Die Zitate sind, wenn nicht anders angegeben aus: Gerhard Maier: Lukas. Edition C-Kommentar)<\/p>\n<p>V. 1<br \/>\n\u201ealle Z\u00f6llner und S\u00fcnder\u201c. Nicht 100%, sondern \u201eZ\u00f6llner und S\u00fcnder jeder Couleur\u201c.<br \/>\nZ\u00f6llner: Sie waren eine allgemein verhasste und verachtete Menschenklasse \u2013 und zwar im ganzen Orient. Das galt besonders aber f\u00fcr die Juden. Denn die Z\u00f6llner arbeiteten mit den ebenfalls verhassten Herodianern und R\u00f6mern zusammen, und verunreinigten sich laufend durch den gesellschaftlichen Verkehr mit den Heiden. Zu jener Zeit litten die Bewohner Jud\u00e4as unter der hohen Steuerlast; die Steuereinnehmer (\u201eZ\u00f6llner\u201c) entrichteten an die r\u00f6mischen Beh\u00f6rden eine Geb\u00fchr, die die Steuer abdeckte, den Rest konnten sie als Entsch\u00e4digung f\u00fcr ihre Arbeit behalten. Diese Gewinnspanne fiel oft unangemessen hoch aus, weil sie \u00fcberzogene Steuern eingetrieben hatten.<\/p>\n<p>\u201eEs nahten sich\u201c: Der griechische Ausdruck bezeichnet eine fortgesetzte Handlung. Im Sinn von: Immer wieder nahten sich ihm Z\u00f6llner und S\u00fcnder\u201c.<\/p>\n<p>\u201eS\u00fcnder\u201c sind hier die, die die Gebote nicht halten. <\/p>\n<p>Sie kamen, \u201eihn zu h\u00f6ren\u201c. Die Pharis\u00e4er wollten ab und zu Wunder sehen (Mt 12,38). Die S\u00fcnder kamen, um ihn zu h\u00f6ren! Sie ahnten etwas davon, dass das Evangelium eine \u201eKraft Gottes ist, die selig macht\u201c (R\u00f6m 1,16). \u201eSie wollten von Jesus h\u00f6ren, wie sie ins Reich Gottes kommen konnten. Das war ihnen weit wichtiger als irdischer Erfolg oder die Heilung von Krankheit.\u201c<\/p>\n<p>V.2:<br \/>\n\u201eAufnehmen\u201c: Meint zun\u00e4chst ganz praktisch: \u201ein sein Haus aufnehmen\u201c. Aber auch: In seine J\u00fcngerschaft aufnehmen.<\/p>\n<p>\u201eisst mit ihnen\u201c: Zusammen Essen bedeutete im Orient eine tiefere Gemeinschaft als bei uns. \u201eAuf den, mit dem man gegessen hat, kann man sich sp\u00e4ter st\u00fctzen. Bei ihm gewinnt man einen pers\u00f6nlichen Zugang.\u201c<\/p>\n<p>Schlimm ist das f\u00fcr die Pharis\u00e4er deshalb, weil das der bisherigen Vorstellung vom Messias widersprach. Nach pharis\u00e4ischer Lehre sollte der Messias \u201edie S\u00fcnder z\u00fcchtigen und ein heiliges Volk versammeln\u201c (Psalmen Salomos 17,25-26)<\/p>\n<p>Dass Jesus die Gemeinschaft mit Z\u00f6llnern und S\u00fcnder suchte, hei\u00dft nicht (wie es Jesus manchmal unterstellt wurde), dass er sich mit deren s\u00fcndigen Gewohnheiten und Gesellschaften identifizierte. Jesus beging niemals eine S\u00fcnde (Joh 8,46; 2 Kor 5,21; Hebr. 4,15). \u201eVielmehr suchte er die Z\u00f6llner und S\u00fcnder missionarisch zu gewinnen. Wer also selbst nach Lk 15,2 handeln will, der muss sich auch so verhalten, wie es Jesus getan hat. Dass wir als Christen an Ausschweifungen des Karnevals oder an Saufereien teilnehmen, wird durch Lk 15,2 nicht erlaubt (vgl. Ps. 1; Eph 5,2ff)\u201c<\/p>\n<p>V. 4<br \/>\n\u201ehundert Schafe\u201c war eine mittelgro\u00dfe Herde.<br \/>\n\u201eeins\u201c \u2013 im gr. das Zahlwort.<br \/>\n\u201el\u00e4sst die neunundneunzig in der Wildnis\u201c \u2013 nat\u00fcrlich nicht unbewacht: Er vertraut sie einem Kollegen an oder schlie\u00dft sie in einen Stall oder eine H\u00fcrde auf dem Feld ein.<br \/>\n\u201eW\u00fcste\u201c \u2013 nicht eine pure Sandw\u00fcste \u2013 dort w\u00fcrde man die Schafe nicht hintreiben. Deshalb besser: Steppe oder Ein\u00f6de<\/p>\n<p>V. 5<br \/>\nAuffallend ist, dass er es mit \u201eFreuden\u201c auf seine Schultern legt. Nicht mit Tadel, nicht mit \u00c4rger. Sondern mit Freuden. So geht Jesus mit S\u00fcndern \u2013 mit uns! &#8211; um!<\/p>\n<p>V. 6<br \/>\n\u201eZusammenrufen\u201c \u2013 k\u00f6nnte evtl. sogar ein Fest meinen. \u201eDass \u201eFreunde und Nachbarn\u201c am Ergehen teilnehmen, war sowohl in alttestamentlicher als auch in neutestamentlicher Zeit \u00fcblich \u2013 jedenfalls in kleineren Ortschaften.\u201c<\/p>\n<p>V. 7<br \/>\n\u201eneunundneunzig Gerechte\u201c: Gemeint sind die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten, die sich selbst f\u00fcr gerecht halten. Jesus will damit nicht sagen, dass er sie auch f\u00fcr gerecht h\u00e4lt. Das Urteil Jesu ist klar: Keiner ist gerecht. Keiner ist gut au\u00dfer Gott.<\/p>\n<p>V. 8<br \/>\n\u201eDrachme\u201c: nach Mt 20,1ff der Tageslohn eines ungelernten Arbeiters. Soviel kostete ungef\u00e4hr ein Schaf.<\/p>\n<p>V. 10<br \/>\n\u201ewird Freude sein\u201c k\u00f6nnen wir auch so \u00fcbersetzen: \u201eentsteht Freude\u201c. \u201eEs bewegt sich etwas im Himmel, wenn \u201eein einziger S\u00fcnder\u201c sich bekehrt. Erstaunlich, was ein s\u00fcndiger Mensch in Bewegung setzen kann.\u201c<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\nJesus macht sich auf die Suche und freut sich sehr, wenn ein S\u00fcnder umkehrt. Alle andern (auch die Pharis\u00e4er \u2013 und wir) sind eingeladen, sich mitzufreuen!<\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\n6.1. F\u00fchlen sich S\u00fcnder heute auch noch zur Gemeinde hingezogen \u2013 oder eher abgesto\u00dfen und abgeschreckt? Wir wollen den \u201eS\u00fcndern\u201c so mit Liebe begegnen, dass sie Vertrauen zu uns fassen.<\/p>\n<p>6.2. Auch die S\u00fcnder in der Gemeinde (und wer kann sich da ausschlie\u00dfen?) d\u00fcrfen aufatmen: \u201eSie nahten sich Jesus, immer wieder\u201c \u2013 lassen wir uns einladen, immer wieder!<\/p>\n<p>6.3. Heute werden immer die Guten, die Starken, die Perfekten gesucht. Jesus such das Verlorene, das Schwache. Da kann f\u00fcr viele unserer Zeitgenossen befreiende Wahrheit werden!<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\n7.1. Wie die M\u00fccken sich um das Licht versammeln, so versammeln sich die S\u00fcnder um Jesus. Sie mussten gro\u00dfes Vertrauen Jesus gegen\u00fcber gehabt haben. Von keinem anderen Religionsstifter wissen wir, dass er die S\u00fcnder so angezogen h\u00e4tte.<br \/>\n7.2. \u201eEin junger Hirte namens Mohammed ed \u2013 Dib entdeckte 1947 in einer H\u00f6hle die verborgene Bibliothek des im Jahre 68 n. Chr. durch die R\u00f6mer zerst\u00f6rten Qumran. Diese Entdeckung passierte deshalb, weil er eine Ziege vermisste. Nach der Schilderung von Joachim Jeremias z\u00e4hlte er \u201eseine Herde ausnahmsweise um 11 Uhr vormittags, weil er die \u00fcbliche Abendz\u00e4hlung zweimal unterlassen hatte, und bat die beiden Hirten, mit denen er zusammen zu weiden pflegte, auf seine Herde (55 Tiere) aufzupassen, als er fortlief, um die vermisste Ziege zu suchen\u201c. Bei dieser Suche stie\u00df er auf die Tonkr\u00fcge, in denen die Qumran-Schriften in einer H\u00f6hle versteckt waren.\u201c (Gerhard Maier)<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<br \/>\nMonatsthema: Jesu Blick der Liebe<br \/>\nPredigtthema: Liebe gibt nicht auf<\/p>\n<p>(Die Vorschl\u00e4ge zur Predigt sind auch von Gerhard Maier (Edition C, H\u00e4nssler-Verlag, Holzgerlingen) \u00fcbernommen. Nur die \u00dcberschriften der einzelnen Punkte sind an unser Predigtthema angepasst.)<\/p>\n<p>8.1. Jesus Liebe ist offen f\u00fcr S\u00fcnder<br \/>\nS\u00fcnder sind im Ernstfall nirgends willkommen: weder Alkoholiker noch Steuers\u00fcnder noch religi\u00f6se S\u00fcnder (Beispiele bringen!) &#8211; Ein Messias, der mit S\u00fcndern isst: Kann der echt sein? &#8211; Wir schildern, was die Pharis\u00e4er (gute Leute!) erwarteten &#8211; Aber bei Jesus finden wir den ehemaligen Z\u00f6llner Levi im J\u00fcngerkreis, und Jesus isst mit solchen Leuten. Die S\u00fcnder sammeln sich um Jesus wie die M\u00fccken ums Licht. Wir machen Mut, mit seiner S\u00fcnde zu Jesus zu kommen. Da sind S\u00fcnder richtig!<\/p>\n<p>8.2. Jesu Liebe sucht Verlorene<br \/>\nGanz Israel ist Gottes Eigentum &#8211; Schafe sind ein Bild f\u00fcr Israel &#8211; Auch die Silberst\u00fccke &#8211; Jesus gibt Gottes Eigentum nicht so schnell auf &#8211; Es stimmt: Wer s\u00fcndigt, ist vor Gott ein verlorener Mensch &#8211; Aber Jesus geht dem Verlorenen unter viel M\u00fche nach (auch moderne Beispiele bringen!) &#8211; Wie gut, dass das auch heute noch so ist! &#8211; Ob wir es zugeben, dass wir selbst solche S\u00fcnder sind, die Jesu Liebe n\u00f6tig haben?<\/p>\n<p>8.3. Jesu Liebe rettet Verlorene<br \/>\nJesus klopft dem S\u00fcnder nicht nur verst\u00e4ndnisvoll auf die Schulter &#8211; Nein, er will ihn heimbringen zu Gott &#8211; Hier erreichen wir eine Grenze des Gleichnisses: Viele Menschen wollen verloren bleiben, wollen sich nicht finden und zu Gott heimbringen lassen (Beispiele!) &#8211; Jesus aber erz\u00e4hlt von der gro\u00dfen Freude, die ein gefundener und geretteter S\u00fcnder ausl\u00f6st &#8211; Sogar im Himmel! &#8211; Noch einmal kommt die Frage auf uns zu: Wollen auch wir unsere Verlorenheit beenden lassen? &#8211; Wollen auch wir uns von Jesus heimbringen lassen zu Gott?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Jesu Blick der LiebePredigtthema: Liebe gibt nicht auf Bibelstelle: Lukas 15,1-10 Verfasser: Matthias K\u00f6hler 1. Der Zusammenhang Das ganze Kapitel 15 malt uns in drei Gleichnissen Jesus als Heiland f\u00fcr die S\u00fcnder vor Augen. 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