{"id":1370,"date":"2003-02-24T10:39:02","date_gmt":"2003-02-24T08:39:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=188"},"modified":"2003-02-24T10:39:02","modified_gmt":"2003-02-24T08:39:02","slug":"predigthilfe-vom-23-3-2003-lukas-14-15-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-23-3-2003-lukas-14-15-24\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 23.3.2003 &#8211; Lukas 14, 15-24"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Jesu Blick der Liebe<br \/>Predigtthema: Liebe l\u00e4dt ein<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 14, 15-24<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Matthias K\u00f6hler<\/strong><\/p>\n<p>1. Der Zusammenhang<br \/>\nDer gro\u00dfe Zusammenhang: Mit Lk 12,35 (Gleichnis vom treuen und untreuen Knecht) beginnen die Reden Jesu \u00fcber das Thema: Wer darf teilhaben am Reich Gottes. Lk 12,49-53: Der Schnitt wird mitten durch die Familie gehen. Lk 13,1ff: \u201ewenn ihr nicht Bu\u00dfe tut, werdet ihr alle ebenso umkommen\u201c. Lk 13,22ff: Die enge Pforte.<br \/>\nUnd im Anschluss an unser Gleichnis: Bedingungen der Nachfolge.<\/p>\n<p>In diesem gro\u00dfen Zusammenhang wird eines aber ganz deutlich: Jesus sucht alle, mit allem Aufwand und mit aller Liebe. In Lk 15, dem gro\u00dfen Kapitel des Suchens Jesu, findet diese Wahrheit ihren st\u00e4rksten Ausdruck.<\/p>\n<p>Der engere Zusammenhang in Kap. 14: Unser Gleichnis schlie\u00dft sich zwei anderen Reden an, die auch das Verhalten bei einem Festmahl zum Thema haben. In V. 12-14 fordert Jesus von uns nichts anderes, als was Gott selbst nach V. 15-24 auch tut.<br \/>\nDer Gastgeber der \u00e4u\u00dferen Handlung ist immer noch der \u201eOberste der Pharis\u00e4er\u201c aus 14,1.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nMt 22,1-4. Auch wenn dieses Gleichnis ein anderes ist als Lk 14, ist es doch inhaltlich sehr parallel.<\/p>\n<p>Zum Festmahl als Bild des messianischen Freudenmahls:<br \/>\nLk 13,28ff; Jes 25,6ff (Wichtig! Bitte lesen!); Mt 8,11; Lk 12,37; (Offb 19,7-9)<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\nV. 15: Einleitende Frage eines Gastes.<br \/>\nV. 16+17: Fest und Einladung dazu durch den \u201eMensch\u201c.<br \/>\nV. 18-20: Absagen der Geladenen<br \/>\nV. 21-23: Andere werden eingeladen: Von den Stra\u00dfen und Gassen der Stadt und von den Wegen und Z\u00e4unen.<br \/>\nV. 24: hartes Urteil \u00fcber die, die sich entschuldigten.<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nV. 15:<br \/>\n&#8211; \u201eGl\u00fcckselig&#8230;\u201c bedeutet: \u201eZu beneiden ist der, der&#8230;\u201c; \u201eDer hat\u2019s gut, der&#8230;\u201c<br \/>\n&#8211; \u201eessen im Reich Gottes\u201c: w\u00f6rtl: \u201eBrot essen\u201c. Gemeint ist das gro\u00dfe Abendmahl des Messias, das die Juden erwarteten f\u00fcr die Zeit, in der Gott geschichtlich in Erscheinung tritt. Vgl. oben angegebene Parallelstellen.<\/p>\n<p>V. 16<br \/>\nJesus nimmt als \u201eSchauplatz\u201c f\u00fcr sein Gleichnis die Situation, in der er und seine Zuh\u00f6rer sich gerade befinden. Wenn Jesus \u201egro\u00dfes Mahl\u201c sagt, denken die Zuh\u00f6rer gleich an Jes 25,6ff. Mit dem \u201eMenschen\u201c, der einl\u00e4dt, ist daher f\u00fcr alle erkennbar Gott gemeint.<\/p>\n<p>V. 17<br \/>\n&#8211; Man muss wissen, dass im Orient solch ein Fest von langer Hand geplant wurde. Eingeladen wurde auf zwei mal: Die erste Einladung mit Festsetzung des Tages erfolgte weit im Voraus. Die Stunde, zu der die G\u00e4ste erscheinen sollten, wurde dann noch nicht mitgeteilt. Erst wenn am festgesetzten Tag alle Vorbereitungen getroffen waren, wurden Diener ausgesandt, um die bereits eingeladenen G\u00e4ste an ihr Kommen zu erinnern. Dass es sich im Gleichnis Jesus um genau solch einen Vorgang handelt, zeigt der Ausdruck: &#8230; um den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles Bereit.\u201c<br \/>\n&#8211; \u201eKommt, denn schon ist alles bereit\u201c. Da klingt schon das Wort Jesu vom Kreuz hervor \u201eEs ist vollbracht\u201c. In diesem Satz wird Evangelium deutlich: Gott bereitet uns alles zum Heil, wir m\u00fcssen nur kommen.<\/p>\n<p>V. 18-20<br \/>\n&#8211; Eine Einladung zun\u00e4chst anzunehmen und ihr dann am festgesetzten Tage nicht zu folgen, galt als schwere Beleidigung des Gastgebers.<br \/>\n&#8211; Die Entschuldigungen sind s\u00e4mtlich Vorw\u00e4nde und Ausreden. Der Termin war schon lange bekannt. Au\u00dferdem erscheint seltsam, dass keine der Ausreden wirklich eilt: Der Acker wird morgen noch der gleiche sein, die Ochsen auch. Auch die Frau wir am andern Tag noch da sein. Im \u00dcbrigen schaut man sich Ochsen oder einen Acker an, bevor man sie kauft.<br \/>\n&#8211; \u201ehalte mich f\u00fcr entschuldigt\u201c ist ein interessanter Ausdruck, \u00fcber den wir nicht weggehen sollten: Manche Menschen stehen vor Gott und wollen sich entschuldigen. Es ist und bleibt aber nur ein Weg, sich vor Gott zu entschuldigen: Der des Glaubens daran, dass Gott es ist, der mich entschuldigt, nicht ich mich vor Gott.<\/p>\n<p>V. 21<br \/>\n&#8211; Der Hausherr wird nicht traurig, sondern \u201ezornig\u201c. Das zeigt, dass es in diesem Gleichnis nicht um ein Abendessen geht oder um einen gesellschaftlichen Event, sondern um die Ehre Gottes. Er muss erleben, wie ihm andere Dinge und Personen vorgezogen werden.<br \/>\nGerhard Maier: \u201eJesus rechnet also ganz klar mit dem Zorn Gottes, der alle seine Widersacher trifft (vgl. R\u00f6m 1,18ff; 1. Thes 1,10). Unser Zerrbild vom \u201elieben Gott\u201c, der niemals zornig werden kann, ist das totale Gegenbild von dem Gott, den Jesus verk\u00fcndigt hat.<\/p>\n<p>&#8211; \u201edie Stra\u00dfen und Gassen der Stadt\u201c. \u201eStadt\u201c meint die Stadt Jerusalem und damit ganz Israel. Angesprochen sind also die aus Israel, die nicht zu dem vornehmen Kreis geh\u00f6ren, die zuerst eingeladen waren. Auf den Stra\u00dfen und Gassen sitzen die Bettler, auch sind wohl die Z\u00f6llner und S\u00fcnder gemeint. Nur im Gleichnis erscheint es so, als seien die Armen und Kranken nur deshalb eingeladen, weil die andern, die Reichen, nicht kommen wollten. Gott wollte alle, von Anfang an, ohne Unterschied zwischen Arm und Reich. In diesem Gleichnis hebt Jesus nicht ab auf die Armen, die als \u201eL\u00fcckenb\u00fc\u00dfer\u201c eingeladen werden, sondern auf die Vornehmen, die die Einladung ablehnen!<\/p>\n<p>V. 22 + 23<br \/>\n&#8211; \u201ees ist noch Raum\u201c &#8230; \u201edass das Haus voll werde\u201c. Im Himmel ist genug Platz f\u00fcr jeden.<br \/>\n&#8211; \u201edie Wege und Z\u00e4une\u201c: Damit weist Jesus hinaus auf die Fremden, d.h. die Heiden.<br \/>\n&#8211; \u201en\u00f6tige sie, hereinzukommen\u201c. Mit dieser Stelle ist in der Kirchengeschichte viel Unheil angerichtet worden, weil man das \u201eN\u00f6tigen\u201c als \u201eZwingen\u201c verstanden hat. N\u00f6tigen meint aber das \u00dcberzeugen, liebende Werben, jemanden dazu bringen, ein Geschenk anzunehmen, das er aus Scheu ablehnen m\u00f6chte.<br \/>\n&#8211; Wir haben hier eine der Stellen, in denen Jesus die Grundlage f\u00fcr die Heidenmission selbst gelegt hat. Obwohl f\u00fcr seine irdische Wirkungszeit galt: \u201eIch bin nur gesandt zu den verlorenen Schafe des Hauses Israel.\u201c (Mt 15,24)<\/p>\n<p>V. 24<br \/>\nDas ist eine klare Gerichtsaussage Jesu. Es gibt eben bei Gott dieses Nein, dieses Zusp\u00e4t, das Verloren-Gehen.<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\nDie Liebe Jesu l\u00e4dt ein, mit gro\u00dfer Geduld. Wir sind in erster Linie die geladenen G\u00e4ste. Erst in zweiter Linie sind wir \u201eder Knecht\u201c, der die Einladung an andere zu \u00fcberbringen hat.<\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\n6.1. In unserer \u201eMultioptions-Gesellschaft\u201c (d.h. einer Gesellschaft, in der wir st\u00e4ndig die Qual der Wahl haben) ist die Gefahr auch f\u00fcr uns Jesus-J\u00fcnger gro\u00df, den Ruf und die Einladung Gottes an die zweite Stelle zu setzen.<br \/>\n6.2. Wo gehen wir an die Wege und Z\u00e4une. Wir glauben doch, was Jesus z.B. in Mt. 11,25+26 sagt: &#8230;vor Weisen und Verst\u00e4ndigen verborgen &#8230; Unm\u00fcndigen geoffenbart&#8230;<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\n7.1. Jeder kennt die Entt\u00e4uschung und kann davon erz\u00e4hlen, wenn G\u00e4ste sich kurz vor einem gemeinsamen Fest oder Essen abmelden. Was, wenn wir Gottes Einladung kurzfristig absagen??<br \/>\n7.2. Was ziehen wir der Pflege unseres Gottesverh\u00e4ltnisses vor? Wohl nicht den Acker. Aber die Arbeit, den Handel. Man k\u00f6nnte in unseren Kreisen manchmal den Eindruck gewinnen, als h\u00e4tte die Familie (=\u201cdie Frau\u201c in unserem Gleichnis) Gott schon l\u00e4ngst den ersten Rang abgelaufen.<br \/>\n7.3. \u201eWo Liebe ist, da ist Gott\u201c \u2013 so las ich\u2019s wieder einmal. In einer Zeitung wurde von einem Gottesdienst anl\u00e4sslich des Valentinstag mit der \u00dcberschrift \u201eTi amo\u201c berichtet. Die Bibel sieht es anders: Wohin wir von Gott eingeladen sind, da ist Gott. V. 24 spricht da eine deutliche Sprache!<br \/>\n7.4. Vor einiger Zeit kam mit ein lichthupender Autofahrer entgegen. Ich fuhr sofort langsamer, da sah ich auch schon die Radaranlage. Ich war dem entgegenkommenden Autofahrer sehr dankbar! Deshalb reden auch wir sehr deutlich von der Einladung Jesu und von der Konsequenz, diese Einladung hinter die vordergr\u00fcndigen, zeitlichen Interessen zu stellen.<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<br \/>\nMonatsthema: Jesu Blick der Liebe<br \/>\nPredigtthema: Liebe l\u00e4dt ein<\/p>\n<p>8.1. Ein sehns\u00fcchtiges Wort<br \/>\nV. 15. Da hat\u2019s einer kapiert. Und dazu noch einer, der wohl von den von uns so schlecht angesehenen Pharis\u00e4er. Er kannte die Verhei\u00dfungen auf das messianische Freudenmahl.<br \/>\nWir sollten hier dieses Mahl ausf\u00fchrlich schildern (vgl. die oben angegebenen Bibelstellen), vor allem Jes 25,6ff!<\/p>\n<p>Aber f\u00fcr den Juden eine Aussicht mit langer Wartezeit und mit ungewissem Ausgang. Und mancher unserer Zeitgenosse wird \u00e4hnlich sehns\u00fcchtig nach solch einer \u201eirrealen\u201c Zukunft ausschauen.<\/p>\n<p>8.2. Ein herrliches Wort<br \/>\nV. 17+21-23<br \/>\n\u201eKommt, denn schon ist alles bereit\u201c: Wir m\u00fcssen nicht nur sehns\u00fcchtig darauf warten. Es ist schon bereit. Wir m\u00fcssen auch nicht zusehen, wie andere auf dieses Fest d\u00fcrfen. Wir(!) sind eingeladen.<br \/>\nAn vielen Stellen in der Bibel finden wir die Wahrheit, dass alles bereit ist (z.B. Ps. 23,5; Jes 26,12(!)). Bis hin zu Golgatha, wo uns der Herr Jesus entgegenruft: Es ist (alles) vollbracht. (Joh 19,30, Ps. 22,32)<br \/>\n Wie unerwartet und unverdient kommt diese Einladung auf uns zu. Das muss uns wieder bewusst werden! Noch unerwarteter trifft es uns, die wir von den Wegen und Z\u00e4unen kommen und mit einer Einladung zum Festmahl Gottes gar nicht rechnen durften!<\/p>\n<p>8.3. Ein t\u00f6dliches Wort<br \/>\nV. 18-20+24<br \/>\nBeides ist t\u00f6dlich: Die Ausreden der Eingeladenen &#8211; und das Gerichtswort Gottes \u00fcber diese.<br \/>\nWir wollen ohne es aufzubauschen aber deutlich auch dar\u00fcber reden. (Bsp. mit dem warnenden Autofahrer)<\/p>\n<p>Es ist eben nicht so, dass da, wo Liebe ist, auch Gott ist. Gott ist eben nur dort, wo er ist, und wohin er uns einl\u00e4dt.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen unsere Priorit\u00e4ten \u00fcberpr\u00fcfen! Ziehen wir andere Dinge Gott vor \u2013 vielleicht auch nur als Ausrede?<br \/>\nDabei keine platten Ranglisten machen. Sondern deutlich machen: Gott will nicht der Erste sein, danach die Familie, danach die Arbeit, danach die Gemeinde.<br \/>\nSondern: Gott will an jeder Stelle, bei Gemeinde, bei Familie, bei der Arbeit an erster Stelle stehen.<\/p>\n<p>8.4. Ein Wort mit Auftrag<br \/>\nZuerst m\u00fcssen wir unbedingt sehen, dass wir (nach Israel) die eingeladenen in diesem Gleichnis sind! Dann erst wird der Knecht zum Vorbild f\u00fcr uns: <\/p>\n<p>Der Knecht kommt zur\u00fcck und kann sagen: \u201eHerr, es ist geschehen, wie du befohlen hast &#8230;\u201c. Werden wir das auch sagen k\u00f6nnen in unserem Auftrag, an die Wege und Z\u00e4une zu gehen.<br \/>\nUns ist dieser Auftrag theoretisch bewusst, dass wir gerade auch die, die nicht so an der Sonnenseite des Lebens stehen, einladen sollen. (Die andern nat\u00fcrlich auch!)<\/p>\n<p>Schenke es der Herr, dass dieses Gleichnis nicht wieder ein Appell unter vielen bei uns wird, sondern ein mit Gottes Kraft gef\u00fcllter Befehl, der uns aufstehen l\u00e4sst zum Zeugnis f\u00fcr Jesus. Wir wollen die Menschen n\u00f6tigen. Nicht zwingen. Denn die Liebe des Christus dr\u00e4ngt uns! (2. Kor 5,14)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Jesu Blick der LiebePredigtthema: Liebe l\u00e4dt ein Bibelstelle: Lukas 14, 15-24 Verfasser: Matthias K\u00f6hler 1. 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