{"id":1369,"date":"2003-02-17T11:00:31","date_gmt":"2003-02-17T09:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=187"},"modified":"2003-02-17T11:00:31","modified_gmt":"2003-02-17T09:00:31","slug":"predigthilfe-vom-16-3-2003-lukas-13-18-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-16-3-2003-lukas-13-18-21\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 16.3.2003 &#8211; Lukas 13, 18-21"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Jesu Blick der Liebe<br \/>Predigtthema: Liebe wirkt<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 13, 18-21<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Matthias K\u00f6hler<\/strong><\/p>\n<p>1. Der Zusammenhang<br \/>\nJesus muss diese beiden Gleichnisse nicht im Anschluss an die Ereignisse von V. 10-17 gesprochen haben. Der Bibeltext gibt keinen eindeutigen Hinweis f\u00fcr einen Zusammenhang.<br \/>\nEher m\u00fcssten wir diese Gleichnisse in den Zusammenhang mit den anderen Reich-Gottes-Gleichnissen stellen.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nReich-Gottes-Gleichnisse:<br \/>\nMt 13,3-8; 24-30; 31-32; 33; 45-46; 47-48 und Parallelen und Mk 4,26-29<br \/>\nZu den V\u00f6geln im Senfbaum: Hes 17,23; 31,1-6<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\nZwei ziemlich parallel formulierte Gleichnisse, jeweils eingeleitet mit einer das Interesse weckenden Frage.<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nZum ersten Gleichnis (v. 18 und 19):<\/p>\n<p>Senfkorn: \u201eEinige Gelehrte erw\u00e4gen, dass hier der schwarze Senf (Brassica nigra) gemeint ist, dessen Saat wegen ihres \u00d6lgehaltes sowie wegen ihrer kulinarischen Verwendungsm\u00f6glichkeiten z. Zt. Des NT kultiviert wurde. Die Pflanze kann mitunter eine H\u00f6he bis zu 5 m erreichen, obwohl sie gew\u00f6hnlich viel kleiner ist.\u201c (Das Gro\u00dfe Bibellexikon S. 1180)<br \/>\nDer Same des schwarzen Senfs ist nur 1 mm gro\u00df, und seine Kleinheit war in damaliger Zeit sprichw\u00f6rtlich.<\/p>\n<p>Einen Baum, der gro\u00df wird und in dem die V\u00f6gel nisten, kennen wir aus dem Alten Testament: Hes 31,16; Hes 17,23ff; Dan 4,7ff. Jesus nahm sicher diese Stellen in seinem Gleichnis auf. In ihnen steht der Baum f\u00fcr ein sehr gro\u00dfes Reich. Die V\u00f6gel stehen f\u00fcr andere Reiche, die unter der Herrschaft (und Schutz und Sicherheit) des gro\u00dfen stehen.<\/p>\n<p>Mit diesem Gleichnis gibt Jesus denen eine Antwort, denen die sichtbaren Auswirkungen des Wirkens Jesu noch nicht deutlich und gro\u00df genug sind. Es ist nicht entscheidend, wie klein etwas beginnt, sondern wie gro\u00df es einmal sein wird.<\/p>\n<p>Zum zweiten Gleichnis (V. 21-21):<br \/>\n\u201euntermischen\u201c: w\u00f6rtl: &#8222;hinein verstecken&#8220;. Da wird deutlich: Der Sauerteig kann nicht mehr unterschieden werden vom restlichen Teig. Unscheinbar und unsichtbar wirkt er, bis der ganze Teig von ihm durchdrungen ist.<\/p>\n<p>Als \u201eSauerteig\u201c benutzte man alten, gegorenen Teig, den man unter den neuen Teig mischte. Da Ganze wird abgedeckt und stehen gelassen. Am n\u00e4chsten Tag ist der ganze Teig durchs\u00e4uert, und das Brot kann gebacken werden. Ein wenig des Teiges nahm man vor dem Backen weg \u2013 es diente als Sauerteig f\u00fcr den n\u00e4chsten Backvorgang.<\/p>\n<p>Die meisten Ausleger gehen davon aus, dass Jesus hier eine \u201eAusnahme\u201c in der Bedeutung des Sauerteigs macht. An allen Stellen in der Bibel, an denen von Sauerteig die Rede ist (siehe Konkordanz), steht er als Bild f\u00fcr etwas unreines (weil G\u00e4rendes an Verwesendes erinnert), negatives, heuchlerisches (vgl. der Sauerteig der Pharis\u00e4er). Dann m\u00fcsste man das Gleichnis so verstehen, als wollte Jesus warnen bzw. vorhersagen, dass das Reich Gottes durch falsche Lehre o.\u00e4. durchmischt werden w\u00fcrde.<br \/>\nAber \u2013 so die meisten Ausleger: Es geht hier nicht um den Sauerteig, sondern darum, dass das Wenige langsam und unsichtbar das Viele durchdringt und ver\u00e4ndert. Es geht um die Wirkung des Sauerteigs, die beim Brotbacken eben nicht schlimm sondern erw\u00fcnscht und gut ist.<\/p>\n<p>Die Deutung f\u00fcr uns ist nicht schwierig:<br \/>\nDas Himmelreich entsteht aus kleinsten Anf\u00e4ngen<br \/>\n\u00b7 Es wirkt zun\u00e4chst unbemerkt<br \/>\n\u00b7 Es wirkt von innen her. Von innen geschieht die Ver\u00e4nderung.<br \/>\n\u00b7 Die Macht zur Ver\u00e4nderung w\u00e4chst dem Teig von au\u00dfen zu. Von sich aus kann er sich nicht ver\u00e4ndern. Aber wenn \u201eder Sauerteig\u201c untergemengt wird, wird sich der ganze Teig ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p> 5. Die Spitze des Textes<br \/>\n Die Liebe Jesu wirkt! Klein oft, auch unscheinbar, oft unbemerkt. Aber nicht vergeblich. Am Ende bleibt: Herrlichkeit.<\/p>\n<p> 6. Der Text heute<br \/>\n Zwei Ermutigungen liegen f\u00fcr unsere Zeit in diesen Versen:<br \/>\n\u00b7 Ermutigung, an das Wirken Gottes zu Glauben, auch dann, wenn nichts sichtbar wird. (Der Sauerteig wirkt!)<br \/>\n\u00b7 Oft bekommen wir gesagt, Glaubensmut zeigt sich darin, Gott die gro\u00dfen Dinge zuzutrauen. Richtig! Glaubensmut ist aber auch: Mut zu kleinen Dingen. Es ist durchaus die Gottes-Reichs-Art, klein zu beginnen.<\/p>\n<p> Vor einem Missverst\u00e4ndnis sollten wir uns h\u00fcten: Dass der gro\u00dfe Baum schon in unserer Zeit in Vollkommenheit sichtbar wird. Wir sehen heute den gro\u00dfen Baum in manchen St\u00fccken, z.B. dass das Evangelium in viele Nationen gekommen ist und angenommen wird.<br \/>\n Dass sich aber ganze Nationen in diesem Baum nisten, das wird erst in der Herrlichkeit Vollendung finden.<br \/>\n Das Durchdringen des Sauerteigs meint auch nicht, dass wir Christen einen immer gr\u00f6\u00dferen politischen oder gesellschaftlichen Einfluss bekommen. Sondern dass die von uns weitergegebene Liebe Jesu m\u00e4chtig wirken und Ver\u00e4nderung schaffen wird.<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\n7.1. Schwaben haben ein gro\u00dfes Problem: Sie wollen alles 150-prozentig machen. Und weil das nicht geht, machen sei oft nichts. 80 Prozent, die man tut, sind besser als 150, die man nicht tut. Wir wollen wirken, auch wenn nicht die Aussicht besteht, dass sich alles zu 150 Prozent ver\u00e4ndern l\u00e4sst.<br \/>\n7.2. Sind wir bereit, geistlich \u201ekleine Br\u00f6tchen\u201c zu backen? Das ist eine Ermutigung Jesu f\u00fcr die kleinen Kreise und die kleinen Gemeinschaften zu glauben, dass der Herr Jesus auch dadurch stark wirken will. Es gibt manche Kreise (Jugend- oder Hauskreise) und Gemeinden bei uns, die sehr klein sind. Das sagt aber noch lange nichts \u00fcber ihre Wirksamkeit aus. Vgl. Sendschreiben an Philadelphia: \u201eSiehe, ich habe eine ge\u00f6ffnete T\u00fcr vor dir gegeben die niemand schlie\u00dfen kann, denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.\u201c Offb 3,8<br \/>\n7.3. Wenn wir diese Gleichnisse h\u00f6ren, d\u00fcrfen wir nicht gleich an die weltweiten und weltgeschichtlichen Auswirkungen des Reiches Gottes denken. Alles beginnt zuerst einmal in mir: Da muss sich der Sauerteig erst einmal in meinem Herzen und Leben durchwirken. Sein Wort muss zuerst in uns gestalt bekommen.<br \/>\n7.4. In der Geschichte vom Blinden Bartim\u00e4us (Mk 10,46ff) wollen die Begleiter Jesu den Bartim\u00e4us zur Ruhe zwingen. Vielleicht weil sie dachten: Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem um die Weltherrschaft anzutreten. Da hat der gro\u00dfe Meister keine Zeit mehr f\u00fcr den einzelnen Bettler am Wegesrand. Und doch ruft Jesus den Blinden zu sich. Jesus opfert die einzelnen nicht den gro\u00dfen weltgeschichtlichen Zielen. So kommt Jesus zu seinem Ziel.<\/p>\n<p> 8. Material und Gliederung zur Predigt<br \/>\n Monatsthema: Jesu Blick der Liebe<br \/>\n Tagesthema: Jesu Liebe wirkt.<\/p>\n<p>8.1. Jesu Liebe wirkt \u2013 indem sie klein beginnt.<br \/>\n Das war schon zu Erdentagen Jesu so: Man h\u00e4tte von ihm mehr erwartet. Mehr Sichtbares. Mehr Gesellschaftsrevolutionierendes. Aber Jesus wirkt anders.<br \/>\n Bsp. von Bartim\u00e4us.<br \/>\n Auch heute wirkt Jesus noch so: Durch die \u201ekleinen\u201c Dienste der Liebe an andern wird das Reich Gottes gebaut. Durch Senfk\u00f6rner und Sauerteige. Es werden keine Mammutb\u00e4ume gepflanzt.<br \/>\n Haben wir ganz neu Mut zu den geringen Dingen! Mut f\u00fcr unsere kleinen Kreise. Mut f\u00fcr die Dinge, die wir in unserer kleinen Kraft tun. Mut und Ausdauer gerade auch f\u00fcr die Dinge, deren Auswirkung nicht schnell sichtbar wird. Das hat mehr Substanz als die schnell aufbl\u00fchenden Aktionen, die aber auch schnell wieder verdorren.<\/p>\n<p> Wir halten die drei Dinge fest:<br \/>\n Das Reich Gottes<br \/>\n&#8211; wirkt zun\u00e4chst und oft unbemerkt<br \/>\n&#8211; wirkt von innen her. Es muss hinein in die Gesellschaft. Wir werden nicht von au\u00dfen auf die Gesellschaft einwirken k\u00f6nnen. Und es muss hinein in uns, damit es in uns wirken kann.<br \/>\n&#8211; Die macht zur Ver\u00e4nderung kommt immer von au\u00dfen. Das gilt f\u00fcr eine Gesellschaft genauso wie f\u00fcr mein eigenes Herz. Wir k\u00f6nnen uns nicht selbst ver\u00e4ndern. Gott schenkt den Sauerteig.<\/p>\n<p>8.2. Jesu Liebe wirkt \u2013 indem sie unser Inneres durchdringt<br \/>\n Wir wollen unsere beiden Gleichnisse ganz im Focus auf uns pers\u00f6nlich verstehen. Da kommt das Wort Gottes als Sauerteig in unseren \u201eLebensteig\u201c. Und es ist Verhei\u00dfung, dass der Sauerteig uns durchdringt. Das Wort Gottes will gestalt in uns bekommen und alles durchs\u00e4uern. Ein Teig braucht die rechten Umst\u00e4nde, um zu \u201egehen\u201c (Ruhe und W\u00e4rme). Auch wir brauchen diese Umst\u00e4nde, dass das Wort Gottes uns durch und durch ver\u00e4ndern kann. An dieser Stelle m\u00fchen wir uns nicht vergeblich! Die Frage tut uns bestimmt gut: Wie weit werden wir schon vom Wort Gottes bestimmt? Gerade auch in den kleinen Dingen unseres Alltages.<\/p>\n<p>8.3. Jesu Liebe wirkt \u2013 und wird in der Herrlichkeit vollendet<br \/>\nIn den Kleinheiten unseres Lebens, auch unseres Gemeindelebens wollen wir uns den Blick auf die Herrlichkeit richten lassen. Das bewahrt uns vor beidem: 1. Dass wir uns mit allem Kleinen hier zu schnell zufrieden geben. Aber 2. auch: Dass wir uns immer nach dem Gro\u00dfen ausstrecken und das Kleine gering achten. Es kommt die Zeit (nach der Zeit eben \u2013 in der Ewigkeit), da werden sich viele V\u00f6gel im Reich-Gottes-Baum wiederfinden.<br \/>\nDankbar sind wir, dass wir das jetzt schon zeichenhaft sehen. (Mission in der ganzen Welt). Noch dankbarer sind wir, dass wir das jetzt schon in Vollkommenheit glauben d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Jesu Blick der LiebePredigtthema: Liebe wirkt Bibelstelle: Lukas 13, 18-21 Verfasser: Matthias K\u00f6hler 1. 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