{"id":1368,"date":"2003-02-10T10:42:09","date_gmt":"2003-02-10T08:42:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=186"},"modified":"2003-02-10T10:42:09","modified_gmt":"2003-02-10T08:42:09","slug":"predigthilfe-vom-9-3-2003-lukas-1310-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-9-3-2003-lukas-1310-17\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 9.3.2003 &#8211; Lukas 13,10-17"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Jesu Blick der Liebe<br \/>Predigtthema: Liebe hilft<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 13,10-17<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Matthias K\u00f6hler<\/strong><\/p>\n<p>1. Der Zusammenhang<br \/>\nIm Textabschnitt vor dem heutigen (12,57-13,9) zeigt Jesus den Juden auf, wie selbstgerecht aber fruchtlos ihre Religiosit\u00e4t sei.<br \/>\nUnser Abschnitt ist ein eindr\u00fcckliches Beispiel davon, das Jesus mit einem Wort betitelt: \u201eHeuchler\u201c.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\n&#8211; Alle Heilungswunder Jesu.<br \/>\n&#8211; Heilungswunder, die Jesus am Sabbat tat  Lk 4,31-37; 38-39; 6,6-11; Lk 14,1-6; Joh 5,1-16; 9,1-41<br \/>\n&#8211; Sabbatfrage allgemein: Mk 2,23-28: \u00c4hrenraufen am Sabbat Joh 7,22-23; R\u00f6m 14,5; Kol 2,16<br \/>\n&#8211; Heuchler: Mt 6,2.5.16; 7,5; 15,7; 22,8; 23,1ff; Lk 12,1<\/p>\n<p> 3. Der Aufbau des Textes<br \/>\n 10+11: Die kranke Frau<br \/>\n 12: Jesus sieht sie an und spricht sie an und spricht ihr Heilung zu<br \/>\n 13a: Jesus legt die H\u00e4nde auf<br \/>\n 13b: Die Reaktion der Frau: Heilung und Verherrlichung Gottes<\/p>\n<p> 14: die Reaktion des Synagogenvorstehers: \u201eFrommer\u201c, d.h. heuchlerischer Einwand<br \/>\n 15+16: Antwort Jesu<br \/>\n 17: Die Widersacher sind besch\u00e4mt, das Volk freut sich \u00fcber die herrlichen Dinge, die durch Jesus geschahen.<\/p>\n<p> 4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\n V. 11 Der Zustand der Frau wird auf dreifache Weise beschrieben:<br \/>\n&#8211; Sie hatte einen \u201eGeist der Schwachheit\u201c. Aus V. 16 wird deutlich, dass es sich hier wirklich um eine Geist aus dem Machtbereich der Finsternis handelt. Wichtig: In der Bibel werden Krankheiten nicht automatisch einer d\u00e4monischen Auswirkung zugeschrieben \u2013 aber hier war es so.<br \/>\n&#8211; Sie war zusammengebeugt.<br \/>\n&#8211; Sie war v\u00f6llig unf\u00e4hig, sich wieder aufzurichten.<br \/>\n Wir sehen darin durchaus ein Bild des hilflosen S\u00fcnders, dessen Blick sich immer nach unten richtet und nicht mehr nach oben sehen kann, der nicht mehr gerade und aufrecht gehen kann. Und der nach biblischer Sicht durchaus von Satan gebunden ist.<\/p>\n<p> V. 12 Interessant ist, dass die Frau nicht auf Jesus zugeht, sondern er spricht sie an, als er sie sieht.<br \/>\n F\u00fcr uns hei\u00dft das: Unser Heiland Jesus sieht uns in unserer (geistlichen) Krankheit, ruft uns an, spricht sein Wort und hilft dadurch. Jesus will in N\u00f6ten helfen und kann auch helfen. Er hilft durch das Wort: \u201eFrau, du bist gel\u00f6st von deiner Schwachheit\u201c (\u00fcbrigens in einer Zeitform geschrieben, die die Handlung als ganz gewiss abgeschlossen beschreibt)<\/p>\n<p> V. 13a  Jesus legt die Hand auf. Das tat er manchmal aber nicht immer. Die Handauflegung ist ein Zeichen der pers\u00f6nlichen Zuwendung Jesu zu seiner Frau. Die Heilung findet aber durch das Wort statt.<\/p>\n<p> Die Reaktion der Frau ist bemerkenswert:<br \/>\n V. 13b<br \/>\n&#8211; Sofort wurde sie \u201eaufgeradet\u201c.<br \/>\n Salomo stellt in Pred. 1,15 fest: Gekr\u00fcmmtes kann nicht gerade werden&#8230;<br \/>\n Er hat recht: Das Krumme wird in dieser Welt nicht gerade; S\u00fcnde, die den Menschen vom geraden Weg abgebracht hat und unter ihrer Last beugt, l\u00e4sst sich nicht mehr ungeschehen machen.<br \/>\n Jesus durchbricht das von Salomo richtig beobachtete Gesetz. Wir haben eine im wahrsten Sinne frohe Botschaft. Bringen wir sie auch so r\u00fcber!<br \/>\n&#8211; Sie verherrlichte Gott<br \/>\nDas ist Gottes h\u00f6chstes Ziel und Absicht: Erl\u00f6st \u201ezum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade\u201c, Eph 1,6, \u201eDamit wir zum Preise seiner Herrlichkeit seien.\u201c Eph 1,12.14<\/p>\n<p>V. 14 Seltsam, dass der Synagogenvorsteher weder Jesus noch die Frau tadelt, sondern die Menge, die das ganze verfolgte. Warum? Da k\u00f6nnten wir nur spekulieren.<\/p>\n<p>Er hat ein \u201ebiblisches\u201c Argument: Zitat aus 2. Mose 20,9.<\/p>\n<p>V. 15+16 Jesus h\u00e4lt ihnen (Jesus redet in der Mehrzahl) \u201eSchauspielerei\u201c vor (das griechische Wort wir an anderen Stellen oft mit \u201eIhr Schauspieler\u201c \u00fcbersetzt. W\u00f6rtlich hei\u00dft es: \u201eHerunter-Urteiler\u201c). Die Heuchelei kritisiert Jesus mit zwei Argumenten:<br \/>\n1. ist Krankenheilung keine Arbeit<br \/>\n2. sind am Sabbat einige Dinge durch Ausnahmeregelung erlaubt.<br \/>\nGerhard Maier:<br \/>\n\u201eStellt man das losbinden von Vieh ( \u00bbOchse\u00ab \/ \u00bbEsel\u00ab ) und Mensch einander gegen\u00fcber, dann gibt es im Fall dieser Frau viele gute Gr\u00fcnde f\u00fcr ihre Heilung: a) Wenn schon Tiere &#8211; dann erst recht ein Mensch (vgl. Lk 12,24). b) Wenn schon von menschlicher \u00bbFessel\u00ab dann erst recht von teuflischer Fessel. c) Wenn schon zur Lebenserhaltung (\u00bbtr\u00e4nken\u00ab) &#8211; dann erst recht zur Lebensbesserung (\u00bbheilen\u00ab). d) Wenn schon bei t\u00e4glichem Bedarf &#8211; dann erst recht bei achtzehn Jahre dauernder Not. e) Wenn schon ein Wesen ohne Verhei\u00dfung (\u00bbOchse\u00ab \/ \u00bbEsel\u00ab) &#8211; dann erst recht ein Wesen unter den Verhei\u00dfungen \u00bbAbrahams\u00ab.\u201c<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\n\u201eDas Krumme wird in dieser Welt nicht gerade (Pred. 1,15)\u201c \u2013 Diese Aussage Salomos stimmt seit Jesus so nicht mehr. F\u00fcr alle gebeugten unter uns ist das ermutigende, frohmachende Botschaft!<\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\nWichtig ist, dass wir Jesu Macht \u00fcber k\u00f6rperliche Krankheit ernst nehmen, aber nicht so tun, als w\u00e4re das der Normalfall. Er kann heilen, muss aber nicht. Und wenn er\u2019s nicht tut, liegt darin der Trost: Er k\u00f6nnte, wenn er wollte. Und wenn er nicht will, dann ist\u2019s auch sein guter Wille. Das zu sagen ist f\u00fcr alle die unter uns wichtig, die eben keine spontane k\u00f6rperliche Heilung erleben \u2013 und das sind wohl die allermeisten!<br \/>\nDass Jesus aber uns in unserer inneren, geistlichen Not helfen will, dass hat er verhei\u00dfen. Das d\u00fcrfen und m\u00fcssen wir auch mit gro\u00dfer Gewissheit verk\u00fcndigen!<\/p>\n<p>Dass Jesus die Denkweise des Synagogenvorstehers als \u201eHeuchlerei\u201c bzw. \u201eSchauspielerei\u201c, oder ganz w\u00f6rtlich: \u201eHerunterkritisierer\u201c verurteilt, sollte uns nicht zu der Meinung bringen, aufgrund einer falschen \u201eNettigkeit\u201c und \u201eToleranz\u201c nichts mehr pr\u00fcfen oder auch kritisieren zu d\u00fcrfen. Nach wie vor haben wir den Auftrag zu pr\u00fcfen (1. Thess 5,21). Aber eben mit liebendem Herz: Liebe zu Jesus und Liebe zu den Menschen. Dann werden wir keine \u201eHerunterkritisierer\u201c, sondern \u201eHinaufkritisierer\u201c, was sicher besser mit \u201eErmutiger\u201c \u00fcbersetzt werden kann.<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\nDie angegebenen Bibelverweise und die Geschichte selbst bieten gen\u00fcgend Anschauung.<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<br \/>\n\u00dcberschrift: Die Liebe Jesu hilft!<\/p>\n<p>1. Die Hilflosigkeit der Frau \u2013 Die Hilflosigkeit des S\u00fcnders<br \/>\n Zusammengekr\u00fcmmt (Blick nach unten, nicht mehr nach oben). Unf\u00e4hig, sich selbst aufzurichten und damit unf\u00e4hig, sich selbst zu helfen. Gebunden vom Satan seit vielen Jahren.<br \/>\n Bemerkenswert: Sie sucht Jesus nicht (wenigstens wird uns davon nichts berichtet). Wir lesen auch nicht, dass sie ihn anblickt.<br \/>\n Aber er blickt sie an:<\/p>\n<p>2. Der helfende Blick Jesu<br \/>\n a) Jesus blickt sie an. Darin liegt schon die Hilfe. (Vgl. der Blick Jesu dem Petrus gegen\u00fcber (Lk 22,61))<br \/>\n b) Er ruft ihr zu<br \/>\n Wie dem Zach\u00e4us (Lk 19,5); wie der Maria (Joh 20,16)<br \/>\n Jesus ist gekommen, nicht um Gerechte zu rufen, sondern S\u00fcnder (Mt 9,13)<br \/>\n Siehe auch Mt 11,28.<br \/>\n c) Er spricht zu ihr und l\u00f6st (erl\u00f6st) sie<br \/>\n Im und durchs Wort wirkt der Herr. Schon ganz am Anfang (\u201eEs werde Licht\u201c \u2013 und es ward Licht) Auch heute noch. Wer Heilung sucht, muss sich seinem Wort aussetzen.<br \/>\n d) Die Heilung setzt sogleich ein \u2013 Kraft des Wortes Jesu!<\/p>\n<p>3. Zwei Reaktionen<br \/>\nDie Frau wird auf der Stelle aufgerichtet und f\u00e4ngt gleich an, Gott zu preisen. Das k\u00f6nnen und sollen wir auch tun. Ein Christ ist ein von Gott aufgerichteter Mensch, weil sein Gottesverh\u00e4ltnis in Ordnung gekommen ist. Was nicht hei\u00dft, dass es nicht manche Anfechtung gibt. \u2013 Aber: Zwischen Gott und mir ist durch den Heiland alles geregelt.<\/p>\n<p>Der Synagogenvorsteher ist emp\u00f6rt. Er muss Gottes Sache (Gottesdienstablauf und Sabbatgebot) hochhalten. Zun\u00e4chst wollen wir das nicht schlechtreden. Aber Jesus, der das Herz ansieht, sieht nicht nur das \u00c4u\u00dfere: Er sieht die wahren Motive. Wir wollen f\u00fcr Jesus und die Bibel eintreten. Nichts verweichlichen. Aber immer Wahrhaftig bleiben. D.h. Dem andern den Anspruch und Zuspruch Jesu vorhalten: Ihm zum Besten!<\/p>\n<p>Schluss:<br \/>\nMit der rhetorischen Frage bietet sich Jesus uns heute wieder neu zur Hilfe an:<br \/>\nJes 50,2: Warum bin ich gekommen, und kein Mensch war da, habe gerufen, und niemand antwortet? Ist meine Hand etwa zu kurz zur Erl\u00f6sung? Oder ist in mir keine Kraft, um zu erretten?<br \/>\nGanz bestimmt ist seine Hand nicht zu kurz und seine Kraft nicht zu klein. Auch heute noch!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Jesu Blick der LiebePredigtthema: Liebe hilft Bibelstelle: Lukas 13,10-17 Verfasser: Matthias K\u00f6hler 1. Der Zusammenhang Im Textabschnitt vor dem heutigen (12,57-13,9) zeigt Jesus den Juden auf, wie selbstgerecht aber fruchtlos ihre Religiosit\u00e4t sei. 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