{"id":1367,"date":"2003-02-03T11:07:58","date_gmt":"2003-02-03T09:07:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=185"},"modified":"2003-02-03T11:07:58","modified_gmt":"2003-02-03T09:07:58","slug":"predigthilfe-vom-2-3-2003-lukas-131-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-2-3-2003-lukas-131-9\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 2.3.2003 &#8211; Lukas 13,1-9"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Jesu Blick der Liebe<br \/>Predigtthema: Liebe hat Geduld<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 13,1-9<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Matthias K\u00f6hler<\/strong><\/p>\n<p>1. Der Zusammenhang<br \/>\nist uns gegeben in Lk 12, 57: \u201eWarum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht, was recht ist?\u201c<br \/>\nMit unserem Abschnitt zusammen und mit Lk 7,29f bekommt das einen ernsten Sinn: Die Juden (und wir?) richteten alles m\u00f6gliche, nur nicht, was recht ist: n\u00e4mlich sich selbst. Deshalb muss es Gott tun.<\/p>\n<p>Aber, und darum soll\u2019s in unserer Predigt gehen: Gott selbst tut in Jesus alles Erdenkliche, um echte Frucht, d.h. Umkehr zu Jesus, zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nZu 13,1-5:<br \/>\nKl 3,22: \u201eDie G\u00fcte des Herrn ist\u2019s, dass wir nicht gar aus sind\u201c<br \/>\nHi 4,7ff (und viele andere Hiob-Stellen aus den Reden der Freunde)<br \/>\nJoh 9,1ff<\/p>\n<p>Zu 13,6-9:<br \/>\nMi 7,1ff; Joh 15,1ff; Jes 5,1ff<br \/>\nZur Bedeutung von Weinberg und Feigenbaum (beides ist ein Bild f\u00fcr das Volk Israel) siehe Bibellexikon<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\n2 Teile, die eng zusammengeh\u00f6ren:<\/p>\n<p>13,1-5: Ist Leid und Ungl\u00fcck folge der S\u00fcnde? Ja und Nein. Ja, weil S\u00fcnde Leid nach sich ziehen kann (nicht muss). Nein: Weil es f\u00fcr niemand einen Grund gibt, wenn ihm Schlimmes nicht widerf\u00e4hrt. Wer nicht umkehrt, wird genauso enden.<\/p>\n<p>Wo liegt die Schuld des Volkes Israel?<\/p>\n<p>13,6-9 gibt die Antwort:<br \/>\nEs ist keine Frucht, d.h. keine echte Bekehrung da. Der Umstand, dass der Weing\u00e4rtner so viel f\u00fcr den Feigenbaum tut, macht diese Tatsache nur noch schlimmer.<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nV. 1 Welches konkrete Ereignis hinter dieser Erz\u00e4hlung stand, ist nicht mehr sicher bekannt. Wichtig ist auch nur: Es gab offensichtlich eine Auseinandersetzung der Truppen des Pilatus mit einer Gruppe Galil\u00e4ern, die schon als rebellisch und \u201eleicht entflammbar\u201c bekannt waren und gerade dabei waren, ihre Opfertiere zu schlachten. Diese Auseinandersetzung endete f\u00fcr viele der Galil\u00e4er t\u00f6dlich.<br \/>\nDie Frage soll Jesus zu einer Aussage gegen die R\u00f6mer provozieren.<\/p>\n<p>V. 2 Jesus geht nicht auf die politische Frage ein, sondern stellt gleich die Gottesbeziehung der Fragenden in den Mittelpunkt: Das Wort \u201eS\u00fcnde\u201c beschreibt diese Beziehung.<br \/>\nJesus sieht auch \u00dcbeltaten von Menschen (hier von Pilatus) nicht als Taten von Menschen, sondern als g\u00f6ttliches Gericht.<\/p>\n<p>V.3 Es geht Jesus um Bekehrung der Israeliten. Nicht um Politik.<br \/>\n\u201eebenso umkommen\u201c. Kann hei\u00dfen: Auch durch dir R\u00f6mer umgebracht. Das wurde im J\u00fcdisch-R\u00f6mischen Krieg um 70 n.Chr. wahr.<br \/>\nKann aber auch hei\u00dfen: Ebenso durch Gottes Gericht. Wir m\u00fcssen uns nicht f\u00fcr eines der beiden M\u00f6glichkeiten entscheiden: Gottes Gericht war durchaus die Niederlage der Juden im R\u00f6misch-J\u00fcdischen Krieg.<\/p>\n<p>V.4+5 Auch die von diesem Ungl\u00fcck betroffenen waren nicht schuldiger als die andern. \u201eAber auch nicht unschuldiger! Wenn alle Menschen S\u00fcnder sind, dann haben sie alle miteinander kein Recht auf Leben. Jeder muss damit rechnen, dass Gott ihm sein Leben nimmt.\u201c (Gerhard Maier)<br \/>\nDer erste, k\u00f6rperliche Tod ist dabei nicht einmal das Schlimmste. Das Umkommen im Endgericht, der zweite Tod ist weitaus schlimmer. Da gibt es aber nur ein Entrinnen: Umkehr, oder anders gesagt: Bekehrung.<\/p>\n<p>V.6 Es war tats\u00e4chlich \u00fcblich, im Weinberg auch B\u00e4ume zu pflanzen.<br \/>\nWeinberg und Feigenbaum sind gebr\u00e4uchliche biblische Bilder f\u00fcr das Volk Israel.<\/p>\n<p>Frucht findet man am Feigenbaum beinahe das ganze Jahr \u00fcber: Im Winter und Fr\u00fchjahr die sog. Winterfeigen, im Fr\u00fchsommer die Fr\u00fchfeigen, danach die Sommer- und Sp\u00e4tfeigen bis zum Dezember. Au\u00dferdem ist der \u201eFeigenbaum\u201c so fruchtbar, dass es selten vorkommt, dass ein normal belaubter Baum nichts tr\u00e4gt.\u201c<br \/>\nUmso schlimmer, dass keine Frucht da war \u2013 bei Israel! \u2013 Und bei uns?<\/p>\n<p>Frucht meint \u00fcbrigens: Bekehrung. (Und nicht z.B. die Frucht des Geistes, die Folge der Bekehrung ist.)<\/p>\n<p>V.7 Nach 3. Mo 19,23ff durfte bei neugepflanzten B\u00e4umen 3 Jahre lang nichts geerntet werden. Wenn der Gutsbesitzer schon drei Jahre nach Frucht sucht, dann ist der Baum mindestens 6 Jahre alt. Welche Geduld!<\/p>\n<p>Hau ihn um. Genauer: \u201eHau ihn heraus\u201c. Mitsamt den Wurzeln. Es soll nichts mehr davon im Bode bleiben (und ihn \u201eaussaugen\u201c), und es soll nichts drin bleiben, das vielleicht neu treiben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>V. 8 Warum sind wir noch nicht \u201egar aus\u201c?<br \/>\nAntwort: \u201eDie G\u00fcte des Herrn ist\u2019s\u201c (Kl 3,22). Oder hier: Der Weing\u00e4rtner tritt f\u00fcr den fruchtlosen Baum ein. Jesus will\u2019s noch einmal mit Israel versuchen, ihm noch einmal besondere Zuwendung zukommen lassen. Nochmal gro\u00dfe Geduld! Es gibt noch eine zweite Chance.<br \/>\n\u201eUm ihn herum graben\u201c und \u201eMist werfen\u201c (so w\u00f6rtl.) tut man normalerweise nicht bei normalen B\u00e4umen. Auch ein Hinweis auf die besondere M\u00fche, die sich Jesus mit Israel macht.<\/p>\n<p>V. 9<br \/>\nEs gibt die zweite Chance (s. V. 8). Aber eben auch die letzte! Umhauen bedeutet Endgericht, Verdammnis, wie in Joh 15, 6 \u201ehinausgeworfen,&#8230; verdorrt; &#8230;.gesammelt und ins Feuer geworfen, &#8230; verbrennen\u201c<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\n2. Thess 3,5: Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi.<br \/>\nR\u00f6m 2,4: Wei\u00dft Du nicht, dass die G\u00fcte Gottes dich zur Umkehr leitet?<\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\nDer Text spricht deutlich zu Israel. Gott sei Dank gilt f\u00fcr uns nicht mehr: Wer keine Frucht bringt, wird rausgehauen. Aber das gilt immer noch: Wer in mir bleibt der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir k\u00f6nnt ihr nichts tun (Joh 15,5).<br \/>\nHerausfordernd bleibt f\u00fcr unsere Predigt, dass wir nicht gesetzlich \u201eDu musst Frucht bringen!\u201c predigen, als k\u00f6nnten wir das tun. Andererseits aber nicht zu anspruchslos werden, als k\u00f6nnte Jesus in und durch uns nichts tun.<\/p>\n<p>Die Hilfe f\u00fcr diese Ausgewogenheit ist uns im Thema gegeben: Wir schauen nicht auf die (fehlende) Frucht des Feigenbaums, sondern auf die sehr geduldige, liebevolle M\u00fche des Weing\u00e4rtners (= Jesus). Und es ist unser tiefster Wunsch und Zutun, dass diese M\u00fche an uns nicht vergeblich ist.<\/p>\n<p>Obwohl der Zusammenhang zwischen Schuld und als Strafe verstandene Leiderfahrung wohl in jeder Predigt \u00fcber dieses Thema ausdr\u00fccklich verneint wird, sitzt in vielen Christen dieses Denken noch sehr fest. Da braucht es klare, seelsorgerliche Worte im Sinn von Jes 53,5.<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\n7.1. Die Situation in Israel vor der Zerst\u00f6rung des zweiten Tempels war sehr \u00e4hnlich mit der vor der Zerst\u00f6rung des ersten. Vgl. Mi 7,1ff<\/p>\n<p>7.2. Lk 7,29.30 ist gutes Anschauungsbeispiel, wie man sich selbst rechtfertigt, und dabei den \u201eRatschluss Gottes f\u00fcr sich selbst wirkungslos\u201c macht, was zweifellos Gericht bedeutet \u2013 oder eben Gott Recht gibt in seinem Urteil \u00fcber mich, und dadurch gerechtfertigt wird.<br \/>\nKurz gesagt: Wer sich selbst richtet, wird von Gott gerechtfertigt. Wer sich selbst rechtfertig, wird von Gott gerichtet.<\/p>\n<p>D.h. aber:<\/p>\n<p>7.3. Woran erkennt man, ob man selbst echt Christ ist? Nicht daran, dass man nicht mehr s\u00fcndigt. Sondern daran, dass man unter seiner S\u00fcnde leidet. (- und damit wieder Gott rechtfertig. siehe 7.2)<\/p>\n<p>7.4. \u201eSteter Tropfen h\u00f6hlt den Stein.\u201c<br \/>\nBiblisch m\u00fcssten wir sagen: \u201eStete Liebe erweicht das Herz.\u201c<\/p>\n<p>7.5. Zu R\u00f6m 2,4: Wei\u00dft Du nicht, dass Gottes G\u00fcte Dich zur Umkehr leitet.<\/p>\n<p>In einem Dorf lebte ein Christ, mit dem man allerhand Schabernack trieb. Man wollten den \u201eFrommen\u201c \u00e4rgern und ihn auf die Probe stellen. Eines Tages trieben es die Dorfjungen besonders arg. Jemand kam auf die Idee: \u201eDecken wir dem Sepp das Dach ab. Mal sehen, wie fr\u00f6hlich er bleibt, wenn er morgens aufwacht und sein Dach ist fort!\u201c \u2013<br \/>\nGesagt, getan. In aller Vorsicht deckten sie \u00fcber Nacht das Dach ab, blieben aber doch nicht unbemerkt. Der Sepp \u00fcberlegte: \u201eSchimpfen, die Polizei rufen, alle verhaften lassen?\u201c Nein, der Christ entschied anders. Als das Unternehmen beendet war und die jungen Leute sich verziehen wollten, stand pl\u00f6tzlich der Sepp in der T\u00fcr und sagte zu ihnen: \u201eIhr habt die ganze Nacht so schwer gearbeitet, jetzt braucht ihr erst mal ein ordentliches Fr\u00fchst\u00fcck. Kommt herein, ich habe alles gerichtet!\u201c<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich haben die Burschen nach dem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck die Dachziegel wieder eingedeckt. So war das Dach wieder heil. Die Beziehung war nicht durch Hass oder Rache vergiftet. Und mancher der jungen Leute kam durch das Verhalten des Sepp zum Glauben an Jesus Christus. Was doch die Liebe vermag.<br \/>\n(Nach Axel K\u00fchner, aus \u201e\u00dcberlebensgeschichten f\u00fcr jeden Tag\u201c, 12.8.)<\/p>\n<p>Diese Geschichte ist sicher nur ein schwaches Bild: Wenn schon liebevolle Taten von Menschen uns umdenken lassen, wie viel mehr, wenn wir die Geduld der Liebe Jesu betrachten.<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<\/p>\n<p>Monatsthema: Jesus Blick der Liebe<br \/>\nPredigtthema (leicht ver\u00e4ndert): Die Liebe Jesu hat Geduld<\/p>\n<p>1. Keine Chance \u2013 zur Beurteilung fremden oder eigenen Leides<\/p>\n<p> Wir m\u00fcssen und d\u00fcrfen das Leid oder auch das Gl\u00fcck, das uns widerf\u00e4hrt, nicht beurteilen. Es ist unabh\u00e4ngig von unserem Glauben, unserem frommen Verhalten oder unserer moralischen \u00dcber- oder Unterlegenheit. Die Frage in einem Ungl\u00fcck: \u201eWarum geschieht mir das?\u201c ist falsch gestellt. Jeder S\u00fcnder, dem kein Ungl\u00fcck widerf\u00e4hrt, m\u00fcsste sich eigentlich immer fragen: \u201eWarum geschieht mir das?\u201c. Und es gibt nur eine Antwort: Die G\u00fcte des Herrn ist\u2019s, dass wir nicht gar aus sind.<\/p>\n<p> Ernste Rede Jesu: Wir werden alle so enden! Wenn wir nicht die zweite Chance ergreifen:<\/p>\n<p>2. Zweite Chance \u2013 Jesus ist Geduldig<br \/>\nJesus gibt sich unendlich viel M\u00fche. Mit Israel \u2013 aber eben auch mit uns. Und es geht ihm nur um das eine: Frucht. Er wei\u00df: Wir k\u00f6nnen keine Frucht bringen. Auch das muss er tun. Und er tut es. Deshalb k\u00f6nnen wir Bu\u00dfe tun, uns bekehren. Das ist die Frucht, die er sehen m\u00f6chte. Und die allein uns rettet.<br \/>\nDie Liebe Jesu anschauen, darum soll\u2019s uns gehen (Beispiele)<br \/>\nEs gibt die zweite Chance, weil Jesus vor dem Gutsbesitzer (Gott) eintritt f\u00fcr uns. Aber es gibt eben auch die letzte Chance:<\/p>\n<p>3.   Letzte Chance \u2013 auch sie geht zu Ende.<br \/>\nDie Situation des Volkes Israels vor der ersten und vor der zweiten Tempelzerst\u00f6rung.<br \/>\nUnd wie sieht\u2019s bei mir aus?<br \/>\nFrucht ist dann sofort da, wenn wir Gott in seinem Urteil recht geben: \u201eHau ihn um\u201c.<br \/>\nBsp. aus Lk 7,29f.<br \/>\nFrucht ist dann da, wenn ich aufh\u00f6re, Frucht vor Gott \u201eselbst\u201c zu erzeugen. Wenn ich beginne, nur noch auf die Frucht zu sehen, die Jesus hervorgebracht hat, damit ich sie als meine annehme.<\/p>\n<p>Schluss:<br \/>\nWer sich selbst rechtfertigt, wird von Gott gerichtet. Wer sich selbst richtet, wird von Gott gerechtfertigt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Jesu Blick der LiebePredigtthema: Liebe hat Geduld Bibelstelle: Lukas 13,1-9 Verfasser: Matthias K\u00f6hler 1. 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