{"id":1343,"date":"2002-09-18T22:23:06","date_gmt":"2002-09-18T20:23:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=161"},"modified":"2002-09-18T22:23:06","modified_gmt":"2002-09-18T20:23:06","slug":"predigthilfe-vom-13-10-2002-lukas-9-18-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-13-10-2002-lukas-9-18-27\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 13.10.2002 &#8211; Lukas 9, 18-27"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Rettung durch Hingabe<br \/>Predigtthema: Er gibt sich selbst<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 9, 18-27<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Markus Neumann<\/strong><\/p>\n<p>1. Zusammenhang<br \/>\nDie Wirksamkeit Jesu in Galil\u00e4a (Lk 4,14-9,50). Der n\u00f6rdlichste Punkt ist erreicht (C\u00e4sarea Philippi) &#8211; ab jetzt f\u00fchrt der Weg nach S\u00fcden, nach Jerusalem zum Schau-platz des Leidens und Sterbens Jesu.<br \/>\nDiese Begebenheit ist (vor allem auch bei Mk) nicht nur ein geographischer sondern auch ein  theologischer Wendepunkt.<br \/>\nDas Geheimnis der Person Jesu wird ab jetzt fortlaufend gel\u00fcftet, und es kommt das Geheimnis seines Leidens neu in den Blick. <\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nParalleltexte in Mt 16,13-21.24-28; Mk 8,27-31.34-38;<br \/>\nVgl. Die Frage des Herodes in Lk 9,7-9<br \/>\nBekenntnisse \u00fcber die Identit\u00e4t Jesu: Mk 1,24; Lk 8,28; Joh 6,69<br \/>\nDas Kreuz aufnehmen: Lk 14,27<br \/>\nDie Wiederkunft Jesu: Lk 21,27<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\nV.18-19 Die Frage Jesu an die J\u00fcnger nach seiner Identit\u00e4t in den Augen des Volkes<br \/>\nV.20-22 Die Frage Jesu an die J\u00fcnger nach seiner Identit\u00e4t in ihren Augen<br \/>\nV.23-27 Lehren Jesu \u00fcber die Konsequenzen der jeweiligen Antwort f\u00fcr das Leben<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nV.18 Der folgende Bericht l\u00e4\u00dft sich bei Lk nicht datieren. Der Anschlu\u00df an das vorher Gesagte fehlt. Schauplatz ist nach Mt und Mk die Gegend\/die umliegenden D\u00f6rfer von C\u00e4sarea Philippi (Stadt im Quellgebiet des Nahr Banyas, eines der drei Quell-fl\u00fcsse des Jordan im Norden Galil\u00e4as; nicht zu verwechseln mit der K\u00fcstenstadt Ce-sarea Maritima).<br \/>\nHier findet sich die vorher vermi\u00dfte Ruhe, um die Erlebnisse der Apostel auszutau-schen (Lk 9,1-6.10f), bzw. sie auf den bevorstehenden Leidensgang nach Jerusalem vorzubereiten.<br \/>\nJesus betet in der Gemeinschaft mit den J\u00fcngern. Es folgt die Frage nach der Ein-sch\u00e4tzung seiner Person im Volk.<\/p>\n<p>V.19 vgl. Lk 9,7-9<br \/>\n1. Johannes, der T\u00e4ufer: das glaubte nach Mt 14,2; Mk 6,16 u.a. auch Herodes Anti-pas, der ihn enthauptet hatte. Begr\u00fcndung: die Wunderkr\u00e4fte, die in Jesus wirkten.<br \/>\n2. Elia: Als Vorl\u00e4ufer des Messias verhei\u00dfen. Unter bestimmten Voraussetzungen mit Johannes, dem T\u00e4ufer identifiziert (Mal 3,22f; Mt 11,14; 17,10f; 27,49; Mk 9,11f; 15,36).<br \/>\n3. Einer der Propheten (Jeremia, Mt 16,14), vgl. Lk 7,16.39; 13,33; 24,19<br \/>\nFazit: Nicht der Messias, sondern lediglich einer seiner Vorl\u00e4ufer.<\/p>\n<p>V.20 Dieselbe Frage nun an die J\u00fcnger. Petrus antwortet stellvertretend f\u00fcr die Zw\u00f6lf: Der Christus Gottes (Mk: der Christus). Ausf\u00fchrlicher in Mt 16,16f: Der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus f\u00fchrt die Antwort dort auf einen geistlichen Vor-gang zur\u00fcck: eine Offenbarung des Vaters, die mit dem Heil des Betreffenden einher geht. Es ist der Kern des christlichen Glaubens (vgl. Joh 20,31; 1 Joh 5,1) und dient als Basis f\u00fcr den Bau der Gemeinde (vgl. Mt 16,18).<\/p>\n<p>V.21 Vgl. den Unterschied im geistlichen Verst\u00e4ndnis zwischen den J\u00fcngern und der Volksmenge in Lk 8,10ff und den Grund daf\u00fcr (vgl. Hes 12,2).<br \/>\nDen Menschen, die auf Distanz zu Jesus bleiben und ihn deshalb falsch einsch\u00e4tzen, fehlt das (Ein-)Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Wahrheit, da\u00df er Gott gleich ist. Diese Erkenntnis bedarf einer richtigen Herzenshaltung angesichts der Person\/der Offenbarung Jesu und kann und soll daher nicht von au\u00dfen herangetragen werden (redete ihnen ernst-lich zu, griech.: epitimao = zurechtweisen, bedrohen, schelten, strafen i.d.R. ohne Wirkung auf den Gescholtenen). Dies soll erst zum Inhalt der Verk\u00fcndigung werden, nachdem der Heils- und Leidensweg Jesu als Mensch vollendet ist (Apg 2,36; 1 Kor 2,2).<\/p>\n<p>V.22 Folgerichtig ist das Schweigegebot an die Leidensank\u00fcndigung gekoppelt (in Mk 8,31 sprachlich durch ein Partizip: indem er sagte). In dieser ersten Leidensan-k\u00fcndigung (vgl. Lk 9,31.44; 12,50; 17,25; 18,32ff) betont Jesus die Unausweichlich-keit seines Schicksals (er mu\u00df dies alles durchmachen \u2013 inkl. Auferstehung!), vgl. Lk 24,26; Apg 4,28; Hebr 9,22; vgl. auch Mt 16,22-23.<br \/>\nDie daf\u00fcr verantwortlichen Personengruppen entsprechen dem Hohen Rat (griech.: Synedrion = Ratsversammlung des j\u00fcdischen Volkes, die Entscheidungen trifft, Ge-setze erl\u00e4\u00dft und Recht spricht; auch unter dem r\u00f6m. Protektorat mit einer gewissen Selbst\u00e4ndigkeit f\u00fcr alle inneren Angelegenheiten ausgestattet; Ausnahme: Todes-strafe).<br \/>\nBeachte: Der Sohn des Menschen (V.22) ist der Christus Gottes (V.20)!<\/p>\n<p>V.23 vgl. Lk 9,20a; Mk 8,34: Jesus spricht ab hier nicht mehr nur mit den J\u00fcngern, sondern auch zur Volksmenge.<br \/>\nBedingungen der Nachfolge:<br \/>\nSich selbst verleugnen, die eigenen Rechte abtreten, den Eigenwillen verabschieden<br \/>\nSein Kreuz auf sich nehmen: Offenbar hat Jesus auch die Art seiner Hinrichtung er-w\u00e4hnt und kommt hier darauf zur\u00fcck. Wer ein Kreuz (Querbalken) tr\u00e4gt, geht dem sicheren qualvollen Tod entgegen. Wer wird hier gekreuzigt? Das Ego\/Ich (s.o. selbst verleugnen; vgl. R\u00f6m 6,6). \u201eT\u00e4glich\u201c zeigt einen Proze\u00df an, der immer wieder Zu-stimmung erfordert. Wer in Jesu Fu\u00dfstapfen tritt, mu\u00df dar\u00fcber hinaus mit derselben Behandlung von au\u00dfen rechnen wie er (Joh 15,18-21; 1 Petr 2,21).<br \/>\nMir nachfolgen: nicht vorauslaufen, nicht ausscheren; den von ihm vorgeschriebe-nen\/vorgezeichneten Weg gehen; auf ihn schauen (2 Kor 3,18).<\/p>\n<p>V.24 h\u00e4ufiges Stilmittel des hebr. Sprichwortes: die paradoxe Form (hier: der ge-w\u00e4hlte Weg f\u00fchrt jeweils zu gegenteiligen Ziel)<br \/>\nLebensgefahr aber ewiges Leben mit Jesus \u2013 scheinbare Sicherheit aber ewige Verlorenheit ohne Jesus<\/p>\n<p>V.25 vgl. Lk 4,5-8: die ganze Welt gewinnen. Der Teufel versucht Jesus genau mit diesem Angebot.<br \/>\nDer maximal denkbare Erfolg in einem Leben ohne Jesus ist auf Verg\u00e4ngliches be-grenzt und \u00e4ndert nichts an der eigenen Verlorenheit\/Hoffnungslosigkeit und deren Folgen.<\/p>\n<p>V.26 Wer trotzdem nicht bereit ist, die Seite zu wechseln, aus Scheu vor Unannehm-lichkeiten, hat mit einer entsprechenden Beurteilung zu rechnen, wenn die wahren Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse sichtbar werden.<br \/>\nDie Wiederkunft Jesu: Lk 21,27 vgl. Mt 16,27; 2 Thes 1,3-10; 2 Tim 4,1<\/p>\n<p>V.27 Ich sage euch in Wahrheit (griech.: alethos = wahrhaftig) entspricht dem Amen. Ein Ausdruck, der das Gesagte f\u00fcr rechtlich verbindlich erkl\u00e4rt. Dadurch wird die fol-gende Aussage sehr stark bekr\u00e4ftigt.<br \/>\nDer Vers markiert bei allen Synoptikern den Schluss der Rede und den \u00dcbergang zur Verkl\u00e4rung Jesu.<br \/>\nWie ist die Aussage Jesu zu verstehen? Verschiedenartige Deutungen im Verlauf der Jahrhunderte:<br \/>\n1. Die Verkl\u00e4rung auf dem Berg als Vorgeschmack auf das zuk\u00fcnftige Reich Gottes. Vor allem vom Kontext her plausibel.<br \/>\n2. Die Himmelfahrt Christi, Pfingsten, der Beginn der Mission, die Verwirklichung des Gottesreiches in den Gl\u00e4ubigen.<br \/>\n3. Die Zerst\u00f6rung Jerusalems.<br \/>\nDie beiden letzteren geschahen zu Lebzeiten einiger Apostel, sind aber kaum mit den AT-Vorstellungen \u00fcber das Gottesreich zu vereinbaren.<br \/>\n4. Die Wiederkunft Christi (bzw. die lebendige Erwartung derselben als die Evange-lien geschrieben wurden). Sie steht jedoch noch aus.<\/p>\n<p>5. Spitze des Textes<br \/>\nWer ist Jesus und welche Konsequenzen hat meine Antwort\/meine Entscheidung f\u00fcr mein Leben?<\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\n6.1 Gebet: Wir beobachten, da\u00df Jesus sich regelm\u00e4\u00dfig und besonders vor wichtigen Entscheidungen zum Austausch mit Gott zur\u00fcckzog (V.18 vgl. 5,12; 6,12; 11,1; 22,41). Kommen wir mit weniger aus? Sorgen wir f\u00fcr geeignete Voraussetzungen (R\u00fcckzug, Stille)?<br \/>\n\u201eStille Zeit ist eine Audienz beim K\u00f6nig\u201c (Heinz Weber).<br \/>\nGebetsgemeinschaft: Offenbar sind die J\u00fcnger am Gebet beteiligt oder zumindest anwesend.<\/p>\n<p>6.2 V.22: Gottes Plan erf\u00fcllt sich. Er macht seine Zusagen wahr, auch wenn die Um-st\u00e4nde dem zu widersprechen scheinen. Hier sind feindlich gesinnte Menschen dar-an beteiligt (und verantwortlich), wenn auch unbewu\u00dft (Ps 118,22; Lk 24,26; Apg 4,28).<\/p>\n<p>6.3 Die Identit\u00e4t Jesu hat Konsequenzen und ist mit einem Auftrag verkn\u00fcpft \u2013 unse-re Identit\u00e4t als seine Nachfolger ebenfalls:<br \/>\nEin Sklave ist nicht gr\u00f6\u00dfer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. (Joh 15,20 vgl. Joh 16,2; 2.Tim 3,12; 1.Petr 2,21)<\/p>\n<p>6.4 Dennoch haben wir die richtige Entscheidung getroffen (V.25-26); s. Pkt. 7,3<\/p>\n<p>6.5 Die Nachfolge Jesu gleicht einem Abschied vom eigenen Ich, vom Eigenwillen (selbst verleugnen; Dein Wille geschehe).<br \/>\n\u201eDiese Kreuzigung des &#8222;Ich&#8220; geht allm\u00e4hlich vor sich, nach dem von Gott f\u00fcr jeden einzelnen und f\u00fcr jede einzelne Lebensstufe bestimmten Ma\u00df. Dies liegt in den Worten \u201et\u00e4glich&#8220; und \u201esein Kreuz&#8220;. Wenn Lukas einf\u00fcgt \u201et\u00e4glich&#8220;, so kann er die For-derung nur so verstanden haben, da\u00df in ihr von einem immer wiederholten dauern-den Handeln in Seiner Nachfolge die Rede sei.\u201c (G. Maier)<br \/>\nvgl.<br \/>\nDenn wenn wir verwachsen sind mit der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch mit der  Auferstehung sein, da wir dies erkennen, da\u00df unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der S\u00fcnde abgetan sei, da\u00df wir der S\u00fcnde nicht mehr dienen. (R\u00f6m 6,5-6 vgl. Gal 5,24-25)<\/p>\n<p>6.6 den Tod nicht schmecken (V.27). Die Entr\u00fcckung der Gemeinde wird mit jeder Minute wahrscheinlicher (R\u00f6m 13,11). Dies verhei\u00dft Trost und Verantwortung zugleich (2.Petr 3,9).<\/p>\n<p>6.7 beachte die evangelistischen M\u00f6glichkeiten in diesem Text: Wer ist Jesus (f\u00fcr mich)?!<br \/>\nAuch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor den J\u00fcngern getan, die nicht in diesem Buch geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, da\u00df Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. (Joh 20,30-31; vgl.1 Joh 5,1)<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\n7.1 V.18: Umfragen zur Bundestagswahl (Was sagen die Leute?). Was sage\/w\u00e4hle ich? Meine Wahl hat Konsequenzen f\u00fcr die Zukunft\/mein Leben. Viel direkter und gravierender wirkt sich das aber aus, wo es um meine Stimme f\u00fcr\/gegen Jesus geht.<\/p>\n<p>7.2 V.19.20: Jesus ist einzigartig, nicht einer von vielen, vgl. das Kinderlied \u201e(Jesus ist die) Nummer eins\u201c von Daniel Kallauch.<\/p>\n<p>7.3 V.25: die ganze Welt gewinnen, aber sich selbst verlieren: wie wenn einem eine Gem\u00e4ldesammlung zufiele und man im selben Moment blind w\u00fcrde (G. Maier).<br \/>\nWeltherrschaft, das erstrebenswerteste irdische Ziel (vgl. viele Filme, Romane), ist viel minderwertiger als unser ewiger Reichtum (vgl. Lottogewinn u.\u00e4.)!<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<br \/>\nEinleitung: Erinnerung an das TV-Ratespiel \u201eWas bin ich\u201c mit Robert Lemke <\/p>\n<p>V.18-19 Was sagen die anderen?<br \/>\nV.20-22 Was sagst du?<br \/>\nV.23-27 Was sagt dir das (f\u00fcr dein Leben)?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Rettung durch HingabePredigtthema: Er gibt sich selbst Bibelstelle: Lukas 9, 18-27 Verfasser: Markus Neumann 1. Zusammenhang Die Wirksamkeit Jesu in Galil\u00e4a (Lk 4,14-9,50). 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