{"id":1338,"date":"2002-08-12T13:21:51","date_gmt":"2002-08-12T11:21:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=156"},"modified":"2002-08-12T13:21:51","modified_gmt":"2002-08-12T11:21:51","slug":"predigthilfe-vom-8-9-2002-lukas-822-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-8-9-2002-lukas-822-25\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 8.9.2002 &#8211; Lukas 8,22-25"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Der vollm\u00e4chtige Retter<br \/>Predigtthema: Sein Wort gebietet<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 8,22-25<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Stefan Greiner<\/strong><\/p>\n<p>1. Zusammenhang<br \/>\nDie Wirksamkeit Jesu in Galil\u00e4a (4,14 &#8211; 9,50). Die erste H\u00e4lfte des Wirkens Jesu.<br \/>\nLukas berichtet (wie auch Mt. und Mk.) hintereinander die Sturmstillung, die Heilung eines D\u00e4monischen, die Heilung der blutfl\u00fcssigen Frau und die Auferweckung  der Tochter des Jairus. Diese Tatsachenberichte bezeugen den H\u00f6hepunkt der Wundermacht Jesu. Jesus bewies seine Vollmacht \u00fcber die Naturgewalten, \u00fcber die D\u00e4monenwelt, \u00fcber Krankheit und \u00fcber Tod.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\n2.1 Matth\u00e4us (8,23-27) und Markus (4,35-41) berichten sehr identisch von dieser Sturmstillung.<br \/>\n2.2 Von einer weiteren Sturmstillung berichten die Evangelisten (Mt.14,22-33; Mk.6,45-52).<br \/>\n2.3 Sturm und Seenot: Jona (Jona 1), Paulus (Apg.27)<br \/>\n2.4 Gottes Macht \u00fcber die Naturgewalten: Auszug aus \u00c4gypten (2.Mo.14,16,27); Elia (1.K\u00f6.17,1) Jona (Jona 1,4+15-16)<br \/>\n2.5 Das Drohen gegen Wind und Wasser: 2.Sam.22,16; Ps.18,16; 65,8; 89,10; 104,7; 106,9<\/p>\n<p>3.  Der Aufbau des Textes<br \/>\nV.  22: Der Entschluss der Seefahrt<br \/>\nV. 23: Die Seefahrt<br \/>\nV. 24: Die Sturmstillung durch Jesus<br \/>\nV. 25: Verwunderung bei den J\u00fcngern<\/p>\n<p>4.  Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nSie sind im Wesentlichen eine Zusammenfassung der Kommentare zum Lukas Evangelium von Gerhard Maier, Fritz Rienecker und William Barclay.<br \/>\nV. 22: \u201eAn einem der Tage\u201c &#8211; eine genaue Datierung haben wir nicht. Zu dieser Zeit von Jesu Wirksamkeit war es klar, dass er \u201emit seinen J\u00fcngern\u201c in ein Boot stieg. Das Wirken Jesu war sowohl auf der Ostseite, wie auch auf der Westseite des Sees Genezareth. Sie \u201ewollten ans jenseitige Ufer\u201c &#8211; Vermutlich vom \u00fcblichen Standort Kapernaum aus ans Ostufer (siehe Lk.8,26). Die damaligen \u201eBoote\u201c hatten sowohl Segel als auch Ruder.<\/p>\n<p>V. 23: Jesus \u201eschlief\u201c ein. Er war ganz Mensch, der Schlaf brauchte. Nach Mk.4,35 geschah die \u00dcberfahrt am Abend. \u201eDa kam ein Wirbelsturm herab auf den See\u201c &#8211; eine typische Situation in der dortigen Gegend (Erkl\u00e4rung dazu siehe 7. Verdeutlichungen). Deshalb schlug das Wasser ins Boot und sie \u201ewaren in Gefahr\u201c. \u201eGrosse\u201c Gefahr, wie in einigen Bibel\u00fcbersetzungen zu lesen ist, steht nicht im griech. Text.<\/p>\n<p>V. 24: \u201eDa traten sie herzu und weckten ihn\u201c &#8211; Trotz Sturm und Wellen schlief Jesus weiter. Die griech. Grammatik zeigt uns, dass der Sturm und die Gefahr schon eine ganze Weile angedauert hatte. \u201eMeister\u201c &#8211; ein typisches Wort f\u00fcr Lukas. Es ist in der griech. Sprache sowohl f\u00fcr Lehrer als auch f\u00fcr politische Entscheidungstr\u00e4ger, z.B. Inspektoren oder Gouverneure, gebraucht. \u201eEr wurde wach\u201c (nicht wie viele Bibel\u00fcbersetzungen \u201eEr stand auf\u201c) und \u201eherrschte\u201c (drohte, schalte) an den Wind und das \u201eGewoge des Wassers\u201c. Es ist die Aus\u00fcbung des g\u00f6ttlichen Herrenrechts, das Jesus ebenso wie dem Vater \u00fcber alle Naturgewalten zusteht. \u201eUnd sie h\u00f6rten auf\u201c &#8211; Auf das Machtwort von Jesus muss sich alles und alle beugen. \u201eUnd es wurde Still\u201c (w\u00f6rtl. Meeresstille)<\/p>\n<p>V. 25: Frage von Jesus: \u201eWo ist euer Glaube?\u201c (Mk: Habt ihr noch keinen Glauben? Mt: Ihr Kleingl\u00e4ubigen) Jesus vermisst den Glauben. Die J\u00fcnger bleiben einer Antwort schuldig. Statt dessen fragten sie sich untereinander \u201evoll Furcht und Staunen: Wer ist denn dieser?\u201c. \u201eFurcht und Staunen\u201c ist die nat\u00fcrliche Reaktion der Menschen in der Bibel, wenn sie Gott begegnen &#8211; gerade auch beim Wunder (vgl. Mk.1,27; 4,41; Lk.4,36; 7,16). Die J\u00fcnger sp\u00fcrten die g\u00f6ttliche Macht, welche in Jesus wohnte. Sie erkennen, dass die Worte von Jesus gen\u00fcgen, damit Wind und Wasser ihm \u201egehorchen\u201c.<\/p>\n<p>5. Spitze des Textes<br \/>\nJesus gebietet durch sein Wort den Naturgewalten. Jesus hilft seinen Leuten, erwartet aber auch Vertrauen (Glaube).<\/p>\n<p>6.  Der Text heute<br \/>\n6.1 Jesus erlebte hier eine k\u00f6rperliche Ersch\u00f6pfung. Er war m\u00fcde und schlief an. Jesus brauchte seine Ruhepausen. Auch wir brauchen dies. Das hat Gott in seine Sch\u00f6pfung gelegt.<br \/>\nRuhepausen, Schlaf, Urlaub, freie Tage, Sonntage &#8211; das brauchen wir und d\u00fcrfen wir uns nehmen und g\u00f6nnen.<\/p>\n<p>6.2 Auch wir sind Gefahren ausgesetzt. Gefahr vor Ungl\u00fcck, Unfall, Verletzungen, Tod. Auch wir erleben St\u00fcrme (Lebensst\u00fcrme). Sturm der Anfechtung, Sturm des Leids, Sturm der Trauer, Sturm der Krankheit, Sturm der Sorge, Sturm der Niedergeschlagenheit und Resignation. Solche Gefahren und St\u00fcrme lauern auf uns und wir werden immer wieder hineinkommen. Vielleicht auch, wie die J\u00fcnger, kommt es \u00fcberraschend und pl\u00f6tzlich, unerwartet. Wir haben uns nicht darauf vorbereitet. Trotz dem Leben mit Jesus, werden wir davor nicht bewahrt. Das Leben hat H\u00f6hen und Tiefen, so haben es auch die J\u00fcnger von Jesus erlebt. Jesus bewahrt uns nicht vor den Tiefen des Lebens, nicht vor Gefahren und St\u00fcrmen, aber er bewahrt uns in den Gefahren und St\u00fcrmen und kann und will uns helfen in den Tiefen. Jesus bewahrt uns nicht davor, aber darin (Joh.17,15). Jesus wird sich als der St\u00e4rkere erweisen.<\/p>\n<p>6.3 In diesen Gefahren und St\u00fcrmen ist der Glaube gefragt. Da z\u00e4hlt nur noch der Glaube \/ Vertrauen auf Gott und Jesus und auf ihren Beistand und ihre Hilfe. Wir d\u00fcrfen zu Jesus kommen mit unserer Angst und Not. Aber Jesus erwartet unseren Glauben. Er hilft mir trotz meines oft sehr kleinen Glauben. Jesus will aber auch, dass wir vertrauen \/ glauben lernen.<\/p>\n<p>6.4  Wann und in welcher Situation h\u00e4tte Jesus auch dich gefragt: Wo ist dein Glaube?<br \/>\nMuss Jesus auch bei mir \u201eGlauben vermissen\u201c? Wir wollen ihm voll und ganz vertrauen &#8211; seiner Hilfe und seiner Macht.<\/p>\n<p>7.  Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\n7.1 Der Sturm auf dem See Genezareth: Der See Genezareth ist bekannt f\u00fcr seine pl\u00f6tzlichen B\u00f6en. Die Ursache f\u00fcr diese St\u00fcrme m\u00fcssen wir darin sehen, dass der Wasserspiegel des Sees 208 Meter unter dem des Mittelmeeres liegt. Der See ist im Osten und Westen von einer Hochebene umgeben, hinter der sich hohe Berge erheben. Die Fl\u00fcsse haben zum See hinunter tiefe Schluchten in das Hochland gegraben. Diese Schluchten wirken wie gro\u00dfe Trichter, die die kalten Winde (Fallwinde) von den Bergen ansaugen; und auf diese Weise entstehen dann die St\u00fcrme, welche f\u00fcr die Schiffsleute Lebensgefahr bedeuten. Ein Reisender hat es einmal so beschrieben: \u201eKaum war die Sonne untergegangen, da machte sich ein heftiger Wind auf, der die ganze Nacht mit zunehmender St\u00e4rke wehte, so dass die Oberfl\u00e4che des Sees einem riesigen, gewaltig brodelnden Kessel glich, als wir am n\u00e4chsten Morgen die K\u00fcste erreichten.\u201c (William Barclay &#8211; Auslegung zum Neuen Testament)<\/p>\n<p>7.2 Jesus ist m\u00e4chtiger als Sturm und Wellen. Er ist wirklich Herr und Meister der Natur. Wenn man bedenkt, wie die Menschen versuchen die Natur \u201ein Griff\u201c zu bekommen, dann wird deutlich, welche Macht Jesus hat. Denn der Mensch schafft es nicht (bzw. nie ganz) und bei Jesus reicht allein sein Wort.<\/p>\n<p>7.3 Wir k\u00f6nnen und d\u00fcrfen uns auf das Wort Gottes \/ Wort Jesu verlassen und darauf fest vertrauen. Wenn Gott in die Geschichte eingreift, dann ist das kein Zufall, sondern sein Wille. Wir k\u00f6nnen ihm vertrauen, denn Gott kann auch heute jederzeit in die Raum-Zeit-Welt eingreifen. Wir sind ihm nicht egal. Wenn er spricht \/ will, dann geschieht es. Wir wollen ihm und seinem Wort vertrauen.<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<br \/>\nEinstieg: Evtl. Urlaubserlebnis vom Meer, Schiffsfahrt, F\u00e4hre o.\u00e4. erz\u00e4hlen. \u00c4u\u00dferen Umst\u00e4nde der damaligen Zeit erl\u00e4utern (See Genezareth mit seinen Wetterbedingungen).<\/p>\n<p>1. Jesus &#8211; ganz Mensch<br \/>\nJesus war ganz Mensch. Sein Leben auf der Erde war kein \u00fcbernat\u00fcrlicher Spaziergang. Sondern er hat als Mensch gelebt, wie du und ich &#8211; nur s\u00fcndlos. Die Evangelien zeichnen uns ein wahrheitsgem\u00e4\u00dfes Bild von einem ganz menschlichen Jesus. Er war m\u00fcde (Lk.8,23), er hatte Durst und Hunger (Joh.4,6ff), er weinte (Joh.11,35) und seine Seele hat gezittert und gezagt (Joh.12,27; Lk.22,43f). Jesus wurde versucht und gepr\u00fcft, hat aber ein ganz gro\u00dfes Vertrauen auf seinen Vater gehabt. Hier wird Psalm 4,8 lebendig. Jesus war ganz Mensch, deshalb versteht er mich. Er versteht mich, wenn ich mal m\u00fcde bin, ersch\u00f6pft. Er wei\u00df was Versuchung hei\u00dft (Hebr.4,15). Gut zu wissen, dass wir solch einen Heiland haben, der selber Mensch war und uns deshalb sehr gut versteht. Und ich will, wie Jesus, meinem himmlischen Vater vertrauen, in jeder Lebenslage.<\/p>\n<p>2.  J\u00fcnger &#8211; ganz am Ende<br \/>\nDie J\u00fcnger befinden sich im Sturm. Sie sind nicht mit Vorsatz in diesen Sturm hinein gekommen. Er kam pl\u00f6tzlich und unerwartet. So pl\u00f6tzlich, unerwartet und \u00fcberraschend kann auch mein n\u00e4chster Sturm kommen. Der n\u00e4chste Sturm kommt gewiss, obwohl ich mit Jesus in einem Boot sitze. Jesus und unser Glaube bewahrt uns nicht davor. Wie gehe ich mit solch einem Sturm um? Wo sehen wir in den St\u00fcrmen des Lebens nur noch auf die Winde und Wogen und nicht mehr vertrauend auf den Herrn? Manchmal haben wir auch das Gef\u00fchl, dass Jesus schl\u00e4ft. Die J\u00fcnger gingen in ihrem Sturm zu Jesus, haben zu ihm geschrien, schrien zu ihm um Hilfe. Sie haben die Schuld aber nicht Jesus gegeben und ihn angeschrien. Das tun wir doch so schnell und oft. Erwarten wir Hilfe von Jesus. Die J\u00fcnger haben das von Jesus erwartet, sonst h\u00e4tten sie ihn nicht geweckt. Erwarten wir die Hilfe von Jesus und trauen wir es ihm zu, in mein Leben einzugreifen, oder lasse ich Jesus schlafen?<\/p>\n<p>3.  Jesus &#8211; ganz Gott<br \/>\nJesus beweist seine G\u00f6ttlichkeit. Als Gottessohn ist er Herr \u00fcber Wind und Wellen. Er befiehlt und sie schweigen. Jesus ist der Herrscher \u00fcber die Naturgewalten. Jesus tut dasselbe wie Gott im AT (siehe 2. Biblische Parallelen). Wo Jesus redet, reagiert und eingreift wird es still. Jesus ist der Herr \u00fcber jedem Sturm, auch \u00fcber meinem. Nie hat Jesus einen Hilferuf seiner Leute \u00fcberh\u00f6rt. Mit Jesus haben wir eine Stille der Sicherheit, eine Stille der Geborgenheit, eine Stille eines wahren Zuhauseseins. Eine Hilfe haben wir so dringend n\u00f6tig. Der Sturm der S\u00fcnde. In diesem Sturm brauchen wir die Hilfe von Jesus. Wenn ich Jesus in meinem Leben habe, der f\u00fcr meine S\u00fcnde gestorben ist und ich dadurch Vergebung meiner Schuld und S\u00fcnde empfangen habe, dann kehrt Stille ein. Stille \u00fcber die Ewigkeitsfrage.<\/p>\n<p>4. J\u00fcnger &#8211; ganz verwundert<br \/>\nWo hat uns Jesus das letzte Mal durch seine Gr\u00f6\u00dfe und Macht uns \u00fcberrascht, verwundert? Sehen wir die Wunder, welche Gott um uns herum tut? Nehmen wir seine Hilfe war? Kann ich noch staunen \u00fcber Gottes Handeln und Gottes Macht. Oder haben wir das in der Zwischenzeit wieder verlernt und vergessen. Wo ist mein Glaube? Jesus erwartet mein Vertrauen zu ihm.<\/p>\n<p>Abrundung:<br \/>\nLied Nr. 377 (Ich will dir danken): \u201eAber der Herr ist immer noch gr\u00f6\u00dfer\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Der vollm\u00e4chtige RetterPredigtthema: Sein Wort gebietet Bibelstelle: Lukas 8,22-25 Verfasser: Stefan Greiner 1. Zusammenhang Die Wirksamkeit Jesu in Galil\u00e4a (4,14 &#8211; 9,50). Die erste H\u00e4lfte des Wirkens Jesu. 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