{"id":1333,"date":"2002-07-08T19:51:21","date_gmt":"2002-07-08T17:51:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=151"},"modified":"2002-07-08T19:51:21","modified_gmt":"2002-07-08T17:51:21","slug":"predigthilfe-vom-4-8-2002-lukas-71-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-4-8-2002-lukas-71-10\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 4.8.2002 &#8211; Lukas 7,1-10"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Rettung aus Glauben<br \/>Predigtthema: Vertrauen auf das Wort<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 7,1-10<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: J\u00fcrgen Vier<\/strong><\/p>\n<p>1. Zusammenhang<br \/>\nIn Lukas 6,20ff finden wir eine Beschreibung von Jesus, welche Menschen wir von ganzem Herzen als \u201egl\u00fcckliche Menschen ansehen d\u00fcrfen\u201c = Seligpreisungen!<br \/>\nIn Lukas 7 finden wir nun Beispiele von Menschen, die dieses Gl\u00fcck gefunden haben.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nMt 8,5-13 und Joh 4,46-53 (wobei es sich hier um eine andere Begebenheit handelt!)<br \/>\nVorbemerkung: Im Vergleich mit Mt 8 f\u00e4llt auf, dass dort der Hauptmann direkt mit Jesus redet. Ist das mit Lukas vereinbar? Lukas liegt wohl mit seiner Darstellung richtig. Mt verk\u00fcrzt den Handlungsablauf. Aber dennoch ist es vereinbar. Zur Zeit Jesu war es v\u00f6llig klar: Reden mit einem Boten ist wie das Reden mit dem Auftraggeber selbst (vgl. Lk 10,16).<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\n7,1-2a: \tSituationsbeschreibung<br \/>\n7,2b-5:\t\tDie Bitte des Hauptmannes und der \u00c4ltesten an Jesus<br \/>\n7,6-8:\t\tDie Begegnung des Hauptmannes mit Jesus<br \/>\n7,9-10: \tDie Folgen dieser Begegnung<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<br \/>\nVers 1:<br \/>\nNach seiner \u201eFeldpredigt\u201c geht Jesus nach Kapernaum. Kapernaum ist die Stadt, in der herrliche Zeichen und Wunder durch Jesus geschahen. Es war geradezu seine Stadt (vgl. Mt 9,1; Lk 4,31). Jesus war auch sehr eng mit der Synagoge in Kapernaum verbunden (Ort vieler Lehrveranstaltungen). Heute ist Kapernaum ein Ort voller Tr\u00fcmmer und Schutt (vgl. Mt 11,23).<\/p>\n<p>Vers 2:<br \/>\nEin Hauptmann (Herr \u00fcber 100 Soldaten) hatte einen Knecht, der todkrank war. Zu diesem Knechten hatte er eine enge Bindung. Er hatte ihn lieb. Er war ihm wertvoll. Dies war nicht gerade selbstverst\u00e4ndlich &#8211; aber auch nicht unm\u00f6glich! In vielen Situationen konnte er sich auf diesen Knecht verlassen. <\/p>\n<p>Vers 3:<br \/>\nDer Hauptmann wendet sich \u00fcber die \u00c4ltesten an Jesus. Diese \u00c4ltesten (in der Regel sieben Personen) sind Vertreter ihres Volkes, Richter bei Ortsgerichten und \u201eGemeinder\u00e4te\u201c (vgl. Lk 9,22; 20,1; 22,66; Apg 4,8; 22,5). Diese baten nun Jesus, den Knecht gesund zu machen. Mehr noch. Sie baten Jesus, den Knechten zu retten (\u201ehindurchretten\u201c). Das k\u00f6nnte sowohl auf die Krankheit oder auch auf den Tod selbst hindeuten. <\/p>\n<p>Vers 4+5:<br \/>\nHier sehen wir, wie sie diese Bitte vorbringen. Auffallend ist die Bezeichnung: Er ist es wert. Warum? In erster Linie, weil er Israel lieb hat (\u201eunser Volk\u201c). Hier wird auch deutlich, dass Jesus und die \u00c4ltesten ganz eng miteinander verbunden waren. Sie kannten sich gut.  Weil er sich zu unseren Anliegen stellt. Weil er uns sogar finanziell unterst\u00fctzt. Weil er einen au\u00dferordentlich guten Ruf in der Bev\u00f6lkerung hat&#8230;.Hier zeigt sich auch das gro\u00dfe Zutrauen der \u00c4ltesten in Jesus. Auch sie zeigen k\u00fchnen Glauben, indem sie f\u00fcr diesen Hauptmann und sein Anliegen so k\u00e4mpfen. Mit dem Bau einer Synagoge geh\u00f6rte der Hauptmann automatisch \/ selbstverst\u00e4ndlich zur Synagoge (vgl. Gerhard Maier S. 307).<\/p>\n<p>Vers 6-8:<br \/>\nHier finden wir nun die Selbsteinsch\u00e4tzung des Hauptmannes. Auch wenn alle mich achten und sch\u00e4tzen und sagen \u201eEr ist es wert!\u201c, so zeigt sich hier seine eigene gro\u00dfe Demut. Ich bin es eben nicht wert (vgl. Lk 5,8). Ich habe keinen Rechtsanspruch auf deine Hilfe. Selbst wenn ich gro\u00dfe Finanzen oder mein ganzes Leben in deinen Dienst stelle, habe ich keinen automatischen Anspruch auf Hilfe, Heilung&#8230;<br \/>\nEr verl\u00e4\u00dft sich auf die Ausf\u00fchrungen Jesu (vgl. z.B. Lk 4,33-41; Lk 6,18f&#8230;.). Er bekennt: So wie mir meine Soldaten aufs Wort gehorchen, so gehorchen Dir sogar alle Krankheiten.<br \/>\nHier finden wir Glauben verbunden mit \u201eStiller Bu\u00dfe\u201c = Ich bin es nicht wert.<br \/>\nW. L\u00fcthi schreibt: \u201eMan vergegenw\u00e4rtige sich diesen Glauben: Die Krankheit, die Armut, die Sterne des Himmels, selbst das Wetter des Alltages sind nicht unab\u00e4nderliches Schicksal und Verh\u00e4ngnis, sondern all diese Dinge, Zust\u00e4nde und Vorg\u00e4nge sind wie bewegliche Truppen, Untergebene eines Kommandierenden! Und dieser von h\u00f6chster Stelle Eingesetzte und Vorgesetzte, dieser Hauptmann aller Dinge ist Jesus. Nicht weniger glaubt und bekennt der Offizier von Kapernaum.\u201c<\/p>\n<p>Vers 9+10:<br \/>\nDieses Zeugnis, dieser Glaube erm\u00f6glichte Jesus die Hilfe und Heilung in Not, ohne dass er seinen heilsgeschichtliche Platzanweisung gegen\u00fcber seines Volkes verlassen mu\u00dfte. Der Glaube bewegt immer das Herz Gottes, da kann und will er nicht vorbei gehen (vgl Mk 7,24ff). Und zu dieser Stunde heilte Jesus den Knecht. <\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\nHier sehen wir in einer sehr guten Art und Weise, was Glauben hei\u00dft.<\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\nGlauben ist das zentrale Thema in unseren Verk\u00fcndigungen. Wir leiden fast schon an einer \u00dcberflutung an Ausf\u00fchrungen zum Thema. Dennoch ist es ein absolut aktuelles Thema. Nicht die Theorie ist dabei so umstritten und gefragt, sondern deren Umsetzung. W\u00fcrde Jesus solchen Glauben bei uns in unseren pietistischen Gemeinschaftsstunden finden?<br \/>\nEinen weiteren Gedanken k\u00f6nnte man im Verlauf der Predigt einflie\u00dfen lassen: Die \u00c4ltesten setzen sich f\u00fcr diesen \u201eheidnischen\u201c Hauptmann ein und \u201ebest\u00fcrmen\u201c Jesus und bitten f\u00fcr ihn. Haben wir echte Freundschaften, Freunde und Bekannte, die wir menschlich gesprochen f\u00fcr so  wertvoll ansehen, dass wir sie und ihre Anliegen vor Jesus bringen. Oder sind uns Menschen nicht so viel wert?<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\nWie aktuell dieses Thema ist zeigt die Ausgabe des Spiegels Nr. 21 vom 18.05.02. Auf dem Titelblatt findet sich das Thema: Hirnforschung: Der gedachte Gott \u2013 Wie Glaube entsteht. Findet Glaube allein in unserem Kopf statt? Diese frage wird hier in scheinbar wissenschaftlicher Art und Weise nachgegangen und mehr oder weniger mit \u201eJa\u201c beantwortet. Wie sehr dieses Thema bewegt zeigt sich auch darin, dass bereits in der Ideaausgabe vom 23.05.02 auf S.3 dieses Thema aufgegriffen und in Frage gestellt wird (von Prof. Dr. Bodo Volkmann). In den weiteren Ideaausgaben finden sich weitere Stellungnahmen zu diesem Thema (z.B. von Peter Hahne, Margrit Stebner = Shelter now &#8211; Mitarbeiterin).<\/p>\n<p>8. Gliederung der Predigt<br \/>\nI. Einleitung:<br \/>\nBezug nehmen auf Artikel im Spiegel<br \/>\nFragen aufwerfen: Hat der Glaube seinen Sitz in unserem Hirn?<br \/>\nWar die Gotteserscheinung bei Mose lediglich die Folge eines epileptischen Anfalls?<br \/>\nWas bedeutet Glauben? In vielen Gespr\u00e4chen (hier pers\u00f6nlich werden) f\u00e4llt der Satz: Glaube hei\u00dft nicht wissen \u2013 stimmt das und wie antworten wir aus biblischer Sicht?<\/p>\n<p>II. Hauptteil<br \/>\n1. Glaube beginnt immer mit h\u00f6ren (V.2f; R\u00f6 10,17)<br \/>\na. Sind wir selbst H\u00f6rende, damit unser Glaube wachsen kann?<br \/>\nb. Sind wir selbst Gebende, damit andere zum Glauben kommen?<\/p>\n<p>2. Glaube fa\u00dft Vertrauen und bittet (V.3)<br \/>\na. \u201egesund machen \/ hindurchretten\u201c: Sowohl Krankheit heilen als auch Rettung \u00fcber unser irdisches Leben hinaus im Blickpunkt. Jesus kann beides tun.<br \/>\nb. Zitat von W. L\u00fcthi: \u201eMan vergegenw\u00e4rtige sich&#8230;\u201c<\/p>\n<p>3. Glaube f\u00fchrt zur Selbsterkenntnis und Demut (V. 6-8)<br \/>\na. Der Hauptmann erkennt in der \u201eentfernten\u201c Gegenwart Jesu seine \u201eWertlosigkeit\u201c an! Hier finden sich weitere biblische Beispiele wie z.B. Lk 5,8!<br \/>\nb. Der Hauptmann erkennt die absolute Macht und Befehlsgewalt Jesu an (vgl. Mt 28)<\/p>\n<p>III. Schluss<br \/>\nHebr 11,1: Glaube hei\u00dft eben doch  nicht: Nicht wissen, sondern der Glaube ist eine feste und  unersch\u00fctterliche Grundlage unseres Lebens \u2013 in Theorie und Praxis!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Rettung aus GlaubenPredigtthema: Vertrauen auf das Wort Bibelstelle: Lukas 7,1-10 Verfasser: J\u00fcrgen Vier 1. Zusammenhang In Lukas 6,20ff finden wir eine Beschreibung von Jesus, welche Menschen wir von ganzem Herzen als \u201egl\u00fcckliche Menschen ansehen d\u00fcrfen\u201c = Seligpreisungen! 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