{"id":1332,"date":"2002-07-02T13:44:28","date_gmt":"2002-07-02T11:44:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=150"},"modified":"2002-07-02T13:44:28","modified_gmt":"2002-07-02T11:44:28","slug":"predigthilfe-vom-28-7-2002-lukas-643-49","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-28-7-2002-lukas-643-49\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 28.7.2002 &#8211; Lukas 6,43-49"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Als Gerettete leben <br \/>Predigtthema: Gute Frucht bringen<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Lukas 6,43-49 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Albrecht Wandel<\/strong><\/p>\n<p>1. Zusammenhang<br \/>\nGesamt-Zusammenhang: Jesu &#8222;Grundgesetz&#8220; in der Feld-\/Berg-Predigt<br \/>\nDie Feindesliebe der Nachfolger Jesu (Lk.27-35)<br \/>\nDer barmherzige Lebensstil der Nachfolger Jesu (Lk.6,36-42) <\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nMt. 7,16-22.24-27<br \/>\nMt. 12,33-35<br \/>\nGal.5,19-23<br \/>\n1.Kor.3,10-15 <\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<br \/>\nDie bisherige Ausf\u00fchrungen Jesu provozieren bei den Zuh\u00f6rern die bange Frage: Was f\u00fcr ein Mensch kann so seine Feinde lieben, welcher Mensch kann diese Barmherzigkeit leben? Jesus gibt jetzt in sehr anschaulicher Weise auf diese Fragen eine Antwort.<br \/>\n43-44 Nur ein guter Mensch kann Fr\u00fcchte der Liebe hervorbringen (Baum &#8211; Frucht &#8211; Gleichnis)<br \/>\n45-46 Wer ist ein guter Mensch &#8211; wie wird man ein guter Mensch?<br \/>\n47-49 Wie lebt ein guter Mensch?<br \/>\n4. Einzelerkl\u00e4rungen <\/p>\n<p>V.43<br \/>\n&#8222;gut&#8220; &#8211; ob ein Baum gut ist, sieht man nicht unbedingt an seiner \u00e4u\u00dferen Erscheinung, sondern an seinen Fr\u00fcchten.<br \/>\n&#8222;faul&#8220; &#8211; die Wurzel des griech. Wortes (sepo) kennen wir als Fremdwort: &#8222;septisch&#8220; (eine Entz\u00fcndung, die durch Einbruch von Bakterien verursacht ist). Bei einem Baum: morsch.<br \/>\nJesu Nachfolger werden nicht nach ihrem frommen \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbild beurteilt, sondern an den Fr\u00fcchten, die sie bringen. Ein Spiegel f\u00fcr &#8222;gute&#8220; und &#8222;b\u00f6se Fr\u00fcchte&#8220; liefert uns Gal.5,19-23. Hier finden wir auch das Lebenselement, dass diese guten Fr\u00fcchte hervorbringt: der Heilige Geist. Damit ist auch bereits gesagt, dass nur ein Mensch, der den Heiligen Geist hat, ein &#8222;guter Baum&#8220; sein kann (zum Empfang des Geistes bei der Wiedergeburt vgl. Eph.1,13). &#8222;Faulstellen&#8220; entstehen, wo der Geist Jesu in einem Lebensbereich keinen Raum bekommt. Die Fr\u00fcchte, die durch diese Faulstellen entstehen, sind dann auch dementsprechend und werden durchaus &#8222;von au\u00dfen&#8220; wahrgenommen. <\/p>\n<p>V.44<br \/>\nJetzt geht es nochmals deutlich um die Erkennungszeichen des Baumes: am deutlichsten wird dies an den Fr\u00fcchten! Jesusnachfolge dringt nach au\u00dfen und wird an den Fr\u00fcchten sichtbar (interessanterweise spricht hier Jesus nicht von der Menge der Fr\u00fcchte). Wie bei einem Baum gilt auch bei den Jesusnachfolgern: Erkennungszeichen Frucht!<br \/>\nZu den beschriebenen Fr\u00fcchten:<br \/>\nFeigen (im AT Zeichen des Segens), Trauben (AT: Zeichen des Messias: Messiasfr\u00fcchte brauchen Verwurzelung im Messias! Joh.15,1-8)<br \/>\nDornen, Dornenstrauch (Luther \u00fcbersetzt &#8222;Hecken&#8220;): symbolisiert das B\u00f6se (Mi.7,4) und den Abfall von Gott (1.Mo.3,18)<br \/>\nEin Jesusnachfolger ist ein &#8222;guter Baum&#8220; und er kann eigentlich gar nicht anders als Gutes hervorbringen! Allerdings sollte er darauf achten, dass sich in seinem Leben keine &#8222;F\u00e4ulnisstellen&#8220; bilden. Wo der Geist Gottes Raum bekommt, da kann sich keine F\u00e4ulnis bilden! Das Wort Gottes entlarvt solche Lebensf\u00e4ulnis. <\/p>\n<p>V.45<br \/>\n&#8222;guter Mensch&#8220;:<br \/>\nJesus erzeugt mit dieser Aussage eine gro\u00dfe Spannung: die Zuh\u00f6rer wissen nach 1.Mo.8,21 und Ps.53,2, dass der Mensch von Jugend auf b\u00f6se ist und es den guten Menschen gar nicht gibt. Unwillk\u00fcrlich taucht in ihnen die Frage auf: wie wird man ein guter Mensch, da m\u00fcsste man ja gerade nochmals geboren werden! &#8211; Erst sp\u00e4ter werden sie begreifen, dass es dazu tats\u00e4chlich einer Wiedergeburt bedarf, die sie zu einer neuen Kreatur, einem neuen Menschen, eben zum guten Menschen macht (2.Kor.5,17).<br \/>\nErkennbar ist der gute Mensch durch das Hervorbringen von Gutem, der b\u00f6se durch das Hervorbringen des B\u00f6sen. G. Maier macht hier eine sehr hilfreiche Unterscheidung: &#8222;Dabei besteht ein Unterschied zwischen einem &#8222;gut&#8220;-erzogenen Menschen und einem &#8222;gut&#8220;-herzigen Menschen. Ersterer bleibt in der Regel innerlich &#8222;b\u00f6se&#8220;, was von der Erziehung nur \u00fcberdeckt wird. Letzterer ist im Innersten, im &#8222;Herzen&#8220;, gut und kann daher nicht anders als auch &#8222;das Gute hervorbringen&#8220;.&#8220;<br \/>\nDass der &#8222;gute Mensch&#8220; niemand ist, der sich das &#8222;Gutsein&#8220; verdient hat, macht Jesus durch den &#8222;Herzens-Schatz&#8220; deutlich, den es gleichsam zu heben gilt! Der Schl\u00fcssel, wie ein Mensch diesen bekommen kann, bekommen wir in Hes.18,31-32 und Hes.36,26-27 (unbedingt nachlesen!). Bekehrung und damit verbundener Geistempfang legen diesen Schatz in einen Menschen, und bef\u00e4higt, Gutes zu tun. Den Ausdruck findet dieses volle Herz zun\u00e4chst im Reden, sodann aber vor allem im Tun. <\/p>\n<p>V.46<br \/>\nWer Jesus als seinen Herrn bekennt, der ist verpflichtet, sein Wort zu tun! Wer nicht tut, was Jesus sagt, hat kein Recht, ihn Herr zu nennen. <\/p>\n<p>V.47-49<br \/>\nJesus zeigt, wie sich das Tun seiner Worte auswirkt. Beide, &#8222;Tiefbauer&#8220; und&#8220; Flachbauer&#8220; tun dasselbe: beide kommen zu Jesus, beide h\u00f6ren sein Wort (und vielleicht glauben sie sogar beide diesem Jesuswort). Aber einer tut es auch!<br \/>\nJesu Wort tun bedeutet allerdings m\u00fchevollen Einsatz.<br \/>\n&#8222;grub tief&#8220;: damit ist in diesem Zusammenhang nicht das intensive Bibelstudium gemeint, sondern das Tun dessen, was wir vom Wort Jesus verstanden haben! Auch intensivstes H\u00f6ren allein bedeutet &#8222;oberfl\u00e4chlich&#8220; bauen. Das Tun verleiht die Verankerung im Fundament (das Fundament ist Jesus).<br \/>\nFlut: G. Maier zeigt, dass damit sowohl die Versuchungen des Teufels als auch das Endgericht Gottes gemeint ist. Erstaunlich, wie bedeutend das Tun dabei ist und wie hoch es gewertet wird. Sollten wir dabei beachten, dass es sich um das Werke der einzelnen Baumeister handelt, die stehen bleiben, bzw. untergehen und nicht die Baumeister selber? Zu denken w\u00e4re dabei an das Gericht, das Paulus in 1.Kor.3,10-15 beschreibt.<br \/>\nWir halten fest, das wir imstande sind, Gutes von Herzen zu tun. Die Ausstattung zum Gutestun haben wir mit der Wiedergeburt und dem damit verbundenen Geistempfang erhalten. Diesen &#8222;Herzensschatz&#8220; nicht zu heben und anzuwenden ist eigentlich &#8222;wider-nat\u00fcrlich&#8220;! Das &#8222;Gutestun&#8220; macht Christen standfest, auch wenn es ihnen manchmal scheint, als w\u00fcrden sie ausgen\u00fctzt und verpassten etwas im Leben. Es macht standfest in Versuchungen und diese Taten der Liebe und Barmherzigkeit \u00fcberdauern die gro\u00dfe Flut und werden hin\u00fcbergerettet &#8230; <\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\nWer durch Jesus ein &#8222;guter Mensch&#8220; geworden ist, ist nicht nur H\u00f6rer, sondern T\u00e4ter der Worte Jesu. <\/p>\n<p>6. Der Text heute<br \/>\n&#8222;Jeder Mensch hat einen guten Kern!&#8220; so meinen heute viele, auch Christen. Die Bibel sagt uns hier das Gegenteil: Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Diesem Realismus der Bibel gilt es sich zun\u00e4chst ehrlich zu stellen, um dann zu entdecken, dass Jesus Christus einen neuen Menschen, eben einen guten Menschen durch die Wiedergeburt erm\u00f6glicht. Wer das f\u00fcr sich in Anspruch genommen hat, wer diesen Schatz im Herzen tr\u00e4gt, der kann nicht anders, dem geht der Mund \u00fcber! Der &#8222;gute Mensch&#8220; ist deshalb zun\u00e4chst daran zu erkennen, dass er von Jesus redet und anderen erkl\u00e4rt, wie sie zu einem guten Menschen werden k\u00f6nnen. Das ist die erste Frucht, des &#8222;guten Baumes&#8220;. Damit tut er das, was Jesus im Missionsbefehl sagt. Aber das &#8222;neue Menschsein&#8220; erm\u00f6glicht auch, den Feind zu lieben und Barmherzigkeit zu \u00fcben! Der gute Mensch kann dies und es ist f\u00fcr ihn ebenfalls logisch, dies zu tun (R\u00f6m. 12,1 spricht regelrecht vom &#8222;logischen Gottesdienst&#8220;). Es gilt diesen Herzensschatz zu heben. Neuer Mensch sein, Jesu Wort h\u00f6ren und es nicht tun ist eigentlich nicht denkbar und passt mit dem Bekenntnis &#8222;Jesus ist mein Herr&#8220; nicht zusammen. Hier gilt es sich warnen zu lassen von den Folgen solch eines tatenlosen Christenlebens. Wer Gutes tut, wie es ihm sein Herr auftr\u00e4gt, der ist standfest in Versuchungs-St\u00fcrmen und sein Werk \u00fcbersteht den Gerichtssturm. Gerade im Protestantismus ist das &#8222;Tun&#8220; etwas aus dem Blick ger\u00fcckt worden. Nicht damit wir gerettet werden, tun wir die Werke Jesu, sondern weil wir gerettet sind! Wichtig allerdings ist die Tatsache, dass wir allein durch Jesu Tat am Kreuz zu einem &#8222;guten Menschen&#8220; werden. <\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\nWieder gibt uns Jesus die besten und anschaulichsten Beispiele selber. Hier gibt es vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeit, des \u00dcbertragens auf unsere Situation.<br \/>\nGanz praktisch k\u00f6nnte es anschaulich sein, evtl. faule und gute \u00c4pfel mitzubringen und einige aufzufordern, sie zu essen. Welche Fr\u00fcchte sind genie\u00dfbar? Leben wir das was wir sind, Fr\u00fcchte am Weinstock Jesus? <\/p>\n<p>8. Gliederung der Predigt<br \/>\nNach der Rede von Feindesliebe und Barmherzigkeit bohren in den J\u00fcngern Jesu einige Fragen. Aus diesem Grund gliedern wir die Predigt nach Fragen &#8211; die Predigt selber soll die Antworten Jesu transparent und praktisch f\u00fcr die Zuh\u00f6rer machen. Es empfiehlt sich, nicht zu viele zus\u00e4tzliche Anschauungen zu bieten, sondern in den Anschauungsbeispielen Jesu zu bleiben.<br \/>\n1. Was ist ein guter Mensch (- wie wird man einer)?<br \/>\nHier geht es um den &#8222;Baum&#8220;: Wie wird aus einer &#8222;Dornenhecke&#8220; ein guter Baum? Dabei muss \u00fcber den Text hinausgegriffen werden und von Wiedergeburt geredet werden.<br \/>\n2. Wie schafft man es, Gutes zu tun?<br \/>\nDie &#8222;logische&#8220; Auswirkung eines neuen Lebens ist das &#8222;gute Fr\u00fcchte bringen&#8220;. Voraussetzung ist das H\u00f6ren der Worte Jesu die Willensentscheidung: Ich tu diese Worte! Dann werde ich gute Fr\u00fcchte bringen!<br \/>\n3. Was bewirkt das Tun des Wortes Gottes?<br \/>\nStandfestigkeit des &#8222;Lebensbaus&#8220; in Versuchungszeiten und &#8222;Hin\u00fcberretten&#8220; des Lebenswerks \u00fcber die &#8222;Bew\u00e4hrungsflut&#8220; (vgl. 1.Kor.3,10-15). <\/p>\n<p>Schluss:<br \/>\n&#8222;Das menschliche Herz hat einen weiten Raum. Es geht sehr viel Gutes oder sehr viel B\u00f6ses darein. Beides bricht aus, in Werken und Worten.&#8220; (Johann Albrecht Bengel)<br \/>\n&#8222;Tun tut gut &#8211; nicht tun, tut nicht gut!&#8220; (Johann Albrecht Bengel)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Als Gerettete leben Predigtthema: Gute Frucht bringen Bibelstelle: Lukas 6,43-49 Verfasser: Albrecht Wandel 1. Zusammenhang Gesamt-Zusammenhang: Jesu &#8222;Grundgesetz&#8220; in der Feld-\/Berg-Predigt Die Feindesliebe der Nachfolger Jesu (Lk.27-35) Der barmherzige Lebensstil der Nachfolger Jesu (Lk.6,36-42) 2. 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