{"id":1253,"date":"2001-02-26T01:02:17","date_gmt":"2001-02-25T23:02:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=70"},"modified":"2001-02-26T01:02:17","modified_gmt":"2001-02-25T23:02:17","slug":"predigthilfe-vom-11-3-2001-kolosser-216-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-11-3-2001-kolosser-216-19\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 11.3.2001 &#8211; Kolosser 2,16-19"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Christus das Geheimnis Gottes.<br \/>Predigtthema: Christus vor uns.<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Kolosser 2,16-19<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Albrecht Wandel<\/strong><\/p>\n<p>1. Zusammenhang<\/p>\n<p>Wir befinden uns immer noch im ermahnenden Teil des Kolosser. Paulus hat in den vorhergehenden Versen erst Christus gro\u00dfgemacht. Nun geht er ins Detail und konkretisiert die gef\u00e4hrlichen Forderungen und Verhaltensweisen der Irrlehrer. Damit will Paulus bewahren vor einem falschen menschlichen Heilsweg und die Gl\u00e4ubigen gewi\u00dfmachen und festigen in Ihrem Glauben an Jesus Christus.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<\/p>\n<p>Mt.7,1-6 Vom Richten.<br \/>\nJoh.15,1-8 Weinstock-Gleichnis<br \/>\n1.Kor.8 Vom Essen des G\u00f6tzenopferfleisches<br \/>\nGal.3,11-21 Auseinandersetzung zwischen Paulus und Petrus<br \/>\nGal.4,8-5,1 R\u00fcckfall in die Gesetzlichkeit und Freiheit gegen\u00fcber dem Gesetz: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! (Gal.5,1)<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes.<\/p>\n<p>Kommt im Folgenden klar zum Ausdruck!<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<\/p>\n<p>V.16<br \/>\n&#8222;ein schlechtes Gewissen machen&#8220;: w\u00f6rtl. &#8222;scheiden, trennen, richten, verurteilen&#8220;. Der Begriff bildet die Klammer um unseren Text: Die Irrlehrer wollen den anderen Gl\u00e4ubigen, die nicht so leben wie sie, einreden: &#8222;Ihr seid von Christus und damit vom Heil getrennt, weil ihr nicht die \u00e4u\u00dferen Regeln einhaltet!&#8220; In V.19 wird dann deutlich, dass diese Irrlehrer von Christus getrennt sind, wenn sie nicht ihn Haupt sein lassen!<\/p>\n<p>Heiko Krimmer zeigt auf, dass f\u00fcr uns alle Gebote des AT, die das Volk Israel, das Land Israel oder den Tempel betreffen, f\u00fcr uns nicht mehr dieselbe Verbindlichkeit haben. Sie haben aber eine &#8222;Vorbildbedeutung&#8220; und, so sie von Jesus oder den Aposteln wiederholt wurden, sind hilfreich zu einer verbindlichen Lebensgestaltung.<\/p>\n<p>Speise- und Trinkgebote: im AT ein Versuch, Gott gn\u00e4dig zu stimmen, in seine Gegenwart zu kommen. Hier wird also auf einem anderen Weg als ihn Christus bietet, versucht, sich Gott zu nahen: Christus wird kein gemacht! <\/p>\n<p>Neumondfest (4.Mo.28,11-15): wurde beim ersten Erscheinen der Mondsichel jeden Monat gefeiert. Es war ein Freudenfest, aber auch verbunden mit verschiedensten Opferungen. Gott sollte auch f\u00fcr den kommenden Monat gn\u00e4dig gestimmt werden. Wieder ein Versuch, einen gn\u00e4digen Gott zu bekommen. Christus macht diese Neumondfeste \u00fcberfl\u00fcssig. <\/p>\n<p>Sabbate: Sabbat und Neumond werden h\u00e4ufig zusammen genannt. Das anbetende, sich dem heiligen Gott n\u00e4hern steht hier im Vordergrund (Jes.66,23). Wenn Gott Sabbatfeiern und Neumonde nicht mehr gelten l\u00e4\u00dft, so bedeutete dies im AT Gericht. Ntl. sind wir aber mit Jesus so mit Gott verbunden, dass wir ihn Vater nennen d\u00fcrfen und dies ist unabh\u00e4ngig vom Einhalten der Festzeiten.<\/p>\n<p>V.17<br \/>\nDie ganzen Speise- und Festvorschriften dienten dazu, sich &#8222;punktuell&#8220; Gott zu n\u00e4hern. Damit lieferten sie eine &#8222;Schatten&#8220; davon, was es bedeuten w\u00fcrde, in der st\u00e4ndigen Gegenwart Gottes zu leben. Schatten verzerren und verdunkeln aber immer. Mit Jesus Christus sind seine Nachfolger in der st\u00e4ndigen N\u00e4he und Gegenwart Gottes. In R\u00f6m 12,1 bezeichnet Paulus das Leben der Christen als &#8222;logischen Gottesdienst&#8220;. Durch Christus m\u00fcssen wir nicht mehr die N\u00e4he Gottes &#8222;machen&#8220;, sondern die N\u00e4he Gottes leben!<\/p>\n<p>Schatten: hier ist eine Anspielung an die griechische Philosophie (Platon ist der Meinung, dass die Menschen nur einen Schatten der g\u00f6ttlichen Wirklichkeit erkennen k\u00f6nnen). Paulus holt die Philosophen bei Ihren Gedankengeb\u00e4uden ab und zeigt ihnen, dass Christus diese weit \u00fcberragt, ja dass er der &#8222;K\u00f6rper&#8220; zu diesem Schatten ist! Philosophien k\u00f6nnen hilfreich sein, aber sie werden im wahrsten Sinn des Wortes durch Jesu Wirklichkeit in den Schatten gestellt.<\/p>\n<p>&#8222;leibhaftig&#8220;: w\u00f6rtl. &#8222;der Leib\/K\u00f6rper aber ist Christus&#8220;. <\/p>\n<p>V.18<br \/>\n&#8222;um den Siegespreis bringen&#8220;: w\u00f6rtl. &#8222;Kampfpreis-Enteignung\/Siqualifikation&#8220; (als Schiedrichter gegen jemand auftreten, um ihm den erfochtenen Preis wieder abzunehmen, weil er die Spielregeln nicht eingehalten hat). Das Bild, das hier vor Augen steht: Sportwettkampf, bei dem einem L\u00e4ufer oder einer Mannschaft, die den Siegespreis schon hat, dieser wieder aberkannt wird, weil ihnen vorgeworfen wird, sie h\u00e4tten falsche Methoden eingesetzt. Nach Ansicht der Irrlehrer ist die falsche Methode das &#8222;Christus allein&#8220;. Im folgenden bekommen wir einen Einblick, wie die Irrlehrer die Gl\u00e4ubigen von ihrer Siegesgewi\u00dfheit abbringen m\u00f6chten:<br \/>\n&#8211; ihr seid nicht so dem\u00fctig wie wir (diese Sicht ist Hochmut pur!)<br \/>\n&#8211; ihr verehrt keine Mittlerwesen<br \/>\n&#8211; wir hatten Visionen<br \/>\n&#8211; schaut, wieviel Ansehen wir haben und wie wichtig wir genommen werden.<\/p>\n<p>&#8222;aufgeblasen sein&#8220;: aufgebl\u00e4ht sein (nichts als &#8222;hei\u00dfe Luft)&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;fleischlicher Sinn&#8220;: das von Gott losgel\u00f6ste und Ich-bezogene Wesen des Menschen, aus dem sie S\u00fcnde kommt.<\/p>\n<p>V.19<br \/>\nVorbemerkung: nach heutiger anatomischer Kenntnis h\u00e4lt nicht der Kopf den ganzen Leib zusammen. In der medizinischen Literatur galt der Kopf jedoch nicht nur als &#8222;Steuerzentrale&#8220;, sondern auch als Quelle des Lebens und des Halts f\u00fcr den ganzen K\u00f6rper: Wenn der Kopf abgehauen wird, sackt der K\u00f6rper in sich zusammen und das Leben ist entwichen. Alle Glieder sind vom Haupt abh\u00e4ngig und mit ihm verbunden.<\/p>\n<p>Die Irrlehrer wollen nun den K\u00f6rper von &#8222;unten her&#8220; st\u00fctzen und machen damit das Haupt \u00fcberfl\u00fcssig. Ganz bildhaft: Wer meint, das Haupt \u00fcberfl\u00fcssig machen zu m\u00fcssen, der mu\u00df st\u00e4ndig neue St\u00fctzen und Kr\u00fccken anbringen.<\/p>\n<p>B\u00e4nder und Gelenke an den Nahtstellen der einzelnen Glieder haben in dieser Vorstellung keine st\u00fctzende und lenkende, sondern eine untergeordnete verbindende Funktion.<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes.<\/p>\n<p>Christus ist Realit\u00e4t und stellt alles menschliche und \u00e4u\u00dferliche Bem\u00fchen in den Schatten! &#8222;Wenn wir fest mit IHM verbunden sind und nur auf Jesus sehn, dann werden wir an seiner Hand dem Ziel entgegengehn!&#8220;<\/p>\n<p>6. Der Text heute.<\/p>\n<p>Der Begriff &#8222;Irrlehrer&#8220; verleitet dazu, den Text weit weg von uns selber zu lesen. &#8211; Wer w\u00fcrde sich schon als &#8222;Irrlehrer&#8220; bezeichnen.<br \/>\nWenn wir aber \u00fcberlegen, durch welche Methoden, Strategien oder zu\u00e4tzliche Lehren wir den Leib, die Gemeinde st\u00fctzen wollen, merken wir, wie aktuell dies werden kann. Auch die Tendenz, Christus nicht mehr die zentrale Stelle in unserem Leben und unseren Gemeinden einzur\u00e4umen, ist nicht von der Hand zu weisen. Wir sollten uns nicht verr\u00fccken lassen vom &#8222;Christus allein&#8220;! Das &#8222;Christus und&#8220; war und ist einer der gr\u00f6\u00dften Gefahren- und Angriffspunkte f\u00fcr die Gemeinde! Es gilt, Mut zu machen f\u00fcr das &#8222;Christus gen\u00fcgt&#8220;!<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen.<\/p>\n<p>Wieder gibt uns der Text sehr gute Bilder und Veranschaulichungen vor:<br \/>\n&#8211; Das Bild vom K\u00f6rper, der einen verschwommenen und dunklen Schatten wirft. Wir brauchen nicht \u00fcber eine religi\u00f6se Schattenwelt zu spekulieren, sondern haben Gott in Jesus Christus real mitten unter uns, ja sogar in uns! Christen sind keine Schattenboxer!<\/p>\n<p>&#8211; Das Bild vom &#8222;Aberkennen des Siegespreises&#8220; ist uns durch Doping-Skandale mehr als vertraut. In unserem Text wird der umgekehrte Weg gegangen: Die &#8222;nicht Gedopten&#8220; werden von den Irrlehrern &#8222;disqualifiziert! La\u00dft das nicht zu, sagt Paulus!<\/p>\n<p>&#8211; Das Bild vom Haupt und dem K\u00f6rper. Wir sollten kurz auf die antike Sicht hinweisen. Sodann k\u00f6nnen wir dieses Bild in einer etwas makabren Weise veranschaulichen: Beim H\u00fchnerschlachten, wird diesen der Kopf abgehackt. Auch ohne Kopf rennen sie noch durch die Gegend vielleicht sogar aktiver als vorher. Sie machen Dinge, die sie mit Kopf nie machen w\u00fcrden, aber sie werden immer schw\u00e4cher und bis sie verendet liegenbleiben. \u00dcbertragung: ein Christ\/ eine Gemeinde, die sich vom Haupt = Christus entfert hat, ist u.U. total aktiv, k\u00fcmmert sich um Dinge, um die sie sich &#8222;mit Haupt&#8220; nie k\u00fcmmern w\u00fcrde. Sie versucht verzweifelt mit St\u00fctzma\u00dfnahmen und Lebenserhaltungs-Ma\u00dfnahmen das Sterben hinauszuz\u00f6gern. Faktisch ist sie aber schon tot!<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt.<\/p>\n<p>Insgesamt sollten wir in der Predigt nicht richtend auftreten, sondern sehr pers\u00f6nlich und seelsorgerlich predigen. Auch wenn wir uns weit vom Haupt Christus entfernt haben, k\u00f6nnen wir wieder &#8222;andocken&#8220; bei ihm!Wir sollten Mut machen, &#8222;rituelle und traditionelle Sicherheitssysteme&#8220; aufzugeben und dabei helfen, allein auf Jesus zu sehen.<br \/>\nM\u00f6glicherweise besteht nach der Predigt Gespr\u00e4chsbedarf.<\/p>\n<p>1. Heilsgewi\u00df leben.<br \/>\nNicht irremachen lassen von Christen oder Organisationen, die behaupten: &#8222;Dir fehlt noch etwas &#8222;\u00e4u\u00dferliches&#8220; zum Heil. Wer Jesus Christus hat, der hat Heilsgewi\u00dfheit! Bibelstellen, die hier seelsorgerlich in der Predigt helfen k\u00f6nnen: R\u00f6m.8,31-39; Joh.1,12; Joh.5,24; Joh.11,25-26; 1.Joh.5,12<\/p>\n<p>2. Christusorientiert leben.<br \/>\nChristus ist das Ende der Religion, des sich Bem\u00fchens, zu Gott zu kommen. Religion und Philosophie kann bestenfalls &#8222;Schatten&#8220; sein, der aber vieles verzerrt und sehr dunkel darstellt. Christus ist Realit\u00e4t, eine Wirklichkeit, mit der wir konkret leben k\u00f6nnen und sollen. Das Ausgerichtetsein auf Jesus bewahrt uns vor Irrwegen und religi\u00f6sen Kr\u00fccken. Das ist echte Freiheit von Religion und weltanschaulicher Spekulation. Wir wollen Mutmachen, zum konkreten Leben mit Christus!<\/p>\n<p>3. Siegesgewi\u00df leben.<\/p>\n<p>Die Stimmen werden zunehmen, die uns Jesus &#8222;madig machen&#8220; wollen: &#8222;Jesus ist nicht alles!&#8220;, &#8222;Ihr mit Eurem Jesus!&#8220;, &#8222;Glaubt blo\u00df nicht, dass man nur mit Jesus in den Himmel kommt&#8220;, &#8222;Es ist arrogant zu behaupten, ich wei\u00df dass mein Erl\u00f6ser lebt!&#8220;<br \/>\nLassen wir uns den Sieg, den Christus ein f\u00fcr allemal davongetragen hat, von niemand wegnehmen. <\/p>\n<p>4. Christusverbunden leben.<\/p>\n<p>Hier kommt die Spitze des Textes nochmals deutlich heraus: mit Jesus verbunden sein, auf ihn sehen, mit ihm dem Ziel entgegen. Jeder ist hier zun\u00e4chst aufgefordert zur Selbstpr\u00fcfung und vielleicht zum &#8222;Neu-Andocken&#8220; an das Haupt Christus. Methoden und Strukturen k\u00f6nnen die B\u00e4nder sein, die mein Glaubensleben oder das Gemeindeleben helfen zusammenzuhalten, aber sie d\u00fcrfen niemals das Haupt ersetzen wollen. B\u00e4nder und Gelenke k\u00f6nnen von sich aus gar nichts bewegen! Ein Bezug zum Weinstock-Gleichnis Jesu (Joh.15,1-8) kann hier zus\u00e4tzlich veranschaulichen und weiterhelfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Christus das Geheimnis Gottes.Predigtthema: Christus vor uns. Bibelstelle: Kolosser 2,16-19 Verfasser: Albrecht Wandel 1. Zusammenhang Wir befinden uns immer noch im ermahnenden Teil des Kolosser. Paulus hat in den vorhergehenden Versen erst Christus gro\u00dfgemacht. 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