{"id":1239,"date":"2000-11-15T11:04:15","date_gmt":"2000-11-15T09:04:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=56"},"modified":"2000-11-15T11:04:15","modified_gmt":"2000-11-15T09:04:15","slug":"predigthilfe-vom-17-12-2000-jesaja-531-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-17-12-2000-jesaja-531-12\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 17.12.2000 &#8211; Jesaja 53,1-12"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott finden &#8211; in Jesus.<br \/>Predigtthema: Gott f\u00fcr uns.<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: Jesaja 53,1-12<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Dr. Heiko Krimmer<\/strong><\/p>\n<p>56. Predigthilfe<\/p>\n<p>Gott ist f\u00fcr uns\t\t\tJesaja 53, 1-12\t\t\tzum 17.12.2000<\/p>\n<p>1. Zusammenhang<br \/>\nIm Trostbuch der Erl\u00f6sung (Kap. 40-55) wird Israel ewiges Heil angesagt (52,7ff). Dieses Heil aber kommt durch das stellvertretende Leiden des Gottesknechtes Jesus, wie es unser Textabschnitt bezeugt.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nWieder die Leidensgeschichte in den Evangelien und viele Bibelstellen bei Paulus und Petrus, die Jesaja 53 aufnehmen (Konkordanz).<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<\/p>\n<p>V. 1 &#8211; 5\t\tDer Verachtete f\u00fcr uns Zerschlagene<br \/>\nV. 6 &#8211; 10\tDer Unschuldige f\u00fcr unsere Schuld<br \/>\nV. 11 + 12\tDer vom Vater Best\u00e4tigte<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<\/p>\n<p>V. 1: Die beiden Eingangsfragen weisen auf das Unerh\u00f6rte hin, was dann \u00fcber den Gottesknecht gesagt wird: &#8211; Ein Gott, der leidet &#8211; und sie geben den Grundton f\u00fcr den ganzen Abschnitt vor: Das anbetende Staunen \u00fcber das so geschehende Gotteshandeln. Tats\u00e4chlich hat das \u201eWort vom Kreuz\u201c immer wieder und bis heute Sp\u00f6tter und erbitterte Feinde gefunden (vgl. dazu etwa 1. Kor. 1,18ff) . Wie soll dort, im gesch\u00e4ndeten Christus, \u201eder Arm des Herrn\u201c, im Sinne von: seine Macht und Kraft offenbar werden?<\/p>\n<p>V. 2: Das \u201ewir\u201c, das in den folgenden Versen spricht, ist das \u201ewir\u201c der glaubenden Gemeinde zu allen Zeiten, alle, die Jesus den Gekreuzigten und Auferstandenen als den Christus Gottes bekennen. So spricht hier schon die neutestamentliche Gemeinde im AT. Dem \u201eer schoss auf\u201c &#8211; Hinweis auf die Geburt des Gottesknechtes &#8211; entspricht das \u201eman gab ihm sein Grab\u201c in V. 9: Das ganze Leben des Gottesknechtes ist eine Leidensgeschichte. Jesus wurde in einer irdischen Familienlinie &#8211; Davids, Isais Sippe (vgl. Kap. 11,1) geboren- ein Sch\u00f6ssling aus einem Baum, verdeutlicht das. Die zweite Aussage \u201ewie eine Wurzel aus d\u00fcrrem Erdreich\u201c zeigt, dass die gro\u00dfe \u201eDavidsmacht\u201c l\u00e4ngst vergangen ist, Joseph, einer seiner Nachkommen lebt als einfacher Handwerker. Jesus wird als Baby geboren, nicht als strahlender Siegesheld kommt er. Da war keine \u201eGestalt\u201c, w\u00f6rtl.: sch\u00f6ne Gestalt, Sch\u00f6nheit. Sch\u00f6nheit gilt als besonderer Segen Gottes (vgl. Saul und David). Jesus war Mensch, wie jeder andere, sein \u00c4u\u00dferes wies nicht auf seine Macht hin. Auch hatte er keine \u201eHoheit\u201c, w\u00f6rtl.: Glanz, Herrlichkeit. Das schimmert nur einmal auf dem Berg der Verkl\u00e4rung auf. Die Menschen sahen ihn, aber da war zun\u00e4chst nichts, was sie beeindruckt h\u00e4tte, gewiss nicht im \u00c4u\u00dferen dieses armseligen Wanderpredigers aus Galil\u00e4a.<\/p>\n<p>V. 3: Jesus wurde verachtet. Zweimal wird das hier betont. \u201eUnwert\u201c versch\u00e4rft das noch, w\u00f6rtl.: von Menschen gemieden. Man verh\u00fcllte das Angesicht vor ihm, n\u00e4mlich vor ihm, dem verurteilten Gottesl\u00e4sterer, dem Verfluchten, der am Kreuz endete. Vor ihm, der \u201evoller Schmerzen und Krankheit\u201c wurde, n\u00e4mlich als ihn die Soldaten sadistisch qu\u00e4lten. Niemand, nicht einmal die eigenen J\u00fcnger hielten mehr zu ihm. Er war f\u00fcr nichts geachtet.<\/p>\n<p>V. 4: Aber der Blick des geretteten Gl\u00e4ubigen geht viel tiefer: \u201eF\u00fcrwahr\u201c leitet diese Tiefensicht ein, w\u00f6rtlich: Dennoch (vgl. dazu Ps. 75,23): Jesus f\u00fcr uns. Hier geschieht Stellvertretung, er an unserer Statt. Unsere \u201eKrankheit\u201c, im Sinne von, unsere Todesverfallenheit &#8211; Krankheit ist Vorbote des Todes &#8211; er \u201etrug\u201c sie; er nahm das auf sich. Unsere \u201eSchmerzen\u201c, w\u00f6rtl.: Unser Zerbrechen &#8211; eben durch den Tod &#8211; er lud es auf sich, w\u00f6rtl.: m\u00fchsam fortschleppen: am Gang nach Golgatha wird das sichtbar.<br \/>\nIn der j\u00fcdischen Fr\u00f6mmigkeit (hier spricht das atl. \u201ewir\u201c) galt der verurteilte Jesus als von Gott \u201egeplagt\u201c, w\u00f6rtl.: als ein mit Fluch Gezeichneter\u201c (vgl. 5. Mose 21,23), als ein zu Recht kaputt Geschlagener, als ein von Gott \u201eGemarterter\u201c, w\u00f6rtl.: Niedergebeugter. So sah ihn das fromme Israel damals.<\/p>\n<p>V. 5: Und wieder der Glaubensblick: Er f\u00fcr und wegen uns! Wegen unserer \u201eMissetat\u201c, w\u00f6rtl.: Abfall, Gottlosigkeit wird er \u201everwundet\u201c, w\u00f6rtl.: durchbohrt, n\u00e4mlich am Kreuz. Um unserer S\u00fcnde willen wird Jesus zerschlagen. Das geschieht am Kreuz: Er nimmt unsere Strafe auf sich, so haben wir &#8211; die wir glauben &#8211; Frieden mit Gott, so erfahren wir Heilung.<\/p>\n<p>V. 6: Im Bild vom trotzig weggelaufenen Schaft bekennt der Glaubende seine Gottesferne, seine S\u00fcnde; S\u00fcnde, die als kaputtmachende Eigensucht gelebt wird: Jeder sieht nur seinen Weg, seinen Vorteil und Nutzen. Aber Gott hat alle unsere S\u00fcnde \u201eauf ihn geworfen\u201c, w\u00f6rtl.: er lie\u00df (die Konsequenzen) ihn treffen.<\/p>\n<p>V. 7: Und Jesus lie\u00df das \u00fcber sich ergehen. Im Bild vom Lamm, das sich nicht wehrt, sogar als es zur Schlachtbank gef\u00fchrt wird, ist Jesu Gehorsam deutlich. Jesus verstummt und tut seinen Mund nicht auf, was sie ihm auch antun und vorwerfen. Er verteidigt sich nicht, greift nicht an, droht nicht und flucht nicht, er leidet f\u00fcr uns (vgl. 1. Petr. 3,21-25).<\/p>\n<p>V. 8: \u201eAngst\u201c w\u00f6rtl.: Gefangenschaft, Bedr\u00fcckung und Urteilsspruch ergehen \u00fcber Jesus und nehmen ihn hinweg, im Sinne von: nehmen ihm das Leben. Das trifft den Gottessohn, den Herrn des Lebens, den Sch\u00f6pfer des Lebens. Welches Schicksal, im Sinne von: Was tut Gott hier! Er, das Leben wird aus dem Leben \u201eweggerissen\u201c, w\u00f6rtl.: abgetrennt. Und das: weil: Er  f\u00fcr die Gottlosigkeit meines Volkes (Israel) &#8211; zuerst Heil f\u00fcr Israel &#8211; \u201egeplagt wurde\u201c: es wurde ihm zum Schaden.<\/p>\n<p>V. 9: Bis in die Einzelheiten wieder sieht Jesaja das Geschick des Gottesknechtes voraus: Jesus wird am Fu\u00df des Schandh\u00fcgels Golgatha begraben, bei \u201eGottlosen\u201c &#8211; die Gebeine der Gekreuzigten lagen in Sichtweite &#8211; und bei, jetzt hebr. w\u00f6rtl.: bei einem \u201eReichen\u201c, und das war Josef von Arimath\u00e4a (vgl. Mt. 27,57ff). \u201eAls er gestorben war\u201c: Jesus  war wirklich tot! So endete er, obwohl Jesus nie ein Unrecht getan hatte und nie betrogen hatte, im Sinne von: Menschen zur S\u00fcnde verf\u00fchren (vgl. 1. Mose 3,13).<\/p>\n<p>V. 10: Das alles aber geschieht nach Gottes Heils- und Rettungswillen: Der Sohn wird kaputtgemacht, damit wir heil werden k\u00f6nnen. Das sind die \u201eFolgen\u201c des Todes Jesu: Er gibt sich zum Schuldopfer &#8211; wir sind vers\u00f6hnt; \u201eer wird Nachkommen haben\u201c &#8211; die Schar der Erl\u00f6sten, die nicht zu z\u00e4hlen ist (vgl. Offb. 7,9ff); \u201eer wird in die L\u00e4nge leben\u201c &#8211; die Auferstehung ist hier angedeutet. So ist Gottes Heilsplan durch Jesu Treue und Gehorsam \u201egelungen\u201c.<\/p>\n<p>V. 11: Nach all der M\u00fche seiner Seele, den Anfechtungen (vgl. Jesu Ringen in Gethsemane) hat Jesus F\u00fclle, auch f\u00fcr sich: Er schaut das Licht, das hei\u00dft: Er bleibt nicht im Tod, sondern wird auferweckt und regiert in der Herrlichkeit beim Vater. Wer ihn \u201eerkennt\u201c, w\u00f6rtl.: in Gemeinschaft mit ihm lebt!, der empf\u00e4ngt durch Jesus, den Gerechten, die volle ewige Gerechtigkeit, Rechtfertigung. Denn Jesus tr\u00e4gt unsere S\u00fcnden. Das ist das Fundament des Evangeliums.<\/p>\n<p>V. 12: Und dieses Evangelium rettet durch die Zeiten hindurch: Viele und Starke &#8211; solche, die sich selbst f\u00fcr gerecht hielten (vgl.: Saulus) werden das Heil annehmen, \u201eBeute und Raub\u201c unterstreichen, dass der S\u00fcnder in der Gefangenschaft des Satans lebt, den Jesus besiegt hat. Und jetzt noch einmal konzentriert, was da am Kreuz geschah: Jesus hat sein Blut als Opfer vergossen; er hat sich als Gottloser verurteilen lassen; er hat die S\u00fcnden der Welt getragen und er hat f\u00fcr die \u00dcbelt\u00e4ter gebetet = bis zuletzt liebte er gerade die Verlorenen. Und diese Liebe holt sie ein.<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\nDer Gottesknecht leidet und stirbt stellvertretend f\u00fcr uns S\u00fcnder.<\/p>\n<p>6. Der Text heute<\/p>\n<p>a) Wir predigen Jesaja 53 ganz konsequent als die Jesusgeschichte. Jede andere Deutung (Volk Israel oder Jesaja selbst) verfehlen die Tiefe des Textes.<\/p>\n<p>b) Die Stellvertretung ist das entscheidende Grundthema: Jesus f\u00fcr uns; Jesus an unserer Stelle! Was ihm geschieht, m\u00fcsste unser Ergehen sein, aber er nimmt unsere Strafe auf sich.<\/p>\n<p>c) Das Staunen, das sich durch das ganze Kapitel zieht, ist die einzig angemessene Form, Jesu Heilstat zu erfassen. K\u00f6nnen wir dar\u00fcber noch anbetend, staunend loben?<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<br \/>\nDieses Kapitel ist so gef\u00fcllt mit Verdeutlichungen und Bildern, dass nicht noch weitere hinzutreten m\u00fcssen, die w\u00fcrden nur zerfasern. W\u00e4hlen wir f\u00fcr unsere Predigt ein oder zwei Bilder: Etwa das Lamm oder der, der keine Sch\u00f6nheit hatte.<\/p>\n<p>8. Material und Gliederung zur Predigt<\/p>\n<p>Einleitung:<br \/>\nDas ist zum Staunen, das konnte sich kein Mensch ausdenken: Der Knecht Gottes, der Sohn Gottes &#8211; er leidet und stirbt f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>1. Er f\u00fcr uns<br \/>\nWer in Israel ges\u00fcndigt hatte, brachte ein Schuldopfer dar, um Gottes Vergebung zu erfahren. Ein fehlerlosen Lamm. Das wurde geschlachtet, nicht um Gott mit Blut zu befriedigen, sondern hier geschah Stellvertretung: Dem reuigen S\u00fcnder wurde ganz konkret vor Augen gef\u00fchrt: Wie dieses Tier sein Leben ausblutet, so m\u00fcsstest du sterben wegen deiner S\u00fcnde! Aber Gott nimmt nicht dir das Leben.<br \/>\nJesus wurde f\u00fcr uns dieses Lamm: F\u00fcr uns gibt er sein Leben. Die Strafe liegt auf ihm &#8211; wir haben Frieden. Unsere Krankheit &#8211; Todesverfallenheit &#8211; er nimmt sie auf sich &#8211; wir haben Leben, ewiges Leben. Er wird f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht &#8211; wir sind gerecht gesprochen. Das ist der Kern des Evangeliums. Davon leben wir. Jesus f\u00fcr uns, wie er es beim Abendmahl sagt (an diesem Sonntag Abendmahl feiern).<\/p>\n<p>2. Er bei uns<br \/>\nWas Jesaja prophetisch verk\u00fcndigt ist wirkliches Geschehen bei Jesus von Nazareth: Unser Kapitel ist zusammengefasst im Glaubensbekenntnis: Geboren &#8211; gelitten &#8211; gekreuzigt &#8211; gestorben &#8211; begraben &#8211; auferstanden. Es ist die Jesusgeschichte! Gott bei uns Menschen im Sohn. Geboren: Als Baby, ohne \u201eSch\u00f6nheit\u201c, Herrlichkeit und Glanz aufgewachsen. Mensch wie wir. Gelitten: Ganz real, die Leidensgeschichten der Evangelien berichten das. Gekreuzigt: Als Gottesl\u00e4sterer hingerichtet. Gestorben: Er stirbt am Kreuz. Begraben: Am Fu\u00df des Galgenberges, sein Grab ein Zeichen (vgl. Matth. 27,57). Auferstanden: Den hat Gott auferweckt. Er gab sein Leben als Schuldopfer, so ist das geschehen.<br \/>\nVerachtet und versto\u00dfen von den Menschen, aber ganz dem Heilswillen Gottes gehorsam. Das war Jesus von Nazareth. \u201eEr erniedrigte sich selbst &#8230;\u201c (vgl. Phil. 2,5ff). Er war ganz bei uns, und: er bleibt ganz bei uns als unser Heiland (vgl. Matth. 28,20).<\/p>\n<p>3. Er vor uns<br \/>\nEr geht uns voraus, ruft in seine Nachfolge. Er entrei\u00dft uns der Gefangenschaft durch die H\u00f6lle, Tod und Teufel. Wir werden und sind seine Nachkommen: die christliche Gemeinde durch die Zeiten; die unz\u00e4hlbare Schar vor dem Thron Gottes (vgl. Offb. 7,9ff) = diesen Text lesen! Durch Christi Leiden, Sterben und Auferstehen ist \u201edes Herrn Plan gelungen\u201c. Gottes Heilsplan ist in ihm zur Vollendung gekommen.<\/p>\n<p>Schluss: Mit Jesaja 53 stehen wir auf dem Fundament des christlichen Glaubens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott finden &#8211; in Jesus.Predigtthema: Gott f\u00fcr uns. Bibelstelle: Jesaja 53,1-12 Verfasser: Dr. Heiko Krimmer 56. Predigthilfe Gott ist f\u00fcr uns Jesaja 53, 1-12 zum 17.12.2000 1. 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