{"id":1225,"date":"2000-07-19T17:56:32","date_gmt":"2000-07-19T15:56:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wbb-online.de\/pt\/pt.asp?id=42"},"modified":"2000-07-19T17:56:32","modified_gmt":"2000-07-19T15:56:32","slug":"predigthilfe-vom-10-9-2000-1-thessalonicher-21-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-10-9-2000-1-thessalonicher-21-12\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 10.9.2000 &#8211; 1.Thessalonicher 2,1-12"},"content":{"rendered":"<p><strong>Monatsthema: Gott finden &#8211; im vollen Evangelium<br \/>Predigtthema: Das Wort selbst leben<\/p>\n<p><strong>Bibelstelle: 1.Thessalonicher 2,1-12<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verfasser: Dr. Heiko Krimmer<\/strong><\/p>\n<p>42. Predigthilfe<\/p>\n<p>Das Wort selbst leben\t\t\t1. Thessalonicher 2,1-12\t\tzum 10.9.2000<\/p>\n<p>1. Zusammenhang<br \/>\nDer Apostel wehrt sich wohl gegen b\u00f6sartige Angriffe gegen seine Person und bezeugt seine lauteren Motive und seine untadelige Lebensf\u00fchrung in Thessalonich.<\/p>\n<p>2. Biblische Parallelen<br \/>\nOft wurde der Apostel pers\u00f6nlich angegriffen, wie sein Herr Jesus selber auch.<br \/>\nVgl. etwa Mt. 11,19; Mt. 12,22ff;  1. Kor. 4; 2. Kor. 1,12ff;  2.Kor. 10.<\/p>\n<p>3. Der Aufbau des Textes<\/p>\n<p>V. 1 + 2:\tDer Anfang in Saloniki<br \/>\nV. 3 &#8211; 8:\t\tDie lauteren Motive des Apostels<br \/>\nV. 9 &#8211; 12:\tDas Ringen um die Heiligung der \u201ejungen\u201c Christen.<\/p>\n<p>4. Einzelerkl\u00e4rungen<\/p>\n<p>V. 1: Mit \u201eihr wisst\u201c kn\u00fcpft Paulus an Kapitel 1,5+9 an. Die Thessalonicher selber wissen ja, wie Paulus bei ihnen gelebt  und gewirkt hat. Deshalb k\u00f6nnen sie alle b\u00f6sartigen Angriffe zur\u00fcckweisen. Der Dienst des Paulus war nicht vergeblich, w\u00f6rtl.: leer, ohne Ertrag. Das Wort Gottes hat Herzen verwandelt; eine christliche Gemeinde ist ja entstanden.<\/p>\n<p>V. 2: Die Leiden in Philippi (vgl. Apg. 16,9ff) haben Paulus und seine Mitarbeiter nicht abgeschreckt, vielmehr haben sie Mut gewonnen, auch  in Thessalonich zu predigen. Mut, w\u00f6rtl.: Freiheit zur Rede (ohne R\u00fccksicht auf Menschen). Nicht aus ihnen selber- etwa als Trotzreaktion &#8211; kommt solcher Freimut, sondern, \u201ein unserem Gott\u201c, in dieser engen Gemeinschaft mit Jesus Christus, der ja gerade in Philippi (Erdbeben, das die Gef\u00e4ngnist\u00fcren \u00f6ffnete) seine Kraft erwiesen hat. Doch auch in Thessalonich konnte das Evangelium nur unter \u201eviel Kampf\u201c (Widerstand der Juden) verk\u00fcndigt werden.<\/p>\n<p>V. 3: Paulus wurden viele unlautere Motive unterstellt (wohl von den Juden). \u201eErmahnung\u201c ist ein zusammenfassender Begriff f\u00fcr die Evangeliumsverk\u00fcndigung, w\u00f6rtl.: Ermunternd zurufen, tr\u00f6sten, mahnen, einladen. \u201eBetr\u00fcgerisch\u201c, w\u00f6rtl.: t\u00e4uschen, im Sinn von: von der Wahrheit abirren, Falsches verk\u00fcndigen; \u201eunlauter\u201c w\u00f6rtl.: unrein, im Sinn von unmoralischem Lebenswandel (sexuelle Unmoral, aus Stolz, Habgier etc.) oder rhetorische  Kniffs anwenden. Das alles sind wohl Vorw\u00fcrfe, die von Gegnern erhoben wurden.<\/p>\n<p>V. 4: Paulus ist unabh\u00e4ngig von Menschen, denn er ist von Gott selbst berufen zur Verk\u00fcndigung (vgl. Apg. 9,15). \u201eWert geachtet\u201c w\u00f6rtl.: auf Kernechtheit gepr\u00fcft; \u201eMenschen zu gefallen\u201c, im Sinne von; jemand nach dem Mund reden, sich einschmeicheln; \u201eGott, der unser Herz pr\u00fcft\u201c, wiederzugeben mit: Gott, der unser Innerstes kennt (vgl.<br \/>\n1. Sam. 16,7)<\/p>\n<p>V. 5: Wieder weist Paulus Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck und ruft Gott zum Zeugen an, denn Menschen k\u00f6nnen die innersten Antriebe nicht erkennen. \u201eSchmeichelworte\u201c, eigentlich: kriecherische Worte, \u201eversteckte Habsucht\u201c, (vgl. 2. Petr. 2,3).<\/p>\n<p>V. 6: Die \u201eEhrsucht\u201c ist die h\u00e4ufigste Gef\u00e4hrdung erfolgreicher Verk\u00fcndiger.<\/p>\n<p>V. 7 Paulus setzt sein \u201eGewicht\u201c ( im Sinne von : Autorit\u00e4t) als direkt von Christus Berufener nicht ein, sondern wie eine Mutter, w\u00f6rtl.: \u201eAmme\u201c hat er die jungen Christen \u201egepflegt\u201c w\u00f6rtl.: gew\u00e4rmt, liebkost.<\/p>\n<p>V. 8: so wuchs in kurzer Zeit eine ganz enge, liebende Beziehung zwischen dem Apostel und der Gemeinde. \u201eHerzenslust\u201c, w\u00f6rtl.: Begehren, Sehnsucht, liebevolle Zuneigung. Paulus gibt ihnen Anteil an seinem innersten F\u00fchlen und Ergehen; so tut die Liebe, w\u00f6rtl.: Ihr wurdet Geliebte f\u00fcr mich. Liebe, hier Agape, beschreibt die sich hergebende, aufopfernde Liebe.<\/p>\n<p>V. 9: Auch das wissen die Thesslonicher: Paulus ist ihnen nie finanziell zur Last gefallen. Er hat sich seinen Lebensunterhalt mit eigenen H\u00e4nden erarbeitet (Zeltmacher).<\/p>\n<p>V. 10: So k\u00f6nnen die Thessalonicher bezeugen, dass der Apostel untadelig bei ihnen gelebt hat und damit alle Anw\u00fcrfe entkr\u00e4ftigt. \u201eHeilig\u201c, w\u00f6rtl.: gottes-echt im Sinne von, nach seinem Wort leben; \u201egerecht\u201c, nach Gottes Weisungen leben; \u201euntadelig\u201c = ganz mit Gottes Willen \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n<p>V. 11: So wird er ein rechter Vater dieser Gemeinde. \u201eVater\u201c w\u00f6rtl: Versorger, ist im geistlichen Sinne zu verstehen. Er hat \u201ejeden einzelnen\u201c im liebenden Blick.<\/p>\n<p>V. 12: Das tut ein geistlicher Vater: \u201eErmahnen\u201c (vgl. V. 3); \u201etr\u00f6sten\u201c, mit dem Akzent \u201eermutigen\u201c, Vergebung zusprechen und \u201ebeschw\u00f6ren\u201c, w\u00f6rtl.: mit ganzem Einsatz dazu aufrufen. Seine \u201eKinder\u201c sollen \u201ew\u00fcrdig\u201c, w\u00f6rtl.: aufwiegend im Sinne von \u201egleich wie Gott\u201c (vgl. Mt. 5,48) in der Nachfolge Jesu Christi leben; auf Gottes Ziel zu: Sein Reich und seine ewige Herrlichkeit.<\/p>\n<p>5. Die Spitze des Textes<br \/>\nDer Zeuge Jesu Christi lebt, was er verk\u00fcndigt.<\/p>\n<p>6. Der Text heute<\/p>\n<p>a) Eine vorbildliche Dienstbeschreibung f\u00fcr Mitarbeiter in der Gemeinde. Reine Motive, eine untadelige Lebensf\u00fchrung und eine f\u00fcrsorgliche Liebe. Wenn das Paulus so konnte, k\u00f6nnen wir das auch! Wir entschuldigen uns so schnell mit einem falsch dem\u00fctigen: \u201ewir sind schwach und wir sind S\u00fcnder!\u201c<\/p>\n<p>b) Eine vorbildliche Ermahnung f\u00fcr eine christliche Gemeinde: Lebt w\u00fcrdig = wachst hinein in die Jesusart; lebt zielgerichtet auf die Vollendung, das kommende Gottesreich zu. Wir entschuldigen uns so schnell:\u201c wir sind unw\u00fcrdig!\u201c Nein, der Geist Gottes soll uns immer mehr umgestalten in die Jesusart. Willst du das?<\/p>\n<p>c) eine vorbildliche Zur\u00fcckweisung aller b\u00f6sartigen Angriffe und Verleumdungen: Sie sind widerlegt durch das untadelige Leben. Kann man das von uns auch sagen?<\/p>\n<p>7. Beispiele und Verdeutlichungen<\/p>\n<p>A. Die Angriffe<\/p>\n<p>a) Paulus verlor nach dem Debakel in Philippi nicht den Mut. Er besteht alle Angriffe \u201ein Gott\u201c, in engster Gemeinschaft mit seinem Herrn.<\/p>\n<p>b) Gegen die Verleumdung setzt er schlicht sein untadeliges Leben, so stopft er der Bosheit das Maul.<\/p>\n<p>c) Bei Jesus selbst musste Pilatus bezeugen:\u201cIch finde keine Schuld an ihm\u201c. Erst falsche Zeugen mussten das Urteil herbeif\u00fchren.<\/p>\n<p>B. Die Versuchung<\/p>\n<p>a) Die st\u00e4rkste Versuchung ist die \u201eEhrsucht\u201c. Christen freuen sich, wenn der andere etwas besser kann als ich.<\/p>\n<p>b) Schmeichelworte! Wie oft richten wir unsere Verk\u00fcndigung nach den Menschen aus, klammern etwa die Gerichtsworte aus, weil wir wissen, dem einen oder der anderen passt das nicht. Wie sehr l\u00e4sst du dich von den H\u00f6rern beeinflussen?<\/p>\n<p>c) Habgier! Welche finanziellen Interessen haben wir bei unserer Mitarbeit in der Gemeinde? Werde ich als Hauptamtlicher sauer, wenn ich keinen Kostenersatz bezw. Honorar bekomme?<\/p>\n<p>C. Das untadelige Leben<\/p>\n<p>a) Bei vielen Prozessen gegen Gl\u00e4ubige in der ehemaligen Sowjetunion mussten falsche  Anschuldigungen konstruiert werden, um sie mit einem Schein des Rechtes aburteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>b) \u201eSein Leben zu Hause (als Haustyrann) schreit so laut, dass ich seine Predigt nicht h\u00f6ren kann\u201c, so eine Pfarrfrau \u00fcber ihren Mann.<\/p>\n<p>c) Vgl. Mt. 5,11, besonders: \u201eSo sie daran l\u00fcgen!\u201c<\/p>\n<p>8. Gliederung und Material zur Predigt<\/p>\n<p>Einleitung:<br \/>\nUnsere Eingangsfrage: Wie tut ein Bote Jesu Christi seinen Dienst, entfalten wir dreifach:<br \/>\na) unter vielen Angriffen<br \/>\nb) aus reinen Motiven<br \/>\nc) in f\u00fcrsorgender Liebe.<\/p>\n<p>1) Unter vielen Angriffen<br \/>\nPaulus hat das vielfach erlebt, bis zu k\u00f6rperlichen Verfolgungen (vgl. 2. Kor. 11,23-33, lesen) Gemeint sind die Verd\u00e4chtigungen, die besonders die Juden in Saloniki ausstreuen. Rufmord: Irrlehre, Unmoral, durch Redetricks verf\u00fchren, finanzielle Ausbeutung, nach dem Mund reden, Ehrsucht etc. Eine \u00fcble Liste von Vorw\u00fcrfen, nach dem Motto: Irgend etwas bleibt schon h\u00e4ngen. So haben sie es mit Jesus gemacht (vgl. Mt. 11,19; 12,22ff), so ist es in vielen L\u00e4ndern heute. Beispiele aus der fr\u00fcheren SU, in Mosleml\u00e4ndern etwa: Sie beleidigen Mohammed; in Indien: sie taufen aus finanziellen Interessen. Wir erleben &#8211; noch &#8211; wenig davon. Aber auch bei uns wollen manche Verd\u00e4chtigungen die Vollmacht angreifen.<br \/>\nPaulus widerlegt das alles mit seinem &#8211; jedem durchsichtigen &#8211; Lebenswandel.<\/p>\n<p>2) Aus reinen Motiven<br \/>\nSo tut er seinen Dienst. Jesus sagt: Selig sind, die reines (durchsichtigen) Herzens sind (vgl. Mt. 5,8). Nur so k\u00f6nnen wir bestehen. Hast du etwas zu verbergen? Oder darf jeder alles in deinem Leben wissen? Jesus selbst hat Paulus berufen. Das ist seine Grundlage, ihn f\u00fcr wert erachtet = auf Kernechtheit gepr\u00fcft, z.B. durch die Leiden der Verfolgung. Paulus gibt nicht auf, sondern gewinnt immer mehr Freimut. Leiden macht echt! Seine Motive sind rein. Das zeigt sich dreifach:<br \/>\na) ohne finanzielle Interessen<br \/>\nb) er redet nicht nach dem Mund<br \/>\nc) er lebt f\u00fcr die Gemeinde (Agape).<br \/>\nK\u00f6nnen wir das von uns auch sagen? Entschuldige dich nicht so schnell: Jesus will uns wirklich kernecht machen.<\/p>\n<p>3) In f\u00fcrsorgender Liebe<br \/>\nEchtheitserweis ist die Agape: die hergebende, f\u00fcrsorgende Liebe. Wie eine Mutter (Amme) pflegt er (erw\u00e4rmt, liebkost) er die jungen Christen. Wie ein Vater hat er jeden Einzelnen im Blick: er ermutigt, spricht Vergebung zu, und ruft mit ganzem Einsatz zu einem gottwohlgef\u00e4lligen Leben. Dabei stellt er ihnen das herrliche Ziel der Ewigkeit von Augen.<br \/>\nSo d\u00fcrfen wir umeinander ringen, uns f\u00fcreinander hergeben und aneinander festhalten. Pr\u00e4gt die Agape unser eigenes Leben, unsere Gemeinde?<\/p>\n<p>Schluss: Mein pers\u00f6nlicher Lebenswandel soll und kann das Evangelium unterstreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monatsthema: Gott finden &#8211; im vollen EvangeliumPredigtthema: Das Wort selbst leben Bibelstelle: 1.Thessalonicher 2,1-12 Verfasser: Dr. Heiko Krimmer 42. 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