Johannes

Predigthilfe vom 23. Dezember 2012 – Johannes 1, 19-28

Monatsthema: Kraft zum Erwarten

Predigtthema: Wen erwarten wir? Christus – den Gesandten Gottes

Bibelstelle: Johannes 1,19-28

Verfasser: Thomas Richter

Eine Predigthilfe enthält Hinweise für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom Herrn aus dem Predigttext persönlich gehörten Beauftragung zur Botschaft. Unsere Predigt folgt dabei dem Grundsatz Jesu: „Aus der Fülle des Herzens redet der Mund“ (Mt 12,34b). Nur wo der Herr selbst uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)! „So sind wir nun Gesandte an Christi Statt“ (2Kor 5,20a). So suchen wir in der Predigtvorbereitung nach dem, was der Herr uns durch das Wort des Predigttextes sagen will. Es geht um seine Botschaft und wir sind seine Botschafter. Deshalb hören wir zwar auch auf andere Botschafter, z.B. durch die Hinweise der Predigthilfe, verkündigen aber die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufgetragen wird! „Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt“ (1Petr 4,11a – NGÜ).

1. TEXT- UND PREDIGTHILFSMITTEL

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

Hilfen zur Auslegung und Anwendung des Predigttextes (Joh 1,19-28) bieten z.B.

* Walvoord / Zuck. Das Neue Testament erklärt Bd. 4. Hänssler (S. 346f).

* Gerhard Maier. Johannes-Evangelium 1.Teil. Edition C Bibel-Kommentar Bd. 6. Hänssler (S. 40-50).

* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 1. Teil. Wuppertaler Studienbibel. R. Brockhaus (S. 61-67).

* John Heading. Johannes. Was die Bibel lehrt 4. Christliche Verlagsgesellschaft (S. 40-44).

* Theodor Zahn. Das Evangelium des Johannes. Kommentar zum NT Bd. 4. (unter http://bitflow.dyndns.org/german/TheodorZahn/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_04_Buecher_43.pdf; S. 110-120).

Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 18.12.1988 unter dem Thema „Voller Erwartung“ zu Joh 1,19-23 (diese Predigt findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [Johannes 1] und „Autor“ [Scheffbuch, Winrich] ausfüllt) und von Christian Wegert vom 02.05.2010 unter dem Thema „Ebnet den Weg des Herrn“ zu Joh 1,19-28 (diese Predigt findet ihr unter http://www.arche-stiftung.de/media/mp3/100502-Predigt.mp3).

Für die Textlesung bietet die „Neue Genfer Übersetzung“ eine gut verständliche, lesbare und zuverlässige Übersetzung unseres Predigttextes (http://www.ngue.info/online/lesen).

2. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG

Unser Predigtanlass ist der Gottesdienst am 4. Advent. Die Adventszeit geht ihrer Erfüllung entgegen und die Frage ist, ob wir Auskunft über die bevorstehende Ankunft geben können. Im Rahmen der Verkündigung zeigen wir auf, wie Johannes der Täufer auf den hingewiesen hat, auf den es ankommt. Gerade die nun unmittelbar bevorstehenden Weihnachtstage sind eine gute Gelegenheit vom „Kommen“ des Messias zu reden und unser Predigttext (Joh 1,19-28) gibt uns Hilfestellung und Wegweisung dazu, wie auch wir Zeugen und Wegweiser auf den Gesandten Gottes sein können. Das Motto von Johannes dem Täufer lässt sich vereinfacht wie folgt darlegen:

* Sprich vom Weg!

* Zeig den Weg!

* Geh aus dem Weg!

Auch wenn Johannes der Täufer heilsgeschichtlich eine einzigartige Funktion erfüllt, so kann aus seinem Zeugnisdienst auch „Vorbildliches“ abgeleitet und aufgezeigt werden.

3. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN

Beachtenswerte Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bietet die MacArthur Studienbibel (http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/43-Das_Evangelium_Nach_Johannes.pdf; S. 1485f). Anmerkungen zu Joh 1,19-28 von Martin Luther finden sich unter http://www.luther.enet.de/28_trinitatis.html.

Zu unserem Predigttext (Joh 1,19-28) macht Theo Sorg folgende Ausführungen: „Unzählige Stimmen sind es, die tagtäglich an unser Ohr dringen. Schon am frühen Morgen fängt es an. Es gibt nicht wenige Zeitgenossen, deren erster Handgriff nach dem Aufwachen dem Schaltknopf ihres Radios gilt. Dieser Apparat umgibt sie mit einem Karussell von Stimmen, bis sie die Wohnung verlassen. Auf der Straße umschwirren uns die Geräusche des Verkehrs und die Stimmen derer, die in ihren Betrieb hasten. In der Straßenbahn die Stimmen des Schaffners und der Mitfahrenden, beim Aussteigen die Stimme des Bildzeitungsverkäufers. Und dann im Geschäft die vielen, vielen Stimmen. So geht es den ganzen langen Tag. Unzählige Stimmen erreichen uns vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Wir hören schon gar nicht mehr hin. Es sind zu viele. Was ist schon eine Stimme! Kaum aufgeklungen, ist sie wieder verhallt und vergessen. Das Stimmengewirr des Tages läuft an uns ab wie der Regen an der Fensterscheibe.

Und nun ist in der Mitte unseres heutigen Textabschnitts auch von einer solchen Stimme die Rede. Da war vor bald zweitausend Jahren in der Jordansenke, gute 30 Kilometer östlich von Jerusalem, ein Wüstenprophet aufgetreten, ein Wanderprediger, wie es damals in jener Gegend viele gab. Er predigte – das war nichts Außergewöhnliches. Er taufte – auch das fiel nicht weiter auf. Denn das taten andere auch. Aber es war dennoch etwas Besonderes um diesen asketischen Prediger am Jordanufer. Die Menschen strömten ihm zu. Halb Jerusalem war auf den Beinen, um diesen Mann mit Namen Johannes zu hören und sich von ihm taufen zu lassen. Und das Auffallendste: nicht nur Frauen waren es, die sich um ihn drängten. Viele Männer kamen, Soldaten, Kriegsleute, hartgesottene Burschen, Gestalten, die nicht von vornherein eine Antenne für solche Dinge haben. Johannes zieht sie alle an. Ein Wüstenprophet predigt den Tempel leer! Das war noch nie da! Kein Wunder, dass es dem Hohen Rat ungemütlich wird. Er schickt eine Gesandtschaft an den Jordan und lässt diesem sonderbaren Heiligen den Personalausweis abfordern: Wer bist du? Was tust du? Aus welcher Vollmacht predigst und taufst du? Gib Antwort, Johannes! Der Wüstenprediger ist keinen Augenblick um eine Antwort verlegen. ‚Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste‘. Das ist alles. Mehr ist er nicht. Eine Stimme will er sein, die Stimme seines Herrn […]. Da steht nun die Täufergestalt an der Schwelle vom Alten zum Neuen Testament, am Eingangstor zum Christfest und sagt: Eine Stimme in der Wüste bin ich. Und mit dieser Stimme will ich nichts tun als rufen für den, der nach mir kommt. Eine Stimme hat ja in sich selbst keinen Eigenwert. Entscheidend ist, welche Botschaft sich in dieser Stimme ausspricht, entscheidend ist, wem die Stimme dient. Diese Frage ist bei dem Täufer klar. Seine Stimme gehört dem Christus, der vor der Tür steht. Er will nichts anderes sein als der Lautsprecher, der vor dem Christus einhergeht und ihm den Weg bereitet. Und so ist Johannes, diese ehrwürdige Adventsgestalt, der erste Christuszeuge im Neuen Testament, dem viele, unzählige Zeugen gefolgt sind bis auf den heutigen Tag. Martin Luther hat recht, wenn er über unsern Text sagt: ‚In diesem Evangelio ist ausgemalet das Predigtamt des Neuen Testaments‘. In der Tat: an dem Täufer Johannes wird exemplarisch deutlich, was rechtes Christuszeugnis ist. Der Täufer steht hier stellvertretend für die Gemeinde, deren Zeugnis die Sache Jesu Christi in dieser Welt vertritt. Die Gemeinde ist die Stimme Gottes in der Welt von heute. Durch das Wort-und Tatzeugnis seiner Gemeinde will Gott in unserer Welt wirken und Gestalt gewinnen. Was sagt nun unser Text über das rechte Christuszeugnis der Gemeinde, über die „Stimme eines Predigers in der Wüste“? Welche Beschaffenheit hat diese „Stimme der Gemeinde?“

Die Stimme der Gemeinde ist eine unerschrockene Stimme

Es hat schon etwas bedeutet für den Wüstenprediger Johannes, als er von den Vertretern des Hohen Rates einem Verhör unterzogen würde. Denn der Hohe Rat war die oberste Instanz in Israel, das Gremium, dem alle Juden Verantwortung schuldig waren. Es ist eigenartig: dieser Mann Johannes beugt sich nicht, als man ihn mit scharfen Fragen in die Zange nimmt. Er weicht nicht aus, als man ihm den spitzen Bohrer gezielter Fragen immer tiefer in Herz und Gewissen hineindreht. Unerschrocken und deutlich gibt er seine Antwort. Drei gewichtige Ausdrücke stehen hier nebeneinander: er bezeugte – er bekannte – er leugnete nicht. Und genau so sieht rechtes Christuszeugnis aus. Es ist ein unerschrockenes Bekennen, ein Stehenbleiben und Standhalten, wenn gefragt wird. ‚Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann‘(1Petr 3,15)! Am vergangenen Freitag wurde in unmittelbarer Nachbarschaft unserer Kirche ein bedeutsamer politischer Schritt vollzogen: Wir bekamen eine neue Regierung für unser Bundesland Baden-Württemberg. Drüben im Landtagsgebäude haben die Abgeordneten einen neuen Ministerpräsidenten gewählt, nachdem der bisherige als Bundeskanzler nach Bonn gegangen ist. Diese Wahl geschah nach guter demokratischer Gepflogenheit durch geheime Abstimmung. Geheim – das heißt, dass der andere nicht wissen soll, wem der einzelne Abgeordnete seine Stimme gibt. Wie oft geschieht es, dass wir so „demokratisch“ handeln, wenn, es. um unser Christuszeugnis geht! Der andere soll nicht wissen, wem ich meine Stimme gegeben habe. Man möchte – wie bei der Wahl – ganz im Verborgenen sein Kreuzlein setzen. Denn diese ‚private‘ Entscheidung zwischen Gott und dem einzelnen Menschen geht doch – so meinen wir – keinen Dritten etwas an. Wenn wir doch nur einen Augenblick daran denken wollten, dass Gott sein Kreuz nicht im Verborgenen aufgerichtet hat! Das Kreuz des Gottessohnes stand vor den Toren der Stadt Jerusalem, so dass es jeder sehen konnte. Denn es geht uns alle an. ‚Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste‘, eine unerschrockene Stimme. Wir Christen sollen die Stimmträger Gottes in unserer Welt sein, so wie der Täufer Gottes Stimmträger in seiner Welt war. Ein jeder da, wo er seinen Platz im Leben und seinen Wirkungsbereich in der Welt gefunden hat. Denn Gottes Stimme muss laut werden in dieser Welt durch seine Gemeinde, – durch uns. Das ist die Verwirklichung unseres Christenstandes, dass wir uns unerschrocken zu unserem Herrn bekennen, im Kreis der Familie und in der Welt des Berufs, im privaten Bereich und im Raum der Öffentlichkeit. Wo wir stehen und arbeiten in unserer täglichen Umgebung, als Facharbeiter im Betrieb oder als Lehrer vor der Berufsschulklasse, als Stenotypistin oder als Verkaufslehrling, im Betriebsrat oder auf dem Rathaus – überall soll durch unser Tun und Reden deutlich werden, dass wir Menschen im Advent sind. Menschen, die warten auf den Herrn, der gekommen ist und der einst wiederkommt. Wo wir stehen und arbeiten, wo Menschen um uns sind, gilt es zu verwirklichen, was Jesus Christus uns gezeigt hat: dem andern ein Nächster werden, ihm helfen und dienen und ihm auf diesem Wege das Beispiel Christi vor die Augen demonstrieren. Das ist unser Dienst in der Welt, die Stimme Gottes inmitten der Welt hörbar werden zu lassen. ‚Mit uns will Gott in die Welt hinein‘ – hat Johann Christoph Blumhardt einmal gesagt. Gottes Stimme in der Wüste. In der Wüste der Einsamkeit, wo man unter zahllosen Menschen lebt und doch keinen Menschen hat. In der Wüste der Langeweile, wo man alles besitzt und mit nichts zufrieden ist und darum sich selbst und die ganze Welt so schrecklich öde findet. In der Wüste des „Man“, wo eines sich dem andern fantasielos anpasst und alle Originalität verschwindet. Überall da ist der Ort, wo die Stimme Gottes unerschrocken laut werden will, die Stimme, die ihm den Weg bereitet, damit er kommen kann. Eine unerschrockene Stimme […]. Es ist die Aufgabe der Gemeinde Jesu Christi, die Sache ihres Herrn in dieser Welt unerschrocken zu vertreten, auch wenn sie dadurch unpopulär werden wird, so wie einst der Täufer unerschrocken Auskunft gab, als man ihn zur Rechenschaft forderte.

Die Stimme der Gemeinde ist eine demütige Stimme

Dreimal erscheint in unserem Text ein energisches, messerscharfes Nein. ‚Ich bin nicht der Christus, nicht Elia, nicht der Prophet‘! Alle Würde, die man ihm zuschieben möchte, weist der Täufer von sich. Der nach mir kommt – der ist’s. Er allein. Gebt unserm Gott die Ehre – nicht seinem Boten, nicht seiner Kirche. Johannes geht sogar noch weiter: Ich bin nicht einmal wert, dass ich ihm seine Schuhriemen auflöse, ihm den niedrigsten Sklavendienst tue. Der Täufer tritt mit seiner Person völlig in den Schatten. Und indem er das tut, bringt er etwas fertig, was uns Menschen so ungeheuer schwer fällt. Wir können nicht zurückstehen, nicht ja sagen zu unsern Begrenzungen. Und so kommt es unter uns am laufenden Band zu Grenzüberschreitungen, weil es uns so schwer wird, die uns gezogenen Grenzen zu respektieren. Johannes konnte nein sagen – und zwar zu sich selbst. ‚Ich bin es nicht‘! So gering erscheint dem Täufer sein eigener Stellenwert, wenn er sich mit dem vergleicht, der nach ihm kommt. Wie das Adventslicht verblassen muss, wenn der Christbaum in voller Kerzenpracht erstrahlt, so sieht Johannes sich selbst im Schein des Kommenden. Liebe Gemeinde – das ist die Erkennungsmarke alles echten Christuszeugnisses, dass es nach der Weise angelegt ist: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen (Joh. 3, 30). ‚An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd. Was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert‘. Johannes ist die Stimme eines Predigers in der Wüste. Mehr nicht. Eine demütige Stimme, die nichts für sich selber erreichen und keine eigenen Ziele durchsetzen will, sondern ganz im Dienst ihres Herrn aufgeht. Rechtes Christuszeugnis will nichts für sich selbst. Und darum wollen rechte Christuszeugen auch nicht selbst beehrt werden. Sie tun nicht dies und das, um ihren Ehrgeiz zu befriedigen. Die mancherlei Empfindlichkeiten, die in der Mitte der Gemeinde immer wieder sichtbar werden, sind im Grunde nur Signale dafür, dass unsere Stimme nicht demütig dem wiederkommenden Herrn untergeordnet ist, sondern dass ihr oft sehr egoistische Nebentöne untermengt sind. Gerade weil Johannes mit seiner Person und seinen Wünschen so demütig in den Hintergrund treten konnte, war er der rechte Vorläufer seines Herrn.

Die Stimme der Gemeinde ist eine über sich selbst hinausweisende Stimme

‚Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet‘. Johannes wollte nur der Wegbereiter sein, ein aufgerichtetes Zeichen, ein Wegweiser hin zu dem, der mitten unter uns getreten ist. So ist im Grunde alles, was in der Kirche des wiederkommenden Herrn geschieht, ein Zeichen, das über sich selbst hinausweist. Wir taufen – und tun das mit einem äußeren Zeichen, mit einfachem Wasser, aber wir glauben daran, dass der Herr, der die Taufe geboten hat, seine Verheißung über diesem Zeichen wahr macht. Wir laden ein zum Heiligen Abendmahl und feiern es hier mit Hostie und Wein, aber in der gewissen Hoffnung, dass wir einmal Gäste sein dürfen bei dem großen Abendmahl in unseres Gottes Reich. Es wird gepredigt, es wird gelehrt, es wird Liebe geübt in Jesu Namen, in der Hoffnung, dass daraus Frucht erwachse für Gottes großen Tag. Was wir hier haben und was wir hier tun, sind vorläufige Dinge. Alles weist über sich selbst hinaus. Es weist hin auf die künftige Erfüllung an Gottes letztem Advent. Die Adventszeit ist nicht nur vier Wochen in jedem Jahr. Advent ist immer. Gottes Adventszeit dauert bis zum Jüngsten Tag. So wie der Täufer das Zeichen war für den ersten Einbruch der Gottesherrschaft in diese Welt, so ist die Gemeinde Jesu Christi mit ihrem Zeugnis in Wort und Tat das entscheidende Zeichen für das zweite Kommen ihres Herrn. Wie im Wartesaal der großen Bahnhöfe ein Lautsprecher die Züge ankündigt, so ruft die Gemeinde in dem adventlichen Wartesaal unserer Welt das Kommen ihres Herrn aus und gibt durch ihre Existenz ein Beispiel, wie man recht auf diesen Herrn wartet. Sie verbindet im Glauben die Hoffnung und die Liebe, sie schaut aus nach dem Morgen Gottes und ist ganz verantwortlich im jeweiligen Heute. Sie erhebt in dieser Welt ihre Stimme, unerschrocken und demütig zugleich und weist damit über sich selbst hinaus – bis dass er kommt“ (auszugsweise entnommen aus Dein Wort bewegt des Herzens Grund: Predigten aus der Stuttgarter Stiftskirche von Theo Sorg – S. 100-106).

4. PREDIGTGLIEDERUNGEN

Wen erwarten wir? Christus den Gesandten Gottes – als seine Zeugen geben wir drei Antworten:

a) Wer bist du? (V. 19-21)

b) Was sagst du? (V. 22+23)

c) Was tust du? (V. 24-28)

 

oder nach Gottfried Voigt:

Wir sind nur die Zeugen des Kommenden,

a) des Unverwechselbaren

b) des Unvergleichlichen

c) des Unerkannt-Gegenwärtigen