Predigtthema: Gottes Bau auf richtigem Grund.
Predigttext: 1. Korinther 3,1-23
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
Die vorgeschlagenen Bücher und Vorträge sollen eine Hilfe bieten. Allerdings sollten sie immer im Sinne von Apg 17,11b an Hand der Bibel geprüft werden.
- Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Allgemeine Hinweise zum Buch und einführende Anmerkungen bieten:
MacArthur, John: Studienbibel: http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/46-Der_Erste_Brief_Des_Apostels_Paulus_An_Die_Korinther.pdf
Carson, Donald A., Douglas J. Moo: Einleitung in das Neue Testament. Gießen: Brunnen Verlag
Aebi, Ernst: Kurze Einführung in die Bibel. Winterthur: Bibellesebund
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung von 1Kor 3,1-23 bieten z.B.
MacArthur, John: 1. Korinther. Bielefeld: CLV. Dieser Kommentar ist auch online verfügbar: http://clv-server.de/pdf/255680.pdf
Krimmer, Heiko: 1. Korintherbrief. Edition C. Holzgerlingen: Hänssler
Schnabel, Eckhard: Der erste Brief des Paulus an die Korinther, HTA; Wuppertal: R. Brockhaus
De Boor, Werner: Der erste Brief des Paulus an die Korinther, Wuppertaler Studienbibel; Wuppertal: R. Brockhaus
- Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Paulus kritisiert im Korintherbrief die Gemeinde in Bezug auf ihr geistliches Wachstum. Deshalb ist es notwendig aufzuzeigen, wie Wachstum in der Gemeinde aussieht und welche Aufgaben die Gemeinde dazu wahrnehmen sollte. Wie sieht es in unseren Gemeinden aus? Läuft es in diesem Thema rund? Oder müssen wir uns dieses Prinzip, das Paulus aufzeigt, noch einmal ganz neu vor Augen malen? Dazu sollten wir uns als Gemeinde einige Fragen stellen:
- Nehmen wir unseren Gärtner-Auftrag an, indem wir säen und gießen?
- Versuchen wir selbst das Wachstum zu erzwingen? Oder überlassen wir es Gott?
- Auf welchem Fundament bzw. Boden arbeiten wir? Sind wir christuszentriert oder stehen andere Dinge im Fokus unserer Gemeinde?
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Grundlegendes zu den Korintherbriefen:
Die beiden Korintherbriefe machen deutlich, dass das Verhältnis zwischen Paulus und den Korinthern an vielen Stellen doch sehr angespannt war. Ganz anders als z.B. sein Verhältnis zu den Philippern oder Thessalonichern. Vor allem seine Autorität als Apostel wurde in Frage gestellt (1Kor 1,10ff und v.a. 2Kor 11). In den Korintherbriefen rechtfertigt Paulus also zum einen seine Position als Apostel, zum anderen macht er deutlich, worauf es wirklich ankommt. Im ersten Korintherbrief zeigt Paulus die zwei wesentlichen Säulen des christlichen Glaubens auf: Das Kreuz (1Kor 1) und die Auferstehung (1Kor 15). Ohne diese Säulen ist der christliche Glaube sinnlos (1Kor 1,18; 15,14). Diese beiden Kapitel umrahmen somit die Kapitel 2-14, welche aufzeigen, wie das Leben als Christ eingebettet in das Kreuz und die Auferstehung Jesu aussehen soll und aussehen kann. Neben klaren Anweisungen über Unzucht (1Kor 5), Rechtsstreitigkeiten (1Kor 6) oder über das richtige Verhalten bei der Feier des Abendmahls (1Kor 11), zeigt Paulus auch an einigen Stellen die Freiheit des christlichen Glaubens auf, wenn es z.B. um Ehe und Ehelosigkeit (1Kor 7) oder auch um den Verzehr von Götzenopferfleisch geht (1Kor 8). Der Maßstab für die christliche Freiheit wird dabei in 1Kor 10,23+24.31 gelegt: Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient. Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.
- Korinther 3,1-23
V.1-4: Kritik an der Unmündigkeit der Korinther
Nachdem Paulus noch in Kapitel 2 den Unterscheid zwischen einem geistlichen und einem natürlichen Menschen aufgezeigt hat, kritisiert er nun die Unmündigkeit der Korinther, da er mit ihnen immer noch so reden muss, als wären sie fleischliche Menschen. Die Gründe dafür führt er auf: Eifersucht, Zank und das Bilden verschiedener Gruppierungen. Derlei Einteilungen sind menschlich, aber nicht geistlich. Er greift somit das Thema aus 1Kor 1,10-17 wieder auf, um im Anschluss noch näher darauf einzugehen.
V.5-11: Die Gemeinde als Ackerfeld und Bau
Paulus vergleicht nun die Gemeinde mit einem Bau und einem Ackerfeld. Beide Vergleiche machen wesentliche Aspekte der Gemeindearbeit deutlich, wobei auch beide Vergleiche ihre Grenzen haben. Vielleicht verwendet Paulus auch gerade deswegen beide Vergleiche, damit diese sich ergänzen können.
Das Fundament bzw. der gute Boden ist Jesus Christus (3,11). Ohne ein festes Fundament kann kein Bauwerk sicher stehen und ohne einen guten fruchtbaren Boden können Pflanzen auch nur schlecht wachsen. Jesus Christus ist somit die Grundlage einer gesunden Gemeinde. Ohne ihn geht nichts (Joh 15,5). Die Gemeinde besteht aus Pflanzen und Gärtnern bzw. aus Maurern und Baumeistern. Es gibt die Gärtner, die die Saat aussähen und die Pflanzen gießen, sowie es Baumeister gibt, die den Bau beaufsichtigen. Das sind die Lehrer, die Ältesten und zur Zeit von Paulus die Apostel. Sie kümmern sich darum, dass die Menschen das Evangelium von Jesus Christus hören und sie pflegen die Gemeinde durch Ermutigung, Trost und Ermahnung. Dann gibt es aber auch Pflanzen bei denen es darum geht zu wachsen. Das ist im Allgemeinen die Gemeinde. Der Vergleich hinkt an dieser Stelle natürlich, da es in der Gemeinde nicht darum geht, dass Pflanzen immer Pflanzen bleiben, sondern dass die Pflanzen später irgendwann einmal selbst Gärtner werden, wie es das Prinzip der Jüngerschaft deutlich macht (2Tim 2,2). Über all dem steht die Tatsache, dass weder der Gärtner noch die Pflanze in der Lage sind das Wachstum zu erzwingen, sondern dass dieses Wachstum am Ende allein in der Hand Gottes liegt. Gott ist also immer beides: Das Fundament und die Grundlage von geistlichem Wachstum in der Gemeinde. Eine Gemeinde ist spätestens dann nicht mehr gesund, wenn mindestens eines der beiden nicht mehr der Fall ist.
V.12-15: Wovon ist das Glaubensleben geprägt?
Zum Wachstum passt der Vergleich mit der Pflanze viel besser. Auf der anderen Seite zeigen die folgenden Verse, dass die Werke der Christen wesentlich besser in den Vergleich mit dem Bauwerk passen. Denn Paulus wirft nun die Frage auf: Womit wollt ihr auf den festen Grund bauen? Was hat Bestand? Und was nicht? Am Ende wird sich entscheiden, welches der Bestandteil das Feuergericht überstehen wird, denn Gold, Silber und Edelsteine überstehen das Feuer, während Holz, Heu und Stroh darin verbrennen werden. Geht es hierbei um eine Art Fegefeuer, wie es die katholische Kirche lehrt? Das heißt jeder Christ wird im Blick auf das Jüngste Gericht im Feuer geläutert, damit er völlig rein vor Christus stehen kann? Immerhin könnte Vers 15 genau diesen Schluss nahelegen. Allerdings passt das nicht so ganz mit der biblischen Lehre zusammen, denn allein das Blut Jesu macht uns rein (1Petr 1,18fPaulus geht es hier also nicht um die Rechtfertigung, sondern um die Rechenschaft für unser Leben als Christ. Das könnte ein Preisgericht sein, bei welchem jeder Christ nach seinen Taten beurteilt wird und dafür einen Lohn bekommt oder auch nicht, so wie es einige Ausleger sehen. Ebenso ist es möglich, dass der Lohn genau darin besteht, dass die Werke Bestand haben, wie es Jesus in Mt 6,19f beschreibt: „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.“ Das würde bedeuten, dass der Lohn der guten Werke darin besteht, dass sie Ewigkeitsbestand haben. Dass ich mich z.B. daran erfreuen kann, wenn Menschen durch meinen Dienst zum Glauben gekommen sind. Wie auch immer der Lohn am Ende aussehen wird, eines muss klar sein: Christ sein muss Auswirkungen haben, denn auch Jakobus macht deutlich: „So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.“ (Jak 2,17).
V.16-23: Was heißt es mit Gold, Silber oder Edelsteinen zu bauen?
Paulus wird nun konkret und zeigt auf, was es bedeutet mit dem richtigen Material zu bauen, bzw. Schätze im Himmel zu sammeln. Zum einen geht es darum, dass wir auf unseren Körper achten sollen, da dieser ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Diesen Gedanken verfolgt Paulus später in 1Kor 6,12ff noch ausführlicher, wobei deutlich wird, worum es Paulus hier geht. Es geht weniger um einen Aufruf zu mehr Sport oder gesünderem Essen, sondern ganz praktisch darum keine Hurerei zu betreiben. Zum anderen bezieht sich Paulus auch nochmal auf 1Kor 1 und warnt davor hochmütig in Bezug auf die eigene Weisheit zu werden. Generell sollen wir uns nichts auf uns selbst einbilden, denn unser ganzes Rühmen soll Gott gebühren. Genauso wenig sollen wir andere Menschen rühmen, sondern allein Christus.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Für die homiletischen Überlegungen ist es zunächst wichtig zu überlegen, welchen Schwerpunkt lege ich in meiner Predigt? Da der Text doch verschiedene Themen anreist. Naheliegend wäre es dabei entsprechend dem Predigtthema, den Fokus auf den Bau der Gemeinde zu legen. Dabei sollten folgende Fragen geklärt werden:
- Wer ist die Grundlage? Dass Christus das Fundament unserer Gemeinde ist, ist unverzichtbar. Dieser Schwerpunkt muss immer wieder aufs Neue gelegt werden.
- Wer ist der Gärtner?
- Wer sind die Pflanzen?
- Und wer schenkt Wachstum? Das Wachstum liegt in Gottes Hand. Können wir das akzeptieren? Oder versuchen wir selbst aktiv zu werden? Können wir Gott vertrauen, dass er etwas tut, auch wenn wir nichts sehen? Ist uns bewusst, welche Rolle das Gebet dabei spielt?
- Womit bauen wir? Gold, Silber und Edelsteinen oder Holz, Heu und Stroh? Womit beschäftigen wir uns? Wodurch zeichnen wir uns als Gemeinde und als Christen im Ort aus? Machen wir einen Unterschied?
- Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung kann das Anhören einer Predigt sehr hilfreich sein. Unter www.sermon-online.de finden sich Predigten zu den unterschiedlichsten Bibeltexten.
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Das Predigtziel sollte ein Dreifaches sein:
- Trost: Wenn kein Wachstum in unserem Leben oder in der Gemeinde sichtbar ist, dürfen wir uns bewusstmachen: Gott schenkt Wachstum!
- Ermutigung: Nehmt eure Aufgabe wahr, indem ihr sät und gießt! Baut mit Gold und Silber!
- Ermahnung: Es kann nicht sein, dass wir denken wir könnten das Wachstum selber herbeiführen. Auf der anderen Seite, sollen wir aber auch nicht tatenlos dasitzen, sondern aktiv werden, im Vertrauen darauf, dass Gott Wachstum schenkt. Außerdem ist es enorm wichtig, dass Jesus Christus das Fundament ist und bleibt.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Gottes Bau auf richtigem Grund.
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Die Gliederung der Predigt könnte z.B. folgendermaßen aussehen:
- Jesus Christus – Der gute Boden
- Wir – Gärtner auf Gottes Acker
- Gott, der Vater – Die Grundlage des Wachstums
(Dominik Cramer)