Predigtthema: „NUR – Glauben!“ – dann wird durch Jesus alles lebendig
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
- Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Menge Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung). Unter www.die-bibel.de findet man die Basis Bibel, eine der aktuellsten Übersetzungen.
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Der Predigttext steht im Zusammenhang der Erzählung von Jesu Wirken und Handeln. Dieser Bereich ist eingerahmt von der Bergpredigt und der Aussendungspredigt an seine Jünger. In diesem Zusammenhang wird Jesus erkennbar als „das Wort“ und als „die Tat“. Man könnte auch sagen, dass das Leben Jesu für die Menschen damals ein Blick in „den Himmel“, in „das Reich Gottes“, war und für uns heute ist. In Jesu Leben, Reden und Handeln wird Gottes Willen erkennbar. Gott will erretten (Tit 2,11: „Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen“)! Gott will heilen! Gott will die Not lindern! Gott will, dass der Mensch wieder Gemeinschaft mit Menschen haben kann! Jesus sagt (Vers 13): „Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“ Aber: Gott will auch persönlichen und Ihm zugewandten Glauben!
In einem synoptischen Vergleich sollten die Texte aus Markus 5,21-43 und Lukas 8,40-56 gelesen werden. Als Hilfe: auf www.bibelserver.de die Texte einfach nebeneinander als Synopse aufrufen und mit dem Matthäustext vergleichen. Beide Paralleltexte beschreiben die Begebenheiten zum einen ausführlicher oder anders als Matthäus es tut. Sie beschreiben:
- dass die Tochter „in den letzten Zügen liegt“, also „im“ Sterben, wobei Matthäus berichtet, dass „sie eben gestorben ist“
- die jahrelangen leidvollen Umstände der Frau (Mk. 5,26; Lk. 8,43)
- den Moment der Berührung „des Saumes seines Gewandes“ (Mk. 5,27f; Lk.8,44): „Jesus spürte sogleich, dass eine Kraft von ihm ausgegangen ist“ (Mk. 5,30; Lk.8,46) und die Reaktion Jesu: „Wer hat meine Kleider berührt?“ (ebd.).
- dass, die Frau ihre Sündhaftigkeit erkennt und wie der Glaube ihr hilft und wie Jesus ihre Not und ihren Glauben erkennt, als die Gründe für sein Handeln (Mk. 5,33f; Lk. 8,47f).
- ausführlicher, die Umstände des Vorstehers. Bemerkenswert ist hierbei die klare Ansage Jesu: „Fürchte dich nicht, glaube nur, so wird sie gesund!“ (Lk.8,50).
- in das Haus des Vorstehers folgen Jesus nur Petrus, Jakobus und Johannes (Mk. 5,37; Lk.8,51) seine engsten Vertrauten
- Jesus spricht das Mädchen an. Er fordert sie auf: „Talita kum!(Mk.5,41) Mädchen ich sage dir, steh auf!“ (Mk.5,41; Lk.8,54)
- Jesu strenges Gebot: „es niemanden zu sagen, was geschehen war“ und: „ihr zu essen zu geben“ (Mk. 5,42; Lk. 8,56). Interessant hierbei, dass Matthäus gegensätzlich berichtet: „diese Kunde erscholl durch dieses ganze Land“ (Vers 26)
Diese synoptischen Unterschiede ergänzen den Predigttext. Sie sollten mit in die Predigt einfließen. Empfehlenswert ist auch die Lektüre von Johannes 11, „die Auferweckung des Lazarus“. Hierbei werden in den Versen: 3f; 11, 14, 19, 33 und 38 Ähnlichkeiten zu den Synoptikern deutlich.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Wuppertaler Studienbibel
* Schlatters Auslegung des Neuen Testamentes
Bitte studiert auch den hilfreichen Predigttipp von Stefan Greiner vom 22.09.2002 zu (Lukas 8, 40-56) unter https://www.christusbund.de/predigthilfen/predigthilfe-vom-22-9-2002-lukas-8-40-56/
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
V 18: „da kam einer, der Oberen“ – Jairus war Synagogenvorsteher. Er trug die Verantwortung in der Synagoge. Darüber, „wer“ sprach und „was“ gesprochen bzw. gelehrt wurde.
„er fiel vor ihm nieder“ – Jairus fällt vor Jesus nieder, er offenbart seinen Glauben an/in Jesus, dass er heilen kann. Er macht sich dadurch angreifbar vor seinem Volk bzw. den Pharisäern und Schriftgelehrten.
„Komm lege deine Hand auf und sie wird lebendig werden!“ – Jairus vertraut auf die Kraft Jesu.
V 20: „eine Frau, die seit zwölf Jahren, den Blutfluss hatte“ – Die Situation der Frau:
- Einsamkeit: zwölf Jahre „unrein“ laut Gesetz bedeuteten für sie: zwölf Jahre ohne Umarmung, also ohne soziale Kontakte, ohne Gottesdienst, und ohne seelische Kraft
- Leidvoll
- Würdelos
- Chancenlos
- Mittellos – sie sitzt quasi im Mangel – wahrscheinlich ist alles für Ärzte draufgegangen
- Gesetzlos
- Hoffnungslos
- Frage: „Warum?“ – Welche Sünde habe ich getan?
„und berührte den Saum seines Gewandes“ – Unreinheit trifft auf absolut göttliche Reinheit!
- Sie wiedersetzt sich den Vorschriften!
- Sie drängt sich durch „die Reinen“ und macht sie durch ihre Berührung laut Gesetz „unrein“! Sie nimmt das in Kauf!
- Sie beansprucht Jesus als ihren Helfer und Retter! Darin sieht Jesus ihren Glauben!
- Der Glaube der Frau: „NUR“ den Saum, dann werde ich gesund! Hautkontakt hätte wahrscheinlich die Menge aufgewiegelt.
V 22: Jesus erkennt den „NUR – Glauben“ der Frau. „Dein Glaube“ an mich und die Kraft dahinter, Gott! – Jesus heilt hier quasi „to go“ auf dem Weg in das Haus des Jairus, der ja auch sehnsüchtig auf ein Wunder hofft. Markus schreibt dazu (5,29): „sie spürte es am Leibe“ – sie spürt ihre sofortige Genesung, sie spürt die „Gnade“ die ihr durch Jesus widerfahren ist! Gnade ist spürbar – an Leib und Seele! Das „Spüren“ lässt sie erzittern (Mk. 5,33) vor Erleichterung, zwölf Jahre der Isolation und Hoffnungslosigkeit werden verwandelt in Würde, die Jesus für sie wiederhergestellt hat. Sie ist wieder voll hergestellt! Rein körperlich und so wieder voll integrierbar in die Gesellschaft! Völlig heil! Nun ist sie bereit „ihm die Wahrheit zu sagen“. Die Frau ist umgekehrt! Jesus hat sein Ziel erreicht! Er nennt sie „meine Tochter“ – er macht sie zu einem Königskind nach seinem Herzen – er integriert sie in seine Familie „der Kinder Gottes“. Laut Markus sagt Jesus zu ihr (5,34): „geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage!“ Jesus zeigt an der Frau was er meint, wenn er sagt (Mk. 11,24): „Darum sage ich euch: Alles, was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden.“ Jesus fordert einen „NUR – Glauben“! Lukas beschreibt das so (Lk. 8,50): „Fürchte dich nicht; glaube nur, so wird sie gesund!“
V 23f: „die Flötenspieler und das Getümmel“ – Menschliches Handeln = „Getümmel“
Jesus hat sich von der Frau aufhalten lassen und hat sicher die Anspannung des Vorstehers und des Getümmels noch stärker werden lassen. Nach jüdischem Gesetz hat er sich auch von der Frau verunreinigen lassen! Trotzdem geht er in das Haus des Synagogenvorstehers. Eigentlich undenkbar! Jesus der trotzdem geht und der Vorsteher, der es zulässt, für seine Tochter! Das Gesetz ist grad zweitrangig! Jesus handelt so, wie er es später am Kreuz erfüllen wird, für die Tochter, den Vater, das Getümmel und für dich!
Jesu Handeln: Ruhe schaffen!
- Ruhe schaffen zum Handeln!
- Jesus löst die Trauer auf! Er ist das Leben! Er schenkt das Leben!
- Jesus bereinigt das Haus, wie er später auch den Tempel reinigen wird!
Menschliches Handeln: Spott!
- Aus Trauer wird Spott! Aus Tränen wird Lachen!
- Das, was hier beschrieben wird ist unglaublich oberflächliche Trauer! Das ist das Lachen des Unglaubens!
V 25: „das Mädchen stand auf“: Markus beschreibt diesen Moment wie folgt: „Talita kum! – das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!“ – Jesus nimmt deine Hand und stellt deine Würde wieder her! Komm, steh auf! „Talita kum!“ Auch hier fordert Jesus einen „NUR – Glauben“ – „NUR“ = Gott allein kann! Das, was Jesus hier fordert, ist nicht „nur“ ein einmaliger Vorgang, nein, das ist „die“ Demut die er fordert: „Ich brauche Gott!“
V 26: „Und diese Kunde erscholl durch dieses ganze Land“ – Jesu Handel bleibt nicht ohne Folgen in der Welt!
- Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Jesus heilt in diesem Text zwei Menschen, deren Situation nicht auswegloser sein kann. Die Tochter eines Vorstehers wird geheilt, weil der Vater glaubt! Die von Krankheit geschundene und von Einsamkeit geplagte Frau, wird „to go“ auf dem Wege geheilt. Beide verbindet die Forderung Jesu: „Glaube nur!“ Das Wunder der Wiederherstellung, sollte die Predigt dominieren. Wunder sind ein Handeln Jesu am Menschen, um Gott in seiner Barmherzigkeit zu verherrlichen, denn „Er ist Herr!“ Jesus lässt im Wunder tief in das Reich Gottes blicken! „Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; zu verkünden ein gnädiges Jahr des Herrn, und einen Tag der Vergeltung unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden.“ Jesaja 61,1f
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Wir leben in einem sehr reich gesegneten Umfeld. Für jede Art von Krankheit gibt es einen Spezialisten und ein Mittel zur Behandlung und obendrein physische und psychische Behandlungen jeglicher Art. Bei langwierigen Heilungswegen gibt es sogar die Möglichkeit einer Reha bzw. einer Kur, soweit wie deine Krankenkasse in Spendierlaune ist. Damals war die medizinische Versorgung bei weitem auf ein Minimum dessen reduziert. Hoffnung lag im „Übernatürlichen“. Im Text wird von zwei Menschen berichtet, die „nur“ noch eine Hoffnung haben: Jesus Christus, der Wanderprediger, der in ihre Umgebung kommt. Die Situation damals und die Situation heute scheinen völlig unterschiedlich zu sein und doch sind sie in einem Punkt identisch: „Fürchte dich nicht, glaube nur, dann wird dir geholfen!“ Das was damals an medizinische Versorgung gefehlt hat, ist heute eine allumfassende Versorgung, die den Blick auf Jesus verbauen kann. „Glaube nur!“ fordert uns täglich heraus und braucht die demütige Erkenntnis: „Ich brauche Gott!“.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Die Predigt könnte ein Zeugnis des Verkündigers oder eines Gemeindegliedes zum Inhalt haben. Um eines zu verdeutlichen: Der Glaube an Jesus Christus ist ein „NUR – Glaube“ und der lebt aus dem Vertrauen heraus, dass Gott Wunder vollbringen kann! Er ist der Schöpfer und kann seinem Geschöpf die Würde zurückschenken, ja, es wieder heil machen.
- Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Predigt soll dazu ermutigen, dass es einen „NUR – Glauben“ braucht, der von Gott Großes erwartet.
Gott ist nichts unmöglich!
„Alles ist möglich dem, der da glaubt!“
Auch wenn die Heilung vielleicht ausbleibt, bleibt ER trotzdem der Gott, der dich sieht und durchträgt!
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
„NUR – Glauben“, dann wird durch Jesus alles lebendig!
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
a) (V. 18-19) „NUR – Glauben“ – der jüdische Vorsteher bittet für seine Tochter
b) (V. 20-22) „NUR – Glauben“ – die Heilung „to go“ eine hoffnungslose Frau erkennt Jesus und ergreift „nur“ den „Saum seines Gewandes“
c) (V. 23-26) „NUR – Glauben“ – die Heilung des Kindes
d) „NUR – Glauben“ – welche Chancen ergeben sich für deinen Alltag?
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
- Lied: Albert Frey: Jesus berühre mich
- als Einstieg Jonathan Leistner: „Glaube nur!“ https://www.youtube.com/watch?v=KcOVTW0CkTs herausfordernder Text, um über sich selber nachzudenken: Bin ich mir sicher oder glaube ich?
- Poetry Slam: „Ich glaube“: https://www.youtube.com/watch?v=R6MESrghRXc als nachdenklicher Abschluss zur Predigt
- Es würde sich anbieten, die Begebenheiten des Predigttextes bzw. die Zusatzinformationen aus den beiden Vergleichstexten lebendig zu erzählen bzw. als Anspiel im hier und heute aufzuführen. (Anfrage an den Jugendkreis J)
(Danny Mitschke)