Monatsthema: Kraft zum Erwarten
Predigtthema: Wen erwarten wir? Christus – die Herrlichkeit Gottes
Bibelstelle: Johannes 1,14-18
Verfasser: Thomas Richte
Eine Predigthilfe enthält Hinweise für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom Herrn aus dem Predigttext persönlich gehörten Beauftragung zur Botschaft. Unsere Predigt folgt dabei dem Grundsatz Jesu: „Aus der Fülle des Herzens redet der Mund“ (Mt 12,34b). Nur wo der Herr selbst uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)! „So sind wir nun Gesandte an Christi Statt“ (2Kor 5,20a). So suchen wir in der Predigtvorbereitung nach dem, was der Herr uns durch das Wort des Predigttextes sagen will. Es geht um seine Botschaft und wir sind seine Botschafter. Deshalb hören wir zwar auch auf andere Botschafter, z.B. durch die Hinweise der Predigthilfe, verkündigen aber die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufgetragen wird! „Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt“ (1Petr 4,11a – NGÜ).
1. TEXT- UND PREDIGTHILFSMITTE
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
Hilfen zur Auslegung und Anwendung des Predigttextes (Joh 1,14-18) bieten z.B.
* Walvoord / Zuck. Das Neue Testament erklärt Bd. 4. Hänssler (S. 344f).
* Gerhard Maier. Johannes-Evangelium 1.Teil. Edition C Bibel-Kommentar Bd. 6. Hänssler (S. 31-40).
* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 1. Teil. Wuppertaler Studienbibel. R. Brockhaus (S. 50-61).
* John Heading. Johannes. Was die Bibel lehrt 4. Christliche Verlagsgesellschaft (S. 36-40).
* Theodor Zahn. Das Evangelium des Johannes. Kommentar zum NT Bd. 4. (unter http://bitflow.dyndns.org/german/TheodorZahn/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_04_Buecher_43.pdf; S. 78-110).
Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Armin Baum vom 30.11.2008 unter dem Thema „Und das Wort wurde Mensch“ zu Joh 1,14-18 (diese Predigt findet ihr unter http://www.efg-giessen.de/veranstaltungen/gottesdienst/predigten/) und von Winrich Scheffbuch vom 07.09.1975 unter dem Thema „Das Einzigartige an Jesus: Alles für uns“ zu Joh 1,16 (diese Predigt findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [Johannes 1] und „Autor“ [Scheffbuch, Winrich] ausfüllt).
Für die Textlesung bietet die „Neue Genfer Übersetzung“ eine gut verständliche, lesbare und zuverlässige Übersetzung unseres Predigttextes (http://www.ngue.info/online/lesen).
2. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG
Unser Predigtanlass ist der Gottesdienst am 3. Advent. Immer weiter und tiefer gehen wir in die Adventszeit hinein und dies wollen wir auch in der Verkündigung unterstreichen. Nachdem wir bereits an den vergangenen Sonntagen die Aspekte „Wort“ und „Licht“ betont haben, liegt der Schwerpunkt unserer Verkündigung nun auf dem Aspekt „Herrlichkeit“. Über das Thema „Herrlichkeit“ können wir nicht losgelöst von Jesus reden und von daher gilt es in der Verkündigung diesen untrennbaren Zusammenhang aufzuzeigen (vgl. hierzu z.B. 2Kor 3,18; 4,6 mit Kol 2,9f; Hebr 2,17f; 4,14-16). Was auch immer wir erwarten, nur in Christus werden wir es erkennen und erleben.
3. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
Beachtenswerte Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bietet die MacArthur Studienbibel (http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/43-Das_Evangelium_Nach_Johannes.pdf; S. 1484f).
Merrill C. Tenney gliedert den Textabschnitt folgendermaßen (entnommen aus „Johannes – Das Evangelium des Glaubens“ – Brüssel: ICI,1979 – S. 71):
A) Die Fleischwerdung des Wortes
* Die Handlung
* Die Entwicklung
* Die Offenbarung
B) Die Offenbarwerdung des Wortes
* Fülle
* Gnade
* Gott
Zu unserem Predigttext (Joh 1,14-18) macht Wolfgang Wegert folgende Anmerkungen: „Nachdem uns Johannes aufgeklärt hat, wer denn der Christus ist – nämlich der ewige Sohn Gottes – zeigt er uns etwas über die Beschaffenheit der Person Jesu. Er sagt, dass Er Fleisch, dass Er Mensch wurde. Was bedeutet das? Manche meinen, dass Jesus Seine Göttlichkeit aufgab und stattdessen Mensch wurde – also eine Auswechslung Seiner Natur. Und so heißt es denn auch in dem bekannten Weihnachtslied ‚Lobt Gott ihr Christen allzu gleich‘ in Vers 4: ‚….und gibt die klare Gottheit dran!‘ Aber eine solche Aussage ist verfänglich. Denn Johannes sagt nicht, ‚das Wort verwandelte sich in Fleisch‘, sondern er sagt: ‚das Wort wurde Fleisch‘, in dem Sinne, dass es in das Fleisch kam. Genau so formuliert es der Apostel in 1Joh 4,2: ‚Ein jeglicher Geist, der da bekennt, dass Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott‘. ‚Das Wort wurde Fleisch‘ bedeutet also, dass es unverändert göttlich in das Fleisch kam, in das Menschsein hinein gekommen ist. Als Jesus Fleisch wurde, hörte Er nicht auf, Gott zu sein. Nein, unwandelbar und ewig, wie Sein göttliches Wesen immer war, so hat Er sich auch nicht gewandelt, als Er in Bethlehem geboren wurde. Da siehst du denselben, unveränderten Gott, der in Ewigkeit war, nun allerdings im Gewande eines Sterblichen. Schau das Kind in der Krippe an, und du siehst beides: Du siehst zu 100 Prozent Gott und gleichzeitig zu 100 Prozent einen Menschen. Wahrer Mensch und wahrer Gott – das singen wir in dem bekannten Weihnachtslied ‚Es ist ein Ros entsprungen‘ ganz richtig. In Vers 3 heißt es: ‚Mit seinem hellen Scheine vertreibt’s die Finsternis: Wahr‘ Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd´ und Tod‘. Wir lernen also, dass in der Person Jesu Christi zwei Naturen sind – die göttliche und die menschliche Natur. Auf diese Weise war Er ausgerüstet, um die Aufgabe eines Mittlers zwischen Gott und Mensch erfüllen zu können. Deshalb kann niemand anderer als Jesus Christus allein unser Erretter sein. Darum ruft Petrus: ‚Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden‘ (Apg 4,12). Es hat viele Heilande gegeben, und viele Christusse sind aufgetreten, aber es gibt nur Einen, der uns mit dem Vater versöhnen und erretten kann, und das ist Jesus Christus, das lebendige Wort, ins Fleisch gekommen, wahrer Gott und wahrer Mensch. Gepriesen sei Sein herrlicher Name!
Der Text geht weiter und sagt: ‚Und das Wort …wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit‘. Johannes sagt: Dieser Jesus, ins Fleisch gekommen, der wohnte unter ihnen, der ‚zeltete‘ unter ihnen. In dem Herrn Jesus Christus, ihrem Meister, war Gott unter ihnen gegenwärtig. Das merkten und fühlten sie nicht nur, sondern sie sahen es. Sie sahen Seine Herrlichkeit. Sie sahen, wie Er Mensch war, wie Er Hunger hatte gleichwie die Jünger. Aber dann sahen sie auch Seine göttliche Natur, wie Er das Brot vermehrte. Sie sahen, wie Er einem Menschen gleich auf dem Boot vor Müdigkeit eingeschlafen war, aber dann sahen sie, wie Er Sturm und Wellen Befehl gab und die Gewalten der Natur Seiner göttlichen Stimme gehorchten. Dann fragt Er als begrenzter Mensch: ‚Wer hat mich angerührt?‘ Er wusste auch nicht Zeit und Stunde, die der Vater Seiner Macht vorbehalten hatte. Aber dann lesen wir wieder von Seiner Allwissenheit. Denn Er wusste wohl, was im Menschen war, und dass Er alle ihre Gedanken von ferne kannte! Diese Doppelnatur ihres Meisters versetzte die Jünger in Erstaunen. Mal sahen sie die Begrenztheit des Menschensohnes Jesus und mal sahen sie die Gottheit, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater. Und sie konnten das Geheimnis der Person Jesu nicht ergründen. Mit wem hatten sie es da nur zu tun? Sie wunderten sich, und immer wieder kam es zu Bekundungen wie der des Thomas: ‚Mein Herr und mein Gott!‘ Oder auch wie der des Petrus: ‚Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!‘ Einmal nahm der Herr Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen hohen Berg und da ‚wurde er vor ihren Augen verwandelt‘ (Mk 9,2). Sein Leib wurde transparent und licht wie die Sonne. Da sahen sie wieder Seine göttliche Herrlichkeit. Sie war so himmlisch schön, dass die Jünger Hütten bauen und dort wohnen wollten. Sie wollten nicht mehr ins Tal zurück, denn sie sahen Seine Herrlichkeit. Aber sie sahen sie nicht immer, Sein menschlicher Leib wirkte wie ein Schleier, wie eine Verhüllung Seiner Göttlichkeit, die aber immer und immer wieder durchkam. Das war eigentlich nicht neu. Das gab es schon im Alten Testament. Einmal bat Mose den Herrn: ‚Lass mich deine Herrlichkeit sehen‘ (2Mose 33,18). Und die Antwort Gottes kam in folgender Weise: ‚Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht‘ (V. 20). Aber der Herr wollte dennoch die Sehnsucht seines geliebten Moses erfüllen und sprach: ‚Wenn denn nun meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in der Felskluft lassen stehen und meine Hand ob dir halten, bis ich vorübergehe. Und wenn ich meine Hand von dir tue, wirst du mir hintennach sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen‘ (V. 22f). Gott ließ also auch Mose Seine Herrlichkeit sehen, aber nur Seine verhüllte. Er hielt Seine Hand davor, damit Sein Diener nicht von dem Glanz der göttlichen Herrlichkeit getötet würde. Was war die Hand Gottes, die über Mose gehalten wurde? Sie ist ein Gleichnis, ein Schatten auf den kommenden Christus und Seinen menschlichen Leib. Er offenbart die Herrlichkeit des Vaters auf so wunderbare Weise, dass wir nicht sterben müssen, sondern ewig leben dürfen. Das hat Er dadurch getan, dass Er Fleisch geworden ist. Wie gewaltig ist das! Wir können die Herrlichkeit Gottes sehen. Wir können in Sein Angesicht schauen, Seine Heiligkeit erfahren und Seine Gegenwart genießen, ohne Schrecken und ohne Furcht. Ja, wir dürfen um Jesu willen sagen: ‚Abba, lieber Vater!‘ Willst du die Herrlichkeit Gottes schauen, dann schau auf die Herrlichkeit des ins Fleisch gekommenen Christus. Denn ER ‚ist der Abglanz seiner Herrlichkeit‘ (Hebr 1,3). Darum schreibt Johannes nach drei Jahren Gemeinschaft mit der geheimnisvollen und wunderbaren Person Jesu Christi: ‚Und das Wort …wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit‘. Das ist heute so wahr wie auch damals. Im Angesicht Jesu Christi sehen wir die Erhabenheit, Schönheit und Herrlichkeit des Allmächtigen.
Und nun spricht er weiter von diesem Heiland und sagt: ‚Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade‘ (Joh 1,16). Was will er damit sagen? Das Leben eines Gläubigen ist von Kopf bis Fuß in die Gnade Christi eingehüllt. Diese Fülle der Gnade bezeichnet Paulus als den ‚überschwänglichen Reichtum seiner Gnade‘ (Eph 2,7). Unser Elternhaus ist Gnade, unsere Geburt ist Gnade, unsere Kindheit und Jugend ist Gnade, unsere Lebensumstände, unser Wohlstand, unsere Gesundheit, unsere Begabungen, unser Alter, alles ist Gnade. Ebenso auch unsere Wiedergeburt, unsere Buße, unser Glaube, unser Leben mit Gott, unser geistliches Wachstum, die Gemeinde, in der wir sein dürfen, dieser Gottesdienst, unsere Gemeinschaft, alles ist Gnade – und schließlich auch unser seliges Sterben. Gnade um Gnade! Wenn eine Gnade geht, dann kommt schon die andere. Es ist wie mit den Wellen des Ozeans, die eine nach der anderen an Land flutet. Die eine ist kaum angekommen, dann rollt die nächste schon hinterher. Und das geht den ganzen Tag und die ganze Nacht so, Woche um Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Warum sendet uns der Herr so ununterbrochen Seine Gnade? Ich sage euch, wenn Er nur eine Sekunde aufhören würde, uns Gnade zu gewähren, dann wäre es aus mit uns. Wenn Gott einfach mal zwischendurch die Gnade abschalten und uns dem Gesetz überlassen würde, würde das für uns Hölle bedeuten. Die Gnade ist für die Seele das, was für unsere Lungen der Sauerstoff ist, von dem wir von Augenblick zu Augenblick leben. Vor einiger Zeit ärgerte sich eine Frau darüber, dass wir so viel über die Gnade predigen, und sagte: ‚Ich kann das Wort Gnade nicht mehr hören!‘ Oh, dachte ich, wenn du wirklich nichts mehr von der Gnade hören kannst, wie wird deine Zukunft sein? Johannes hat noch nicht zu viel von der Gnade, sondern er sagt: ‚Aus seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade!‘
Und er geht weiter und ruft: ‚Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden‘ (Joh 1,17). Ihr wisst, Gott gab dem Mose zwei Steintafeln, auf die Er mit Seinem eigenen Finger das Gesetz eingegraben hatte. Und jeder wurde unter das Gesetz getan. Die Botschaft hieß: ‚Wenn jemand das Gesetz Moses bricht, der muss sterben ohne Barmherzigkeit‘ (Hebr 10,28). Also gehorche dem Gesetz, oder ewige Verdammnis ist dein Teil. Ist im Gesetz irgendeine Gnade? Nein! Mag jemand sagen: ‚Dann ist das Gesetz also schlecht?‘ Nein! Paulus sagt: ‚Das Gesetz ist heilig und das Gebot ist heilig und gerecht und gut‘ (Röm 7,12). Und in Vers 14 unterstreicht er das noch einmal und sagt, dass das Gesetz ‚geistlich‘ ist. Es ist Paulus, dem Prediger der Gnade, also sehr wichtig, die Großartigkeit des Gesetzes immer wieder herauszustellen und er fragt nochmals nach: ‚Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! sondern wir richten das Gesetz auf‘ (Röm 3,31). Oft wird das Evangelium so verstanden, als wolle es das Gesetz auflösen und den Glauben anstelle der Gebote setzen. Wir hören gerade, dass das absolut nicht der Gedanke der Bibel ist. Nein, das Gesetz hat im Evangelium eine konkrete Aufgabe. Wir lesen dazu: ‚Was wollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht, außer durchs Gesetz‘ (Röm 7,7). Merken wir, wie wichtig das Gesetz ist? Ohne dasselbe erkenne ich meine Sünde nicht. Das Gesetz wirkt wie ein Spiegel. Er zeigt uns unsere Verschmutzung, er kritisiert uns, er verurteilt uns, grob gesagt, er verdammt uns. Ja, das Gesetz verdammt uns buchstäblich. Und doch nennt Paulus es herrlich, indem er schreibt: ‚Wenn aber der Dienst des Todes durch in Stein gegrabene Buchstaben von solcher Herrlichkeit war,…wie sollte dann nicht der Dienst des Geistes von weit größerer Herrlichkeit sein? Denn wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit hatte, wie viel mehr wird der Dienst der Gerechtigkeit von Herrlichkeit überfließen!‘ (2Kor 3,7-9). Obwohl das Gesetz wegen unserer Übertretung ewigen Tod bedeutet, ist es dennoch herrlich vor Gott, denn es spiegelt die vollkommene Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes wider. Ja, der Dienst des Moses war gut, durch ihn wurde uns Erkenntnis der Sünde gegeben. Aber wäre das alles, wären wir verloren. Denn so gut das Gesetz auch ist, es ist doch keine Gnade und keine Barmherzigkeit in ihm. Aber Lob und Dank, es blieb nicht bei Mose, sondern es kam auch Jesus Christus. Der zeigt uns nicht nur unsere Übertretung, sondern die Gnade. Er schenkte uns Sein teures Blut zur Reinigung von unseren Sünden. Und nun heißt es: ‚Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden; und wenn sie gleich ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden‘ (Jes 1,18). Aber Jesus wäscht uns durch Sein Blut nicht nur von unserer Sünde rein, sondern Er wohnt durch den Heiligen Geist in unseren Herzen und hilft uns, nun auch in den Geboten Gottes zu leben und im Gehorsam Seine Wege zu gehen. Er verheißt uns: ‚Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und darnach tun‘ (Hes 36,27). Wie herrlich ist das! Welch ein wunderbarer Satz also: ‚Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden‘ (Joh 1,17)“ (aus einer Predigt zu Joh 1,14-18).
4. PREDIGTGLIEDERUNGEN
Wenn erwarten wir?
Christus – die Herrlichkeit Gottes
a) als Wohnung (V. 14)
b) als Wahrheit (V. 15-17)
c) als Weg (V. 18)
oder nach Gottfried Voigt:
Den unsichtbaren Gott kann man sehen, denn
a) sein Sohn macht ihn uns bekannt
b) in ihm erweist er uns seine Gnade
c) in ihm schenkt er uns sich selbst