Monatsthema: Die Freude des Glaubens
Predigtthema: Die Freude über Gottes Güte
Bibelstelle: Psalmen 145
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
1. Der Lobpsalm. Der ganze Psalter hat in der hebräischen Bibel diese Überschrift: „Loblieder“, wörtlich: aufstrahlendes Licht, auch Hochzeitsjubel, nämlich wenn der Bräutigam die Braut heim holt. Es ist ganz allein das Gotteslob, persönlich: „mein Gott“ als Inhalt. „Erhöhen“ = anerkennen, dass er über allen und allem regiert (König = der Bestimmer). „Ewigkeit“, das weist auf die Zukunft im Himmel, die aber David nur ansatzweise erkannte. Erst im Christuslob ist alles Lob vollendet. Er ist das glänzende Licht. Vgl. Joh. 8,12.
2. Gottes „Größe“, wörtlich: seine Festigkeit = ein zusammen gedrehtes Seil, das reißfest ist, rühmt seine Treue zu uns Menschen. Seine „Werke“ = sein Schöpfungshandeln, seine „gewaltigen Taten“ = seine Siegestaten (Vgl. Schilfmeer), seine „Wunder“ = was niemand ausrechnen kann und die „mächtigen Taten“ = in Furcht versetzende Großtaten gipfeln alle in seiner Bewegung zu uns und für uns Menschen.
3. V. 8 ist der Zielvers: „Gnädig“ = sich herunterbeugen; „barmherzig“ = in Bewegung auf uns zu sein, beschreiben Gottes Heilshandeln für uns. Wir haben einen Gott, der alles für uns einsetzt. darin wurzelt jedes Gotteslob. Das ist erwiesen in Jesus Christus. Deshalb singt die neutestamentliche Gemeinde Psalm 145 am Karfreitag („wie sollte er uns mit Christus nicht alles schenken?“ Römer 8,32), und im Blick auf seine Erhaltungsgnade auch am Erntedankfest.
4. Das Gottes-, Christuslob geschieht nicht heimlich, sondern in aller Öffentlichkeit und laut: Allen Menschen soll Gottes Liebesmacht „kund werden“ = in die Gemeinschaft mit ihm rufen“, also mehr als eine Nachricht, vielmehr der Ruf zur Bekehrung (V.12).
5. In dem „Lob“, „er hält alle die fallen und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind“, wird umrisshaft der Sünderheiland Jesus gezeigt (vgl. Matth. 9, 13 und 35 ff). Die „Niedergeschlagenen“ sind solche, die von den Lasten des Lebens in Leid und Unglück zusammengehauen sind und/oder von der Last der Sündenschuld gebeugt. Denen wendet sich Jesus in besonderer Weise zu. Vgl. Jes. 42,3.
6. Gott ist ein hörender, ein erhörender Gott. Er drängt seine Güte, seinen Segen niemand auf, aber er ist immer „auf dem Sprung“ zu helfen (vgl. Matth. 7, 7ff). Das Gotteslob rühmt den „hilfsbereiten“ Herrn, den Allmächtigen, der seine Macht für uns einsetzt. V. 19: Er „hilft“ im Hebräischen: Er wird zum Jesus!